Schmerzen im Unterleib

Allgemeines

Schmerzen im Unterleib stellen besonders bei Frauen ein häufiges Problem dar.
Die Ursachen sind jedoch vielfältig und manchmal schwer zu finden.

Im Unterleib der Frau befinden sich unter anderem:

Beim Mann gibt es natürlich keine Gebärmutter, aber dafür die Prostata, die auch Schmerzen verursachen kann.

Prinzipiell kann jedes Organ die Schmerzen verursachen. Auch werden Schmerzen oft projiziert, besonders bei Kindern. So macht die Hüftarthrose beispielsweise typischerweise Schmerzen in der Leiste.

Um die Diagnose zu stellen ist eine gründliche Anamnese wichtig.

Hier wird besonders geachtet auf:

  • Schmerzqualität (stechend, dumpf),
  • Lokalisation,
  • Schmerzausstrahlung,
  • Dauer und die Intensität.

Ursachen:
Da die Diagnose leichter zu stellen ist, wenn die Lokalisation genau bekannt ist, sind die Ursachen hier nach der Lokalisation geordnet.

Am Ende wird speziell noch einmal auf die Unterleibsschmerzen der Frau eingegangen.


Abbildung Schmerzen im Unterleib bei der Frau

Schmerzen im Unterleib - Frau

  1. Gallenblase - Vesica biliaris
  2. Niere - Ren
  3. Harnleiter - Ureter
  4. Dünndarm -
    Intestinum tenue
  5. Mastdarm - Rectum
  6. Blinddarm - Caecum
    mit Wurmfortsatz
    Appendix vermiformis
  7. Gebärmutter - Uterus
  8. Harnblase - Vesica urinaria
  9. Harnröhre - Urethra
  10. Scheide - Vagina
  11. Dickdarm, absteigender Teil -
    Colon descendens
  12. Eileiter - Tuba uterina
  13. Eierstock - Ovarium

    A
    - Nierensteine (Nephrolithen), Harnleitersteine, Blasensteine (Urolithe) und Harnröhrensteine
    B - Entzündung des Wurmfortsatzes des Blinddarms (Appendizitis)
    wird auch als Blinddarmentzündung bezeichnet
    C - Divertikel (Ausstülpungen der Schleimhaut) - Vorstufe der Divertikulitis
    D - Divertikulitis (Erkrankung des Dickdarmes und Enddarmes)
    Entzündung von Darmausstülpungen
    E - Eierstockzyste (Ovarialzyste) - flüssigkeitsgefüllter Hohlraum
    F - Endometriose - Wucherung von Gewebe der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) außerhalb der Gebärmutter
    G - Myome - Gutartige Verwachsungen der Gebärmuttermuskulatur

Eine Übersicht aller Abbildungen von Dr-Gumpert finden Sie unter: medizinische Abbildungen

Abbildung Schmerzen im Unterleib beim Mann

Schmerzen im Unterleib - Mann

  1. Gallenblase - Vesica biliaris
  2. Niere - Ren
  3. Harnleiter - Ureter
  4. Dickdarm, aufsteigender Teil -
    Colon ascendens
  5. Dünndarm -
    Intestinum tenue
  6. Mastdarm - Rectum
  7. Samenleiter -
    Ductus deferens
  8. Harnblase - Vesica urinaria
  9. Vorsteherdrüse - Prostata
  10. Nebenhoden - Epididymis
  11. Männliche Harnröhre -
    Urethra masculina
  12. Mänliches Glied - Penis
  13. Hoden - Testis

    A
    - Nierensteine (Nephrolithen), Harnleitersteine, Blasensteine (Urolithe) und Harnröhrensteine
    B - Entzündung des Wurmfortsatzes des Blinddarms (Appendizitis)
    wird auch als Blinddarmentzündung bezeichnet
    C - Divertikel (Ausstülpungen der Schleimhaut) - Vorstufe der Divertikulitis
    D - Divertikulitis (Erkrankung des Dickdarmes und Enddarmes)
    Entzündung von Darmausstülpungen
    E - Gutartige Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie - BPH),
    Prostataentzündung (Prostatitis), Prostatakrebs (bösartiger Tumor)
    F - Hodentorsion (Stieldrehung von Hoden und Nebenhoden)

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Lesen Sie dazu auch unsere Seite Unterleibsschmerzen beim Mann.

