Verbrühung
Verbrühung
Verbrühungen kommen in häuslicher Umgebung relativ häufig vor. Sie entstehen meistens bei Küchenarbeiten und hier vor allem beim Abgießen von heißem oder sogar kochendem Wasser (z.B. abgeschüttetes Nudelwasser etc.).
Man unterscheidet die Verbrühungen durch heißes Wasser und durch Wasserdampf. Letzteres kann stärkere Verletzungen an der Haut hervorrufen, da Wasserdampf um einiges heißer ist als erhitztes Wasser. Verbrühungen treten bereits ab einer Temperatur von 45 Grad Celsius auf. Dabei ist lediglich die obere Hautschicht betroffen. Neben einem starken Schmerz ist auch eine Rötung und ggf. Schwellung des entsprechenden Hautbereiches zu beobachten.
Die ersten Maßnahmen sollten immer die Kühlung des Areals sein. Zunächst müssen Kleidungsstücke über dem entsprechenden Hautbezirk entfernt werden. Bei Verbrühungen, bei denen es zu keinen offenen Stellen der Haut kommt, kann man kühlendes Leitungswasser oder Eisbeutel auf den Bereich legen. Wichtig ist, dass die Kühlung innerhalb der ersten Minuten nach der Verbrühung gestartet werden sollte.
Nach spätestens 10 Minuten sollte die Kühlung unterbrochen und die Haut inspiziert werden. Gegebenenfalls kann die Kühlung erneut erfolgen. Je nach dem, wie groß das Areal ist bzw. an welcher Stelle es zu finden ist, sollte nach oder noch während der Kühlung ein Arzt aufgesucht werden. Sind große Bezirke der Haut oder wichtige Organe, wie z.B. die Augen von der Verbrühung betroffen, ist immer sofort ein Arzt aufzusuchen.
Verbrennung
Etwas seltener aber immer noch häufig kommt es zu Verbrennungen im Haushalt. Hierbei sind meistens keine heißen Flüssigkeiten, sondern vielmehr Kerzen, Heizöfen, Heizspiralen des Ofens, Gasflammen am Herd, heißes Fett oder zu lange aufgelegte Wärmflaschen beteiligt.
Die Verbrennung wird abhängig von der betroffenen Tiefe und der Größe des Areals in 4 Schweregrade eingeteilt.
Während Grad 1 lediglich eine leichte Schwellung und Rötung der Haut hervorruft und einem Sonnenbrand entspricht, kommt es bei Grad 2 schon zur Blasenbildung. In diesem Fall ist nicht sicher zu sagen, ob es zu einer narbenfreien Abheilung der Haut kommen kann. Charakteristisch für Grad 1 und 2 sind zum Teil starke Schmerzen.
Schmerzlos ist bereits Grad 3, da die Nervenendigungen bereits zerstört sind und den Schmerz nicht mehr weiterleiten können.
Grad 4 ist die schwerste Form der Verbrennung. Hierbei kommt es zur Beteiligung von unter der Haut liegenden Faszien und Knochen. Um die Verbrennungsfläche zu bestimmen, sieht man sich die einzeln betroffenen Körperregionen an. Beim Erwachsenen entspricht ein beteiligter Kopf oder Hals 9% der Haut, der Rumpf 36%, die Arme 18%, die Beine 36% und die Genitalien 1%. Bei Kindern und Säuglingen wird das Verteilungsmuster etwas anders dargestellt.
Auch bei Verbrennungen ist prinzipiell eine sofortige Kühlung sinnvoll. Wichtig ist auch hier zunächst die verbrannten Kleidungsstücke zu entfernen. Handelt es sich um eine Verbrennung Grad 1 oder 2, kann genauso verfahren werden wie bei der Verbrühung. Bei Grad 3 und 4 sollte zunächst eine sterile Abdeckung erfolgen. Offene Hautstellen sind extrem infektgefährdet. Darauf sollte man schon zu Beginn achten. Auf die sterile Auflage kann man Eispacks legen. Je nachdem, um welchen Grad bzw. welche Ausbreitung es sich handelt, muss sofort ein Notarzt verständigt werden, da unter Umständen ein Transport in eine Spezialklinik erfolgen muss. Jedes Jahr im Sommer kommt es zu zahlreichen Grillunfällen, bei denen unachtsam Spiritus oder andere brennbare Flüssigkeiten in den Grill geschüttet und Stichflammenverletzungen in Kauf genommen werden. Auch zur Weihnachtszeit kommt es immer wieder zu Verletzungen durch Christbaum- oder Adventskranzbrände bzw. durch Feuerwerkskörper.
Im Zweifelsfall ist bei Verbrennungen immer ein Arzt aufzusuchen. Besonders dringlich ist die Situation, wenn bei einer starken Verbrennung keine Schmerzen mehr auftreten, bzw. wenn unter der Haut liegendes Gewebe sichtbar wird. In extremen Fällen kommt es zu brennenden Kleidungsstücken. In diesem Fall sollte unbedingt ein Zweithelfer mit Hilfe eine Decke das Feuer löschen. Schwierig wird die Situation, wenn der Betroffene versucht in Panik davonzulaufen. Solange die Kleidung brennt, wird der Grad der Verbrennung und die Ausbreitung sehr schnell weiter fortschreiten.
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