Inhalt:
- Tendinosis calcarea
- Synonyme
- Definition
- Werbung Orthopaedicum Stoßwelle
- Ursache und Verlauf
- Hinweis Buch Tendinosis Calcarea
- Röntgenbild Tendnosis calcarea
- Symptome
- Diagnose
- Therapie
- Werbung Orthopaedicum Stoßwelle
- Operative Therapie
- Spezialist für Kalkschulter
- Buch bestellen
- Buch Tendinosis Calcarea
- Weiterführende Informationen
Tendinosis calcarea
Synonyme
Tendinitis calcarea, Schulterkalk, Kalkdepot im Schultergelenk, Schulterverkalkung, Tendinitis calcarea, Kalkschulter
Definition
Bei der Tendinosis calcarea handelt es sich um eine Erkrankung im Bereich der Schultersehnen, insbesondere im Bereich der Supraspinatussehne, gelegentlich aber auch an den Ansätzen der anderen Sehnen der Rotatorenmanschette.
Der Begriff Rotatorenmanschette ist eine gemeinsame Bezeichnung für die an der Armdrehung beteiligten Muskeln der Schulter. Im Rahmen der Tendinosis calcarea, bei sehr akuten, entzündlichen Beschwerden auch Tendinitis calcarea genannt, treten durch eine Minderdurchblutung der Rotatorenmanschette an den Sehnenansätzen reaktive Kalkablagerungen auf.
Diese Kalkablagerungen kann man anhand eines Röntgenbildes erkennen und somit relativ leicht diagnostizieren.
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Das Schultergelenk gehört zu den kompliziertesten Gelenken des menschlichen Körpers. Daher erfordert die Behandlung der Kalkschulter viel Erfahrung. Dr. Nicolas Gumpert (Buchautor von drei Büchern über die optimale Behandlung von Schultererkrankungen und Gründer dieses Internetportals) und sein Kollegen behandeln im Orthopaedicum Frankfurt sehr viele Kalkschultern schwerpunktmäßig mit Stoßwellentherapie.
Welche Therapieoption die langfristig besten Ergebnisse erzielt, kann nur nach Zusammenschau aller Informationen (Untersuchung, Röntgenbild, Ultraschall, MRT, etc.) beurteilt werden.
Orthopaedicum Frankfurt (Dr. Nicolas Gumpert)
Oeder Weg 2-4 60318 Frankfurt am Main Tel.: 069 558098 Zur Homepage: Orthopaedicum Frankfurt (Dr. Nicolas Gumpert) Zur Behandlung und Kosten der ESWT: hochenergetische Stoßwellentherapie (ESWT) |
Ursache und Verlauf
Wie bereits oben kurz erwähnt gilt als Ursache der Tendinosis calcarea / Kalkschulter eine Minderdurchblutung der Rotatorenmanschette.
Dabei tritt lokal eine Druckerhöhung im Bereich des Sehnengewebes auf, wodurch sich der Sauerstoffpartialdruck verringert, das bedeutet das Gewebe wird schlecht mit Sauerstoff versorgt.
Im Vergleich zwischen den Geschlechtern kann man feststellen, dass Frauen in der Regel häufiger an dieser Krankheit erkranken als Männer.
Häufig wird die die Tendinosis calcarea eher zufällig diagnostiziert, da sie in der Regel recht schmerzarm verläuft. Viele Patienten besitzen vielleicht eine „Kalkschulter“, ohne dass diese jemals zu Beschwerden führen müsste. Der Krankheitsverlauf und die Entwicklung der Tendinosis calcarea / Kalkschulter kann in einzelne Phasen unterteilt werden. Aufgrund des phasenartigen Verlaufes treten akute Schmerzen in der Regel schubhaft auf. Das Verweilen in einer Krankheitsphase ist von Patient zu Patient unterschiedlich und kann nicht vorhergesagt werden. Phasen entzündlicher Schulterschmerzen wechseln hin zu Phasen der nahezu völligen Schmerzfreiheit. Man unterscheidet vier Phasen der Tendinitis calcarea:
- Phase: Phase der Zellumwandlung:
Innerhalb der ersten Phase findet eine Zellumwandlung statt. Dabei wird das Sehnengewebe zu Faserknorpel umgebaut. Der Patient leidet in der Regel unter keinen oder sehr leichten Schmerzen. Durch eine Röntgenaufnahme lässt sich diese Phase noch nicht diagnostizieren, da eine Verkalkung noch nicht stattgefunden hat.
