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Rosazea
Synonyme im weiterem Sinne
Kupferfinne, Knollennase, Dermatologie, Nase
Englisch: rosacea
Historie der Rosazea
Bei der Rosazea handelt es sich keinesfalls um eine moderne Erkrankung. Sie wurde bereits im 14. Jahrhundert von einem französischen Arzt beschrieben.
Shakespeare beschreibt in einem seiner Schauspiele Männer mit roten Gesichtern und großen Nasen. Auch auf mehreren Gemälden sind Anzeichen für diese Krankheit zu erkennen. Beispielsweise ein Selbstbildnis von Rembrandt aus dem 17. Jahrhundert.
Definition der Rosazea
Unter dem Krankheitsbild der Rosazea versteht man eine chronische Entzündung der Gesichtshaut.
Besonders betroffen von dieser Krankheit ist das mittlere Drittel des Gesichts.
In der Regel tritt diese an sich harmlose Krankheit im mittleren Erwachsenenalter auf. Etwa 0,5 bis 2 Prozent der Patienten einer Hautarztpraxis sind betroffen.
Frauen sind etwas häufiger betroffen, als Männer. Auffällig ist die Tatsache, dass speziell hellhäutige Menschen davon betroffen sind.
Die Rosazea verläuft normalerweise in Phasen. Bei manchen Patienten, hier vor allem bei Männern, kommt es zur Ausbildung einer Knollennase (Rhinophym). Bei etwa der Hälfte der Patienten kommt es im Laufe dieser Erkrankung zu einer Mitbeteiligung der Augen. Unabhängig vom Schweregrad der Rosazea leiden die Patienten häufig an Bindehaut- und Lidrandentzündungen. Auch das trockene Auge kann sich zu einem Problem entwickeln.
Phasen der Rosazea
Wie oben beschrieben verläuft die Rosazea normalerweise in Phasen. Es gibt drei solcher Stadien:
- Gefäßerweiterungen, und somit eine bleibende Rötung, besonders von an Stirn, Nase und Wangen
- Entzündungen, also die Bildung von kleinen roten Knötchen (Papeln) und zeitweise auch kleine eitrige Knötchen (Pusteln)
- Schwellungen, vor allem bei Männern Bildung der Knollennase (med. Rhinopym)
Als Sonderform ist die so genannte Rosazea fulminans bekannt. Von den Patienten wird diese Form als besonders dramatische gesehen, da sie plötzlich auftritt und sich rasant entwickelt. Vor allem Frauen sind betroffen.
Aus ärztlicher Sicht jedoch ist diese Form leicht mit z. Bsp. Kortison (als Tablette, nicht Salbe) in den Griff zu bekommen. Einmal zurück gegangen, bestehen gute Chancen, dass ein Wiederauftreten ausbleibt.
Ursachen:
Von Forschern und Wissenschaftlern wurden noch keine Ursachen sicher bestätigt. Von einer genetischen Disposition / Veranlagung wird ausgegangen.
Als nahezu gesichert gilt die Aussage, dass bei Rosazea- Patienten eine Störung der Regulation der Blutgefäßversorgung vorliegt.
Es werden auch psychische Ursachen, wie beispielsweise Stress und Konflikte, diskutiert. Die Knollennase (Rhinopym), die vor allem bei Männern auftritt, entsteht durch eine Wucherung der Talgdrüsen.
Viele Patienten berichten von bestimmten Faktoren, die eine Verschlimmerung auslösen. Hierzu gehören z. Bsp.:
- Sonneneinstrahlung
- Hitze
- Kälte / kalter Wind
- Alkohol
Wurden diese Faktoren als Auslöser erkannt, können sie so gut es geht vermieden werden.
Symptome der Rosazea
Zu den Symptomen der Rosazea gehören die Rötung und Bildung von Äderchen. Bei schwereren Verläufen kann es auch zu entzündlichen Papeln und Pusteln kommen. Mehr zu Papel und Pusteln finden Sie unter unserem Thema Hautveränderungen.
Anders als bei der Akne finden sich bei der Erkrankung der Rosazea keine Mitesser neben den eitergefüllten Pusteln.
