Eierstöcke

Synonyme im weiterem Sinne zum Thema Eierstöcke

Ovar, Ovarien (pl.), Eierstock, Ovarium, Oophoron

Englisch: ovary

Abbildung Eierstöcke

  1. Eierstock -
    Ovarium
  2. Grundgewebe des Eierstocks -
    Stroma ovarii
  3. Sprungreifer Bläschenfollikel -
    Folliculus ovaricus tertiarius
  4. Gelbkörper -
    Corpus luteum
  5. Gebärmutterhöhle -
    Cavitas uteri
  6. Muttermund -
    Ostium uteri
  7. Eierstockband -
    Ligamentum ovarii proprium
  8. Fransentrichter des Eileiters -
    Infundibulum tubae uterinae
  9. Eileiter -
    Tuba uterina
  10. Eierstockarterie -
    Arteria ovarica

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Erkrankungen der Eierstöcke

Da die Funktion der Eierstöcke von den Hormonen der Hirnanhangsdrüse (Gonadotropinen) geregelt wird, ergeben sich bei speziellen Erkrankungen, die die ins Blut abgegebene Menge an Gonadotropinen verändern, Störungen der Funktion der Eierstöcke und damit auch der Rhythmik der Periodenblutung. Eierstock bedingte Unterbauchschmerzen können z.B. durch Stieldrehungen, Adnexitis oder Ovarialvenenthormbosen entstehen.

Störung der Regelblutung (Menorrhoe)

Ein gewöhnlicher Blutungsrhythmus liegt zwischen 25 - 31 Tagen (Eumenorrhoe). Bei Rhythmusstörungen kann es zu größeren Abständen der Periodenblutung (Oligomenorhroe) oder zu kleineren (Polymenorrhoe) kommen.
Auch kann eine ehemals vorhandene Regelblutung zunächst gänzlich ausbleiben. Es kommt dann länger als drei Monat zu keiner Blutung mehr (sekundäre Amenorrhoe). Infolge der Störungen des Hormonkreises und der daraus resultierenden Störung der Eierstöcke kann die Frau an einer Unfruchtbarkeit (Sterilität) leiden.
Weitere Gründe für eine Amenorrhoe (Ausbleiben der Regelblutung) sind z.B. eine Unterernährung oder Magersucht. Im Rahmen der Magersucht kommt es durch die Mangelernährung und Störungen im Hormonhaushalt zu einem Ausbleiben der Monatsblutung (Periode).

Störungen der Funktion der Eierstöcke können sich auch aus aufsteigenden Infektionen aus der Vagina (Kolpitis), aus dem Gebärmutterhals (Zervizitis), des Gebärmutterkörpers (Endometritis / Myometritis / Endomyometritis) oder den Eileiter (Salpingitis) ergeben, die eine Entzündung der Eierstöcke auslösen können (Oophoritis). Eine Entzündung der Eierstöcke und gleichzeitig der Eileiter bezeichnet der Mediziner als Adenexitis.

Folge solcher Entzündungen können Abszesse sowie Verklebungen der inneren weiblichen Geschlechtsorgane sein, so dass eine Unfruchtbarkeit der Frau daraus resultieren kann.

Auch kann die Funktion der Eierstöcke durch Zysten (Ovarialzyste) oder Tumoren (Eierstocktumor = Ovarialtumor) irritiert sein.

Eierstockkrebs

Bei dem Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) handelt es sich um eine bösartige (maligne) Geschwulst der Eierstöcke, die einseitig oder auch beidseits auftreten kann.
Man unterscheidet die Art des Eierstockkrebes anhand seines feingeweblichen (histologischen) Bildes. Somit unterteilt man die Tumoren in epiheliale Tumoren, Keimzelltumoren sowie Keimstrang – und Stromatumoren.
Epitheliale Tumoren sind Tumoren, die von den Zellen der Oberfläche der Eierstöcke ausgehen. Sie machen ungefähr 60 % aller bösartigen Eierstocktumoren aus. Die von den Keimzellen der Embryonalentwicklung (Leibesfruchtentwicklung) ausgehenden Keimzelltumoren haben einen Anteil von etwa 20 % an allen bösartigen Eierstocktumoren. Stromatumoren sind sich vom Eierstockgewebe aus entwickelnde Tumoren, die mit einem Anteil von ca. 5 % an allen bösartigen Eierstocktumoren vertreten sind. Des Weiteren sind ungefähr 20 % der bösartigen Eierstocktumoren Absiedlungen von Zellen aus einem Tumor, der ursprünglich an einem anderen Ort entstanden ist (Metastasen). Die Metastasen treten meistens beidseits auf und stammen zu ungefähr 30 % von einem Gebärmutterkrebs (Uteruskarzinom) und zu ca. 20 % von einem Brustkrebs (Mammakarzinom) oder Krebs aus dem Magendarmtrakt (gastrointestinales Karzinom) ab.
Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter: Eierstockkrebs

