Inhalt:
Kindlicher Unterarmbruch
Synoynme im weiteren Sinne
- Distale Unterarmfraktur
- distale Radiusfraktur (distal = vom Körper entfernt gelegen; hier also folglich in der Nähe des Handgelenks
- Fraktur (med. für Bruch) des unteren Endes des Unterarms oder des Handgelenks im Kindesalter
- Handgelenksbrüche
- Speichenbruch
Einleitung
Der Unterarm besteht aus zwei Knochen, der Elle und der Speiche.
Die Elle, wie auch die Speiche, verfügen, wie alle anderen so genannte Röhrenknochen auch, über eine Wachstumsfuge (med. Epiphyse). Hier findet das Längenwachstum statt. Wird dieser Bereich verletzt, so kann das Komplikationen bergen.
Der Knochenbruch im Bereich der Wachstunsfugewird im Kindesalter nach Aitken und Salter eingeteilt. Geht des Bruch durch die Epiphysenfuge (Wachstumsfuge) oder beeinträchtigt er sie in anderer Weise, so kann es zu Wachstumsstörungen kommen. Meist ist das Längenwachstum betroffen. Dies geschieht durch die bruchbedingte Stimulation der Epiphyse.
Mehr bebilderte Informationen zur Aitken und Salter - Klassifikation finden Sie unter unserem Thema Kindlicher Knochenbruch.
Die distale Radiusfraktur (Handgelenksbruch / Speichenbruch) ist die häufigste Fraktur im Kindesalter, aber auch die häufigste Fraktur des menschlichen Skeletts überhaupt. Sie entsteht meist beim Sturz, wenn sich das Kind versucht mit den Händen vor dem Aufschlagen auf dem Boden zu schützen. Es erfolgt also meist ein Sturz auf die ausgestreckte Hand.
Aber auch der Sturz auf die abgeknickte Hand kann zu einer Fraktur des Unterarmknochens führen. In der Mehrzahl der Fälle ist die Speiche (med.: Radius) betroffen.
Formen des Unterarmbruchs
Im distalen (an der Hand gelegenen Ende) Unterarmbereich unterscheidet man drei Arten von Brüchen:
- Grünholzfraktur / Grünholzbruch
- Stauchungsbruch oberhalb des Wachstumsfuge (Wulstbruch)
- Biegungsbruch oberhalb der Wachstumsfuge
- Lösung der Epiphyse (Wachstumsfuge) der Speiche mit oder ohne keilförmigem Bruchstück oberhalb der Epiphyse
Sie stellen die häufigsten Verletzungen des Armes dar. Die Besonderheit des unteren Bereichs des Unterarms ist die hohe Wachstumspotenz. Spontankorrekturen sind also möglich.
Im Thema „Knochenbruch im Kindesalter“ können Sie genaueres über die Art der Brüche und deren Spontankorrektur nachlesen.
Grünholzfraktur
Der kindliche Knochen ist noch in gewissen Grenzen elastisch.
Beim der Grünholzfraktur bricht der Knochen an der Zugseite, die Kompressionsseite biegt sich. Die Grünholzfraktur kommt zu seinem Namen, weil der kindliche Knochen die Eigenschaft hat, wie ein grüner Zweig zu brechen. Er bricht also nicht komplett durch, sondern birst auseinander ohne zu brechen.
Abbildung rechts
- Speiche
- Elle
- Grünholzfraktur
Stauchungsbruch / Wulstbruch
Bei Stauchungsbruch / Wulstbruch entsteht durch Kompression. Das bedeutet der Knochen wird mit Gewalt zusammengedrückt. Das Periost (Knochenhaut) bleibt erhalten und zerreist bei der Verletzung nicht.
Abbilung rechts
- Handwurzelknochen
- Stauchungsbruch / Wulstbruch
- Speiche (Radius)
- Wachstumsfugen (Epiphysen)
- Elle (Ulna)
Therapie
Die Therapie des kindlichen Unterarmbruchs / Speichenbruch gestaltet sich ähnlich, wie die der Fraktur im Erwachsenenalter. Die kindlichen Knochen haben gegenüber dem reifen menschlichen Skelett allerdings die Fähigkeit sich noch weiter entwickeln. Daher können solche Unterarmbrüch mit leichten Fehlstellungen im Kindesalter sich durchaus „verwachsen“, wie der Volksmund sagt.
In der Regel erfolgt die Therapie konservativ durch Ruhigstellung im Gips. Der Gipsverband sollte 3 - 4 Wochen getragen werden. Dank der hohen Wachstumspotenz der betroffenen Region macht das spontane Zusammenheilen des Knochens in den seltensten Fällen Probleme. Zur Nachkontrolle kann gegebenenfalls ein wiederholtes Röntgen anberaumt werden. Dies entscheidet der Arzt jedoch individuell.
Welche Form der Therapie angestrebt werden sollte, muss jedoch immer individuell entschieden werden. Insbesondere bei verschobenen Brüchen oder Verletzung von Gefäßen und Nerven muss häufig der Bruch operativ versorgt werden.
Ist eine Reposition, also ein Zurückführen in den Ausgangszustand, der Knochen nötig, so sollte dies in einer Narkose erfolgen. Eine Reposition ist schmerzhaft und verlangt das Stillhalten des Kindes.
Gegebenfalls hält die korrigierte Position der Knochen nicht von alleine. In diesen Fällen können durch zusätzliche Nägel, Schrauben und Platten zusätzlich Stabilität verschafft werden.
Die Heilung verläuft danach in der Regel ohne äußere Einflussnahme. Unterstützen kann man durch Homöopathie.
Lesen Sie hierzu unser Thema: Knochenbruch und Homöopathie.
Weiterführende Informationen
Folgende Themen könnten weiterhin von Interesse für Sie sein:
Alle Themen, die zum Bereich Kinderheilkunde veröffentlicht wurden, finden Sie unter:
|
Wie gut ist Ihre allgemeine Kenntnis zum Thema Kinderkrankheiten?
Beantworten Sie dazu folgende 20 Fragen aus allen Bereichen der Kinderheilkunde, und erhalten Sie Ihr persönliches Ergebnis.
|
Das könnten Sie jetzt auf Dr-Gumpert.de machen!
Ihre Meinung ist uns wichtig!







