Inhalt:
- Lungenentzündung
- Synonyme im weiteren Sinne
- Definition Lungenentzündung
- Anatomie Lunge
- Historie
- Häufigkeit (Epidemiologie)
- Klassifizierung
- Ursachen und Entstehung
- Beschwerden und Symptome
- Diagnose
- Therapie Lungenentzündung
- Komplikationen
- Prophylaxe
- Prognose
- Selbstest Immunsystem
- Inernistische Erkrankungen der Lunge
- Bilder gesucht
Lungenentzündung
Synonyme im weiteren Sinne
Medizinisch: Pneumonie
Lobärpneumanie, atypische Pneumonie, interstitielle Pneumonie
Englisch: pneumonia
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und Diabetes.
Definition Lungenentzündung
Pneumonien sind Entzündungen der Lunge, die entweder akut oder chronisch verlaufen.
Es können die Lungenblässchen (Alveolen) und / oder das Zwischengewebe (Interstitium) betroffen sein. Die Entzündung betrifft selten die gesamte Lunge, meist sind einzelne Abschnitte der Lunge, die Lungenlappen, betroffen.
Erreger gibt es unterschiedliche: meist Bakterien oder Viren, aber auch Pilze.
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Anatomie und Lage der Lunge
- rechter Lungenflügel
- Luftröhre (Trachea)
- Luftröhrengabelung (Carina)
- linker Lungenflügel
Historie
Die so genannte Legionellenpneumonie hat ihren Namen vom erstmaligen Auftreten bei einer Versammlung von ehemaligen Legionären.
Dabei war einer nach dem anderen an Husten und Fieber erkrankt. Angesteckt hatten sie sich in der Dusche, da das Duschwasser nicht hoch genug erhitzt worden war und so die Erreger, die so genannten Legionellen, nicht abgetötet wurden.
Durch Einatmen dieser Erreger in die Lunge kam es zur Entzündung.
Häufigkeit (Epidemiologie)
Vorkommen in der Bevölkerung
Die Lungenentzündung ist die häufigste tödlich verlaufende Infektionskrankheit.
Insgesamt steht sie auf Platz 5 der häufigsten Todesursachen. Die offizielle Rate der Neuerkrankungen in Deutschland liegt bei etwa 140000 bis 200000 jährlich, allerdings wird eine hohe Dunkelziffer vermutet.
Die Wahrscheinlichkeit des Todeseintritts bei vorher lungengesunden liegt bei ca. 5%. Wenn die Lungenentzündung (Pneumonie) jedoch im Krankenhaus erworben wird (sog. nosokomiale Pneumonie), beträgt die Letalität (Sterblichkeit) bis zu ca. 70%.
Klassifizierung
Es gibt verschiedene Formen der Lungenentzündung:
- ambulant erworbene Lungenentzündung (Pneumonie)
- nosokomiale Lungenentzündung (Pneumonie) (im Krankenhaus erworben)
- Lungenentzündung (Pneumonie) bei schwerer Grundkrankheit (Nieren- oder Herzinsuffizienz, Diabetes)
- Aspirationspneumonie (Aspiration bedeutet Mageninhalt “einzuatmen“; z. Bsp bei Alkoholismus oder Erkrankungen der Speiseröhre)
- Lungenentzündung (Pneumonie) bei Immunsuppresion (z. Bsp. bei Schwäche des Immunsystems durch HIV)
Ursachen und Entstehung
Die Lungenentzündung kann verschiedenste Ursachen haben.
Sie kann durch Bakterien hervorgerufen werden. Hier kommen am ehesten Erreger wie
- Pneumokokken
- Staphylokokken
- aber auch seltenere wie Legionellen
- oder Chlamydien / Mykoplasmen
zum Tragen.
Auch Viren können eine Lungenentzündung (Pneumonie) auslösen.
Die häufigsten sind:
- RS-Viren (ein Virus der Luftwege)
- Paramyxovirren
- aber auch Herpesviren.
Infektionen mit Pilzen (z. Bsp. Candida, Aspergillus) kommen fast ausschließlich bei Personen mit geschwächtem Abwehrsystem (immunsupprimierten Personen) vor.
Die typische Lungenentzündung (Pneumonie) wird meistens durch Bakterien hervorgerufen.
Die Entzündung liegt zum größten Teil in den Lungenbläschen (Alveolen), und den dünnen Ästen der Bronchen (Bronchiolen).
Wenn nur ein Lungenlappen betroffen ist, spricht man von einer Lobärpneumonie (lobus = Lappen), die meistens durch Pneumokokken verursacht wird.
Die atypische Lungenentzündung (Pneumonie) wird oft durch Mykoplasmen und Legionellen, die zu den Bakterien zählen, aber auch durch Viren und Pilze, hervorgerufen.
Die entzündlichen Ablagerungen befinden sich bei dieser Form eher im Interstitium (Zwischengewebe).