Zyste an den Eierstöcken

Zysten an den Eierstöcke sind gutartige Raumforderungen, die sich als flüssigkeitsgefüllte Hohlräume darstellen. Sie können im Ovar durch unterschiedliche Ursachen entstehen und sind sehr häufig. Meistens sind Zysten Zufallsbefunde ohne weiteren Krankheitswert. In der Regel erfolgt eine Kontrolle nach einigen Wochen, nach derer die Zyste meist wieder verschwunden ist.

  • Einerseits gibt es funktionelle Zysten, wie die Follikelzysten. Diese sind die häufigsten Zysten und stellen eine nicht gesprungene Eizelle / einen so genannten Graafschen Follikel dar. Da solche Follikel im Ovar vor dem Ende der Wechseljahre ständig entstehen und reifen sind solche Zysten bei jungen Frauen häufig.
  • Gelbkörper-Zysten können während des Menstruationszyklus oder bei Schwangeren auftreten und produzieren Progesteron (schwangerschaftserhaltendes Hormon).
  • Thekaluteinzysten können beispielsweise bei einer Kinderwunschbehandlung durch die Hormongabe entstehen. Sie verschwinden meistens nach Beenden der Hormon-Therapie.
  • Endometriosezysten entstehen wenn sich versprengtes Gebärmuttergewebe in den Eierstöcken absiedelt. Sie sind mit Blut gefüllt, da die versprengte Schleimhaut am Zyklus teilnimmt und wie in der Gebärmutter während der Regelblutung abgestoßen wird. Durch die Blutansammlung (geronnen bräunlich) werden sie auch Schokoladenzysten genannt.
  • Retentionszysten entstehen durch eine Ansammlung an Drüsensekret. Sie sind im Eileiter selten.

Diagnostisch lassen sich Zysten sehr gut im Ultraschall darstellen. Man sieht sie als schwarze runde glatt begrenzte Strukturen, da die Flüssigkeit darin dunkel dargestellt wird. Bei einem multiplen Auftreten von Zysten im Eierstock kann das polyzystische Ovarialsyndrom vorliegen, das zudem mit einer Vermännlichung einhergeht. Dabei kann es zu Haarwuchs, Akne und Zyklusstörungen kommen.

Die meisten Zysten bilden sich von alleine wieder zurück, indem sie platzen und die Flüssigkeit abgebaut wird. Manchmal kann es aber durch eine große Zyste zu starken Schmerzen kommen, dann kann eine solche Zyste nach Abwägen auch operativ entfernt werden. Meistens wird dabei eine laparoskopische Operation durchgeführt. Bei dieser sogenannten „Bauchspiegelung“ wird mittels kleinen Schnitten eine Kamera und Instrumente in den Bauchraum eingebracht und so unter Sicht operiert. Dies ist ein gewebeschonendes Verfahren.

Die Zystenruptur kann sehr schmerzhaft sein und selten auch zu erheblichen Flüssigkeits- oder Blutverlusten führen. Häufig nimmt der Schmerz nach dem Platzen dann wieder ab. Eine weitere Komplikation kann eine Stieldrehung des Eierstocks sein, bei der die Blutversorgung unterbunden wird. Diese kann durch große Zysten mit einem hohen Eigengewicht begünstigt werden. Häufig kommt eine Stieldrehung (Torsion) nach einer ungünstigen Bewegung oder beim Sport vor. Hier ist eine sofortige Operation notwendig, da sonst das Organ abstirbt und eine Unfruchtbarkeit zumindest in diesem Eierstock auf dieser Seite folgt.

