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Schmerzen während des Eisprungs

Allgemeines

Viele Frauen leiden während ihres Eisprunges unter Schmerzen. Schätzungen zufolge sind bis zu 40% betroffen. Obwohl das Phänomen weitgehend bekannt ist, konnte die Ursache bis heute nicht abschließend geklärt werden! Die Spannweite der möglichen Schmerzen ist sehr groß: Sie reicht von einem „ leichten Ziehen“ bis hin zu starken Bauchkrämpfen.

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Ursachen

Bis heute sind sich die Experten nicht einig, warum viele Frauen Schmerzen während ihres Eisprunges verspüren. Aktuell haben sich unterschiedliche Theorien entwickelt, die entweder alleine oder gemeinsam die Ursache darstellen könnten.

1.) Reizung des Bauchfells

Während des Eisprunges wird die Eizelle mitsamt des Follikelwassers aus dem Follikel heraus geschwemmt. Bei einer Follikelgröße zwischen 18 und 25mm ist die austretende Flüssigkeitsmenge sehr gering. Das empfindliche Bauchfell (lat.: Peritoneum) kann jedoch wahrscheinliche bereits auf kleinste Mengen Flüssigkeit mit einer Reizung reagieren und Schmerzen verursachen.

2.) Kapselspannung und Einreißen des Eierstockes

Die paarigen Eierstöcke sind der Ort der Eizellenreifung. Bei der geschlechtsreifen Frau sind sie etwa pflaumengroß und erhalten im Laufe des Alters eine narbige Oberfläche. Doch warum ist das so? Die Eierstöcke sind von einer derben Kapsel umgeben (lat.: Tunica albuginea). Jedes Mal wenn der Eisprung stattfindet, wölbt sich der reife Follikel nach vorne und erzeugt Spannung. Schließlich durchbricht er die Kapsel und kann so die Eizelle freigeben. Über viele Jahre hinweg, verursacht das ständige Reißen und Platzen eine narbige Oberfläche.

Manche Fachleute vermuten darin die Ursache für Schmerzen beim Eisprung.


Schmerzen durch Endometriose

Einige Patientinnen leiden unter Schmerzen während des Eisprungs. Dies kann unterschiedliche Ursachen haben.

Unter anderem kann eine Endometriose Schmerzen beim Eisprung verursachen. Grund hierfür ist, dass es sich bei einer Endometriose ja um Schleimhautgewebe (Endometrium) handelt, das nicht nur wie gewöhnlich in der Gebärmutter (Uterus) sondern auch an anderen Orten wie beispielsweise dem Eileiter (Tuba uterina) vorkommt. Dies führt dazu, dass es durch die Endometriose Schmerzen beim Eisprung geben kann.

Auch eine sogenannte Ovarialendometriose, bei der es zu einer Ansammlung von Gebärmutterschleimhaut in dem Eierstock kommt, kann als Endometriose zu Schmerzen beim Eisprung führen.

Einige Patientinnen leiden auch ohne Endometriose an Schmerzen beim Eisprung. Demzufolge müssen Schmerzen während des Eisprungs nicht zwangsläufig mit einer Endometriose assoziiert sein und beide können getrennt voneinander auftreten.

Dennoch können Schmerzen beim Eisprung auf eine Endometriose hindeuten, weshalb die Schmerzen unbedingt bei einem Facharzt für Frauenheilkunde (Gynäkologen) erwähnt werden sollten. Der Frauenarzt kann anschließend mithilfe des Ultraschalls erkennen, ob die Schmerzen beim Eisprung auf eine Endometriose zurückzuführen sind oder ob die Patientin eigentlich gesund ist.

Schmerzen durch eine Zyste

Einige Patientinnen verspüren während des Eisprungs ein unangenehmes Ziepen in ihrem Unterleib, welches sich steigern kann oder bei einigen Patientinnen auch als sehr schmerzhaft empfunden wird. Dies kann verschiedene Ursachen haben.

Unter anderem kann eine Zyste Schmerzen beim Eisprung verursachen. Des Weiteren gibt es Zysten, die entstehen, wenn ein Eisprung ausbleibt. Auch diese Zysten ohne Eisprung können Schmerzen verursachen. Man bezeichnet sie als Follikel-Zysten, wobei die Zyste oftmals harmlos ist und sich innerhalb von wenigen Wochen zurückbildet.

