Durchfall

Synonyme

Med. = Diarrhoe, Diarrhö

Definition

Unter Durchfall versteht man gehäufte Stuhlentleerungen mit ungeformter oder flüssiger Konsistenz sowie einer erhöhten Menge. Es existieren sowohl akute als auch chronische Formen, wobei chronischer Durchfall definitionsgemäß bei einer Dauer von mehr als 2 Wochen vorliegt.

Epidemiologie/ Häufigkeitsverteilung

30% aller Deutschen leiden einmal pro Jahr an Durchfall. Schätzungen zufolge betrifft das weltweit etwa 4 Milliarden Menschen. Davon sterben etwa 7,5 Millionen Menschen, insbesondere Kinder.

Auch andere Vergiftungen (Intoxikationen) sind möglich. Zu denken ist hierbei an Metalle wie Kupfer oder Quecksilber. Aber auch Giftpilze kommen diesbezüglich in Betracht.

Weiterhin sind Allergien gegen bestimmte Nahrungsmittel als Durchfall-Auslöser denkbar.

Eine weitere Ursache für Durchfall können chronisch-entzündliche Darmerkrankungen sein. Hierzu zählen Morbus Crohn sowie Colitis ulcerosa. Diese Erkrankungen sind durch eine wiederkehrende oder ständige Entzündung der Darmschleimhaut gekennzeichnet.

Bestimmte Krebsformen (Tumor) können ebenfalls Durchfall auslösen. Genauso das häufige vorkommende Reizdarmsyndrom, wobei es sich um eine funktionelle Störung der Darmtätigkeit handelt.

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Desweiteren kann Durchfall durch hormonelle Veränderungen bedingt sein. Dazu zählen beispielsweise eine Schilddrüsenüberfunktion, die eine allgemeine Steigerung des Stoffwechsels zur Folge hat oder auch hormonabgebende Krebszellen.

Außerdem verursachen Erkrankungen mit gestörter Aufnahme von Nahrungsbestandteilen im Darm (Malabsorption) Durchfall; ebenso Krankheiten mit gestörter Aufspaltung der Nahrung im Rahmen der Verdauung (Maldigestion).

Malabsorptionserkrankungen sind beispielsweise Glutenunverträglichkeit (Zöliakie oder Sprue) oder Laktasemangel. Zu einer Maldigestionserkrankungen führt unter anderem eine beeinträchtigte Funktion der Bauchspeicheldrüse (Pankreasinsuffizienz), da dadurch zur Nahrungsspaltung erforderliche Stoffe (Enzyme) nicht gebildet werden.

Die häufigsten Ursachen des akuten Durchfall umfassen Erreger, deren Toxine sowie Medikamente.


Symptome

Die Symptome beinhalten häufige Stuhlentleerungen von mehr als dreimal pro Tag. Außerdem liegt eine erhöhte Stuhlmenge vor, nämlich über 250g am Tag. Auch die Konsistenz des Stuhls ist verändert – hin zu flüssig oder verringert.

Den akuten Durchfall begleiten oft Erbrechen und Bauchschmerzen.

Chronischer Durchfall kann von Fieber, Gewichtsverlust und Müdigkeit begleitet sein.

Das Auftreten häufiger, kleiner, verflüssigter, übel riechender Stuhlmengen kennzeichnet eine Durchfall-Sonderform, die paradoxe Diarrhoe. Diese entsteht durch Verengungen (Stenosen) im Dickdarm, welche den normalen Transport des Stuhls im Darm verhindern. Vielmehr gelangen nur geringe Mengen an der Verengung vorbei. Charakteristisch ist dies für Tumoren des Dickdarms, die das Innere einengen.

Eine weitere Sonderform stellt die sogenannte falsche Diarrhoe dar, welche beim Reizdarm-Syndrom auftritt. Hierbei ist zwar die Häufigkeit der Stuhlentleerung gesteigert, nicht jedoch die Menge und meist auch nicht die Konsistenz.