Bauchschmerzen rechts

  • Blinddarmentzündung:
    die Blinddarmentzündung äußert sich meist im oberen oder unteren, rechten Quadranten,also durch Schmerzen im Unterleib rechts, kann aber auch auf der linken Seite Schmerzen verursachen. Auch werden die Schmerzen häufig neben dem Bauchnabel beschrieben.
  • Andere Symptome sind: Appetitlosigkeit, Erbrechen, Übelkeit, Fieber und Durchfall. Eine Blinddarmentzündung sollte schnellstmöglichst behandelt werden, da der Blinddarm im schlimmsten Fall auch platzen kann.
  • Gallenblasenentzündung:
    Die Gallenblasenentzündung macht ganz typischerweise Schmerzen im rechten Oberbauch. Sie strahlt oft nach oben Richtung Schulter aus. Patientin beklagen sich besonders über Schmerzen nach dem Essen, insbesondere nach Verzehr von fettigem Essen oder Kaffee. Auch löst eine Gallenblasenentzündung oft einen Brechreiz aus, sowie Übelkeit und Fieber.

Lesen Sie mehr zum Thema: Bauchschmerzen rechts und rechtsseitige Unterleibschmerzen

Bauchschmerzen links

  • Divertikulitis:
    Eine Divertikulitis ist eine Erkrankung bei der es zu einer Entzündung von Darmaustülpungen kommt. Die Schmerzen der Divertikulitis äußern sich häufig auf der linken Seite, da meist der Enddarm (Colon sigmoideum) betroffen ist. Die Schmerzen treten häufig plötzlich auf und strahlen in den Rücken aus. Es kann zu Durchfall, Erbrechen, Schleimbeimengungen im Stuhl und Blut im Stuhl kommen.
    Auch kann es zum veränderten Harnverhalten kommen. So klagen Patientin mit Divertikulitis häufig auch über Probleme beim Wasserlassen.

Weitere Informationen erhalten Sie auch unter unserem Thema: Bauchschmerzen links

Schmerzen im Unterleib rechts oder links

Lesen Sie mehr zum Thema unter Probleme beim Wasserlassen.

