Subacromiale Dekompression / Schulterdacherweiterung

Synonyme

ASD, SAD, OAD, Dekompression Schulter, subakromiale Dekompression, Rotatorenmanschette, Rotatorenmanschettenriss, Tendinosis calcarea

Definition

Durch die sogenannte subacromiale Dekompression wird der Bereich unterhalb des Acromions (= sub acromial=Schulterdach) erweitert, wodurch ein normaler Gleitvorgang der darunter liegenden Rotatoremmanschette gewährleistet wird. Die subacromiale Schulterdacherweiterung wird beim Schulterengpassyndrom (Impingementsyndrom) durchgeführt.

Grundsäzlich gibt es zwei Verfahren der operativen Therapie:

  1. Die arthroskopische subacromiale Dekompression (ASD)
  2. Die offene subacromiale Dekompression (OSD)

Schulteroperationen im Orthopaedicum Frankfurt

Das Schultergelenk gehört zu den kompliziertesten Gelenken des menschlichen Körpers. Daher erfordert die Behandlung von Schultergelenkeserkrankungen viel Erfahrung.

Dr. Nicolas Gumpert (Buchautor von drei Büchern über die optimale Behandlung von Schultererkrankungen und Gründer dieses Internetportals) und sein Kollegen behandeln im Orthopaedicum Frankfurt sehr viele Schultererkranungen auf konservative und operative Weise.

Welche Therapieoption die langfristig besten Ergebnisse erzielt, kann nur nach Zusammenschau aller Informationen (Untersuchung, Röntgenbild, Ultraschall, MRT, etc.) beurteilt werden.

Schulterspezialist
Lassen Sie sich von den Experten im Orthopaedicum Frankfurt beraten.

Schulteroperationen im Orthopaedicum Frankfurt
Dr. Nicolas Gumpert
Oeder Weg 2-4
60318 Frankfurt am Main
Tel.: 069 558098

Zur Homepage:
Orthopaedicum Frankfurt (Dr. Nicolas Gumpert)
Weitere Informationen zur Schulteroperation im Orthopaedicum Frankfurt


Arthroskopische subacromiale Dekompression (ASD)

Die arthroskopische subacromiale Dekompression - ASD – erfolgt über zwei kleine Hautschnitte im Rahmen einer gleichzeitig durchgeführten Arthroskopie (Spiegelung) des Schultergelenkes. Die beiden Hautschnitte werden oberhalb  des eigentlichen Schultergelenkinnenraumes angesetzt.


Operative Zugänge

Wie bereits erwähnt benötigt man nur zwei kleine Hautschnitte als Zugänge.
Zwei Zugänge werden nötig, da zum einen die so genannte Optik eingebracht werden muss (hinterer Zugang), zum anderen aber auch die Operationsinstrumente eingeführt werden müssen (seitlicher Zugang). Die Optik stellt eine kleine Kamera dar, die Bilder der Schulter auf einem externen Monitor wiedergibt. Operationsinstrumente können im Rahmen einer ASD beispielsweise elektrische Messer oder Shaver sein, die zur Bereichserweiterung benötigt werden.
Weitere Informationen erhalten Sie auch unter Arthroskopie.

Operatives Vorgehen

Der Eingriff wird in 2 Schritte unterteil: Bursoskopie und subacromiale Dekompression

  1. Die so genannte Bursoskopie stellt eine Diagnoseform dar. Über die Optik wird die Bursa subacromialis (Schleimbeutel) untersucht und beurteilt. Über die Optik, die von der Schulterrückseite unter das Acromion in die Bursa subacromialis vorgeschoben wird, lassen sich beispielsweise eventuelle Verklebungen, Verdickungen oder Rötungen nachweisen, die letzlich Auswirkungen auf den 2. Schritt, die subacromiale Dekompression, haben.
    Auch der Zustand der Rotatorenmanschette ist über die Buroskopie zu beurteilen. Dazu wird die Optik nach „unten“ ausgerichtet. Rotatorenmanschettenrisse sind gut zu erkennen, da die Bursa selbst auf der Rotatorenmanschette liegt und mit ihr verwachsen ist.
    Ein Blick nach „oben“ ermöglicht eine Visualisierung der Acromionunterfläche. Dies ist der Bereich, der durch Teilentfernung eine Erweiterung des subacromialen Zwischenraumes liefern soll. Diese Teilentfernung wird mittels Shaver durchgeführt, der durch Dreh-Schneidebewegungen diesen Knochenbereich abträgt. Dieser Vorgang erfolgt im Rahmen des nachfolgend beschriebenen 2. Schrittes.
  2. Die eigentliche subacromiale Dekompression besteht aus zwei Teilschritten, dem Entfernen  der Weichteile und der Knochenresektion.
    Im Rahmen der Weichteilentfernung werden verdickte Bursaanteile (Schleim- beutel -> siehe Bild) entnommen und außerdem die Weichteile an der Acromionunterseite (Schlterdachunterseite) abgetragen. Diese Weichteilentfernung wird mittels Shaver (Fräse) durchgeführt. Da Schnitte in diesen Bereichen immer bluten und Blutungen die Sicht verschlechtern, wird stets eine Blutstillung mittels elektrischem Messer zur Verödung von Blutungen notwendig.
    Die Knochenresektion beinhaltet das Wegfräsen des Knochens an der Acromionunterseite . Hierzu wird ebenfalls der Shaver verwendet, allerdings wird der Aufsatz verändert.
    Während der Operation wurde das Acromion ausgedünnte, ein großer Anteil des Weichgewebes und des Schleimbeutels wurden abgetragen. Eine Erweiterung des subakromialen Zwischenraumes ist erkennbar, so dass der neu entstandene Abstand zwischen Acromion und Rotatorenmanschette nun eine bessere Gleitbewegung ermöglicht.

