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Inhalt:
Therapie Lupus erythematodes
Synonyme im weiterem Sinne
Systemischer Lupus erythematodes, SLE, Lupus, Lupus erythematodes disseminatus
Häufige Tippfehler: Lupus eritematodes
Englisch: lupus
Bei dieser Seite handelt es sich um die Fortsetzung unseres Themas: Lupus erythematodes
Formen
Der Lupus äußert sich leider nicht immer gleich und muss deshalb differenziert diagnostiziert werden. Es lassen sich Einteilungen vornehmen.
Die Erkrankung des Lupus erythematodes kann in drei Formen unterteilt werden:
- Kutaner (die Haut befallender) Lupus erythematodes
Diese Form befällt in der Regel nur die Haut und hat eine gute Prognose. Die Erkrankung tritt entweder nur an vereinzelten Hautstellen (meist am Kopf) auf oder befällt den ganzen Körper (Rumpf, Oberarme). Die Hauterscheinungen haben einen rötlich- entzündlichen Randwall (verdickten Rand) und sind in der Mitte eingedellt durch einen Gewebsschwund.
- Subkutaner (unter der Haut) LE
Diese Form äußert sich durch allgemeines Krankheitsgefühl, Gelenks- und Muskelschmerzen, sowie Hautveränderungen. Selten werden hier die Nieren in Mitleidenschaft gezogen.
- Systemischer (ein ganzes System betreffender) Lupus erythematodes
Dieser Lupus ist durch bestimmte Symptome und Erscheinungsbilder charakterisiert, die der Diagnose dienen (s.u.). Hier sind immer die Organe betroffen- besonders die Nieren, welche auch das Ausmaß der Erkrankung bestimmen. Sind die Nieren stark betroffen, hat der SLE eine eher schlechte Prognose - wurden die Nieren nur gering befallen, ist die Prognose besser.
Diagnose
Der Diagnosefindung dienen bestimmte Kriterien, die erfüllt sein müssen:
- Schmetterlingserythem
- Fotosensibilität (Reaktion auf Licht)
- Arthritis von mind. zwei Gelenken (Gelenkentzündung)
- Beteiligung der Nieren
- Beteiligung des zentralen Nervensystems
- ANAs (spezifische Antikörper) im Blut
- Flüssigkeit im Herzbeutel oder um die Lunge (im Pleuraspalt)
Von diesen Symptomen müssen wenigstens vier erfüllt sein, um die Diagnose Lupus erythematodes zu stellen. An dieser Stelle wurden nicht alle relevanten Symptome aufgezählt - es handelt sich lediglich um einen Auszug.
Therapie
Die Therapie richtet sich nach der Art der Erkrankung. Handelt es sich beispielsweise um einen Lupus, der durch Medikamente ausgelöst wurde, werden diese Medikamente nach Möglichkeit abgesetzt.
Im Mittelpunkt stehen Kortison und Immunsuppressiva, also das Immunsystem unterdrückende Substanzen. Kortison soll in erster Linie die Entzündungen in den betroffenen Organen hemmen, während die Immunsuppressiva das körpereigene Abwehrsystem unterdrücken sollen. Letzteres lässt sich damit erklären, als dass sich unser Immunsystem beim Lupus ja gegen die eigenen Zellen des Körpers richtet. Diese unerwünschte Wirkung gilt es zu dämpfen.
Bei einem kutanen Lupus (also einem Lupus, welcher sich auf die Haut beschränkt) kommen Retinoide (Vitamin- A- Derivate), Cremes mit hohem Lichtschutzfaktor und Kortisonsalben zum Einsatz.
Ist der Lupus einer der schwersten Art, also ein systemischer Lupus erythematodes (SLE), so gestaltet sich die Therapie wie folgt:
Sehr wichtig ist in jedem Fall eine gute Einstellung des Blutdrucks, um die durch die Krankheit an sich schon gefährdete Niere in ihrer Funktion zu erhalten. Bei Fällen, die weniger stark ausgeprägt sind und bei denen keine Organe befallen sind, werden Schmerzmittel, wie ASS oder Ibuprofen, plus Hydrochloroquin gegen die Gelenksschmerzen gegeben. Kortison wird nur in entzündlichen Schüben verabreicht.
