Anzeichen einer bestehenden Schwangerschaft

Einleitung

Die ersten auftretenden Schwangerschaftsanzeichen können von Frau zu Frau unterschiedlich sein und verschieden stark ausgeprägt sein.

Der erste Verdacht auf eine Schwangerschaft wird meistens dann erhoben, wenn die monatliche Regelblutung ausbleibt. Treten dann noch weitere typische Anzeichen einer Schwangerschaft auf, so ist es sehr wahrscheinlich, dass eine Schwangerschaft besteht.
Ein Schwangerschaftstest, wie z.B. Clearblue® kann frühestens am ersten Tag der ausbleibenden Periode durchgeführt werden, ist allerdings in dieser Zeit noch sehr ungenau.
Sicher, dass eine Schwangerschaft besteht, kann man nur sein, wenn dies von einem Frauenarzt bestätigt wurde.

Typische Zeichen einer Schwangerschaft

Das erste signifikante Schwangerschaftsanzeichen ist meist das Ausbleiben der Regelblutung. Die hormonellen Veränderungen im weiblichen Körper können bereits zu Beginn der Schwangerschaft zu weiteren typischen Anzeichen führen:

  • Müdigkeit, Ausfluss oder Schmierblutungen, häufiger Harndrang
  • Heißhunger oder Ekel vor bestimmten Nahrungsmitteln
  • Ziehen im Unterbauch oder Unterleibskrämpfe: können zu Beginn der Schwangerschaft eintreten, wenn sich die Eizelle einnistet.
  • Morgendliche Übelkeit: tritt in der Regel zwischen der 6. Und 12. Schwangerschaftswoche auf und verschwindet in den meiste Fällen danach wieder
  • Veränderungen der Brüste: oft tritt ein Spannungsgefühl in den Brüsten auf, die Brüste sind berührungsempfindlicher und die Region um die Brustwarzen färbt sich dunkler. Dies soll den Körper der Frau auf das spätere Stillen vorbereiten. Bei manchen Frauen kommt es schon während der Schwangerschaft zu dem Austritt von Milch.
  • Anstieg der Körpertemperatur: wird von Schwangeren oft als angenehmes Wärmegefühl beschreiben.
  • Stimmungsänderungen: Frauen in der Schwangerschaft sind oft sehr sensibel und brechen schneller in Tränen aus als vorher. Auch Gereiztheit oder Stimmungsschwankungen können hormonell bedingt auftreten, verschwinden aber oft im weiteren Verlauf wieder. Ebenso kann es zu einem Anstieg der sexuellen Lust kommen, da die Genitalregion der schwangeren Frau besser durchblutet wird.

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Ziehen in der Brust

Das Ziehen der Brüste kann bereits ziemlich zu Beginn der Schwangerschaft auftreten. Wenn der Hormonhaushalt des weiblichen Körpers sich im Verlauf einer Schwangerschaft ändert, sind die Brüste davon betroffen. Ziel ist es, die Brüste auf die Milchproduktion und das Stillen vorzubereiten. Durch das starke Wachstum der Brüste kann es zu einem mehr oder weniger starken Ziehen der Brust kommen, welches häufig auch dazu führt, dass die Brüste sehr berührungsempfindlich sind. Auch ein vermehrtes Pochen oder Kribbeln, vor allem bei Berührungen kommt bei manchen Frauen vor. Sowohl das Ziehen als auch die anderen Beschwerden verschwinden in der Regel im Laufe der Schwangerschaft auch wieder.

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Durchfall

Da die hormonellen Veränderungen Auswirkungen auf den gesamten Körper der schwangeren Frau haben, kann die Schwangerschaft auch den Magen-Darm-Trakt beeinflussen. Hohlorgane, wie der Magen und der Darm werden durch den Hormoneinfluss weitgestellt und sind deshalb in ihrer Funktion oft eingeschränkt.