Nach dem Eisprung kann es ebenfalls zu einer Ausbildung einer Zyste kommen, der sogenannten Corpus-luteum Zyste. Diese „nach-dem-Eisprung“-Zyste kann Schmerzen verursachen, ist jedoch meist harmlos und bildet sich meist von alleine wieder zurück. Dennoch kann es dazu kommen, dass die Patientin aufgrund der Zyste Schmerzen nach dem Eisprung hat und diese Schmerzen können mitunter mehrere Tage andauern, weshalb ein Arzt für Frauenheilkunde (Gynäkologe) aufgesucht werden sollte. Auch die sogenannte Endometriose-Zyste kann die Ursache für Schmerzen beim Eisprung sein. Hierbei kann es durch das Anspannen der Muskulatur (Kontraktur) während des Eisprungs zu Schmerzen an der Zyste kommen, wobei sich die Schmerzen für die Patientin in den Unterleib projizieren und die Patientin somit oftmals auf einer Seite mitunter starke Unterleibschmerzen verspürt.

Allgemein führen nur wenige Zysten zu Schmerzen beim Eisprung. Da es jedoch Zysten gibt, die vor oder nach dem Eisprung entstehen und dann zu Schmerzen führen können, assoziieren viele Patientinnen die Schmerzen beim Eisprung mit Zysten. Dennoch ist es wichtig zu wissen, dass die meisten Zysten sich eher durch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder durch allgemeine Unterleibschmerzen bemerkbar machen, während hingegen die Zyste beim Eisprung selten Schmerzen verursacht.

Begleitende Symptome

Oft kommt der Mittelschmerz nicht alleine vor, sondern in Begleitung diverser anderer Symptome, die entweder mit ihm beginnen und abklingen, oder aber bis zum Ende des Zyklus fortbestehen.

Die Begleitsymptome sind sehr vielfältig und können in jedem Zyklus verschieden sein.
Besonders häufig berichten Frauen von

Ob der Mittelschmerz rechts oder links auftritt, ist in den meisten Fällen davon abhängig, welcher Eierstock im jeweiligen Zyklus den am besten gereiften Follikel (die Eizelle) stellt und somit den Eisprung vollzieht.

Im Idealfall ist dies abwechselnd, im Prinzip ist es aber von untergeordneter Bedeutung und kann auch mehrmals auf der gleichen Seite stattfinden.
Auch wenn kein Mittelschmerz auftritt kann ein Eisprung stattfinden oder stattgefunden haben.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Diese Symptome verursachen meinen Eisprung

Schmerzen beim Eisprung mit Rückenschmerzen

Der Mittelschmerz kann in verschiedene Bereiche des Körpers ausstrahlen, weil man unter anderem davon ausgeht, dass er durch die beim Platzen des Follikels freigewordene Flüssigkeit und der damit entstehenden Reizung des Bauchfells entsteht.

Häufig sind diese Schmerzen stammbetont, zum Beispiel im Bereich des Rückens oder der Leiste. Dabei lässt sich allerdings trotzdem der am meisten schmerzende Ort im rechten oder linken Unterbauch festlegen.

Sollten sehr starke isolierte Schmerzen im Rücken oder in der Leiste auftreten, die über längere Zeit anhalten, sollte man diese bei einem Arzt abklären lassen.

Lesen Sie hierzu auch: Bauchschmerzen und Eisprung

Schmerzende Brustwarzen

Ein häufiges Symptom, das neben dem Ovulationsschmerz in der Zyklusmitte und vor allem in der zweiten Zyklushälfte auftritt, sind schmerzende Brustwarzen und geschwollene, schmerzende, knotige Brüste.
Dies kann durch die Hormonumstellung von der ersten auf die zweite Zyklushälfte bedingt sein.

Wenn diese Art der Beschwerden regelmäßig in der zweiten Zyklushälfte fortbesteht, kann dies auf einen Progesteronmangel hinweisen, der von einem Facharzt behandelt werden kann.

Lesen Sie mehr zum Thema: Schmerzen an der Brustwarze

Schmerzen beim Wasserlassen

Da die Geschlechtsorgane in unmittelbarer anatomischer Nähe zur Blase liegen, kann sich der Eisprung auch auf diese auswirken.
Schmerzen beim Wasserlassen können somit zusammen mit dem Mittelschmerz auftreten. Die Blasenentleerung kann in diesem Fall zu einer Verstärkung des Mittelschmerzes führen.

Wenn Brennen, Blut im Urin oder Blasenkrämpfe auftreten, sollte ein Arzt aufgesucht werden, da dies eher Hinweise auf eine Blasenentzündung sind.

