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Synonyme im weiteren Sinne
Raynaud-Phänomen, Morbus Raynaud, vasomotorische Akroasphyxie, akrales Ischämiesyndrom, vasospastisches Syndrom, Ischämie- Syndrom
Englisch: Raynaud´s syndrome, Raynaud´s disease, secondary Raynaud´s disease
Häufige Tippfehler: Rainaud, Raynauld
Definition Raynaud - Syndrom
Das Raynaud-Phänomen / Raynaud-Syndrom gehört zu den funktionellen Durchblutungsstörungen.
Man versteht darunter eine Verengung der Gefäße (Vasospasmus) der Akren. Zu Akren zählen unter anderem Nase, Kinn, Ohren, Lippen, Zunge, Finger und Füße. Diese Verengung kann durch Kälte oder Stress hervorgerufen werden und unter Wärmeeinfluss und Medikamenten wieder gelöst werden.
Historie

- Raynaud Syndrom
Der Begriff “Raynaud” geht auf den Erstbeschreiber dieser Krankheit zurück. Der französische Arzt Maurice Raynaud beschrieb 1862 zum ersten mal eine durch Kälte verursachte Durchblutungsstörung der Finger, die durch ihr Anlaufen in Phasen gekennzeichnet ist.
Häufigkeit (Epidemiologie)
Vorkommen in der Bevölkerung
Das Raynaud-Syndrom tritt bei ca. 4 – 17% der Bevölkerung auf und ist somit eine sehr häufiges aber teilweise noch unbekanntes Syndrom.
Eine erbliche Komponente scheint gegeben.
Das primäre Raynaud-Syndrom betrifft Frauen etwa doppelt so oft wie Männer. Sie tritt meist in der Pubertät auf und bessert sich erst wieder in der Menopause (Wechseljahre).
Das sekundäre Raynaud-Syndrom tritt unabhängig von Alter auf und ist abhängig von der zugrunde liegenden Erkrankung.
Formen des Raynaud-Syndrom
Man teilt das Raynaud-Syndrom in ein:
- primäres Raynaud - Syndrom und ein
- sekundäres Raynaud-´Syndrom
Das primäre Raynaud-Syndrom gilt als idiopathisch (die Mediziner verstehen hierunter, dasss die Ursache nicht bekannt ist), wobei das sekundäre Raynaud- Syndrom bei organischen Gefäßschädigungen im Rahmen von Systemerkrankungen (also Erkrankungen die den gesamten Organismus betreffen) auftritt.
Eine dieser Systemerkrankungen kann z. Bsp. die Kollagenose (Bindegewebsstörung), die zu den rheumatischen Erkrankungen zählt, sein und durch eine Veränderung der Wand der Blutgefäße zu einer Durchblutungsstörung führt.
Ursachen

- Morbus Raynauld
Als Ursache des Raynaud-Syndrom kommen mehrere Punkte in Frage:
- Verschluß der Arterien der Finger
z. Bsp. durch Mikrothromben (kleine Gerinnsel), Verengungen der Gefäße (proximale Stenosen), Kompressionen, dauerhafte Vibration oder durch Erfrierungsschäden
- Entzündliche Veränderungen der Gefäßwand, z. Bsp. bei Kollagenose (speziell bei Sklerodermie: Fibrosierung (Vermehrung des Bindegewebes) der Haut und Organe), Wegener-Granulomatose (seltene, schwere Gefäßentzündung), rheumatoide Arthritis
- Hämatologische Erkrankungen:
Kälteagglutinine (Antikörper, die den Abbau von Blut hervorrufen können), Polyzythämie (erhöhte Zahl von roten Blutkörperchen (erythrozyten)), Thrombozytose (erhöhte Zahl von Blutplättchen)
- Toxische Substanzen und Medikamente:
- Beta-Blocker (Medikament gegen Bluthochdruck -> beachten Sie auch unser Thema: Bluthochdruck)
- hormonale Antikonzeptiva („Pille“)
- Zytostatika (Chemotherapeutika)
Symptome

- Raynauld-Syndrom
Zu den Symptomen des Raynaud-Syndrom zählen hauptsächlich zwei Merkmale.
Zum einen kommt es zu Schmerzen, die durch die eingetretene Minderdurchblutung zu erklären sind, zum anderen kommt es zu typischen Verfärbungen.
Die Verfärbungen sind dreifarbig und haben hintereinander folgende Reihenfolge:
- Weißverfärbung (Verengung der Fingerarterien = Vasokonstriktion der Aa. Digitales)
- Blauverfärbung der Haut (Zyanose = Sauerstoffmangel)
- Rotverfärbung (gesteigerte Durchblutung (reaktive Hyperämie) als Folge der Mangeldurchblutung)
Wichtig ist hierbei, dass der Befall immer symmetrisch auftritt, also beide Hände, Füße etc. betrifft.
Typischerweise verschlechtert Rauchen die Symptomatik, da Nikotin die Gefäße verengt.
Diagnose
Die Diagnose des Raynaud-Syndroms wird klinisch anhand der oben genannten Symptome gestellt.
Ein symmetrischer Befall des 2.-5. Fingers (Zeigefinger bis kleiner Finger) deutet auf ein primäres Entstehen der Krankheit hin.
In der Regel tritt eine Besserung durch Wärmezufuhr oder die Einnahme von Nitrolingual (Nitroglycerin) auf.
Nitrolingual wirkt gefäßerweiternd, also vasodilatatorisch. Wenn einzelne Finger asymmetrisch betroffen sind und weder auf Wärme, noch Nitrolingual mit einer Besserung der Symptome reagieren, spricht das eher für ein sekundäres Raynaud-Syndrom.
Außer der klinischen Diagnostik gibt es noch die apparative Diagnostik (Messmethoden).
Mit dem sogenannten Oszillographen wird die Durchblutung der Akren gemessen und mit dem Doppler-Verfahren (Form der Ultraschalluntersuchung) werden segmentale Gefäßverschlüsse oder –verengungen lokalisiert.
Prophylaxe
- bläulicher Form des Raynaud Syndroms
Wie oben beschrieben sollte man versuchen Kälte zu meiden und die entsprechenden Vorkehrungen treffen.
Auch das Arbeiten mit vibrierenden Arbeitsgeräten sollte reduziert werden.
Außerdem sollte das Rauchen aufgegeben werden, da sich dadurch bekanntlich die Gefäße noch zusätzlich verengen, und regelmäßig Sport treiben.
Prognose
Die Prognose des primären Raynaud-Syndroms ist sehr günstig. Dies beruht darauf, da keine trophischen (auf die Versorgung mit Nährstoffen bezogene) Störungen auftreten, es kommt also nicht zum Absterben von Gewebe.
Beim sekundären Raynaud- Syndrom ist die Prognose an den Verlauf der Grunderkrankung gekoppelt.
--> Weiter zum Thema Therapie des Raynaud-Syndrom
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