Durch die verminderte Aktivität des Darms kann es zu Durchfall kommen. Allerdings kann dies auch zum Gegenteil führen und es kann zu Verstopfung und Blähungen führen. Die Schwangere sollte darauf achten, sich gesund zu ernähren und somit den Verdauungsstörungen natürlich entgegenzuwirken. Wenn der Durchfall allerdings nach etwa drei Tagen nicht nachlässt, so sollte ein Arzt aufgesucht werden, da es im Rahmen des Durchfalls zu einem erheblichen Flüssigkeitsverlust kommen kann und die Gefahr einer Dehydrierung der Schwangeren ausgeschlossen werden sollte.

Pickel

Aufgrund der Veränderungen des Hormonhaushalts während der Schwangerschaft kann es vor allem in den ersten Wochen zu Veränderungen des Hautbildes führen. Einerseits können vermehrt Pickel und Hautunreinheiten auftreten. Dies kann bis zur Akne führen. Allerdings kann auch der gegenteilige Effekt auftreten und bei Frauen mit vorher unreiner Haut können Pickel verschwinden.

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Der Zeitpunkt der Schwangerschaftserkennung

Der Zeitpunkt, ab dem eine Frau bemerkt, dass sie schwanger ist, variiert sehr stark und ist unter anderem auch davon abhängig, ob die Schwangerschaft geplant ist oder nicht. Eine Frau mit Kinderwunsch achtet verstärkt auf ihren Körper, bemerkt kleine Veränderungen eher und bringt diese mit einer eventuellen Schwangerschaft in Verbindung. Anders ist das bei Frauen, bei denen die Schwangerschaft ungeplant ist und etwa auf ein Versagen der Verhütungsmittel zurückzuführen ist. Diese Frau wird die anfänglichen Schwangerschaftsanzeichen, wie etwa Übelkeit oder Müdigkeit, nicht sofort mit einer Schwangerschaft in Verbindung bringen.

Einige Frauen sagen, sie bemerken die Schwangerschaft bereits, wenn die Eizelle sich in die Gebärmutterschleimhaut einnistet, also wenige Tage nach der Befruchtung.

Grundsätzlich gilt, dass die befruchtete und eingenistete Eizelle etwa ein bis zwei Wochen nach der Befruchtung anfängt, das Schwangerschaftshormon zu produzieren. Dies entspricht der 3. bzw. 4. Schwangerschaftswoche. Ab diesem Zeitpunkt können Frauen hormonell bedingte Veränderungen ihres Körpers feststellen, wie etwa Brustwachstum, Übelkeit und Müdigkeit, die durch die Schwangerschaft bedingt sind.

Anzeichen vor dem Nichteintreten der Menstruation

Ein Schwangerschaftstest zum Feststellen einer Schwangerschaft ist erst nach dem NMT (Nicht-Mens-Tag) möglich, das heißt nach dem Ausbleiben der Regelblutung. Manche Frauen bemerken aber bereits vor dem Ausbleiben ihrer Periode, dass sich an ihrem Körper etwas verändert hat und ahnen, dass sie schwanger sind. Da die ersten frühen Schwangerschaftsanzeichen oft den Symptomen ähneln, die einige Frauen vor Eintreten der Regelblutung bekommen, können diese oft nicht voneinander abgegrenzt werden. Oft sind es aber die Veränderungen und das Wachstum der Brüste, die als eines der ersten Schwangerschaftsanzeichen auftreten. Diese treten bei manchen Frauen bereits vor dem NMT auf und deuten auf eine mögliche bestehende Schwangerschaft hin. Es können auch vor dem NMT Müdigkeit oder die Abneigung gegen bestimmte Nahrungsmittel oder Gerüche auftreten.

Anzeichen nach dem Eisprung

Der Eisprung ist die Voraussetzung für eine Schwangerschaft. Nur wenn der weibliche Körper eine Eizelle produziert, die nach dem Eisprung befruchtungsfähig ist, kann es bei Zusammentreffen mit einer Samenzelle des Mannes zu einer Befruchtung und einer daraus resultierenden Schwangerschaft kommen.