Diagnose

Viele Betroffene, insbesondere junge Frauen, sind beunruhigt, wenn sie zum ersten Mal von den Schmerzen betroffen sind, und suchen den Gynäkologen auf. Meistens genügt eine ausführliche Befragung (Anamnese), um die Diagnose zu stellen. Typisch ist zunächst einmal der Zeitpunkt der Schmerzen, nämlich genau in der Mitte des Zyklus. Ärzte sprechen daher häufig von „Mittelschmerz“. Weiterhin ist er fast immer einseitig im Unterleib bemerkbar. Die Schmerzintensität schwankt erheblich: Manche Frauen berichten lediglich von einem leichte „Drücken“ oder „Ziehen“, wohingegen andere Frauen heftige Schmerzen haben.

Um eventuelle Flüssigkeitsansammlungen oder andere Veränderungen im Unterbauch nicht zu übersehen, kann der Gynäkologe eine Ultraschalluntersuchung vornehmen. Wenn Patientinnen an starken einseitigen Unterbauchschmerzen unabhängig von ihrem Eisprung leiden, sollten andere Erkrankungen ausgeschlossen werden. Bei rechtsseitigen Schmerzen kann z.B. an eine Blinddarmentzündung (Appendizitis) gedacht werden.

Therapie

Schmerzen beim Eisprung können sehr unangenehm sein. Kehren sie zudem mit monatlicher Regelmäßigkeit ein, können Betroffene einige Hilfsmittel oder Medikamente nutzen.

Viele Patientinnen empfinden Wärme als besonders angenehm und entspannend. Dazu eignen sich z.B. Wärmflaschen oder warme Wickel. Alternativ können Sie ein heißes Vollbad nehmen, um die Schmerzen zu lindern.

Bei leichten Schmerzen kann Bewegung helfen! In manchen Fällen können Magnesiumpräparate Abhilfe verschaffen.

Wenn die Beschwerden jedoch groß sind oder gar den Alltag beeinträchtigen, können Schmerzmittel eingesetzt werden. Unter Umständen empfiehlt es sich, mit der Einnahme von oralen Kontrazeptiva („die Pille“) zu beginnen. Fragen Sie dazu einfach Ihren Frauenarzt um Rat!

Was kann man gegen die Schmerzen tun?

Frauen, die unter ausgeprägten Ovulationsschmerzen leiden, können auf verschiedene Hilfsmittel zurückgreifen um die Zeit um den Eisprung angenehmer zu gestalten.
Generell gibt es viele Methoden mit dem Mittelschmerz umzugehen und nicht jede hilft bei jeder Frau im gleichen Maße.

Bei einem leichter ausgeprägten Mittelschmerz kann sich Bewegung positiv auf die Beschwerden auswirken.
Des Weiteren wird Wärme oft als schmerzstillend empfunden. Hier altbewährte Methoden sind die Auflage einer Wärmflasche oder eines Kirschkernkissens.

Aber auch andere wärmende Methoden wie zum Beispiel ein heißes Bad können die Schmerzen vermindern.

Sollten diese trotzdem fortbestehen, nicht tolerierbar sein und keins der Hausmittel Linderung verschaffen, kann immer noch ein Schmerzmittel eingenommen werden. Hierfür wäre eine Rücksprache mit einem Arzt sinnvoll, um die Dauer der Medikamenteneinnahme, sowie deren Dosierung, zu besprechen und andere Ursachen auszuschliessen.

Homöopathie

Viele Frauen wenden sich auf der Suche nach Linderung des Mittelschmerzes auch alternativen Heilmethoden zu.
Diese sollen unterstützend und regulierend wirken.

Hier gibt es viele verschiedene Angebote auf dem Markt, wie etwa speziell abgestimmte Tees, Globuli und Salze.
Auch die Einnahme bestimmter pflanzlicher Präparate kann hilfreich wirken.

Vor allem in der Frauenheilkunde gibt es seit jeher Pflanzen wie etwa Mönchspfeffer, Frauenmantel, Nachtkerze und Traubensilberkerze, denen heilende Wirkungen zugeschrieben werden. Ob sich die Einnahme eines solchen Tees oder Präparates bei Ihnen lohnt, sollten Sie vorher mit Ihrem behandelnden Arzt absprechen, da nicht jedes Kraut für jede Frau gleich gut geeignet ist.

