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Verkalkung der Brust

Was ist eine Verkalkung in der Brust?

In der weiblichen Brust können sich Kalkablagerungen finden, die häufig als Verkalkungen, Mikro- oder auch Makrokalk bezeichnet werden. Bei Kalk handelt es sich um die chemische Verbindung Calciumcarbonat, die beispielsweise auch in den Gefäßen des Körperkreislaufs ausfallen kann. In der Brust können Verkalkungen entstehen und sind dadurch in der Röntgen-Untersuchung sichtbar, da sie sich als röntgendichte Strukturen darstellen. Verkalkungen in der Brust sind natürlich und können aufgrund verschiedener Ursachen auftreten.    

Ursachen einer Verkalkung in der Brust

Es gibt verschiedene Ursachen für das Auftreten von Verkalkungen in der Brust. Häufig handelt es sich dabei um gutartige Erkrankungen der Brust, die mit einer Veränderung des Brustgewebes einhergehen. Dazu gehören beispielsweise gutartige Brusttumore, wie Fibroadenome, Zysten  oder auch die zystische Mastopathie.

Die Entstehung des Kalks ist auf den Stoffwechsel innerhalb dieses Gewebes zurückzuführen und per se nicht krankhaft. In einigen Fällen kann der Kalk jedoch auch im Rahmen einer bösartigen Erkrankung, insbesondere des ductalen Mammakarzinoms, vorkommen. Auch in diesem Falle ist die Entstehung des Kalks auf den Gewebestoffwechsel zurückzuführen.       

Diagnose

Die Diagnose einer Verkalkung in der Brust wird durch bildgebende Verfahren gestellt. Kalk lässt sich besonders gut durch Röntgenstrahlung darstellen, da er röntgendicht ist. Das bedeutet, dass der Kalk als weißliche Struktur im Röntgenbild zu sehen ist. Die Verkalkung wird in der Regel bei der vorsorglich durchgeführten Mammografie entdeckt. In der Mammografie kann der Radiologe aufgrund der Struktur, Form und Verteilung des Kalks einschätzen, ob eher eine gutartige oder bösartige Ursache zugrunde liegt.

Gutartiger Mikrokalk ist meist eher diffus im Brustgewebe verteilt und punktförmig bis grobschollig. Die diffus verteilten Kalkpartikel ähneln sich und auch das restliche Brustgewebe zeigt keinen Anhalt für eine bösartige Entwicklung.
Bösartiger Mikrokalk hingegen zeichnet sich durch eine gruppierte Verteilung aus. Die Kalkpartikel werden als polymorph bezeichnet, da sie sich nicht ähneln, sondern ganz unterschiedlich sind.
Bei einem gutartigen Befund reicht eine halbjährliche bis jährliche Kontrolle des Kalks in der Mammografie aus. Ein verdächtiger Befund hingegen wird durch eine Biopsie weiter abgeklärt.

Wie häufig sind Verkalkungen in der Brust bösartig?

Es ist schwierig abzuschätzen wie häufig Verkalkungen in der Brust bösartig sind. Meistens sind Verkalkungen gutartig. Nur in den seltensten Fällen ergibt sich die Diagnose eines Brustkrebses. Bei Brustkrebs handelt es sich jedoch immer noch um den häufigsten Krebs der Frau, sodass statistisch gesehen etwa jede 8. Frau im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs erkrankt. Nicht jeder Brustkrebs geht jedoch auch mit Verkalkungen in der Brust einher, sodass man nur schwer sagen kann, wie häufig Verkalkungen tatsächlich bösartig sind.

Begleitende Symptome

In der Regel führen Verkalkungen in der Brust nicht zu Symptomen oder Beschwerden. Sie können jedoch im Rahmen von Erkrankungen auftreten, die Symptome verursachen. Das kann sowohl bei gut- als auch bei bösartigen Erkrankungen der Fall sein.
Verkalkungen, die im Rahmen von Tumoren auftreten, können durch Schmerzen oder ein Ziehen in der Brust auffallen. Dabei sind es nicht die Verkalkungen, die den Schmerz verursachen, sondern der Tumor, der auf das umliegende Gewebe drückt. Ein bösartiger Tumor kann weiterhin, insbesondere in einem fortgeschrittenen Stadium, mit einer sogenannten B-Symptomatik einhergehen. Dabei kommt es zu Fieber, Nachtschweiß und einem ungewollten Gewichtsverlust. Weiterhin sind verschiedene Begleitsymptome im Rahmen einer Metastasierung in andere Organe möglich. Diese Symptome werden jedoch ebenfalls nicht durch die Verkalkungen an sich ausgelöst.