Nach dem Eisprung ist die Eizelle etwa 12 bis 24 Stunden lebensfähig und muss in dieser Zeit auf eine Samenzelle treffen, um befruchtet zu werden. Hat die Befruchtung dann stattgefunden, so fängt der weibliche Körper an, die Hormonproduktion umzustellen, damit die Gebärmutterschleimhaut auf die bevorstehende Einnistung der befruchteten Eizelle vorbereitet wird. Schwangerschaftsanzeichen treten bis dahin aber noch nicht auf.

Etwa eine Woche nach der Befruchtung nistet sich die befruchtete Eizelle dann in die Gebärmutter ein. Dies kann sich bei der schwangeren Frau In Unterleibsschmerzen, Krämpfen und Schmierblutungen äußern, die als erste Schwangerschaftsanzeichen gelten. Oft werden diese jedoch mit den Anzeichen, die vor dem Eintreten der Regelblutung auftreten, verwechselt. Es folgen die üblichen Anzeichen einer Schwangerschaft, wie das Ziehen und Spannen in den Brüsten, Übelkeit, Müdigkeit und Stimmungsschwankungen, die durch die hormonellen Veränderungen bedingt sind.

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Anzeichen trotz Pille

Die Pille ist das am meisten verwendete und das sicherste Verhütungsmittel. Die Sicherheit, dass es bei korrekter Einnahme der Pille nicht zu einer Schwangerschaft kommt, liegt bei etwa 99,9%. Trotzdem sind es 0,01% bei denen die Wirkung der Pille versagt und der Verhütungsschutz nicht gegeben ist. Das heißt, bei 1 von 1000 Frauen kann es trotz der Einnahme der Pille zu einer Schwangerschaft kommen.

In der Regel sind es aber die Einnahmefehler, die zu einer Schwangerschaft trotz Pille führen. Viele Frauen denken nicht daran, dass bei Magen-Darm-Beschwerden, wie Durchfall und auch bei Erbrechen, der Verhütungsschutz der Pille nicht gegeben ist. Auch bei der Einnahme bestimmter Medikamente kann es zu einem Wirkungsverlust der Pille kommen. Hierzu zählen nicht nur verschreibungspflichtige Medikamente, wie Antibiotika, Antipilzmittel, Chemotherapeutika und Malariamittel, sondern ebenso frei verkäufliche Mittel, die Johanniskraut enthalten. Darüber hinaus kann es auch durch die Zeitverschiebung bei Reisen zu einer Unwirksamkeit der Pille kommen, da der Hormonspiegel durch die veränderten Zeiten nicht konstant gehalten wird.

Eine Schwangerschaft, die trotz der Einnahme der Pille auftritt, äußert sich ebenso wie jede andere Schwangerschaft. So bleibt bei der schwangeren Frau die Periode aus, welches oft als erstes Anzeichen registriert wird. Auch das Wachstum und Spannen der Brüste, Müdigkeit, Übelkeit, Heißhunger und eine verändertes Geruchsempfinden können auftreten und auf eine Schwangerschaft hindeuten.

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Um das Risiko, trotz Einnahme der Pille schwanger zu werden, möglichst gering zu halten, ist es wichtig, die Pille korrekt einzunehmen und mögliche Einnahmefehler richtig zu korrigieren. Je nachdem, in welcher Woche es zu dem Einnahmefehler gekommen ist, muss dieser auf verschiedene Weise korrigiert werden und das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft ist mehr oder weniger hoch. Die entsprechenden Maßnahmen und Auswirkungen kann man in der Packungsbeilage nachlesen.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Thema "Schwangerschaftsanzeichen" finden Sie hier:

Eine Übersicht aller Themen der Gynäkologie finden Sie unter: Gynäkologie A-Z.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 12.04.2018
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