Spinalganglien / Ganglienzelle

Synonyme

Medizinisch: Neuron, Ganglienzelle

Griechisch: Ganglion = Knoten

Gehirn, ZNS (zentrales Nervensystem), Nerven, Nervenfasern

Englisch: nervous system

Erklärung

Abbildung Nervenzelle

  1. Dendriten
  2. Zellkörper
  3. Axon
  4. Zellkern


Ganglien sind knotenförmige Ansammlungen von Nervenzellkörpern außerhalb des zentralen Nervensystems (= Gehirn und Rückenmark). Sie gehören daher zum peripheren Nervensystem. Ein Ganglion dient meist als letzte Schaltstelle vor den jeweiligen Organen, in die Nervenfortsätze gesendet werden sollen bzw. als erste Schaltstelle für Nervenfortsätze, die von Organen zum Gehirn gelangen sollen.
Es ist somit auch eine zwischengeschaltete Umschaltstation, wo ankommende Impulse nicht nur weitergeleitet, sondern auch durch andere eintreffende Signale „moderiert“ werden können. Dementsprechend gibt es motorische Ganglien für Fasern, die Bewegungsinformationen vermitteln, sensible Ganglien für die Weiterleitung von Sinneseindrücken und anderen sensiblen Informationen (Schmerz, Tast-, Tiefensensibilität) sowie vegetative Ganglien im Dienste des Sympathicus und des Parasympathicus.

Abbildung Nervenzellen

  1. Nervenzelle
  2. Dentrit

Eine Nervenzelle besitzt viel Dentriten, die eine Art Verbindungskabel zu anderen Nervenzellen darstellen, um mit ihnen zu kommunizieren.


Aufgaben

Die meisten Ganglien haben Eigennamen. Lediglich die segmental angeordneten Ganglien wie die sensiblen Spinalganglien, die auf Höhe jedes Wirbels im Zwischenwirbelloch liegen, und die sympathischen Ganglien des Grenzstrangs werden nicht alle extra benannt.

Es gibt nach der Zahl der Fortsätze

  • pseudounipolare,
  • bipolare und
  • multipolare Ganglienzellen.

Abbildung Nervenendigungen / Synapse

  1. Nervenendigung (Axon, Neurit)
  2. Botenstoffe, z.B. Dopamin
  3. andere Nervenendigung (Dentrit)


Bei den pseudounipolaren Ganglienzellen lagern sich der Impulse weiterleitende Fortsatz (Axon, Neurit) und der Impulse heranbringende Fortsatz (Dendrit) direkt aneinander an, so dass unter dem Mikroskop nur ein einziger Fortsatz erkennbar ist. Pseudounipolare Ganglienzellen kommen vor in den Spinalganglien, die sensible und sensorische Reize vom Körper in des Rückenmark und Gehirn weiterleiten.

Bipolare Ganglienzellen besitzen nur zwei Zellfortsätze: einen Dendriten und einen Neuriten, die oft ungefähr gegenüber liegen.

Multipolare Ganglienzellen weisen neben einem Impulse weiterleitenden Fortsatz (Axon) mindestens noch zwei, in der Regel aber wesentlich mehr Impulse empfangende Fortsätze (Dendriten) auf, oft hunderte bis tausende. Sie sind typisch für vegetative Ganglien, z.B. im Grenzstrang des Sympathicus, der bei Stress aktiv ist. In der Regel werden alle Ganglienzellen von Mantelzellen (Gliazellen) umgeben, die sie ernähren und elektrisch isolieren.

Die Spinalganglien im Speziellen befinden sich in enger Nachbarschaft zum Zentralnervensystem, weil sie im Verlauf der hinteren (sensiblen) Spinalnervenwurzeln liegen.
Sie werden von einer Ausstülpung der Rückenmarkshäute kapselähnlich umschlossen. Im Gewebe des Spinalganglions finden sich die Nervenzellkörper (Somata) und Fortsätze der sensiblen Nervenzellen, aber auch einige Blutgefäße. 80 % der Nervenzellkörper sind groß (etwa 100 μm) und gehören schnell leitenden „mechanorezeptiven“ Fasern an, das sind Fasern, die mechanische Einwirkungen wie Druck, Zug, Biegung etc. weiterleiten.
Die kleineren (20 %) gehören zum großen Teil zu den Schmerzfasern.

Weiterführende Informationen

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Autor: Dr. Marc Jungermann      |     Letzte Änderung: 27.12.2011