  • Eileiterschwangerschaft:
    Die Symptome einer Eileiterschwangerschaft sind: Ausbleiben der Periode, vaginale Blutung, dumpfe bis stechende Schmerzen im rechten oder linken Unterbauch, Brustspannen, Übelkeit und Erbrechen
  • Eierleiterentzündung:
    Die Symptome einer Eileiterentzündung ähneln oft den Symptomen einer Eileiterschwangerschaft und der Darmverschlusssymptomatik. Hierzu gehören: Fieber, stechende oder dumpfe Schmerzen, vermehrter Ausfluss, Übelkeit und Erbrechen.
  • Ileus:
    Das Wort Ileus bedeutet in der Medizin Darmverschluss. Hierfür gibt es verschiedene Ursachen. Ein Darmverschluss kann beispielsweise mechanisch oder funktionell sein. So können Verwachsungen, die durch Operationen im Bauchraum entstanden sind, den Darm einklemmen und so zum Verschluss führen. Die Hauptsymptome sind: stark aufgeblähter Bauch, Wind und Stuhlverhalt, Erbrechen, dazu kommt auch das Erbrechen von Stuhl, Fieber und starke stechende Schmerzen.
  • Nierenstein:
    Je nach Lage des Steines sind die Schmerzen weiter oben oder unten und können natürlich auch auf der linken Seite auftreten. Befindet sich der Stein im Harnleiter sind die Schmerzen oft nicht konstant, sondern treten wellenartig auf. Häufig kommt es zur Aussscheidung von Blut im Urin und je nach Größe des Steines auch zum Urinstau und einer Entzündung der Niere.
  • Endometriose:
    Die Endometriose ist eine Erkankung bei der die Gebärmutterschleimhaut sich nicht nur in der Gebärmutter befindet, sondern auch außerhalb davon. Meist ist sie nur im Becken versprengt, kann in extrem seltenen Fällen aber auch in der Lunge und sogar im Gehirn vorkommen. Die Endometriose kann unabhängig von der Menge der versprengten Schleimhaut sehr starke Schmerzen bereiten. Diese Schmerzen treten meist jedoch nur unter der Periode auf. Die Schmerzen können sich in jedem Bereich des Unterbauches befinden und treten auch sehr häufig im Rücken auf. Hinzu kann noch Erbrechen und Durchfall kommen. Zusätzlich können die Schmerzen auch während des Geschlechtsverkehrs aufkommen.
  • Invagination:
    Die Invagination beschreibt die Einstülpung des Darmes. Bei Kindern beginnt die Symptomatik meist plötzlich und geht mit schrillem Schreien, starken Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen einher. Bei Erwachsenen fängt die Symptomatik oft auch langsam an und gleicht der eines Darmverschlusses. Ein hinweisendes Symptom kann ein geleeartiger Stuhl sein, der auch als „Johannisbeergelee” bezeichnet wird.
  • Volvulus:
    Der Volvulus bezeichnet die Verdrehung von Darmschlingen. Die Symptome sind: geblähter Bauch, Übelkeit, Erbrechen, auch Erbrechen von Kot, Stuhlverhalt und Fieber.
  • Colitis ulcerosa und Morbus Crohn:
    Diese zwei Erkrankungen sind entzündliche Darmerkrankungen und verursachen häufig Schmerzen. Sie unterscheiden sich in der Lokalisation des Befalls. Die Colitis ulcerosa ist auf den Dickdarm beschränkt, während der Morbus Crohn vom Beginn in der Mundhöhle bis zum After alles befallen kann. Die Symptomatik ist jedoch ähnlich. Beide verursachen Schmerzen im Bauchbereich und häufigen Durchfall. Auch kann sich Blut im oder auf dem Stuhl befinden. Patientin klagen auch häufig über Fieber, Nachtschweiß und starken Gewichtsverlust.
  • Hodentorsion:
    Bei der Verdrehung des Hodens treten die Schmerzen meist akut und stechend ein. Die Schmerzen können auch nach oben Richtung Leiste einstrahlen.Häufig kommt es zu einem Ziehen im Hoden. Der verdrehte Hoden fällt auch durch eine rote Verfärbung und Schwellung auf.
    Lesen Sie mehr zum Thema: Hodentorsion
  • Prostataentzündung:
    Bei der Prostataentzündung sind die Schmerzen häufig im Bereich des Penis, des Dammes oder auch Analregion zu finden. Häufig kommt es auch zum Schmerzen beim Wasserlassen und häufigem Harndrang. Somit kann die Prostataentzündung auch leicht mit einem Harnwegsinfekt verwechselt werden.
    Lesen Sie mehr zum Thema: Entzündung der Prostata
  • Harnwegsinfekt:
    Beim Harnwegsinfekt kommt es zum Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen, blutigem Urin, häufigem Harndrang, Brennen in der Scheide und je nach schwere der Entzündung auch zu einem Flankenschmerz, Übelkeit und Erbrechen. Frauen sind ca. 4mal häufiger betroffen.