Mischformen sind aber denkbar. Besonders das mittlere Drittel des Gesichts (Stirn, Nase, Wangen) ist von diesen Symptomen betroffen.
Abgesehen von diesen Symptomen fühlen sich die Betroffenen gesund.
Es treten also keine Allgemeinsymptome, wie Fieber, auf. Jedoch kommt es bei manchen Patienten durch die offensichtliche „Entstellung“ zu erheblichen psychischen Belastungen.
So unterschiedlich der einzelne Mensch, so unterschiedlich kann sich auch die Krankheit auswirken. Von leichten Rötungen der Wangen bis hin zu begleitender Akne des gesamten Gesichts. Es kann auch vorkommen, dass die Rosazea in einem der oben beschriebenen Stadien stehen bleibt.
Einen besonderen Stellenwert nehmen die Probleme der Augen ein. Etwa 5 Prozent der Patienten sind davon betroffen.
Zu den Symptomen zählen vor allem
- dauerhaft gerötete Augen
- Fremdkörpergefühl
- Brennen
- Trockenheit
- Lidrand- und Bindehautentzündung.
In diesen Fällen sollte ein Augenarzt aufgesucht werden, da es in seltenen fällen auch zur Beeinträchtigung der Sehkraft kommen kann.
Diagnose
Oft lässt sich die Diagnose schon anhand der typischen Symptome, die vor allem an Stirn, Nase und Wangen auftreten, stellen.
Generell ist die Haut bei Rosazea - Patienten verdickt und großporig. Um seltenere Erkrankungen, wie die Schmetterlingsflechte ausschließen zu können, können Hautbiopsien (Gewebeprobe) entnommen werden.
Therapie der Rosazea
Die Rosazea kann mit verschiedenen Medikamenten behandelt werden. Eine Heilung ist jedoch nicht immer möglich.
Einen besonderen Stellenwert in der Therapie nimmt das Medikament Roaccutan® (Wirkstoff: Isotretinoin) ein. Es handelt sich hierbei um einen Abkömmling der Vitamin - A- Säure und wird nur in besonders schweren Fällen eingesetzt. Nachdem einige Monate therapiert wurde, hält es ein Wiederauftreten oft über Jahre zurück.
Die genaue Wirkweise ist nicht sicher bekannt. Es hemmt die Funktion der Talgdrüsen, wirkt entzündungshemmend und dämmt die Papeln und Pusteln ein. Roaccutan darf bei schwangeren Patientinen nicht angewendet werden, da es fruchtschädigend ist.
Während der Einnahme dieses Medikamentes sollte auch die Verhütung gesichert sein.
Weitere Nebenwirkungen sind:
- trockene Nasenschleimhaut
- Juckreiz
- leichter Haarausfall und
- Verdünnung der Haut.
Auch andere Medikamente kommen zum Einsatz: Antibiotika, Vitamin- A- Säure und Isotretinoin als Salben oder sonstige äußerliche Anwendungsformen werden meist gegen die eitrigen Pusteln verwendet.
Auch Antibiotika in Tablettenform helfen gegen Entzündungen und werden bei Augenbeteiligung eingesetzt.
Prognose
Das Krankheitsbild der Rosazea verläuft meist über mehrere Jahre. Häufig nehmen die Symptome im Laufe der Jahre zu, wenn keine richtige Behandlung erfolgt.
Bei etwa 20 Prozent der Patienten erkranken die Augen zuerst - bevor die Hautsymptome auftreten. Da diese Augenbeteiligung in seltenen Fällen auch zur Erblindung führen kann, sollte zusätzlich zum Hautarzt auch ein Augenarzt aufgesucht werden.
Prophylaxe
Eine aktive Prophylaxe gibt es nicht. Faktoren die zum Ausbruch der Krankheit führen, sollten natürlich vermieden werden. Hierzu zählen beispielsweise oben genannte Faktoren wie Sonneneinstrahlung, Kälte und Alkohol.
Generell sollte die Haut gründlich gereinigt werden und Irritationen durch Make-up und Cremes vermieden werden.
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