Brustkrebs

Synonyme im weiteren Sinne

  • Mammakarzinom
  • Mamma-Ca
  • Invasives duktales Mamma-Ca
  • Invasives lobuläres Mamma-Ca
  • inflammatorisches Mamma-Ca

Englisch: breast cancer

Definition Brustkrebs

Bei dem Brustkrebs (Mammakarzinom) handelt es sich um eine bösartige Geschwulst (maligner Tumor) der weiblichen oder männlichen Brust.
Der Krebs kann entweder von den Ausführungsgängen der Drüsen (Milchgänge = duktales Karzinom) oder aber von dem Gewebe der Drüsenläppchen (lobuläres Karzinom) ausgehen.

Vorkommen in der Bevölkerung

Der Brustkrebs (Mamma-Ca) ist die häufigste bösartige (maligne) Tumorerkrankung der Frau.

Jedes Jahr erkranken in den Industrieländern ungefähr 50.000 Frauen neu am Brustkrebs. Anders formuliert bedeutet das, dass beinahe jede 8. – 10. Frau in den Industrieländern im Verlauf ihres Lebens solch ein Tumorleiden entwickelt.

Der Zeitpunkt des Neuauftretens des Brustkrebses liegt gehäuft um das 40. Lebensjahr herum. Ein weiterer Zeitpunkt, an dem die Frauen vermehrt an Brustkrebs erkranken ist nach den Wechseljahren (Klimakterium). Allerdings können auch junge Frauen um die 20 Jahre Brustkrebs bekommen.

Um das 40. Lebensjahr herum ist der Brustkrebs die häufigste Todesursache der Frau in den Industrieländern.

Betrachtet man die Neuerkrankung an Brustkrebs im Verlauf einiger Jahre, so kommt man zu dem Schluss, dass die Rate an Frauen, die jedes Jahr an Brustkrebs erkranken von Jahr zu Jahr zunimmt (steigende Inzidenz des Brustkrebses).

In den Entwicklungsländern ist es dagegen ganz anders. Dort stellt der Brustkrebs eine Rarität dar.

Abbildung Brustkrebs

Abbildung Brustkrebs: Vertikalschnitt durch die Brustwarze einer Brustdrüse

Brustkrebs - Mammakarzinom
(Bösartige Tumor der Brustdrüse)

  1. Achsellymphknoten -
    Nodi lymphoidei axillares
  2. Lymphgefäße -
    Vasa lymphatica
  3. Milchgang -
    Ductus lactifer
  4. Läppchen der Milchdrüse -
    Lobuli glandulae mammariae
  5. Fettgewebe -
    Corpus adiposum mammae
  6. Krebszelle -
    Zelle mit verändertem Erbgut
    (Mutierte Zelle)
  7. Zellkernkörper -
    Nucleus
  8. Zellwand
    Brustkrebssymptome
    a - Vergrößerte Lymphknoten
    b - Knoten in der Brust
    c - Flüssigkeitaustretung aus der Brustwarze
    d - Hautdellen in der Brust
    e - Veränderung der Farbe, Größe, Form der Brust
    A - Duktales Karzinom (80%) - Milchgangkrebs, entwickelt sich in den Zellen der Milchgänge
    A1 - Paget Karzinom - ein duktales Karzinom ensteht vor allem im Brustwarzengewebe
    B - Lobuläres Karzinom (15%) - Läppchenkrebs, ensteht in den Milchdrüsenläppchen

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Ursachen und Risikofaktoren

Die genaue Ursache für die Entstehung des Brustkrebses ist noch unbekannt. Bei etwa 5% alle Brustkrebspatienten ließ sich aber ein Zusammenhang von Brustkrebs mir einer Veränderung eines Gens finden (autosomal – rezessiv vererbte Genmutation).
Die Veränderung (Mutation) liegt bei den Betroffenen entweder auf dem BRCA – 1 – Gen (Breast Cancer 1 Gen= Brustkrebs – Gen 1) auf Chromosomen 17 oder dem BRAC – 2 – Gen (Breast Cancer 2 Gen = Brustkrebs – Gen 2) auf Chromosomen 13. Erbt ein Patient also solch eine Veränderung eines Genes, so hat er ein erhöhtes Risiko an einem Brustkrebs zu erkranken.