Schmerzen im Oberbauchbereich

  • Pankreatitis:
    Die Pankreatitis ist eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse und kann sehr starke, diffuse, stechende Schmerzen auslösen. Häufig befinden sich diese Schmerzen mittig im Oberbauch. Auch hier kann es zu Fieber, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall kommen. Bei schweren Verläufen kann es zu Blutungen in der Haut und zum Cullen-Zeichen kommen. Das Cullen-Zeichen bezeichnet eine braun-rote Verfärbung unterhalb des Bauchnabels.
  • Basale Lungenentzündung:
    eine tiefliegende Lungenentzündung kann ebenfalls Schmerzen im Bauch auslösen. Oft kommt noch Luftnot, Husten und Auswurf dazu.
  • Magenschleimhautentzündung:
    In der Medizin auch Gastritis genannt. Hier kommt es oft zu dumpfen Bauchschmerzen, die nach dem Essen erst besser werden und dann auch stechend zurückkommen können. Es kann zu Bluterbrechen (Kaffeesatzerbrechen) und Teerstuhl (Blut im Stuhl) kommen. Der Schmerz kann nach oben ausstrahlen und so mit einem Herzinfarkt leicht verwechselt werden.
  • Magengeschwür:
    Die Symptome des Magengeschwürs ähneln dem der Entzündung. Die Schmerzen haben jedoch eher einen stechenden, als dumpfen Charakter.
  • Tumorerkrankungen:
    Tumorerkrankungen machen in der Regel erst einmal keine Schmerzen. Wachsen die Tumore und erreichen eine bestimmte Größe oder wachsen sie sehr schnell kann dies Schmerzen bereiten. Meist sind die Schmerzen dumpf und werden mit der Zeit immer stärker.
  • Herzinfarkt: Ein Herzinfarkt macht typischerweise keine Schmerzen im Oberbauch, sondern strahlt nur hierhin aus. Meist befinden sich die Schmerzen hinter dem Brustbein und strahlen Richtung linker Arm aus. Doch häufig kann es auch zu anderen Symptomen kommen. Die Schmerzen eines Herzinfarktes können sich auch im Hals, Rücken oder Oberbauch äußern.

Blase

Die bei Frauen häufiger, bei Männern seltener auftretende Blasenentzündung, bei der es zu einem Aufstieg von Krankheitserregern durch die Harnröhre bis in die Blase kommt und dort eine Entzündung der Blasenschleimhaut verursacht, kann ebenfalls Schmerzen im Unterleib auslösen. Diese können aufgrund der anatomischen Nähe bis in den Rücken ziehen. Symptome, wie häufiges schmerzhaftes Wasserlassen kleiner Mengen Urin deuten auf eine Blasenentzündung hin.

Eine Blasentzündung kann durch Schwangerschaft, Diabetes, Abwehrschwäche, eine Vergrößerung der Prostata, Harnsteine, Tumore, Blasenfunktionsstörungen bei bestimmten Nervenerkrankungen oder als Reflux bezeichneter Rückfluss von Harnmengen aus der Blase zurück zur Niere begünstigt werden.

Bei Männern im höheren Alter kommt es nicht selten zu einer Blasenentzündung, weil zu wenig getrunken wird. Sie entleeren ihren Urin folglich nicht regelmäßig und es kann zu sogenannten Restharnbildungen in der Blase kommen, die eine Entzündung auslösen. Therapie der ersten Wahl stellt das Durchspülen der Harnwege dar, weshalb Sie sehr viel trinken sollten.

Verschwinden die Beschwerden nach ein bis zwei Tagen nicht, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Möglicherweise wird Ihnen ein Antibiotikum zur Behandlung verschrieben. Unbehandelt kann die Infektion der Blase über die Harnleiter bis in die Niere aufsteigen und dort eine sehr schmerzhafte, häufig von Fieber begleitete Nierenbeckenentzündung auslösen.

Auch eine sogenannte Reizblase, die mit ähnlichen Symptomen einer Blasenentzündung einhergeht, kann stechende Schmerzen in Unterleib und Rücken hervorrufen. Die Ursache hierfür ist nicht ausreichend geklärt. Man vermutet eine psychische Komponente. Die Patienten sind zusätzlich oft anfällig für Infekte und Verspannungen. Eine positive Therapie ist hier körperliche sowie seelische Ruhe. Harnsteine, Mineralsalze, die normalerweise im Urin gelöst vorkommen und problemlos ausgeschieden werden, können bei Stoffwechselstörungen, wie Gicht oder Diabetes in Niere, Harnleiter, Blase oder Harnröhre in Form kleiner Kristalle ausfallen. Lagern sich die kristallinen Auflagerungen aufeinander ab und werden somit größer, können sie krampfartige Schmerzen im Unterleib verursachen, die von den Genitalien bis in den Rücken ausstrahlen können. Die Therapie richtet sich nach der Größe der Steine und reicht von der medikamentösen Auflösung über Stoßwellenzertrümmerung bis hin zur Operation bei sehr großen Harnsteinen.