Dauer der Schmerzen

Die Dauer des Mittelschmerzes (auch: Ovulationsschmerz) kann von Frau zu Frau unterschiedlich sein. Die Länge kann stark variieren - von ein paar Stunden bis zu mehreren Tagen.

Ob der Schmerz Stunden bis Tage anhält oder überhaupt auftritt ist ganz von individuellen Faktoren des jeweiligen Zyklus abhängig und kann nicht vorausgesagt werden.
Nicht jede Frau empfindet einen Mittelschmerz während ihres Zyklus: Nur 25-40 Prozent der Frauen spüren ihn überhaupt. Der Ovulationsschmerz ist nicht zwangsläufig in jedem Zyklus gleich lang, gleich stark oder auf der gleichen Seite.

Je nachdem, welcher Eierstock im jeweiligen Zyklus prominent ist, ist der Mittelschmerz meistens auf der gleichen Seite lokalisiert. Sollte der Mittelschmerz jedoch viel länger andauern oder ungewöhnliche, sehr starke Schmerzen verursachen, die sonst nicht bekannt sind, sollte man sich an einen Arzt wenden um andere Ursachen auszuschließen.

Schmerzen bis zur Periode

Kommt es nach dem Eisprung bis zur Periode zu Schmerzen, kann dies mehrere Ursachen haben. Zum einen leiden einige Patientinnen generell unter einer starken Verspannung im Bereich des unteren Bauches (Unterleib). Kommt es zum Eisprung, kann es sein, dass die Patientinnen noch stärker verkrampfen und somit die angespannte Muskulatur dafür sorgt, dass es vom Eisprung bis zur Periode zu Schmerzen kommt.

Häufiger ist die Ursache jedoch eine Zyste, die sogenante Gelbkörper-Zyste (Corpus-luteum-Zyste). Diese Zyste entsteht nach dem Eisprung und bildet sich meist bis zur Periode wieder zurück. Meist handelt es sich somit um eine harmlose Zyste, die zwar Schmerzen beim Eisprung bis zur Periode verursachen kann, jedoch nach der Periode auch ohne Probleme wieder verschwindet. Dennoch kann es unangenehm für die Patientin sein, wenn sie über einen längeren Zeitraum hinweg vom Eisprung bis zur Periode Schmerzen verspürt.

Kommt es immer wieder zu diesen Schmerzen kann es hilfreich sein, einen Frauenarzt (Gynäkologen) aufzusuchen, damit dieser entweder Schmerzmittel verschreiben kann oder aber der Patientin mithilfe einer hormonellen Therapie helfen kann, die sich immer wieder neu bildenden Zysten zu unterbinden.

Dennoch ist es wichtig zu wissen, dass Schmerzen seit dem Eisprung bis zur Periode nicht immer auf eine Zyste hindeuten müssen. Es kann auch sein, dass die Patientin sich verspannt hat oder aber aus einem anderen Grund Unterleibsschmerzen hat, beispielsweise aufgrund einer Blasenentzündung (Cystitis) oder aufgrund einer Endometriose.

Schmerzen trotz Pille - Geht das?

Je nachdem, welche Verhütungsmethode angewandt wird, ist mit einem weiteren Auftreten eines Mittelschmerzes zu rechnen.
Dies hängt ganz davon ab, ob die Verhütungsmethode in den Eisprung eingreift oder nicht.

So sollte bei der Verhütung mit einem kombinierten hormonellen Kontrazeptivum („Micropille“) kein Mittelschmerz auftreten, da diese Art der Schwangerschaftsverhütung den Eisprung unterdrückt.

Da kein Verhütungsmittel existiert, welches eine Schwangerschaft zu 100% verhindert, kann es in sehr seltenen Fällen auch unter dieser Medikation zu einem Eisprung und in diesem Zug auch zum Mittelschmerz kommen. Dies ist jedoch sehr selten.
Anders verhält es sich beispielsweise bei reinen Gestagenpräparaten mit Levonorgestrel, deren Wirkmechanismus nicht über eine Hemmung der Ovulation arbeitet.

Lesen Sie mehr zum Thema:Hormonelle Verhütungsmittel

Schmerzen beim Eisprung und Clomifen

Einige Patientinnen leiden unter starken Bauchschmerzen beim Eisprung. Nehmen Patientinnen zusätzlich das Medikament Clomifen  ein, können Schmerzen beim Eisprung durch Clomifen mitunter verstärkt werden.