Andere Risikofaktoren, die ein Entstehen von Brustkrebs fördern können, sind

  • ein frühes Einsetzten der Regelblutung (Menarche)
  • sowie ein spätes Eintreten der Wechseljahre (Menopause)
  • keine Kinder (Nullipara)
  • Frauen, die ihr erstes Kind jenseits des 30. Lebensjahres geboren haben (späte Primipara)

haben ein erhöhtes Brustkrebsrisiko.

Weitere Risikofaktoren stellen

dar. Ebenfalls können einige gutartige Veränderungen des Brustgewebes (Binde- und/oder Drüsengewebe) (Mastopahtie Grad 2 und 3) ein erhöhtes Risiko für den Brustkrebs sein. Auch das Rauchen erhöht das Risiko an Brustkrebs zu erkranken.

Krankheitsentstehung

Der Brustkrebs entwickelt sich über mehrere Jahre hinweg aus Vorstufen. Zunächst noch normale Zellen (differenzierte Zellen) verändern sich mit der Zeit, sie entdifferenzieren sich sozusagen (undifferenzierte Zellen). Sie lassen sich dann meistens nicht mehr von den Regelmechanismen des Körpers kontrollieren, sondern wachsen und verändern sich selbstständig weiter. Letztendlich verlieren die Krebszellen ihre ursprüngliche Funktion.

Die Vorstufe (Präkanzerose) des Brustkrebses der Ausführungsgänge (invasives duktales Mamma Karzinom) ist ein so genanntes Oberflächenkarzinom der Milchgänge (Ductales Carcinoma in situ = DCIS). Es hat einen Anteil von 90% an allen Brustkrebsvorstufen. In diesem Oberflächenkarzinom sind die Zellen zwar schon verändernd, wachsen aber nicht zerstörend (destruierend) in die Tiefe des Gewebes hinein. Oberflächenkarzinome wachsen folglich wie der Name bereits andeutet oberflächlich. Sie überschreiten eine gewisse Linie (Basalmembran), die die oberflächlichen Zellen von dem umgebenden Gewebe abgrenzt nicht. Auch siedeln sich (metastasieren) die Krebszellen des Oberflächenkarzinoms nicht in anderen Organen ab. Zu etwa 20% treten solche Oberflächenkarzinome der Milchgänge beidseits und an mehreren Stellen (multipel) auf.

Wächst (proliferiert) so ein Oberflächenkarzinom schneller als sich Gefäße bilden können, die das Oberflächenkarzinom mit Nährstoffen versorgen können, so kann es zum Absterben (Nekrose) einiger Anteile des Geschwulstes kommen. Diese abgestorbenen Anteile können im weiteren Verlauf verkalken. Mittels der Mammographie können diese Verkalkungen im Brustkrebsgewebe nachgewiesen werden.

Aus diesen Oberflächenkarzinomen der Milchgänge, also den Vorstufe des Brustkrebses der Milchgänge, kann sich der zerstörerische (destruierende, invasive) und in das umliegende Gewebe eindringender (infiltrierender) Brustkrebs entwickeln. Dies erfolgt in der Regel in weniger als 10 Jahren.

Bei der Vorstufe des Brustkrebses der Läppchen (invasives lobuläres Mamma Karziom) handelt es sich ebenfalls um ein Oberflächenkarzinom (lobuläres Carcinoma in situ = LCIS). Dieses wuchert nun nicht in den Ausführungsgängen sondern in dem Gewebe der Läppchen (Lobuli). Es kommt seltener zu abgestorbenen Gewebeanteilen als bei dem Oberflächenkarzinom der Milchgänge und daher auch seltener zu Verkalkungen. Zu ungefähr 30% tritt es beidseits auf und zu etwa 60% ist es an mehreren Stellen (multizentrisch) gelegen (lokalisiert). Nach ungefähr 25 Jahren entwickelt sich aus dieser Vorstufe der Brustkrebs der Läppchen.