Rücken

Schmerzen im Unterleib können in verschiedene Körperregionen ausstrahlen, unter anderem bis in den Rücken. Aufgrund der Nähe zur Wirbelsäule und ihren unzähligen Nervensträngen ist es möglich, dass Störungen der Blase oder der ableitenden Harnwege, sprich Harnleiter oder Nieren, Rückenschmerzen auslösen können.

Bei Frauen kommt es häufig während ihrer Monatsblutung zu krampfartigen Schmerzen im Unterleib, die völlig natürlich und harmlos sind. Während der Periode kommt es zur Ablösung und Kontraktion der Gebärmutterschleimhaut und ihrer vaginalen Ausscheidung. Die dadurch ausgelösten Unterleibsschmerzen strahlen nicht selten bis in den unteren Rücken, in den Bereich der sogenannten Lendenwirbel aus. Wärmflaschen, Entspannungsbäder oder eine Massage können den ziehenden Unterbauchschmerzen entgegenwirken. Unter Umständen kann hier der in der Naturheilkunde angewandte Mönchspfeffer helfen, den Hormonhaushalt zu stabilisieren und so die Schmerzen eventuell zu reduzieren. Zwar erhalten Sie dieses Präparat rezeptfrei in ihrer Apotheke, sollten es aber nicht ohne Rücksprache mit ihrem Arzt einnehmen.

Eine Blasenentzündung, bei der es zu einem Aufstieg von Krankheitserregern durch die Harnröhre bis in die Blase kommt und dort eine Entzündung der Blasenschleimhaut verursacht, kann ebenfalls Unterleibsschmerzen auslösen. Diese können aufgrund der anatomischen Nähe bis in den Rücken ziehen. Frauen sind weitaus häufiger betroffen als Männer. Sie sollten einen Arzt aufsuchen, denn unbehandelt kann die Infektion der Blase über die Harnleiter bis in die Niere aufsteigen und dort eine sehr schmerzhafte Nierenbeckenentzündung auslösen.

Auch eine sogenannte Reizblase, die mit ähnlichen Symptomen einer Blasenentzündung einhergeht, kann stechende Schmerzen in Unterleib und Rücken hervorrufen. Harnsteine und Mineralsalze, die normalerweise im Urin gelöst vorkommen und problemlos ausgeschieden werden, können bei Stoffwechselstörungen, wie Gicht oder Diabetes, in Niere, Harnleiter, Blase oder Harnröhre in Form kleiner Kristalle ausfallen. Diese können ebenfalls schmerzhafte Unterleibsschmerzen begleitet von Rückenschmerzen auslösen.

Bei einer Entzündung, der im Oberbauch gelegenen Bauchspeicheldrüse kann es zu starken Unterleibsschmerzen begleitet von gürtelförmig ausstrahlenden Rückenschmerzen kommen. Den Betroffenen geht es mit Fieber, Übelkeit und Erbrechen häufig sehr schlecht. Die Therapie richtet sich nach der auslösenden Ursache und reicht von medikamentös bis operativ. Letztlich können aber auch psychische Belastungen, wie Ängste, depressive Verstimmungen oder Müdigkeit ein sogenanntes chronisches Unterbauchsyndrom auslösen. Die Patienten klagen häufig über Unterleibs-, Kopf- sowie Rückenschmerzen, wobei keine organische Ursache für die Schmerzen gefunden werden kann.