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Durchfall wie Wasser

Eine Beschreibung des Durchfalls erfolgt neben der Frequenz pro Tag auch über die Konsistenz beziehungsweise den Wassergehalt.
Per Definition spricht man von einem Durchfall, wenn dieser einen erhöhten Wasseranteil von mindestens 75% aufweist und mehr als drei Mal pro Tag vorhanden ist. Bei einem Durchfall, der die Konsistenz wie Wasser hat, ist der Wassergehalt höher als 75 %.

Weist der Durchfall eine wasserähnlichhe Konsistenz auf, besteht die Gefahr der Dehydratation, also dass man zu viel Wasser verliert und entsprechend austrocknet. Deshalb muss man bei einer Durchfallerkrankung darauf achten, durch Trinken möglichst viel der verlorenen Flüssigkeit wieder zuzuführen.
Es geht nicht nur Flüssigkeit verloren, sondern auch wichtige Salze, deren Verlust den Körper in ein Ungleichgewicht bringen können. Um sowohl den Flüssigkeit- als auch Salzhaushalt wieder aufzufüllen, können in der Apotheke verkäufliche Elektrolytlösungen (siehe auch: Elektrolyte) verwendet werden, die getrunken werden können. Dies wird besonderes bei einem stark wässrigen Durchfall empfohlen.

Wie kann ein so wässriger Stuhlgang entstehen? Dafür gibt es viele Ursachen. Zum einen können Lebensmittelintoleranzen, insbesondere die Lacotseintoleranz und Fructoseintoleranz mit einem stark wässrigen Stuhl einher gehen.
Aber natürlich stellen auch Infektionskrankheiten eine wichtige Ursache im Rahmen von wässrigem Durchfall dar. In den meisten Fällen ist ein bakterieller Erreger für den wässrigen Stuhl verantwortlich, aber auch Viren oder parasitäre Erreger spielen eine Rolle. Durchfall wie Wasser kann zum Beispiel durch eine Bakterienruhr ausgelöst werden, die von der Bakteriengattung der Shigellen verursacht wird. Neben Shigellen sind vor allem auch Escherichia coli, Salmonellen und Campylobacter als Auslöser bekannt (siehe auch: Bakterien im Darm).
Bei Viren spielen vor allem das Norovirus und Rotavirus eine Rolle. Beide gehen mit einem massiven Krankheitsbild einer, mit sowohl starkem Erbrechen als auch Durchfall.

Teilweise kann sich hinter einem wässrigen Durchfall auch eine chronische Erkrankung (siehe auch: chronisch entzündliche Darmerkrankung) verbergen. Dafür kommen die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen Colitis ulcerosa und Morbus Crohn in Frage, bei denen es zu einer Schädigung der Darmschleimhaut kommt und die schubweise mit Durchfall und weiteren Begleitsymptomen auftreten.

Lesen Sie mehr zum Thema: Schub eines Morbus Crohn

Desweiteren können auch Vergiftungen wie zum Beispiel mit dem Knollenblätterpilz oder Arzneimittelnebenwirkungen, beispielsweise durch Antibiotika (siehe auch: Antibiotika Nebenwirkung), zu einem wässrigen Durchfall führen. Das Spektrum der möglichen Auslöser ist entsprechend relativ groß.
Um auf die tatsächliche Diagnose zu schließen, werden nach der ausführlichen Befragung des Patienten meistens Stuhlproben genommen, um einen potentiellen Erreger bestimmen zu können. Auch Ultraschall und Röntgenuntersuchungen werden nicht selten eingesetzt. Zusätzlich kann ein Allergie- oder Intoleranztest durchgeführt werden.

Ursachen für akuten Durchfall

  1. Magen-Darm-Infektionen:

Die häufigste Ursache für akuten Durchfall ist ein Magen-Darm-Infekt (Gastroenteritis). Sowohl Bakterien (z:B. Salmonellen, E. coli), als auch Viren (z.B. Rotaviren, Noroviren) kommen als Verursacher für derartige Infektionen in Frage. Die Übertragung erfolgt meist fäkal-oral, d.h. durch Genuss verunreinigter Lebensmittel.
Eine Infektion mit dem Cholera-Bakterium (Vibrio cholera) kann zu besonders starken, lebensbedrohlichen Durchfällen führen. Jedoch kommt Cholera in den Industrieländern kaum noch vor.