Clomifen soll dafür sorgen, dass Patientinnen, die keinen Eisprung haben und somit auch nicht schwanger werden können, einen Eisprung ausgelöst bekommen. Für einige Patientinnen, die lange keinen Eisprung hatten, kann es sein, dass sie den Eisprung sehr bewusst wahrnehmen und deshalb Schmerzen beim Eisprung durch Clomifen haben. Ob diese Schmerzen tatsächlich durch das Medikament an sich ausgelöst werden oder ob die Patientin einfach in sehr großem Maße auf den Eisprung sensibilisiert ist, ist oftmals nur schwer zu unterscheiden.

Des Weiteren kann es dazu kommen, dass eine Patientin nicht durch Clomifen Schmerzen beim Eisprung hat, sondern dass die Schmerzen auch ohne Clomifen auftreten, beispielsweise aufgrund einer Zyste oder aber aufgrund einer Endometriose. Deshalb sollte unbedingt vor der Einnahme von Clomifen eine genaue frauenärztliche (gynäkologische) Untersuchung erfolgen. Nicht immer sind die Schmerzen durch Clomifen auf einen Eisprung zurückzuführen. Es kann auch sein, dass eine Patientin durch Clomifen allgemeine Nebenwirkungen, wie beispielsweise Schmerzen im Unterleib hat, und dass sie diese auf einen Eisprung zurückführt.

Ob ein Eisprung stattgefunden hat oder nicht lässt sich jedoch nicht an den Schmerzen beurteilen, sondern kann letztlich nur durch einen Frauenarzt mithilfe eines Ultraschallgerätes festgestellt werden. Leidet eine Patientin jedoch unter Schmerzen beim Eisprung bei Clomifen-Einnahme, so sollte immer ein Frauenarzt aufgesucht werden, um sicher zu gehen, dass die Nebenwirkungen nicht zu groß sind und dass es nicht zu ernsthaften Komplikationen kommt.

Schmerzen beim Eisprung - kann eine Schwangerschaft vorliegen?

Einige Patientinnen leiden während des Eisprungs unter Schmerzen und erhoffen sich somit dass dies ein Zeichen dafür ist, dass sie schwanger sein könnten. Dies ist jedoch nicht unbedingt gegeben.

Wenn es bei einer Patientin zum Eisprung kommt, so kann es sein, dass die Patientin dies als Schmerz wahrnimmt, da der sogenannte Follikel, also das herangereifte Ei, platzt.

Hat eine Patientin an dem Tag des Eisprungs Intimverkehr mit ihrem Partner, so ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass sie auch schwanger wird.
Somit können die Schmerzen beim Eisprung Frauen, die schwanger werden wollen, dazu motivieren, möglichst in dieser Zeit mit ihrem Partner zu schlafen da nur während des Eisprungs eine Empfängnis möglich ist.

Beim Eisprung trotz Schmerzen schwanger zu werden ist für viele Patientinnen nicht vorstellbar, da sie während des Eisprungs so starke Schmerzen haben, dass sie keinerlei Lust auf Beischlaf haben. Dann sollte ein Facharzt für Frauenheilkunde (Gynäkologe) aufgesucht werden damit dieser der Patientin helfen kann die Schmerzen beim Eisprung eventuell mithilfe von Medikamenten zu minimieren, sodass trotz der Schmerzen beim Eisprung eine Schwangerschaft möglich ist.

Gleichzeitig ist es wichtig zu wissen, dass Schmerzen beim Eisprung nicht darauf hindeuten, dass eine Befruchtung stattgefunden hat und es somit nicht automatisch bedeutet, dass Schmerzen beim Eisprung zur Schwangerschaft führen.

Lesen Sie hierzu mehr unter: Schwangerschaftsanzeichen

Wenn man Schmerzen beim Eisprung hat, wann ist man dann fruchtbar?

Den genauen Zeitraum der fruchtbaren Tage kann man mithilfe des Mittelschmerzes nicht exakt bestimmen.

Meistens tritt der Ovulationsschmerz um den Eisprung herum auf. Er kann diesem aber sowohl vorausgehen gehen, als auch darauf folgen.
Daher ist die Bestimmung der fruchtbaren Tage mithilfe des Mittelschmerzes alleine weder für eine sichere Verhütung noch für die Familienplanung zu hundert Prozent geeignet.