Lesen Sie mehr zum Thema: Bauchschmerzen und Rückenschmerzen

Darm

Aufgrund seiner anatomischen Lage im Unterbauch bis ins kleine Becken, kann die Ursache für Schmerzen im Unterleib auch in einer Störung des Darms liegen. Mitunter eine der häufigsten Ursache die vom Darm her rühren und starke Unterbauchschmerzen verursachen kann, ist die Blinddarmentzündung. Der Schmerz beginnt meist in Magen- und Oberbauchgegend und wandert von dort aus nach rechts unten. Begleitsymptome, wie Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit und ein allgemein schlechter Zustand sind nicht selten. Bei Kindern kann der Schmerz im Unterleib unter Umständen auch im linken Unterbauch wahrgenommen werden. Es handelt sich um einen medizinischen Notfall, weshalb Sie umgehend einen Arzt aufsuchen sollten. Der entzündete Blinddarmanteil wird operativ entfernt.

Eine Divertikulitis, bei der es zu Entzündungen von sackförmigen Schleimhautausstülpungen des Dickdarms kommt, kann ebenso die Ursache für stechende Schmerzen im Unterleib, vor allem im linken Unterbauch sein. Die Entzündung wird häufig durch Nahrungs- oder Kotreste verursacht, die sich in den Aussackungen des Darmes verhangen haben. Betroffene können weitere Symptome, wie Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung zeigen. Bei einer unkomplizierten Divertikulitis liegt die Therapie in einer Antibiose und diätetischen Maßnahmen.

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen, sprich Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa, können auch krampfartige Schmerzen im Unterleib, begleitet von blutigen – schleimigen Stuhlgängen verursachen.

Ein medizinischer Notfall der operativ angegangen werden muss, der Darmverschluss (Ileus), löst ebenfalls Schmerzen im Unterleib mit Stuhlverhalt und eventuell Übelkeit und Erbrechen aus. Unbehandelt führt dies zum Absterben von ganzen Darmanteilen und bis hin zur Entzündung von umliegenden Geweben mit möglicher Blutvergiftung (Sepsis).

Der Leistenbruch, der häufiger Männer als Frauen betrifft, stellt einen Eingeweidebruch an Schwachstellen der Leistengegend dar, bei dem Organanteile, wie zum Beispiel des Darms, durch diese Stelle hindurch treten und nach außen hin als Vorwölbung der Haut sichtbar werden. Die Therapie liegt in der operativen Korrektur der Schwachstelle im Binde- und Muskelgewebe der Leistenregion.

Ein Darmkrebs bleibt lange unbemerkt und die Symptome treten erst im späten Stadium auf, sodass Schmerzen im Unterleib und Blut im Stuhl meist schon den fortgeschrittenen Krebs anzeigen. Bei allen genannten Formen der Darmstörungen sollte eine gründliche Abklärung durch Ihren Arzt erfolgen, um gegebenenfalls rechtzeitig die notwendigen Therapieschritte einzuleiten.

Diagnosestellung

Die Diagnosestellung kann äußerst schwierig sein, da oft die Schmerzen ausstrahlen oder diffus sind und somit eine genaue Lokalisation nicht auffindbar ist.

Trotzdem ist eine genaue Anamnese unumgänglich, da sie wichtige Hinweise auf eine schwere Erkrankung geben kann. Besonders wichtig bei der Anamnese sind:

  • Schmerzqualität (stechend, dumpf, drückend),
  • Lokalisation,
  • Intensität (Schmerzskala 0-10),
  • Ausbreitung und Zeitpunkt des Auftretens wichtig (plötzlich, atemabhängig).

Je nach Verdacht der Erkrankung können verschiedene Untersuchungen nötig sein. Bei gynäkologischen Erkrankungen beinhaltet die Untersuchung eine Spekulumeinstellung, Abstrich und einen Ultraschall.

Bei Verdacht auf eine Magenerkrankung kann es nötig sein, eine Magenspiegelung durchzuführen. Bei Darmerkrankungen kann eine Darmspiegelung zur Diagnostik hilfreich sein. Auch CTs, MRTs, Röntgenuntersuchungen oder Blutuntersuchungen können Aufschluss über die Erkrankung bieten.