Bei HIV-Infizierten liegt eine generelle Abwehrschwäche vor. Die T- Lymphozyten, die Abwehrzellen unseres Körpers, werden zerstört und die Abwehr von Bakterien, Viren und Pilzen somit erschwert.
Pilzbefall der Lunge ist fast ausschließlich bei abwehrgeschwächten Personen zu beobachten. Einem gesunden Erwachsenen könne diese Pilze nichts anhaben.
Bei einer Aspirationspneumonie (Mageninhalt / Magensaft gelangt in die Lunge) sind nicht Erreger, sondern der saure Magensaft die Ursache für die Entzündung.
Besonders gefährdet an einer Lungenentzündung zu erkranken sind ältere und geschwächte Menschen, chronisch Kranke, aber auch Alkoholiker und Kinder
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Beschwerden und Symptome
Bei den Symptomen kann man die typische von der atypischen Lungenentzündung (Pneumonie) unterscheiden. Hier sollen diese Symptome anhand einer Tabelle vereinfacht dargestellt werden.
Symptome | Typische Pneumonie | Atypische Pneumonie |
Beginn | schnell | langsam |
Schüttelfrost | +++ | + |
Husten | +++ | + |
Fieber | Über 39°C | Unter 39°C |
Schnelle Atmung | +++ | + |
Patholog. Auskultation* | +++ | - |
Röntgen | segmental | diffus, interstitiell |
*Pathologische Auskultation bedeutet, dass man beim Abhören mit dem Stethoskop anstelle des normalen Atemgeräusches ein so genanntes Rasseln oder Knistern hört.
Diagnose
Zur Diagnosestellung werden mehrere Bereiche hinzugezogen.
Bei der Befragung des Patienten (Anamnese) beispielsweise stellt man Fieber, Schüttelfrost, Husten, verfärbten Auswurf und Thoraxschmerzen fest.
Im Rahmen der körperlichen Untersuchung kann man ein Infiltrat nachweisen. Klopft der Arzt die Lunge ab, ist der Klopfschall im Vergleich zum gesunden Lungengewebe gedämpft.
Mit dem Stethoskop lassen sich dann beim Abhören Rasselgeräusche beim Einatmen und so genanntes Bronchialatmen feststellen. Unter Bronchialatmen versteht man ein Atmen von hauchendem Charakter (klingt beim Ein- und Ausatmen wie „ch“).
Wegweisend in der Diagnostik der Lungenentzündung ist vor allem auch das Röntgen. Hierbei sollte immer in zwei Ebenen (also von vorne und von der Seite) geröntgt werden.
Mit Hilfe dieser radiologischen Aufnahmen kann nicht nur die Diagnose Lungenentzündung (Pneumonie) alleine gestellt werden, sondern vor allem lässt sich hier die Lokalisation derselben erkennen.
Um gezielt mit der Therapie beginnen zu können, muss der Erregernachweis erfolgen.
Dieser kann z. Bsp. anhand von Sputum (Auswurf) entweder unter dem Mikroskop oder durch das Heranzüchten von Kulturen gelingen. Meist wird jedoch mit einem Breitbandantibiotikum therapiert, welches eine Vielzahl von Erregern abdeckt.
Auch die so genannte serologische Diagnostik spielt eine wichtige Rolle. Hier werden die vom Körper gebildeten Antikörper nach mindestens einer Woche Krankheit nachgewiesen.
Es werden gegen körperfremde Stoffe, hier also die Bakterien, Viren oder Pilze, Antikörper gebildet, um die “Eindringlinge“ zu bekämpfen. Das Gegenstück zu den Antikörpern, also das, wogegen reagiert wird, nennt man Antigen. Antigen und Antikörper funktionieren nach dem Schlüssel - Schloss - Prinzip. Auch dieses Antigen kann nachgewiesen werden. So kann man das Erbgut, die Gene, des Erregers ermitteln.
Durch die Blutentnahme / Laborwerte werden im Blut wichtige Entzündungsparameter bestimmt.
Zu diesen zählen unter anderem das CRP (C-reaktives Protein) und die weißen Blutkörperchen (Leukozyten).
Je höher die beiden Werte sind, umso heftiger ist die Entzündung. Die Normalwerte des CRP liegen bei < 5 mg/l, die Normalwerte der Leukozyten liegen bei 4- 11 Mio. / ml.
Je nach auswertendem Labor können diese Referenzwerte schwanken.
Therapie Lungenentzündung
Wenn die Lungenentzündung (Pneumonie) einen schweren Verlauf nimmt, ist eine stationäre Aufnahme ins Krankenhaus indiziert.
Unter einem schweren Verlauf versteht man in diesem Fall eine Atemfrequenz unter 30 pro Minute, dadurch bedingt wenig Sauerstoff im Blut und einen niedrigen Blutdruck. Bei einem leichten Verlauf kann eine ambulante Behandlung ausreichend sein.
Eine große Säule der Therapie der Lungenentzündung stellt die Antibiotikagabe dar.