Da der Mittelschmerz aber häufig schon nahe dem Eisprung auftritt, kann man davon ausgehen, dass dieser in zeitlicher Nähe vor oder nach den fruchtbaren Tagen liegt. Sie sind mit höchstens 72h zu bemessen. Man muss dabei allerdings beachten, dass Spermien bis zu einer Woche im Scheidenmilieu überleben können, also die Eizelle möglicherweise auch befruchtet werden könnte, wenn Geschlechtsverkehr vor den fruchtbaren Tagen und dem Eisprung stattgefunden hat.

Zyklus und Eisprung

Zwischen dem 12. und 16. Lebensjahr beginnt die Geschlechtsreife der Frau und somit auch die Menstruation (Regelblutung). Also ist ein regelmäßiger Menstruationszyklus Ausdruck der normalen Fortpflanzungsfähigkeit!

Definitionsgemäß ist der erste Tag der Monatsblutung der Beginn eines Zyklus. Er endet wiederum mit dem Tag vor dem Einsetzten der nächsten Regelblutung.

Ein normaler Zyklus wird in verschiedene Phasen eingeteilt, welche zum einem auf die hormonellen Veränderungen im Eierstock (lat.: Ovar), zum anderen auf die gleichzeitig stattfindenden Schwankungen an der Gebärmutterschleimhaut (lat.: Endometrium) Bezug nehmen. Im Normalfall dauert der weibliche Zyklus etwa 28 Tage, wobei Schwankungen keine Seltenheit sind. Der Eisprung findet jedoch relativ konstant am 14.-15. Tag statt!

Lesen Sie hierzu auch: Wie verändert sich der Ausfluss beim Eisprung?

Menstruation

Bei den meisten Frauen dauert die Monatsblutung ungefähr vier Tage. Sie kann in zwei Phasen eingeteilt werden:

1. Desquamationsphase (1.-2. Tag)

Während der Desquamationsphase wird die oberflächliche Schicht der Gebärmutterschleimhaut abgestoßen. Kleine Blutgefäße werden geschädigt und verschließen sich, so dass der abzustoßende Teil nicht mehr genügend Nährstoffe erhält und abstirbt. Schließlich öffnen spezielle Enzyme die verschlossenen Gefäße. Abgestorbene Schleimhaut sowie Blut treten aus und verursachen die Menstruation. In der Regel beträgt der Blutverlust ca. 50-100 ml. Verantwortlich für den Vorgang ist ein Abfall des Hormons Progesteron, auch Gelbköperhormon genannt.

2. Regenerationsphase (3.-4. Tag)

In der Regenerationsphase beginnen die entstandenen Wundflächen abzuheilen.

Nun folgen die restlichen Phasen des Monatszyklus:

  • Follikelphase/Proliferationsphase ( 5.-14. Tag):

Unter dem Einfluss des Follikel-stimulierenden-Hormones (FSH) reift ein dominanter Follikel im Eierstock heran. In dem Follikel befindet sich die Eizelle, welche bei einer Befruchtung mit dem männlichen Spermium verschmilzt. Mit zunehmender Follikelreifung steigt auch die Produktion des Hormons Östrogen. Es bewirkt eine Erneuerung (Regeneration) der Gebärmutterschleimhaut.

  • Eisprung (14.-15. Tag):

Während des Eisprunges (lat.: Ovulation) reiß die Follikelwand ein und gibt die Eizelle frei. Sie wird mitsamt der Follikelflüssigkeit hinaus geschwemmt und von den fransenförmigen Ausläufern der Eileiter (lat.: Tuba uterina) aufgenommen. Von dort aus wird die Eizelle, durch den Eileiter hindurch, zur Gebärmutter transportiert. Findet nun nach maximal 24 Stunden keine Befruchtung statt, stirbt die Eizelle ab. Verantwortlich für den Eisprung ist ein hoher Spiegel der Hormone LH und FSH.

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  • Sekretionsphase (16.-28. Tag):

Nach dem Eisprung entsteht aus der ehemaligen Follikelhülle der Gelbkörper (lat.: Corpus luteum). In diesem Zusammenhang steigt die Ausschüttung des Gelbkörperhormones stark an. Wenn die Eizelle nicht befruchtet worden ist (also keine Schwangerschaft besteht), sinkt die Hormonkonzentration jedoch erneut ab. Als Folge wird die Gebärmutterschleimhaut abgestoßen und die Menstruation tritt ein.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zum Thema Schmerzen während des Eisprungs erhalten Sie unter dem Link:

Weitere interessante Informationen aus dem Gebiet der Gynäkologie:

Eine Übersicht aller erschienenen Themen in der Gynäkologie finden Sie unter Gynäkologie A-Z.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 06.09.2018
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