Therapie

Die Therapie richtet sich nach der Diagnose.
Häufig reicht eine Schmerzmittel- und Antibiotikaeinnahme um die Schmerzen in den Griff zu bekommen.
Bei Erkrankungen wie der Eileiterentzündung, Eileiterschwangerschaft, Hodentorsion und bei einigen Darmerkrankungen kann eine Operation nötig sein.

Unterleibsschmerzen der Frau

Grundsätzlich unterscheidet man primäre und sekundäre Gründe für Schmerzen im Unterleib der Frau.

Primäre Ursachen für Schmerzen im Unterleib

Um die Ursachen von Schmerzen in der Regel, bzw. Schmerzen im Unterleib grundlegend zu verstehen, ist eine Kenntnis der Funktionsweise des weiblichen Zyklus hilfreich.
Die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) bildet Botenstoffe (Hormone), sogenannte Gonadotropine, die über das Blut abgegeben werden und Gebärmutter und Eierstöcke anregen.

In den Eierstöcken werden durch diese Anregung (Stimulation) einerseits weitere Hormone gebildet (Östrogene und Gestagene), andererseits reift dort in jedem Zyklus eine Eizelle heran. Die Östrogene wirken ihrerseits anregend (stimulierend) auf die Gebärmutter, sie beginnt mit dem Aufbau ihrer Schleimhaut, die Gestagene erhalten diese Schleimhaut.

In der Zyklusmitte findet der sogenannte Eisprung statt, die gereifte Eizelle wird vom Eierstock (Ovar) in den Eileiter (Tube) abgegeben und wandert in die Gebärmutter, wo sie sich festsetzt sofern sie von einer männlichen Samenzelle befruchtet wird. Findet keine Befruchtung statt, verringert sich die Produktion der Östrogene und Gestagene. Die Schleimhaut, die die Gebärmutter innen auskleidet, wird abgestoßen und mithilfe der Blutung durch den Gebärmutterhals (Cervix) und die Scheide (Vagina) aus dem Körperinneren befördert.

Um die Schleimhaut abstoßen zu können, bildet die Gebärmutter bestimmte Botenstoffe, sogenannte Prostaglandine. Die Prostaglandine werden auch bei Entzündungen im Körper gebildet und bewirken Schmerzen am Ort ihrer Freisetzung.
In der Gebärmutter werden sie mit der Ablösung der Schleimhaut vermehrt freigesetzt, die Gebärmutter zieht sich zusammen um die Schleimhaut abzustoßen. Dadurch entsteht im Gewebe ein Sauerstoffmangel, da die Blutzufuhr begrenzt wird, was zusätzlich zur Prostaglandin-wirkung die Beschwerden während der Menstruation verursacht.
Die Stärke der Prostaglandinfreisetzung ist genetisch bedingt, also vererbt.

Sekundäre Ursachen für Schmerzen im Unterleib

Sekundäre Regelschmerzen / Schmerzen im Unterleib entstehen nicht durch die Prostaglandinfreisetzung während der Monatsblutung / Regelblutung, wie es bei den primären Regelschmerzen der Fall ist, sondern haben eine Grunderkrankung als Ursache.

Eine häufige Ursache für sekundäre Regelschmerzen (Schmerzen im Unterleib) ist die Endometriose.
Dabei handelt es sich um eine Versprengung von Gebärmutterschleimhaut an Stellen außerhalb der Gebärmutter, z. B. in:

Diese versprengte Schleimhaut reagiert genauso auf die Hormonveränderungen während des Monatszyklus wie die gesunde Schleimhaut in der Gebärmutter, das heißt sie wächst und fängt während der Monatsblutung an zu bluten. Dies führt zu Schmerzen der betroffenen Organe, besonders bei Endometriosen im Bauchraum kommt es zu starken Schmerzen durch Reizung des empfindlichen Bauchfells (Peritoneum). Eine Endometriose kann unter Umständen sogar für Unfruchtbarkeit verantwortlich sein, und sollte bei Beschwerden behandelt werden.