Der Brustkrebs der Milchgänge ist die häufigste Form des Brustkrebses gefolgt vom Brustkrebs der Läppchen. Eine andere seltene Form des Brustkrebses ist das muzinöse Karzinom, auch Gallerkarzinom genannt, das zähflüssigen Schleim produzieren kann. Das medulläre Karzinom und das papilläre Karzinom stellen zudem andere seltene Formen des Brustkrebses dar. Weitere seltene Formen sind das tubuläre Karzinom, das adenoid-zystische Karzinom und das Komedokarzinom. Letzteres ist eine bösartige Geschwulst mit in der Mitte gelegenen (zentralen) abgestorbenen Zellen (Nekrosen).

Eine Sonderform nimmt der so genannte entzündliche Brustkrebs (inflammatorisches Mamma Karzinom) ein. Er macht 1-4% aller Brustkrebsarten aus. Der Name kommt daher, da die Brust so aussieht, als läge eine Entzündung vor. Durch Absiedlung der Krebszellen in die Lymphbahnen (Lymphangiosis carcinomatosa) der Haut kommt es zu einer Überwärmung und Rötung (Erythem) der Brust. Weiterhin ist die Brust geschwollen. Die Haut hat Einziehungen (Apfelsinenhaut). Bei einer Brust mit einem solchem Erscheinungsbild muss immer abgeklärt werden, ob es sich um eine Entzündung oder um Brustkrebs handelt.

Auch das Paget – Karzinom (Morbus Paget der Brust) ist eine besondere Art des Brustkrebses. Bei diesem Brustkrebs hat die Geschwulst Anschluss an die Brustwarze (Mamille). Die Brustwarze ist rot, schuppt und juckt

Schmerzen bei Brustkrebs

Brustschmerzen kommen sehr häufig vor, fast alle Frauen verspüren besonders in der zweiten Hälfte des Zyklus Schmerzen in der Brust. In der Regel bessern sich diese schmerzen mit dem Eintritt der Periode oder verschwinden völlig.
Diese Beschwerden sind harmlos und sind hormonell bedingt.
Brustkrebs verursacht besonders in frühen Stadien keine Beschwerden oder Schmerzen. Jedoch können Krankheitszeichen wie Schmerzen, Druck oder Spannungsgefühl in der Brust bei Brustkrebs auftreten.
Da diese Symptome auch auf andere Erkrankungen hinweisen können (z.B. flüssigkeitsgefüllte Zysten in der Brust) ist es in jedem Fall ratsam, die Symptome von einem Frauenarzt abklären zu lassen, um die tatsächliche Ursache herauszufinden.

Symptome

Häufig wird Brustkrebs nicht durch bestimmte Beschwerden oder Schmerzen entdeckt. Meistens wird der Brustkrebs festgestellt, wenn die betroffene Person oder der Frauenarzt bei der Vorsorgeuntersuchung einen Knoten ertastet.
Es gibt jedoch einige Anzeichen / Symptome, bei denen zumindest abgeklärt werden muss, ob es sich um Brustkrebs handeln könnte.
Dazu gehören beispielsweise Verhärtungen der Brust oder der Brusthaut, sowie Schmerzen, Druck oder Spannungsgefühl in der Brust.
Außerdem können:

  • Einziehungen der Brusthaut
  • Entzündungen der Brust oder der Brusthaut
  • Juckreiz im Bereich der Brustwarze
  • Veränderungen der Brustwarze
    oder
  • Flüssigkeitsaustritt aus der Brustwarze (besonders blutiges Sekret)

auf eine Brustkrebserkrankung hinweisen.Wie bei jeder Krebserkrankung kann es auch bei Brustkrebs zu Allgemeinsymptomen kommen, wie ein allgemeines Schwächegefühl, Appetitverlust, Gewichtsverlust (ungewollt, in kurzer Zeit) oder Nachtschweiß.Jedoch muss nicht gezwungenermaßen bei einer oder mehrerer dieser Beschwerden eine Brustkrebserkrankung dahinter stecken. Sie können auch durch andere Erkrankungen ausgelöst werden.