Lesen Sie mehr zum Thema: Zyste an den EierstöckenUltraschall des Bauches

Verdrehung der Eierstöcke

Eine Verdrehung der Eileiter und Eierstöcke kann äußerst schmerzhaft sein. Der Schmerz breitet sich dabei oberhalb der Leistengegend aus und kann leicht mit einer Blinddarmentzündung verwechselt werden. Erbrechen und Übelkeit können ein weiterer Hinweis auf diese sogenannte Adnextorsion sein. Diese Verdrehung stellt einen gynäkologischen Notfall dar – wenn nicht sogar den häufigsten gynäkologischen Notfall.

Bedingt wird die Verdrehung in den meisten Fällen durch Eierstockzysten oder Tumore. Ein erhöhtes Risiko haben Frauen, die aufgrund eines Kinderwunsches eine Hormontherapie machen. Besonders häufig tritt eine Adnextorsion außerdem in der Schwangerschaft auf.

Im Gegensatz zur früheren Herangehensweise, wird heute von einer operativen Entfernung der Adnexen wegen der hohen Blutungsgefahr abgesehen. Vielmehr wird im Rahmen einer Operation, bei der die Zyste oder der Tumor entfernt wird, der Eierstock in seine normale Lage zurückverlegt.

Ein geringeres Risiko für das Erleiden einer Adnextorsion haben übrigens Frauen, die in der Vergangenheit eine Endometriose durchmachten oder bereits eine Entzündung des Bauchraums erlitten. Man vermutet hier, dass Verwachsungen an den Adnexen für mehr Stabilität sorgen.

Eierstöcke verklebt

Die Eierstöcke verkleben in der Regel nicht, aber wenn der Eileiter verklebt, kann dies zu Unfruchtbarkeit führen.
Der Eileiter hat die Funktion das gesprungene Ei erstens mit seinem sogenannten Fimbrientrichter (die wie kleine Fühler funktionieren) aufzufangen und zweitens im Eileiter entlang bis zur Gebärmutter zu transportieren.
Daher kann ein Verkleben der Fimbrien oder des Eileiterganges, der mit zarten Härchen (Flimmerepithel) ausgestattet ist, die das Ei in wenigen Tagen in Richtung Gebärmutter bewegen, zum Funktionsverlust führen. Wenn das Ei nicht mehr den Weg in die Gebärmutter findet, ist eine Schwangerschaft auf natürlichem Wege nicht mehr möglich. Zudem ist der Eileiter der Ort der Befruchtung, da hier in der Regel die Spermien auf die Eizelle treffen.

Häufig entsteht eine Verklebung nach einer Entzündung. Die Erreger sind meist Darmbakterien (zum Beispiel Escherichia Coli, Enterokokken), die über die Scheide bis in den Eileiter aufgestiegen sind. Da der Eileiter zum Bauchraum hin offen ist, können sich die Erreger praktisch im ganzen Bauch ausbreiten und alle Bauchorgane betreffen. Eine Verklebung kann ebenso in der Gegenrichtung durch eine offene Bauchraumentzündung entstehen, wie sie beim Aufplatzen von Organen (rupturierte eitrige Zyste, perforierter Darm/ Blinddarm, Gallenblase etc.) vorkommt. Auch durch die versprengte Gebärmutterschleimhaut im Eileiter (Endometriose) kann es zu Verklebungen kommen.

Therapeutisch kann man bei einer Infektion Antibiotika geben, um ein Aufsteigen der Keime oder eine Vernarbung/Verklebung zu verhindern. Es gibt auch die Möglichkeit einen verklebten Eileiter operativ wieder zu eröffnen. Die Erfolgsaussichten richten sich je nach dem Schweregrad der Verklebung.
Zudem lassen sich bei einem Kinderwunsch verschiedene Methoden anwenden, so kann eine Eizelle auch aus dem Ovar abpunktiert werden und in vitro (im Glas) mit einem Spermium befruchtet werden. Die befruchtete Eizelle kann dann in die Gebärmutter implantiert werden und der Embryo von da an ganz natürlich reifen.