  1. Vergiftungen:

Die Lebensmittelvergiftung stellt eine weitere Ursache für akut auftretenden Durchfall dar. Ursache hierfür ist oft ein Toxin (Gift), was von dem Bakterium Staphylococcus aureus im Rahmen des Verderbens von Lebensmitteln gebildet wird (z.B. Produkte mit Joghurt oder Mayonnaise ohne entsprechende Kühlung).

Darüber hinaus kommen in bestimmten Pflanzen oder Pilzen (u.a. im Knollenblätterpilz) vor, die beim Menschen zu Durchfall führen. Auch die Belastung von Lebensmitteln mit Schwermetallen (z.B. Arsen) kann Durchfall verursachen.

Der Vergiftung mit Chemikalien, v.a. fälschlicherweise durch Kinder, kann neben Erbrechen auch zu Durchfall und anderen Symptomen führen.

  1. Medikamente:

Die Einnahme bestimmter Medikamente kann ebenfalls eine Ursache von Durchfall sein. Dazu zählen Abführmittel, Eisenpräparate und bestimmte Krebsmedikamente (Zytostatika).
Aber auch bei Antibiotikaeinnahme kann es zu Durchfall kommen. Hier wird die normale Darmflora durch das Antibiotikum so zerstört, dass es durch Vermehrung des Bakteriums Clostridium difficile zu einer sogenannten pseudomembranösen Kolitis kommt.

Lesen Sie mehr zum Thema: Bauchschmerzen durch Antibiotika

  1. Allergien:

Werden bestimmte Nahrungsmittel nicht vertragen, äußert sich das häufig durch Bauchschmerzen und Durchfälle. V.a. die Laktoseintoleranz (Laktoseunverträglichkeit durch Mangel des Enzyms Laktase, was Laktose aufspaltet) und die Zöliakie (Glutenunverträglichkeit: Gluten ist ein Klebeeiweiß, was in vielen Getreideprodukten vorkommt) können ursächlich für Durchfall sein.

  1. Psychische Ursachen:

Findet sich keine andere Ursache für den Durchfall, muss auch an eine psychogene Entstehung gedacht werden. Insbesondere Stress oder Angst können zu Verdauungsstörungen mit Durchfall führen. Hierbei endet der Durchfall häufig abrupt im Urlaub oder an Wochenenden, also wenn der stressauslösende Faktor wegfällt. Auch beim sogenannten Reizdarmsyndrom scheinen psychische Faktoren einen Einfluss zu haben.

  1. Durchfall in der Schwangerschaft:

Besonders zu Beginn einer Schwangerschaft leiden manche Frauen unter Verdauungsstörungen (Übelkeit, Erbrechen, Durchfall), die meist von alleine wieder verschwinden. Auch alle oben genannten kommen bei Schwangeren als Ursachen für Durchfälle in Betracht.
Jedoch ist bei Schwangeren die Gefahr des zu starken Flüssigkeitsverlustes ebenso wie bei Kindern erhöht, weshalb frühzeitig ein Arzt aufgesucht werden sollte.

Lesen Sie mehr zum Thema: Ursachen von Durchfall

Ursachen für chronischen Durchfall

  1. Darmerkrankungen:

Durchfall ist neben Bauchschmerz und Erbrechen häufig ein erstes Symptom von chronischen Erkrankungen des Darmes. Dazu zählen die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, die häufig mit z.T. blutigen Durchfällen einhergehen.
Es handelt sich hierbei um entzündliche Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, deren Ursache nicht genau bekannt ist. Jedoch kommt es durch die chronische Entzündung zu Veränderungen der Darmschleimhaut, die sich in der Folge in chronischem Durchfall äußern.