In fortgeschritteneren Stadien wird ein Brustkrebs manchmal erst dann erkannt, wenn bereits Tochtertumore (Metastasen) in Lymphknoten oder andere Organe gestreut haben.
So können je nach Lokalisation der Tumorabsiedelung (Metastasen) auch Symptome wie ein tastbarer verdickter Lymphknoten in der Achselhöhle, Luftnot oder Atembeschwerden, Knochenschmerzen, aber auch Kopfschmerzen, Bewusstseinsstörungen und Sensibilitätsstörungen die Folge sein.
Auch diese Beschwerden werden nicht ausschließlich durch Krebserkrankungen hervorgerufen und können auch bei anderen Krankheiten oder teilweise auch bei Gesunden auftreten.

Lesen Sie mehr zum Thema: Brustkrebs Symptome

Diagnose Brustkrebs

Die meisten Frauen (ca. 75% aller Frauen mit Brustkrebs) bemerken als erstes Zeichen eines Brustkrebses selbst einen Knoten in der Brust und besuchen (konsultieren) daraufhin ihren Frauenarzt. Bei anderen Patienten wird der Brustkrebs zum Beispiel in einer Vorsorgeuntersuchung entdeckt.

Der behandelnde Arzt muss sich zunächst über die Symptome und Risikofaktoren der Patientin informieren (Anamnese). Daraufhin müssen beide Brüste betrachtet (inspiziert) und nach möglichen Knoten abgetastet (palpiert) werden. Findet der Arzt etwas Auffälliges so wird eine Mammographie und/oder Mammosonographie der Brust gemacht.

Die Mammographie ist eine spezielle Röntgenaufnahme der Brust. Sie wird bei der Krebsfrüherkennungsuntersuchung oder bei Verdacht auf Brustkrebs durchgeführt. Auffällige Zellhaufen in der Brust können damit gut erkannt werden.

Die Mammosonographie ist eine spezielle Art der Ultraschalluntersuchung (Sonographie) der Brust. Sie wird meistens ergänzend zur Mammographie gemacht.

Die Magnetresonanztomographie (MRT) der Brust (Mamma – MRT Brust) wird eher selten als Untersuchungsmethode herangezogen, da bei diesem Verfahren zum Beispiel 60 – 70% aller Krebsvorstufen übersehen werden. Allerdings kann die Magnetresonanztomographie der Brust sinnvoll zur Unterscheidung eines Tumors von einer narbigen Veränderung der Brust sein. Und auch bei vorgefundenen Krebszellen in Lymphknoten der Achselhöhle, aber weder in der Mammosonographie noch in der Mammographie sichtbaren Tumor in den Brüsten, ist die Magnetresonanztomographie der Brust eine hilfreiche Untersuchung um den Brustkrebs zu entdecken.
Lesen Sie hierzu auch unser Thema: MRT bei Brustkrebs

Zur genaueren Untersuchung eines Tumors kann man unter Zuhilfenahme einer speziellen Nadel eine Gewebeprobe (Biopsie) aus der Geschwulst entnehmen (minimal – invasive Feinnadelpunktion). Anhand dieser Gewebeprobe kann man erkennen, um was für ein Geschwulst es sich handelt und feststellen, ob dieser bösartig (maligne) oder gutartig (benigne) ist. Ist die Geschwulst bösartig, kann man außerdem eine Aussage darüber treffen, welcher Typ von Brustkrebs vorliegt.

Ist ein bösartiger Tumor mittels obigen genannter Untersuchungen erkannt worden, ist es sinnvoll andere Organe, in die sich der Krebs absiedelt, auf Krebsbefall zu untersuchen (Screening). Dazu macht man ein Röntgenaufnahme vom Brustkorb (Röntgenthorax), eine Ultraschalluntersuchung von der Leber (Lebersonogarphie), ein gynäkologische Untersuchung und eine Knochenszintigraphie.