Entzündungen der Eierstöcke

Eine Entzündung der Eierstöcke bezeichnet man in der medizinischen Fachsprache als Oophoritis oder Ovaritis. Diese Entzündung ist in der Regel bakteriell bedingt. Es gibt verschiedene Ursachen für eine bakterielle Infektion der Eierstöcke. Diese kann geburts-, aborts- oder menstruationsbedingt sein. Die Ursache kann auch iatrogener Natur sein. Das bedeutet, dass der Ovaritis eine Ursache zugrunde liegt, welche durch den Arzt bedingt ist. Dies kann beispielsweise das Einsetzen einer Verhütungsspirale sein und bedeutet nicht, dass ein ärztlicher Behandlungsfehler zugrunde liegt. Zu den verursachenden Erregern gehören Staphylokokken, Gonokokken, Streptokokken und Chlamydien.

Weitere Ursachen für eine Entzündung der Eierstöcke sind eine Streuung der Entzündung im Rahmen anderer Infektionskrankheiten wie etwa einer Tuberkulose. Diese Streuung erfolgt über den Blutweg. Außerdem kann eine Infektion der Nachbarorgane (bspw. bei einer Blinddarmentzündung) über die Lymphe auf die Eierstöcke übergreifen. Auch eine Entzündung des Bauchfells, eine sogenannte Peritonitis, kann sich auf die Ovarien auswirken. Letztendlich kann in seltenen Fällen auch eine autoimmune Ursache hinter einer Oophoritis stecken. Meistens geht mit einer Oophoritis auch eine Entzündung der Eileiter einher. Diese nennt man Salpingitis oder Adnexitis.

Eine akute Entzündung der Eierstöcke äußert sich in Fieber, starken Unterbauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Außerdem ist bei den Betroffenen eine Abwehrspannung zu beobachten. Unter einer Abwehrspannung versteht man ein starkes Anspannen der Bauchmuskulatur bei Berühren des Bauches.

Bei einer Oophoritis besteht die Gefahr, dass sich ein Ovarialabszess ausbildet oder aber, dass sich die Erreger in den Bauchraum ausbreiten und so letztendlich eine Bauchfellentzündung verursachen. Daher ist eine Oophoritis in jedem Falle behandlungsbedürftig.

Die Entzündung wird mittels Breitbandantibiotika behandelt. Breitbandantibiotika sind Antibiotika, die mit ihrer Wirkung ein weites Spektrum an Erregern erfassen. Darüber hinaus können auch noch nicht-steroidale-Antirheumatika zur Behandlung der Entzündung verwendet werden. Wenn die konservative Therapie mit Medikamenten keine Erfolge zeigt, kann ein chirurgischer Eingriff in Erwägung gezogen werden. Bei dieser Operation handelt es sich um eine Ovarektomie, die operative Entfernung der Ovarien. Die Diagnose einer Oophoritis wird mithilfe verschiedener diagnostischer Maßnahmen getroffen. Entzündungsparameter, zu denen spezielle Proteine gehören, können labordiagnostisch bestimmt werden. Vaginalabstriche können Aufschluss über die Art des Erregers geben. Mittels einer sonografischen Untersuchung lassen sich die Ovarien darstellen und so hinsichtlich ihrer Größe und Beschaffenheit (bspw. Abszesse) beurteilen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Entzündung der Eierstöcke

Schmerzen an den Eierstöcken

Schmerzen in den Eierstöcken können sich bei Frauen in den rechten oder linken Unterleib projizieren und verschiedenste Ursachen haben.

Speziell in der Schwangerschaft treten Schmerzen in den Eierstöcken auf. Zu diesem Thema können Sie sich unter Schmerzen der Eierstöcke in der Schwangerschaft informieren.

Am häufigsten ist ein Ziehen im Unterbauch beim physiologischen Eisprung. Einige Frauen können den Eisprung richtig spüren, wenn die reife Eizelle aus dem Ovar (Eierstock) springt /platzt und es zu Schmerzen kommt. Der Eisprung findet circa in der Hälfte des Zyklus, 14 Tage nach Beginn der letzten Regelblutung statt und liegt damit zwischen den Blutungen (Menstruation).
Zum Zeitpunkt der Blutung haben viele Frauen Schmerzen im Unterleib, die oft krampfartig sind und durch die Kontraktionen der Gebärmutter entstehen. Diese sind zwar unangenehm, aber nicht schlimm. Linderung verhelfen Wärme, angezogene Beine, um die Bauchdecke zu entspannen und Spasmolytika wie Medikamente mit dem Wirkstoff „Butylscopolamin“ (Buscopan).