Die Antibiotika werden je nach Erreger verabreicht.
Bei Pneumokokken und Staphylokokken, welche zu den häufigsten Erregern zählen, wird beispielsweise häufig Penicillin oder Abkömmlinge verordnet.
Bei einer atypischen Lungenentzündung (Pneumonie) werden anhand der Tatsache, dass hier meistens Chlamydien und Mykoplasmen die Verursacher sind, so genannte Makrolid - Antibiotika verabreicht. Da oft nicht sofort das Erregerspektrum vorliegt, werden Breitbandantibiotika verwendet, da eine Lungenentzündung sofortiger Behandlung bedarf.
Unter Breitbandantibiotika versteht man Antibiotika, die gegen möglichst viele Erreger wirksam sind.
Bei Viren und Pilzen allerdings sind Antibiotika unwirksam.
Die virale Lungenentzündung (Pneumonie) kann in ihrem Verlauf nicht medikamentös beeinflusst werden.
Unterstützend kann den Patienten das Atmen durch die Gabe von Sauerstoff erleichtert werden. Bei Schmerzen werden Schmerzmittel verabreicht und es muss viel getrunken werden (bzw. Flüssigkeit per Infusion zugeführt werden).
Komplikationen
Eine schwere Lungenentzündung (Pneumonie) kann zu einem septischen Schock (Sepsis = Blutvergiftung) und einem Atemstillstand (respiratorische Insuffizienz) führen, was eine intensivmedizinische Betreuung notwendig macht.
Es können sich Abszesse (Eiteransammlungen) im Bereich der Lungen und Empyeme (Eiter) im Bereich des Lungenfells bilden.
Unter einem Abszess versteht man eine Eiteransammlung in nicht vorgeformten Höhlen, z. Bsp. innerhalb der Lunge. Ein Empyem hingegen ist eine Ansammlung von Eiter in bereits vorhandenen Höhlen, beispielsweise im Lungenfellspalt.
Auch ein möglicher Pleuraerguss (Flüssigkeit im Spalt zwischen den Blättern des Lungenfells) also Wasser zwischen dem Lungenfell, was laienhaft gehäuft als “Wasser in der Lunge” bezeichnet wird, kann als Folge der Pneumonie entstehen.
Infolge der Bettruhe, die meist bei Lungenentzündung (Pneumonie) angebracht ist, besteht die Gefahr der Thrombose.
Mehr zu diesem Thema erfahren Sie unter: Thrombose
Im Krankenhaus allerdings wird dem durch Thrombose-Spritzen (z. Bsp. Clexane®, Fraxiparin®, etc.) entgegengewirkt.
Prophylaxe
Eine Prophylaxe zur Lungenentzündung (Pneumonie) gibt es insofern, als dass die STIKO (Ständige Impfkommission) des Robert Koch- Institutes seit Juli 2006 eine Impfung gegen Pneumokokken als Grundimpfung für alle Kinder empfiehlt.
Dies gilt nicht nur für Kinder. Denn vorausgesetzt Sie wurden als Kind nicht geimpft, sollten Sie das nachholen sobald Sie älter als 65 Jahre sind und öfter mit Infektionen der oberen Atemwege zu kämpfen haben.
Die Impfung ist auch zu empfehlen wenn sie eine bekannte Immunschwäche haben, oder an einer chronischen Krankheit leiden (z. Bsp. chronische Bronchitis, Diabetes).
Für den Fall, dass es zu einer Grippe - Epidemie kommen sollte, sollte eine Grippe - Impfung in Betracht gezogen werden.
Auch eine Grippe kann der Auslöser einer Lungenentzündung sein.
Prognose
Die Prognose für eine ambulante Lungenentzündung (Pneumonie) ist recht gut, denn die Letalität (Sterblichkeit) liegt bei deutlich unter 5%.
Im Vergleich dazu liegt die Sterblichkeitsrate von Lungenentzündungen, die im Krankenhaus erworben wurde, bei 70%.
Dies liegt einerseits an dem unterschiedlichen Erregerspektrum- Krankenhauskeime sind meist resistenter- und andererseits an der Tatsache, dass im Krankenhaus die Lungenentzündung (Pneumonie) meist als Superinfektion auftritt. Sie wird also zusätzlich zu einer schon bestehenden Krankheit erworben, weil das Abwehrsystem bereits geschwächt ist.
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Häufig sind Erkrankungen die Folge eines zu schwachen Immunsystems.
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Inernistische Erkrankungen der Lunge
Im Folgenden können Sie die Liste aller Themen einsehen, die bereits zu Erkrankungen der Lunge, die dem medizinischen Gebiet der Inneren Medizin zuzuordnen sind, erschienen sind:
- Anatomie Lunge
- Asthma
- Atmung
- Brustbein
- Brustkorb
- Lunge
- Lungenembolie
- Lungenentzündung
- Mukoviszidose
- Pneumothorax
- Rippen
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