Eine Knochenszintigraphie ist ein bildgebendes Verfahren zur Darstellung von Tumoren oder Entzündungen mit nuklearmedizinischen Methoden. Genauer gesagt bedeutet das, dass eine bestimmte Substanz, in der so genannte Radionukleotide vorhanden sind, in ein Gefäß des Patienten gespritzt wird. Diese Radionukleotide reichern sich bei einem Knochenszintigramm speziell im Knochen und zwar direkt in den Krebs- bzw. Entzündungszellen an. Sie senden gebündelte Gammastrahlen aus, die mit einer speziellen Kamera (Gammakamera) gemessen und zu einem Bild umgesetzt werden können. Hat der Patient nun aus dem Brustkrebs abgesiedelte Krebszellen im Knochen, so kann man das mithilfe eines solchen szintigraphischen Bildes erkennen.

Wie kann ich Brustkrebs erkennen?

Um Brustkrebs frühzeitig zu erkennen, sollte man die eigene Brust regelmäßig abtasten.
Es wird empfohlen, etwa eine Woche nach der Regelblutung die Brüste auf Knoten und Veränderungen abzutasten, in dieser Zeit ist das Brustgewebe sehr weich und lässt sich gut untersuchen. Dabei sollte auch die Achsel nach geschwollenen Lymphknoten abgetastet werden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Brust abzutasten. Zur richtigen Durchführung sollte ein Frauenarzt befragt werden. In der Regel sind die Knoten, die bei der Selbstuntersuchung entdeckt werden gutartig (besonders bei jungen Frauen), allerdings sollte jede Veränderung von einem Arzt abgeklärt werden.

Ein Brusttumor ist in mehr als der Hälfte der Fälle im oberen äußeren Viertel der Brust zu finden, weshalb diesem Bereich auch bei der Selbstuntersuchung besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte. Brustkrebs ist allerdings in der Selbstuntersuchung nicht immer leicht zu erkennen.
Außerdem sollte jede Frau einmal im Jahr eine Früherkennungsuntersuchung bei einem Frauenarzt wahrnehmen. Die körperliche Untersuchung und die regelmäßige ärztliche Kontrolle spielen eine große Rolle beim frühzeitigen Erkennen von Brustkrebs. Für Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren besteht die Möglichkeit, alle zwei Jahre an einem Mammografiescreening (Röntgenuntersuchung der Brust) teilzunehmen. Vor dem 50. Lebensjahr treten nur etwa 20 Prozent aller Brusttumore auf, weshalb nur Hochrisikopatientinnen vor dem 50. Lebensjahr regelmäßig ein Mammografiescreening erhalten sollten.

Eine weitere wichtige Möglichkeit, einen Brusttumor frühzeitig zu erkennen, stellt neben der Selbstuntersuchung und dem Mammografiescreening eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) der Brust dar. Auch wenn bei der Tastuntersuchung ein Knoten entdeckt wurde, wird in jedem Fall eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt. So kann beispielsweise unterschieden werden, ob es sich vielleicht um eine gutartige Zyste in der Brust (mit Flüssigkeit gefüllter Hohlraum) oder ein Fibroadenom (häufige gutartige Gewebeneubildung in der weiblichen Brust) handelt.

Einige Formen von Brusttumoren lassen sich mit der Ultraschalluntersuchung diagnostizieren, in unklaren Fällen wird zur Sicherheit eine Biopsie (Entnahme einer Gewebeprobe) entnommen und untersucht.

Grundsätzlich ist es empfehlenswert, bei jeder Veränderung, die an der Brust wahrgenommen wird, einen Arzt aufzusuchen.

Solche Veränderungen, die Brustkrebs erkennnen lassen, können sein:

  • knotige Tastbefunde,
  • neu aufgetretene Einziehungen und Vorwölbungen der Brust,
  • Ausfluss aus der Brustwarze
  • eine Einziehung der Brustwarze.

Durch weitere Untersuchungen kann Brustkrebs frühzeitig erkannt oder ausgeschlossen werden.

Männer und Brustkrebs?