Liegt ein schwerer Fall mit der Beeinträchtigung von (lebenswichtigen) Organen vor, ist die Therapie eine andere. Hier wird hochdosiert Kortison gegeben und durch Immunsuppressiva das körpereigene Abwehrsystem unterdrückt.
Kortison und Immunsuppressiva unterdrücken das Abwehrsystem des Körpers. Somit wird sichergestellt, dass die Immunkomplexe, welche die abgelagerte DNA bekämpfen wollen, sich gar nicht erst bilden. Die Abwehrlage des Körpers ist also so schlecht, dass der Auslöser der Krankheit gar nicht bekämpft werden kann.
Mit einer starken Suppression (Unterdrückung) des Immunsystems ist allerdings vorsichtig umzugehen, da für den Patienten eine hohe Ansteckungsgefahr besteht. Schon die leichteste Erkältung kann für diese Patienten gefährlich werden. Das nun unterdrückte und geringer arbeitende Abwehrsystem kann auch Viren, Bakterien und sonstige Krankheitserreger deutlich schlechter bekämpfen.
Lupus und Schwangerschaft
Patientinnen mit einem bekannten aktiven systemischen Lupus erythematodes SLE ist von einer Schwangerschaft abzuraten. Allenfalls in den krankheitsfreien Zeiträumen, wenn die Krankheit auch ohne Immunsuppression ausbleibt, kann nach etwa einem symptomfreien halben Jahr über eine Schwangerschaft nachgedacht werden. Jedoch handelt es sich bei Patientinnen mit bekanntem systemischem Lupus erythematodes immer um eine Risikoschwangerschaft!
Der Schwangerschaftswunsch sollte mit behandelnden Internisten und Gynäkologen besprochen werden.
Prophylaxe
Da es sich bei dem systemischen Lupus erythematodes (SLE) um eine Autoimmunkrankheit handelt, gibt es keine vorbeugenden Maßnahmen. Ist eine Person einmal von Lupus betroffen, so sind regelmäßige Kontrollen eines Arztes zu empfehlen. Hierauf wird besonders auf die individuell beste Therapie geachtet und es wird versucht die Nebenwirkungen so gering wie möglich zu halten.
Um Schübe zu vermeiden können jedoch ein paar kleine Regeln beachtet werden:
- Patienten die an dem so genannten Raynaud - Syndrom (Morbus Raynaud) leiden, sollten Kälte meiden und bei kalten Temperaturen immer Handschuhe tragen oder sonstige Vorkehrungen gegen die Kälte treffen.
Weitere Informationen erhalten Sie auch unter unsem Thema: Morbus Raynaud - Alle Patienten sollten die Sonne oder andersartiges UV-Licht meiden.
- Da ein Lupus auch durch das Trinken von Alkohol ausgelöst werden kann, sollte dieser vermieden werden.
Prognose
Lupus erythematodes ist eine bis heute nicht heilbare Krankheit. Die Möglichkeiten der Behandlung schreiten jedoch immer weiter voran. Je eher man mit der Behandlung beginnt, desto besser soll der Verlauf sich gestalten.
Der SLE hat eine recht gute Prognose. Im Vergleich zu den vergangenen Jahren hat sich die Prognose deutlich verbessert. Die 10- Jahres- Überlebensrate liegt nun bei 90%. Die häufigste Todesursache ist der Herzinfarkt oder die Blutvergiftung.
Die Diagnose Lupus stellt noch keinen Grund dar, zwingend mit einer medikamentösen Therapie zu beginnen. Es muss jeweils im Einzelfall entschiedem werden.
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Bei dieser Seite handelt es sich um die Fortsetzung unseres Themas: Lupus erythematodes
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