- Phase: Phase der Verkalkung:
Im Verlauf der zweiten Phase stirbt das Knorpelgewebe teilweise ab, Kalk lagert sich ab. Diese Phase lässt sich zum einen mittels Ultraschall-, aber auch durch eine Röntgenuntersuchungen diagnostizieren. Wird die Schultersehne durch das Kalkdepot sehr aufgeworfen, kann eine Schulterdachenge bei Anheben des Armes führen. Dies wiederum führt zu einer Reizung der unter das Schulterdach hindurch gleitenden Sehnen, hier besonders die Supraspinatussehne, sowie des Schulterdachschleimbeutels (Bursa subacromialis). Das schmerzhafte Krankheitsbild eines Impingementsyndrom kann sich so ausbilden.
- Phase: Phase der Resorption:
Diese Phase zeichnet sich durch die Resorption (Auflösung) des Kalkherdes aus. Der Prozess der Kalkauflösung ist mit einer heftigen Entzündungsreaktion verbunden, was beträchtliche Schmerzen hervorrufen kann. Einzelne Kalkherde können sich zudem in den Schulterdachschleimbeutel (Bursa subacromialis) hin ausdehnen und dort eine Schleimbeutelentzündung (Bursitis) verursachen.
- Phase: Phase der Reparatur:
Nicht jede Tendinosis calcarea Erkrankung durchläuft diesen Zyklus vollständig. Die Tendinosis calcarea kann in jedem Erkrankungsstadium verharren und die nächste Phase eventuell gar nicht erreichen.
Löst sich das Kalkdepot jedoch einmal auf, sind wiederkehrende Kalkdepots (Rezidive) äußerst selten.
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Röntgenbild Tendnosis calcarea
- Schulterdach (Acromion)
- Kalkherd
- Oberarmkopf (Humerus)
- Schulterpfanne (Cavum glenoidale)
Symptome
Die Beschwerden eines Patienten mit Tendinosis calcarea können erheblich variieren. Hauptsächlich hängt das von der Größe des Kalkdepots und dem Stadium der Erkrankung ab.
Grosse Kalkdepots können dazu führen, dass sich die betroffene Sehne v.a. bei der Seithebung des Armes (Abduktion) unter dem Schulterdach stößt.
Einen akuten Entzündungsschmerz erfährt der Patient während der Auflösung des Kalkdepots oder wenn das Kalkdepot in den Schulterdachschleimbeutel einbricht. Die spitzen kristalinen Kalkstrukturen führen zu einer heftigen Schleimbeutelentzündung mit stärksten Schmerzen. Zu den Krankheitszeichen können zählen:
- Schmerzen beim Liegen auf der betroffenen Schulter
- Belastungsschmerzen der Schulter
- Schmerzen nach Überkopfarbeiten
- Plötzlicher, aus dem Nichts (kein Unfall) entstehender Schulterschmerz
- Bewegungsunfähigkeit des Armes (Pseudolähmung / Pseudoparalyse).
Diagnose
Ultraschall:
Sobald eine Verkalkung eingetreten ist, kann man sie mittels Ultraschall nachweisen. Der Kalkherd führt zu einer Schallauslöschung hinter ihm, was erkannt werden kann.
Von Vorteil bei der Ultraschalluntersuchung ist die Bestimmung der genauen Kaldepotlage, was das Auffinden des Kalkherdes bei der Operationsplanung erleichtern kann.
Röntgen:
Sobald eine Verkalkung eingetreten ist, kann sie auf dem Röntgenbild nachweisen werden. Die Verkalkungen sind dabei in der Regel sehr gut zu sehen. Jedoch bestehen Einschränkungen bzgl. der genauen Lage des Kalkherdes.
Kernspinuntersuchung (MRT)
Für die Diagnostik der Tendinosis calcarea spielt die MRT keine Rolle. Das Kalkdepot stellt sich schlecht dar, wodurch Verwechslungen mit einer Rotatorenmanschettenläsion (Rotatorenmanschettenriss) leicht möglich sind.
Therapie
Über den individuellen Verlauf der Erkrankung kann man nicht pauschal urteilen. Während einige Patienten im Verlauf des körpereigenen Selbstheilungsprozesses die Krankheit „aussitzen“, kann bei anderen Patienten, insbesondere bei den Patienten, die unter starken Schmerzen leiden, deren Kalkherde größer als 1 cm sind und auf eine harte Konsistenz hinweisen, eine operative Behandlung notwendig werden. Da man dieser Erkrankung eine hohe Spontanheilungstendenz zuweist, ist eine Operation in der Regel sehr selten.
Im Rahmen der Operation werden die Kalkdepots entfernt und der Schulterdachraum (subacromialer Raum) für die Schultersehnen erweitert.
Konservative Therapie:
Im Rahmen einer akuten Schleimbeutelentzündung (Bursitis subacromialis) und somit bei starken Schmerzen kann der Arm kurzfristig mit einer Schulterorthese (eine Art Bandage) entlastet werden. Die Gabe von Analgetika (=schmerzstillende Medikamente) und NSAR (= Nicht Steroidale Anti Rheumatika), die stark entzündungshemmend wirken, lindern die Schmerzen. Das Kühlen der Schulter (Kryotherapie) lindert ebenfalls Schmerzen und bremst zudem die Entzündungsvorgänge.