Brustkrebs bei Männern ist sehr selten.
Bei Frauen ist Brustkrebs die häufigste Krebsart überhaupt, deshalb haben Männer schon rein statistisch ein viel geringeres Risiko als Frauen, an Brustkrebs zu erkranken. Da Brustkrebs als typische Frauenerkrankung gilt, wird diese Tumorart bei Männern oft erst spät entdeckt.
Bei den meisten Männern ist es im Nachhinein schwierig herauszufinden, was genau die Brustkrebserkrankung ausgelöst hat. Bisher sind nur einige Faktoren bekannt, die das Risiko für Brustkrebs beim Mann steigern. Dazu gehören beispielsweise sogenannte Brustkrebsgene. Es gibt einige ererbte oder spontan aufgetretenen Genveränderungen, die sowohl bei Frauen als auch bei Männern das Brustkrebsrisiko steigern (z.B. BRCA-Gene, breast cancer genes). Diese Genveränderungen finden sich aber nur bei wenigen Betroffenen. Eine Rolle bei der Entwicklung von Brustkrebs spielen auch hormonelle Faktoren. Auch Männer produzieren (wie Frauen) das Geschlechtshormon Östrogen, jedoch normalerweise in viel geringeren Mengen als Frauen.
Höhere Östrogenspiegel treten zum Beispiel bei starkem Übergewicht oder Lebererkrankungen wie Leberzirrhose oder Leberschrumpfung auf.
Im Verdacht das Risiko für eine Brustkrebserkrankung zu erhöhen, stehen auch Hormone zur Leistungssteigerung, wie sie von Bodybuildern über längere Zeit eingenommen werden.
Männer, die das sogenannten Klinefelter-Syndrom aufweisen (ein oder mehrere zusätzliche weibliche X-Chromosomen), haben ein ähnlich hohes Risiko für Brustkrebs wie Frauen.
Der Brustkrebs bei Männern macht sich durch tastbare Knoten bemerkbar. Aber auch Flüssigkeitsabsonderungen aus der Brustwarze, kleine Entzündungen oder Wunden oder eine Einziehung der Brusthaut oder der Brustwarze gelten als Warnsignale für Brustkrebs.
Ultraschalluntersuchungen und Mammographie (Röntgenuntersuchung der Brust) werden auch bei Männern angewendet, sind jedoch nicht so aussagekräftig wie bei Frauen.
Die Diagnose Brustkrebs wird über eine Biopsie (Gewebeprobe) gestellt, die aus der Brust entnommen und untersucht wird. Auch die Therapie des Brustkrebs unterscheidet sich bei Männern wenig von der für Frauen.
Tumorverdächtige Bereiche wie auch benachbarte Lymphknoten aus der Achselhöhle werden operativ entnommen. Manchmal sind unterstützende Maßnahmen nach der Operation notwendig, um Tumorzellen, die möglicherweise im Körper verblieben sind zu vernichten (z.B. Strahlentherapie der Brustwand, Chemotherapie). Bei Männern ist häufig eine antihormonelle Therapie angezeigt, da der Tumor östrogenabhängig wächst.

Chemotherapie

Eine Chemotherapie (kurz: Chemo) hat einen großen Stellenwert in der Behandlung von Brustkrebs.
Nicht jede Form von Brustkrebs kann und muss mit einer Chemotherapie behandelt werden, es muss dafür einen klaren Grund geben.
Jeder Brustkrebs muss anders behandelt werden und jedes Mal muss eine individuell ausgerichtete und sorgfältig ausgewählte Therapie erfolgen. Bei der Chemotherapie als Teil des Behandlungsplans von Brustkrebs wird unterschieden, je nachdem in welcher Phase der Erkrankung die Chemo durchgeführt wird, zwischen einer:

  • primären (neoadjuvanten)
  • adjuvanten
    oder
  • palliativen Therapie.

Eine primäre Chemotherapie wird meist vor einer Operation durchgeführt.Dies kann besonders wichtig sein, wenn eine beispielsweise eine Operation nicht möglich ist, wenn der Tumor zu groß oder entzündet ist. Meistens erfolgt dann eine operative Behandlung, um den Tumor endgültig zu entfernen. Von einer adjuvanten Therapie spricht man, wenn die Chemotherapie nach einer Operation durchgeführt wird und keine Tumorabsiedelungen in anderen Organen (Metastasen) vorhanden sind. Wenn bereits Tumorabsiedelungen nachgewiesen sind, kann eine Chemotherapie ebenfalls sinnvoll sein, man spricht dann von einer palliativen Therapie.

