+++ NEWS - "Pille danach" +++

NEWS - Gesundheit

25.08.2015
Autor: Dr. med. Nicolas Gumpert, Cornelius Reitz
email: news@dr-gumpert.de

Die Pille danach ist seit fünf Monaten frei verkäuflich in der Apotheke

Die "Pille danach" ist seit 5 Monaten frei verkäuflich. Was hat sich getan? Apotheker berichten von einem Umsatzanstieg.


Samstag Morgen - Jugendliche Paare oder junge Erwachsene sitzen übernächtigt und peinlich berührt in der Notfallambulanz der Krankenhäuser. Nach einem Verhütungsmissgeschick in der Vornacht warten sie hier darauf, vom Dienst habenden Arzt die “Pille danach” zu erhalten.

Ein Bild, das seit gut 5 Monaten der Vergangenheit angehört. Denn seit 15.März 2015 können Mädchen ab dem Alter von 14 Jahren die “Pille danach” rezepetfrei in der nächsten Apotheke erwerben. Eine Entwicklung, die es für die Betroffenen sicherlich bequemer macht, das Missgeschick ungeschehen zu machen, aber sollte für eine solche Hormondröhnung im Pillenformat wirklich keine Rezeptpflicht herrschen?

Der Markt wird von zwei Medikamenten bestimmt:

Sowohl Levonorgestrel® als auch Ulipristalacetat®schieben den Moment des Eisprungs hinaus. Ist dieser bereits erfolgt, zeigt sich keinerlei Wirkung. Ein gutes Timing ist hier also wichtig, prinzipiell sollte die “Pille danach” so schnell wie möglich nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden.

Innerhalb von 24 Stunden zeigt sich eine Erfolgsquote von etwa 95%, dieser Wert nimmt mit zusätzlich vergehender Zeit ab.

Seit dem 15. März dürfen Apotheker die “Pille danach” ohne Rezept herausgeben, wobei eine umfangreiche Aufklärung der Kundin erfolgen muss. Diese muss das Medikament auch persönlich abholen, eine Abgabe an Dritte, etwa den Freund oder die beste Freundin, ist nicht möglich.

Während die Befürworter der Rezeptfreiheit vorhalten, dass eine junge Frau eigenverantwortlich und unabhängig von einem Arzt entscheiden können sollte, ob und wann sie schwanger werden möchte, führen die Gegner auch einige Bedenken gegenüber der Gesetzeslockerung an. Es werde das Ausmaß eines solchen Eingriffs in den Hormonzyklus der Frau verharmlost.
Außerdem würde bei Jugendlichen die leichte Zugänglichkeit einer rückwirkenden Verhütungsmethode dem Bewusstsein schaden, sich auch während des Geschlechtsverkehrs ausreichend schützen zu müssen.

Denn einen Schutz vor Infektionskrankheiten wie HIV/ Aids bietet die “Pille danach” selbstverständlich nicht.

Insgesamt berichten Apotheken von einem leichten Absatzanstieg nach der Umstellung im März, der habe sich allerdings mittlerweile wieder eingependelt und es liege mittlerweile keine höhere Nachfrage als vor der Umstellung mehr vor.
Es bleibt zu hoffen, dass das darauf beruht, Jugendliche weiterhin auf umfangreichen Schutz vor und während des Verkehrs setzen.

Qualitätssicherung durch: Dr. med. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 30.09.2016
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