Schmerzen durch den Kalk in der Brust

Verkalkungen in der Brust verursachen in der Regel keine Symptome. Sie sind in der Mammografie sichtbar und werden dort diagnostiziert. In den meisten Fällen erfolgt die Diagnose bei dem Brustkrebsscreening. Kalk in der Brust führt jedoch nicht zu Schmerzen oder ähnlichen Beschwerden, die einen Arztbesuch nach sich ziehen würden.

Es ist jedoch möglich, dass die Verkalkungen in tumorös verändertem Gewebe auftreten. Dieses Gewebe kann, insbesondere wenn es sehr groß ist und auf das restliche Brustgewebe drückt, schmerzhaft sein.  Der Schmerz wird jedoch nicht direkt durch den Kalk verursacht, sondern durch den Tumor selbst, ganz gleich ob dieser gut- oder bösartig ist.  

Therapie einer Verkalkung in der Brust

Die Behandlung einer Verkalkung in der Brust richtet sich nach der zugrundeliegenden Erkrankung. Verkalkungen als solche müssen nicht behandelt werden, sie sind jedoch Ausdruck einer anderen Erkrankung. Diese kann sowohl gut- als auch bösartig sein.

Eine gutartige Erkrankung muss nicht behandelt werden und wird lediglich halbjährlich oder jährlich kontrolliert, da selten auch ein Übergang in eine bösartige Erkrankung möglich ist. Beispiele dafür sind Zysten oder Fibrome.
Ein verdächtiger Mikrokalk wird zunächst biopsiert und dann feingeweblich unter dem Mikroskop untersucht. Zeigt sich dort eine bösartige Tumorerkrankung wird umgehend eine stadiengerechte Therapie des Brustkrebses begonnen. Diese Therapie kann je nach Tumorstadium Operationen, Bestrahlungen, Hormon- und Chemotherapien beinhalten.  

Wann muss man Verkalkungen der Brust entfernen?

Bösartiger Mikrokalk, der bei einem Mammakarzinom auftritt, wird behandelt. Die Behandlung umfasst sowohl Operationen, als auch Bestrahlungen, Chemo- und Hormontherapien. Das Ziel der Behandlung ist es, den Tumor und möglichst alle Tumorzellen ebenfalls mit abzutöten, um eine Metastasierung zu verhindern.
Bei einem noch nicht metastasierten Mammakarzinom reicht eine operative Entfernung mit nachfolgender Bestrahlung der Brust aus. Wenn sich bereits Metastasen gebildet haben, ist ein aggressiveres Vorgehen mittels Chemo- und Hormontherapie erforderlich.

Prognose von Verkalkungen der Brust

Verkalkungen in der Brust können sowohl gut- als auch bösartiger Natur sein.
Gutartige Verkalkungen bedürfen keiner Behandlung und haben eine sehr gute Prognose, da sie im Rahmen verschiedener gutartiger Brustveränderungen auftreten können. Dazu gehören beispielsweise Fibroadenome und Zysten. Ein Übergang in eine bösartige Erkrankung ist äußerst selten, sodass meist eine regelmäßige Kontrolle etwa einmal jährlich ausreichend ist.

Verdächtige Verkalkungen, welche im Rahmen bösartiger Erkrankungen auftreten, stellen sich hingegen anders da. Ihre Prognose ist stark variabel. In einem sehr frühen Tumorstadium ist die Prognose gut und ein kurativer, also heilender, Therapieansatz ist möglich. Ein weit fortgeschrittenes Tumorstadium mit einer Streuung des Tumors in weitere Organe geht mit einer schlechteren Prognose einher.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 31.01.2019
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