Diese palliative Chemo kann sinnvoll sein, um Symptome zu behandeln wie Schmerzen durch Metastasen, Luftnot oder Hauterscheinungen.Bei der Auswahl der Chemo-Medikamente (Chemotherapeutika) müssen sehr viele Faktoren berücksichtigt werden, wie Organfunktionen (besonders Herz und Knochenmark), Tumorabsiedelungen, Symptome und vieles mehr. Da in Deutschland viele verschiedene Chemotherapeutika für die Behandlung von Brustkrebs zugelassen sind, kann eine individuelle und optimale Therapie erreicht werden.

Lesen Sie mehr zum Thema: Chemotherapie bei Brustkrebs

Metastasen

In fortgeschrittenen Stadien einer Brustkrebserkrankung kann es zu Tumorabsiedelungen (Metastasen) in andere Organe beispielsweise in den Knochen kommen.
Dabei wandern einzelne Brustkrebszellen über den Blut- oder Lymphstrom in andere Gewebe oder Organe. Es ist bisher nicht sinnvoll, nach diesen einzelnen Zellen mit ausgefeilten Methoden zu suchen, da viele von ihnen durch adjuvante Hormon- oder Chemotherapie zugrunde gehen.
Trotzdem kann es passieren, dass sich einige dieser Brustkrebszellen früher oder später zu Metastasen heranwachsen, am häufigsten:

Diese Metastasen können auch noch Jahrzehnte nach einer zunächst erfolgreichen Behandlung des Brustkrebses entdeckt werden. Derzeit ist es nicht immer möglich, eine dauerhafte Heilung zu erreichen, wenn Metastasen bei Brustkrebs auftreten.
Das Behandlungsziel ist momentan, die Erkrankung über eine möglichst lange Zeit zu kontrollieren, Symptome zu lindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu erhalten. Je nachdem, wo sich Metastasen gebildet haben, kann es zu sehr unterschiedlichen Krankheitsverläufen kommen.
Für die Behandlung spielen einige Faktoren eine Rolle wie biologische Tumoreigenschaften, das Alter, die hormonelle Situation, der allgemeine Gesundheitszustand und die Wünsche der Betroffenen.
In erster Linie kommen bei der Behandlung von Metastasen Medikamente in Betracht, da sie systemisch (den ganzen Körper betreffend) wirken.
Dabei stehen Hormon- und Chemotherapien, bei Knochenmetastasen auch Bisphosphonate zur Verfügung. In manchen Fällen können Metastasen auch operiert oder bestrahlt werden.
Lesen mehr Informationen zu diesem Thema unter: Brustkrebs Metastasen

Brustkrebs Metastasen

Alter

Das Lebensalter ist ein Risikofaktor für Brustkrebs.
Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko an Brustkrebs zu erkranken, jüngere Frauen sind eher selten betroffen. Die Mehrzahl der Frauen erkranken erst ab dem 40. und besonders ab dem 50. Lebensjahr an Brustkrebs. Die meisten Erkrankungen treten nach den Wechseljahren auf.
Das mittlere Erkrankungsalter von Brustkrebs liegt bei 64 Jahren.
Alle anderen Krebserkrankungen treten im Schnitt erst in einem höheren Alter auf. Das Risiko an Brustkrebs zu erkranken, wird zusätzlich gesteigert, wenn im Jugendalter ein später Wachstumsschub aufgetreten ist oder die Wechseljahre (Klimakterium mit anschließender Menopause) erst spät einsetzen.
Statistisch sind auch Frauen, die bei der Geburt des ersten Kindes über 30 Jahre alt waren, eher gefährdet, eine Brustkrebserkrankung zu erleiden.