Abbildung Schulterdachsporn

Vor der Operation

Abbildung einer Röntgen - Spezialaufnahme (Outlet view), in der man unter dem Schulterdach einen einengenden Sporn erkennen kann, der die Rotatorenmanschette schädigt und letzendlich um Rotatorenmaschettenriss führt.

Ergebnis nach operativer Versorgung

Nach der Operation

Gleiches Röntgenbild nach arthroskopischer Operation, nachdem der Sporn abgetragen wurde.
Die Ursache der Enge wurde abgetragen. Diese Operation kann in Schlüssellochtechnik, also in einer Arthroskopie , ohne große Schnitte durchgeführt werden.

Nachbehandlung

Direkt nach der Operation werden kühlende Maßnahmen (Kryotherapiemaßnahmen) ergriffen, um die Schmerzen zu mindern und vor allem die Schwellung des Weichteilgewebes zu mindern. Je nach Bedarf können darüber hinaus schmerzstillende und abschwellende Medikamente individuell verordnet werden. 

Um das Ablaufen des Wundsekretes aus dem operierten Bereich zu ermöglichen kann eine so genannte Redon – Drainage eingelegt werden. Diese Drainage wird etwa ein bis zwei Tage nach der Operation wieder entfernt.

In den ersten Tagen wird der Arm in der Regel mit Hilfe einer Armschlinge ruhig gestellt.

Um den Arm möglichst schnell wieder an Bewegungen heranzuführen und um zu gewährleisten, wird ab dem 1. postoperativen Tag bereits eine krankengymnastische Nachbehandlung verordnet. Diese beinhaltet zum einen so genannte passive Bewegungen, die der Krankengymnast führend durchführt, zum anderen aber auch – nach einer gewissen Vorlaufzeit – aktive Bewegungen, die der Patient unter physiotherapeutischer Anleitung selbst durchführt.
Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit der Nachbehandlung mit Hilfe einer Motorbewegungsschiene (= CPM). Dabei wird, während der Patient auf einem Stuhl sitzt, die Schulter auf einer elektrisch angetriebenen Bewegungsschiene gelagert und ein schmerzfreies Durchbewegen der Schulter eingeleitet. In der Regel empfinden Patienten die Behandlung mit CPM als angenehm. Die Bewegungsschiene kann stufenlos und nach individuellem Maßstab eingestellt werden.

Offene subacromiale Dekompression (OSD)

Die zweite Möglichkeit eines operativen Eingriffes bietet die offene subacromiale Dekompression, die vor dem standardisierten Einsatz der ASD als einzige Möglichkeit der operativen Erweiterungsoperation ihre Verwendung fand.

Im Unterschied zur ASD muss ein größerer Hautschnitt (etwa 5 cm groß) gesetzt werden, um den Zugang zum OP – Gebiet zu ermöglichen.

Während im Rahmen der ASD eine Spiegelung des zu operierenden Gebietes angefertigt wird, beginnt man im Rahmen der OSD mit der direkten Operation. Die Operation an sich besteht in klassischer Weise aus zwei Teilen.

Im ersten Teil der Operation werden die Bandverbindungen zwischen dem Acromion und dem Coracoid entfernt. Dieses Lösen der Bandverbindungen kann individuell unterschiedlich geschehen. Nicht immer müssen alle Bandverbindungen gelöst werden. Teilweise werden auch Bandverbindungen später wieder neu fixiert.

Im Anschluss an den ersten Teilschritt der OSD erfolgt im zweiten Teilschritt die Entfernung des knöchernen Keiles an der Unterseite des Acromions.

Ein verminderter Abstand zwischen dem Acromion und dem Oberarmkopf soll vergrößert werden, um der Rotatorenmanschette ausreichend Bewegungsfreiheit zu ermöglichen.

Nun findet der erste Schritt der OSD statt: Die Bandverbindungen zwischen Acromion und Coracoid werden entfernt.

Nachfolgend findet der 2. Schritt, die Entfernung des knöchernen Keiles seine Anwenung.

Im Rahmen der OSD benötigt man dafür statt eines Shavers (vgl. ASD) einen Meißel.

Operative Zugänge

Der Eingriff besteht in der klassischen Weise aus 2 Teilen:

  1. Entfernen der Bandverbindung zwischen Acromion und Coracoid (Ligamentum coraco-acromiale). 
     
  2. Entnahme eines Knochenkeiles bestimmter Größe von der Vorder- Unterfläche des Acromions

Weiterführende Informationen

Folgende Themen könnten weiterhin von Interesse für Sie sein:

Alle Themen, die zum Bereich Orthopädie veröffentlicht wurden, finden Sie unter: Orthopädie A-Z

Orthopädiequiz online

Testen Sie Ihre Kenntnis rund um das Thema der Orthopädie.
Beantworten Sie dazu 50 Fragen.

Hier gehts direkt zum Orthopädiequiz


Das könnten Sie jetzt auf Dr-Gumpert.de machen!

Unser Buch bestellen

Ins Forum gehen

Selbsttest

Zum Quiz

Dr-Gumpert.de auf Facebook

Dr-Gumpert.de auf Facebook

Ihre Meinung ist uns wichtig!

Das ganze Dr-Gumpert.de Team, das diese Seite mit viel Engagement in knapper Freizeit betreut, bedankt sich bei allen Unterstützern.

Wenn Ihnen dieses Seite gefallen hat, drücken Sie:

Und zuletzt unterstützen Sie uns, wenn Sie uns mit dem "Google Plus One Button" positiv bewerten:





Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 06.05.2012