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Symptome und Entstehung des Heuschnupfens

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Beschwerden (Symptome)

Heuschnupfen
Heuschnupfen

In erster Linie sind bei einem Heuschnupfen die oberen Atemwege und die Augen betroffen.
Bei Kontakt mit dem auslösenden Allergen treten innerhalb kürzester Zeit:

  • Niesattacken
  • eine Schwellung der Nasenschleimhaut (d.h. eine verstopfte Nase) und
  • eine sich in Form von tränenden und
  • geröteten Augen sowie
  • Juckreiz manifestierenden Bindehautentzündung (medizinisch: Konjunktivitis; die Bindehaut wird auch „Konjunktiva“ genannt)

auf.

Aufgrund des sofortigen Auftreten nach Allergenkontakt wird der Heuschnupfen daher medizinisch zu den „Allergien von Soforttyp“ gezählt.
Beachten Sie hierzu auch unsere Thema Allergie.
In der Fachsprache werden diese auch als „Typ 1 Reaktionen“ oder „anaphylaktische Reaktionen“ in der Einteilung der Immunreaktionen nach Coombs und Gell von 1963 bezeichnet.


Klassifikation

Diese Klassifikation teilt Krankheiten, denen als Ursache eine fehlgeleitete Antwort des Immunsystems auf verschiedenste Auslöser zu Grunde liegt, nach der Art der Fehlreaktion ein:
Beim die klassischen Allergien umfassenden Typ 1, zu dem außerdem noch z.B. die Allergie gegen Bienengift, verschiedene Nahrungsmittel oder das allergische Asthma gerechnet werden, steht die Bildung körpereigener Eiweiße durch das Immunsystem im Vordergrund, wodurch es über eine Kaskade unter Beteiligung verschiedener Immunzellen und deren Botenstoffen zur Weitstellung der Gefäße kommt.
Die Folge sind eine Rötung z.B. der gut durchbluteten Augenbindehaut und der Austritt von Gewebsflüssigkeit in die Zellzwischenräume; dies verursacht die Schwellung der Schleimhäute.
Bei einer Reaktion auf Bienengift kann die starke Schwellung der Rachenschleimhaut und im Bereich des Kehlkopfes (medizinisch: Larynxödem) sogar eine künstliche Beatmung erforderlich machen.
Der wichtigste beteiligte Botenstoff ist das Histamin, das sowohl mit dem Blutstrom zirkuliert (und insofern zu den Hormonen zu rechnen ist), aber zugleich auch einen Botenstoff zur Reizweiterleitung zwischen Nervenzellen darstellt (wodurch es gleichermaßen zu den Transmittern gezählt wird).
Seine Wirkung entfaltet das Histamin, indem es an spezialisierte Moleküle auf der Oberfläche seiner Zielzellen bindet (an sog. Histaminrezeptoren), z.B. auf Blutgefäßen. Ein wichtiger medikamentöser Ansatz (siehe unten) besteht daher in der Blockade dieser Oberflächenstrukturen durch Arzneistoffe, die ebenfalls an die Histaminrezeptoren binden, dabei keine Wirkung auslösen können und stattdessen verhindern, dass Histaminmoleküle dort ihre Wirkung entfalten (sog. Antihistaminika).

Die initial bei einer Allergie gegen die auslösenden Pollen gebildeten Eiweißstoffe, die sog. „Immunglobulin E- Antikörper“, wobei der Wortanteil der„-globuline“ auf die in Kugelform enthaltenen Eiweiße hinweist ), sind dabei für die Freisetzung des Histamins insofern verantwortlich, als dass typischerweise immer zwei von ihnen gemeinsam an Zellen des eigenen Immunsystems binden (die Zellen heißen „Mastzellen“) und es dann bei Pollenkontakt zur Ausschüttung der Inhaltsstoffe aus intrezellulären Speichern (medizinisch: Degranulation) der Immunzellen kommt:
Die Pollen lagern sich an die auf Mastzellen gebundenen Eiweiße bevorzugt an, da sie dort aufgrund ihrer chemischen Struktur wie ein Schlüssel ins Schloss passen.
Die dadurch aktivierten Mastzellen setzen ihren zellschädigenden Inhalt in Form von Protein abbauenden Enzymen (Proteasen) und dem bereits erwähnten Histamin in die Umgebung frei.
Auch diesen Mechanismus hat man sich bei der Entwicklung von Medikamenten zu Nutze gemacht: Sog. „Mastzellstabilisatoren“ verhindern, wie der Name bereits vermuten lässt, die Freisetzung der schädlichen Botenstoffe aus Mastzellen.
(Abschließende Anmerkung zum besseren Verständnis: Die physiologische, erwünschte Aufgabe der Immunglobulin E- Antikörper besteht  in der Abwehr von Krankheiten verursachenden Würmern.)

Bezüglich der Beschwerden bei Heuschnupfen ist des weiteren zu erwähnen, dass diese nicht nur durch Pollen verursacht werden können. Sind strukturverwandte Stoffe die Ursache, so spricht der Mediziner von einer „Kreuzallergie“. Ein Beispiel stellt das „Sellerie-Beifuß-Gewürz-Syndrom“ dar, bei dem die Allergie gegen Beifuß-Pollen gleichermaßen durch den Genuss bereits kleinster Mengen Sellerie oder von Gewürzen wie Anis und Curry ausgelöst werden kann.

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