Eine schnelle Schmerzlinderung kann durch die Injektion / Spritze eines leichten Betäubungsmittels, ggf. unter zusätzlichem Kortisonzusatz erreicht werden.
Das Gemisch wird von der Seite oder vom Rücken her unter das Schulterdach gespritzt (subacromiale Infiltration). Das lokale Betäubungsmittel sorgt für einen sofortigen schmerzlindernden Effekt, während das Kortison, als das am stärksten entzündungshemmende Medikament überhaupt, für eine Schmerzlinderung auch nach dem Abbau des Betäubungsmittels sorgt. Da Kortison den Blutzuckerspiegel stark ansteigen lässt, müssen Zuckerpatienten (Diabetes mellitus) ihren Insulinbedarf anpassen und den Blutzuckerspiegel häufiger kontrollieren.
Sobald die Schmerzen nachlassen, sollte eine Krankengymnastik (Physiotherapie) begonnen werden. Ziele der Krankengymnastik sind eine Entlastung der Schultersehnen unter dem Schulterdach sowie der Erhalt der Schultergelenksbeweglichkeit.
Das Schultergelenk ist das Gelenk des Körpers, welches bei schmerzbedingter Bewegungseinschränkung oder durch eine sonstige anhaltende Ruhigstellung durch eine Kapselschrumpfung zu einer bleibenden Teileinsteifung neigt.
Durch eine Stosswellentherapie (ESWT – Extrakorporale StossWellen Therapie) kann eine Schmerzlinderung herbeigeführt werden. Sie beruht auf dem physikalischen Prinzip eines Hochdruckimpulses in Form einer akustischen Welle.
Mit dieser akustischen Welle wird das Kalkdepot „beschossen“. Zudem gelingt es teilweise biologische Prozesse in Gang zu setzen, die zur Auflösung des Kalkherdes führen.
Um einen Effekt auf das Kalkdepot zu erzielen, sollte eine focusierte Stosswelle durchgeführt werden. Mehrere Studien beweisen die erfolgreiche Anwendung der ESWT bei der Behandlung der Tendinosis calcarea.
Zu 60-90% lassen sich gute bis sehr gute Ergebnisse (Patientenzufriedenheit) erreichen.
Weitere Informationen erhalten Sie auch unter unserem Thema: Stosswellentherapie.
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Operative Therapie
Bei Patienten, die anhaltend unter starken Schmerzen leiden, deren Kalkherde größer als 1 cm sind und eine harte Konsistenz aufweisen, kann eine operative Behandlung notwendig werden.
Da man der Tendinosis calcarea jedoch eine hohe Spontanheilungstendenz zuweist, ist die Indikation zur Operation eher zurückhaltend zu stellen.
Wenn konservative Verfahren versagt haben, sollte eine operative Ausräumung der Kalkschulter erfolgen.
Im Rahmen der Operation werden die Kalkdepots entfernt und der subakromiale Raum erweitert.
In der Regel findet der Eingriff minimal invasiv, d.h. arthroskopisch statt. Eine Arthroskopie beschreibt die Betrachtung (Spiegelung) eines Gelenkes durch einbringen einer Stabkamera über sehr kleine Schnitte (0,5-1 cm). Über Spezialinstrumente kann während einer solchen Spiegelung (Arthroskopie) auch eine Behandlung geschädigter Gelenkstrukturen stattfinden.
Nach der Spiegelung (Arthroskopie) des Schultergelenkes, durch die insbesondere eventuelle Zusatzschäden (Schulterarthrose, Rotatorenmanschettenriss) diagnostiziert werden können, erfolgt in der Regel eine Erweiterung des Schulterdachraumes durch sparsame Knochenabtragung von der Acromionunterfläche (subacromiale Dekompression). Hierbei wird auch der Schulterdachschleimbeutel mit entfernt. Sobald der Kalkherd lokalisiert wurde, kann er abgetragen werden.
Das Ausräumen des Kalkherdes kann auch über eine normale, offene (nicht minimal invasive) Operation erfolgen. Die Operation erfolgt dann über einen kleinen Hautschnitt von circa 3 cm.
Nach einem operativen Eingriff sollte die Schulter für den Zeitraum von etwa 3 Wochen geschont werden. In der Regel erfolgt die postoperative Nachsorge in Verbindung mit entzündungshemmenden und schmerzstillenden Medikamenten. Krankengymnastische Übungsbehandlungen sollen die Schultergelenksbeweglichkeit erhalten.
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