Eine weitere Ursache für sekundäre Regelschmerzen können Myome der Gebärmutter sein. Myome sind gutartige Verwachsungen der Gebärmuttermuskulatur, die häufig keine Beschwerden verursachen. Sind sie allerdings sehr groß oder zahlreich, kann eine schmerzhafte Menstruation die Folge sein, auch kann eine Unfruchtbarkeit bei Myomen vorliegen. Bei Schmerzen durch Myome sollten diese operativ behandelt werden.

Letztlich können auch Entzündungen von Gebärmutter und Eierstöcken sowie mechanische Verhütungsmittel wie die Spirale zu sekundären Regelschmerzen (Schmerzen im Unterleib) führen.

Schwangerschaft

Treten während der Schwangerschaft Schmerzen im Unterleib auf, kann dies die werdende Mutter sehr beunruhigen. Nicht alle Beschwerden im Unterbauch sind gefährlich, viele sogar ganz natürlich und normal. Vor allem im ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel, in etwa bis zur 20. Woche, klagen Schwangere häufig über Schmerzen im Unterleib. Um dem heranwachsenden Baby Platz zu schaffen, kommt es unter dem Einfluss der Schwangerschaftshormone zu einer Vergrößerung der Gebärmutter. Das umliegende Bindegewebe und die dazugehörigen Bänder sowie Muskeln werden gedehnt und aufgelockert. Sie führen so zu den typischen Schmerzen im Unterleib in der Frühschwangerschaft. Versuchen Sie, den Beschwerden durch beispielsweise Entspannungsübungen oder ein warmes Bad entgegenzuwirken.

Treten allerdings in der sogenannten kritischen Phase, den ersten zwölf Schwangerschaftswochen, in denen der Körper der Schwangeren entscheidet, ob der Embryo überlebensfähig ist oder nicht, Schmerzen im Unterleib begleitet von Blutungen und starken Krämpfen auf, kann dies auch ein Hinweis auf eine drohende Fehlgeburt sein. Kommt es zusätzlich zu den Unterleibsschmerzen zu einer gespannten harten Bauchdecke, handelt es sich möglicherweise um eine sogenannte Eileiterschwangerschaft.

Dabei hat sich das befruchtete Ei fälschlicherweise nicht in der Gebärmutter, sondern im Eileiter eingenistet. Solch ein Eileiter kann aufgrund der Größenzunahme des Ungeborenen platzen und innere Blutungen verursachen. Beide Fälle, die drohende Fehlgeburt und die Eileiterschwangerschaft, stellen medizinische Notfälle dar. Deshalb sollte man sofort einen Arzt aufsuchen.

In der Spätschwangerschaft, etwa ab der 20. Schwangerschaftswoche, gibt es unterschiedliche Gründe für Schmerzen im Unterleib. In der 23. bis zur 37. Schwangerschaftswoche können die Schmerzen, eventuell begleitet von Blutungen, ein Hinweis auf eine zu schnelle Vorbereitung der werdenden Mutter auf die Geburt und somit auf eine drohende Frühgeburt sein. Suchen Sie dringend einen Arzt auf, denn möglicherweise handelt es sich auch nur um einen falschen Alarm.

Einige Tage vor der geplanten Geburt, kommt es zur Erweiterung des Gebärmutterhalses und den damit verbundenen Schmerzen im Unterleib. Dies sind die ersten Wehen und der Abgang des Fruchtwassers. Es handelt es sich um einen natürlichen Vorgang, der die bevorstehende Geburt ihres Kindes ankündigt. Ersuchen Sie in jedem Fall medizinischen Rat, falls Sie während der Schwangerschaft Schmerzen im Unterleib verspüren, die Sie für sich selbst nicht sinnvoll einordnen können. Es kann sich einerseits um völlig harmlose normale Ursachen für die Unterleibsschmerzen während der Schwangerschaft handeln, andererseits aber auch um ernsthafte Probleme für ihr Ungeborenes.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 08.08.2017
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