Prognose und Heilungschancen von Brustkrebs

Eine Reihe von Faktoren bestimmen den Verlauf und die Prognose des Brustkrebses.
Die Kenntnis über diese Prognosefaktoren ermöglicht eine Abschätzung, wie hoch das Risiko für eine Tumorabsiedelung (Metastasierung) und für das Erleiden eines Rückfalls (Rezidiv) nach erfolgter Behandlung ist.
Dabei spielen das Alter und der Menopausestatus (vor den Wechseljahren oder bereits danach), das Tumorstadium, der Entartungsgrad der Zellen und charakteristische Eigenschaften des Tumors eine Rolle für die Heilungschancen.

Je kleiner der Tumor ist, wenn noch keine Lymphknoten befallen sind und keine Tochtertumoren (Metastasen) ausgebildet wurden, desto besser ist die Prognose und somit auch die Heilungschance.

Spätere Stadien verlaufen oft ungünstiger. Auch der Grad der Entartung der bösartigen Tumorzellen kann hilfreich sein, um die Prognose abzuschätzen. Das Tumorstadium liefert Informationen über die Aggressivität und Wachstumsgeschwindigkeit des Tumors. Außerdem gibt es bestimmte Eigenschaften von Brustkrebszellen, die das Wachstum der Zelle bestimmen und sich bei den einzelnen Brustkrebserkrankungen unterscheiden. So kann das Zellwachstum durch weibliche Hormone (Östrogene) gefördert werden, da sie sogenannte Östrogenrezeptoren besitzen.
Auch andere Arten von Rezeptoren spielen eine Rolle. Die Kenntnis, um diese charakteristischen Eigenschaften von Tumorzellen, erleichtert die Wahl der richtigen Behandlung und gibt eine Auskunft über die Prognose.
Ein weiterer Prognosefaktor ist das Alter der Patientin bei der Diagnosestellung, da Frauen unter 35 Jahren häufiger Rückfälle erleiden und die Prognose als ungünstiger gilt als in anderen Altersgruppen.
Ebenso ist es für die Prognose relevant, ob die Patientin noch ihre Monatsblutungen hat oder sich jenseits der Menopause befindet.

Grundsätzlich gilt, je früher der Brustkrebs entdeckt wird, umso besser sind die Prognose und die Heilungschancen.

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Ist Brustkrebs heilbar?

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung der Frau und die Zahl der Brustkrebserkrankung nimmt in den westlichen Industrieländern weiterhin zu.
Die Sterblichkeit der Erkrankung jedoch zeigt sich in den letzten Jahrzehnten deutlich rückläufig. Die Heilungschance des Brustkrebs sind gut, mehr als drei Viertel der Betroffenen sind nach fünf Jahren nach der Behandlung noch am Leben.
Die deutliche Verbesserung der Heilungschancen und der Lebensqualität der Betroffenen sind dem Fortschritt in der Diagnostik und Therapie des Brustkrebses zu danken.
Die Entwicklung des Mammographie-Screenings (Röntgenuntersuchung der Brust) und von organerhaltenden und rekonstruktiven Operationsverfahren, sowie die Entdeckung der erblichen Formen des Brustkrebses und die Verfügbarkeit von Hormon-, Chemo- und Antikörpertherapie haben dazu beigetragen, dass Brustkrebs in immer mehr Fällen heilbar geworden ist.
Eine frühe Entdeckung des Tumors bedeutet meistens eine größere Chance auf Heilung.
In mehr als 90 Prozent der Fälle kann die Brustkrebserkrankung geheilt werden, wenn der Tumor kleiner ist als ein Zentimeter.
Bei einer Tumorgröße von zwei Zentimetern sinkt die Heilungschance auf etwa 60 Prozent.
In seltenen Fällen kann jedoch ein Brustkrebs auch dann nicht mehr heilbar sein, selbst, wenn er in einem frühen Stadium entdeckt wurde. Durch das Screeningverfahren (wie die jährlich Vorsorgeuntersuchung beim Frauenarzt) werden etwa 70 bis 80 Prozent der Brustkrebstumore in einem Stadium entdeckt, indem sie heilbar sind.
Auch die Rückfallrate (Rezidiv) nach einer zunächst erfolgreichen Behandlung des Brustkrebses ist in den letzten Jahren aufgrund der optimierten Therapieverfahren zurückgegangen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Heilungschancen von Brustkrebs

Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 02.11.2016
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