Ebenfalls zum Zeitpunkt der Menstruation können Schmerzen im Rahmen einer Endometriose auftreten, bei der Blutungen im Körper entstehen, denn hier ist Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) an falschen Orten im Körper entstanden bzw. dort hingelangt. Mögliche Orte sind beispielsweise die Eierstöcke, aber auch die Harnblase oder der Darm. Diese versprengte Gebärmutterschleimhaut unterliegt dem normalen Zyklus, baut sich auf und wächst und wird auch wieder abgestoßen.

Im Rahmen einer normalen Schwangerschaft kann es gelegentlich zu Unterleibschmerzen kommen, die meistens durch den Druck des Babys auf die Organe erklärbar sind. Selten ist auch eine Schwangerschaft im Eileiter möglich, die sich als sogenannte Eileiterschwangerschaft im Eileiter statt in der Gebärmutter befindet, es kann außerdem zu einer sogenannten Extrauterinen Gravidität (Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter (=Uterus)) im Eierstock (Ovar) selbst kommen. Dabei ist es zu einer Befruchtung und Einnistung der Eizelle an einem anderen Ort als in der Gebärmutter gekommen.
Diese lässt sich im Ultraschall und mittels der Bestimmung von Schwangerschaftshormonen wie bei einem Schwangerschaftstest nachweisen. Eine extrauterine Gravidität ist nicht austragbar und kann sehr gefährlich werden, da größere Blutungen möglich sind.

Zysten im Eierstock (Ovar) gibt es relativ häufig. Auch sie können zu Schmerzen führen, platzen aber oft von selbst und sind meistens nicht behandlungsbedürftig.

Eine Eierstockentzündung (Adnexitis) kann durch Aufsteigen von Erregern, zumeist Bakterien, entstehen. Dabei gelangen, oft durch falsche Hygiene, Bakterien aus dem Darm über die Scheide in die Gebärmutter und können von dort aus in die Eileiter und den Eierstock gelangen, aber auch in den Bauchraum generell, da eine offene Verbindung vom Eileiter in den Bauchraum besteht. Eine Infektion der Geschlechtsorgane kann sich durch ein Brennen und einem (eitrigen) Ausfluss zeigen. Ebenso können Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und auch bei der Blasen- und Darmentleerung auftreten. Es kann zu Fieber und Erbrechen kommen und im schlimmsten Fall zu einer Verklebung der Strukturen. Dadurch kann eine Unfruchtbarkeit entstehen, da die Eileiter die gesprungene Eizelle nicht mehr transportieren können, wenn eine Verklebung entstanden ist.
Eine Eierstockentzündung wird meist antibiotisch behandelt. Bei dem Auftreten eines brettharten Bauches und starken Schmerzen ist eine sofortige Aufnahme in eine Klinik notwendig. Ein brettharter Bauch kann für einen Durchbruch einer entzündeten Struktur sprechen (Eierstock/ Eileiter/ Blinddarm) und macht eine Beteiligung des Bauchfells wahrscheinlich. Sofortige Abklärung sollte auch bei starken Schmerzen, die plötzlich komplett schmerzfrei werden, erfolgen, da diese Beschreibung typisch für das Aufplatzen der entzündeten Struktur ist (Perforation).

Ein absolut akut einsetzender einseitiger Schmerz kann durch eine Stieldrehung des Eierstocks (Ovars) entstehen. Typischerweise geschieht das beim Sport/ bei Bewegung. Dabei dreht sich das Ovar um seine Aufhängung und drückt die zuführenden Gefäße ab. Es handelt sich dabei um einen Notfall, der schnell zu einer Operation führen sollte, da ohne Blutversorgung ein Absterben des Organs und ein Funktionsverlust droht.

Eine wichtige Differentialdiagnose bei rechtsseitigen Unterbauchschmerzen ist die Blinddarmentzündung (richtiger Wurmfortsatzentzündung Appendizitis).

Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) zeigt sich fast nie durch Schmerzen im Unterleib, zumeist fällt er durch andere Symptome auf. Mögliche Schmerzen aufgrund eines Tumors entstehen erst sehr spät durch Verdrängungserscheinungen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Schmerzen an den Eierstöcken

Ziehen und Drücken der Eierstöcke

Ein Ziehen oder Drücken der Eierstöcke ist recht unspezifisch. Man kann also anhand dessen nicht genau sagen, was die Ursache für die Unterleibsschmerzen ist. Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten, die im Folgenden näher erläutert werden. Zunächst einmal kann ein Ziehen der Eierstöcke auf eine Tumor hinweisen. Entzündungen der Eierstöcke können jedoch genauso gut starke Schmerzen im Unterleib auslösen. Es gibt auch noch die Theorie des sogenannten Mittelschmerzes. Manche Frauen verspüren ein Ziehen oder Stechen der Eierstöcke in zeitlicher Nähe zum Eisprung, welcher monatlich erfolgt. Es ist jedoch nicht bewiesen, ob dieses Ziehen tatsächlich ein Zeichen für die Aktivität der Eierstöcke ist oder ob es andere Ursachen für diesen sogenannten „Mittelschmerz“ gibt. Der Mittelschmerz kann von Monat zu Monat variieren und wechselt den Aussagen der Patientinnen zufolge auch die Seite. Man vermutet, dass der reife Follikel beim Aufplatzen während des Eisprunges diesen stechenden Schmerz verursacht. Es lassen sich aber keine genaueren Aussagen dazu treffen. Der Mittelschmerz ist also kein sicheres Indiz für einen Eisprung und sollte daher nicht als Mittel für die Familienplanung genutzt werden. Er lässt sich nicht therapieren. Betroffene Frauen können jedoch mit einer Schonhaltung oder einer Wärmeflasche ihre Beschwerden lindern. Bei sehr starken und langanhaltenden Schmerzen sollte jedoch immer ein Arzt aufgesucht werden, um andere pathologische Ursachen für den Schmerz ausschließen zu können.

Entfernung der Eierstöcke

Eine operative Entfernung der Eierstöcke nennt man Ovarektomie oder auch Oohorektomie. Eine Entfernung der Eierstöcke kann insbesondere bei bösartigen Veränderungen wie Ovarialkarzinomen (Eierstockkrebs) oder bei Ovarialzysten erforderlich sein. Außerdem senkt man durch das Entfernen der Ovarien die Hormonproduktion, weshalb eine Ovarektomie bei Vorhandensein eines Mammakarzinoms (Tumor der Brust) indiziert sein kann.

Es gibt drei Arten, die Eierstöcke zu entfernen.

  1. Laparatomie: Bei einer Laparatomie wird die Bauchdecke eröffnet, um die Ovarien zu entfernen.
  2. Kolpotomie: Der Eingriff erfolgt hier über einen Zugang durch die Vagina der Frau.
  3. Laparoskopie: Die Laparoskopie zählt zu den minimal-invasiven chirurgischen Eingriffen. Das bedeutet, dass möglichst kleine Schnitte gesetzt werden, in deren Folge auch nur kleine Wunden entstehen. Durch einen kleinen Schnitt in der Bauchdecke werden so die Ovarien entfernt. Dieses Verfahren ist das gängigste, da es die wenigsten Komplikationen birgt und so einer guten Heilung nicht entgegenwirkt.

Folgen einer Ovarektomie

Das Entfernen der Ovarien verursacht den Verlust der Zeugungsfähigkeit. Wichtige Hormone wie Östrogen, Progesteron und Androgen werden in den Eierstöcken gebildet. Der Verlust dieser Hormonquelle wirkt sich physisch sowie auch psychisch auf die betroffene Frau aus. Es können Übelkeit, Schwindel und Migräne sowie psychische Leiden, im schlimmsten Falle sogar Depressionen, auftreten. Der Eintritt der Menopause (Wechseljahre) erfolgt bei zusätzlicher Entfernung der Gebärmutter, sodass Schweißausbrüche, Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen entstehen können. Mittels einer Hormonersatztherapie kann diesen Nebenwirkungen etwas entgegengesteuert werden.

Anatomie Gebärmutter

  1. Gebärmutterhöhle
  2. Zervix / Gebärmutterhals
  3. Scheide
  4. Tube/ Eileiter
  5. Ovar/ Eierstock
  6. Korpus / Körper
  7. Portio/ Muttermund

Weitere Informationen zum Thema Eierstöcke

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 03.01.2018
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