Bei der Whipple-Erkrankung, hervorgerufen durch das Bakterium Tropheryma whippelii, führt zur Infektion des Dünndarms und anderer Organe und äußert sich u.a. in chronischem Durchfall.
Doch auch im Rahmen einer Minderdurchblutung des Darmes (ischämische Kolitis) wird die Darmschleimhaut so geschädigt, dass es zu Durchfall kommt.

Darmkrebs, der einer der häufigsten Krebsarten in Deutschland darstellt kann ebenfalls zu Durchfall führen. Auch im Rahmen einer Bestrahlung zur Krebstherapie tritt infolge von Schleimhautschäden im Darm Durchfall auf (Strahlenkolitis).

Lesen Sie mehr zum Thema: Chronisch entzündliche Darmerkrankungen

  1. Verdauungsstörungen (Maldigestion, Malassimilation):

Damit die aufgenommene Nahrung korrekt verdaut werden kann, müssen bestimmte Stoffe vorhanden sein, um die Nahrungsbestandteile so aufzuspalten, dass sie von der Darmschleimhaut aufgenommen werden können. Fehlen diese, kommt es zu Durchfällen. Hierzu zählt z.B. ein Mangel an Enzymen aus der Bauchspeicheldrüse, wie er insbesondere bei Zerstörung der Bauchspeicheldrüse durch chronische Entzündung (chronische Pankreatitis) vorkommt. Die Enzyme der Bauchspeicheldrüse (Lipase, Amylase) sind insbesondere für die Verdauung von Fetten essenziell, weshalb ein Mangel dieser Enzyme zu Fettstühlen führt. Alkoholmissbrauch, d.h. starker Alkoholkonsum über viele Jahre führt häufig zu einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung und kann in der Folge mit Durchfall einhergehen.

Lesen Sie mehr zu dem Thema unter: Bauchschmerzen durch Alkohol

Auch ein Mangel an Gallensäuren (z.B. bei Gallenstau durch Gallensteine oder durch Verlust von Gallensäuren über den Darm bei bestimmten Dünndarmerkrankungen) führt zu Durchfall.

Darüber hinaus kann es nach Darmoperationen zu Durchfällen kommen, wenn bestimmte Darmanteile fehlen (Kurzdarmsyndrom) und somit Nahrungsbestandteile und Wasser nicht korrekt aufgenommen werden können. Der hohe Anteil an Wasser und wasserbindenden Stoffen im Darm führt dann zu wässrigen Durchfällen.

  1. Hormonelle Ursachen:

Eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) äußert sich häufig neben Gewichtsverlust und starkem Schwitzen in chronischem Durchfall.

Auch bestimmte Tumoren, die fälschlicherweise zu hohe Mengen an Hormonen produzieren (z.B. Gastrinom, VIPom), welche u.a. die Darmbewegung steigern oder die Sekretion von Verdauungsenzymen verändern, können die Ursache für Durchfälle sein.

  1. Reizdarmsyndrom:

Die Ursache des Reizdarmsyndroms ist nicht eindeutig bekannt, deshalb kann diese Diagnose erst gestellt werden, wenn andere Ursache für die Beschwerden (häufig Durchfälle im Wechsel mit Verstopfung) ausgeschlossen sind.

Die Beschwerden, die im Rahmen eines Reizdarmsyndroms auftreten, können auch bei allen anderen Darmerkrankungen vorkommen, weshalb es wichtig ist, diese anderen, z.T. gefährlichen Erkrankungen, auszuschließen. Wird die Diagnose „Reizdarmsyndrom“ als Ursache für den Durchfall gestellt, hat man eine gute Prognose. Häufig genügen dann schon symptomatische Therapiemethoden mit Diät und Hausmitteln, um die Symptome zu lindern.

Lesen Sie mehr zum Thema: Reizdarmsyndrom

Therapie bei Durchfall

Durchfall kann sowohl kausal als auch symptomatisch behandelt werden. Kausal bedeutet, dass die zugrunde liegende Ursache beseitigt wird; die symptomatische Therapie hingegen greift am Durchfall selbst und nicht an der verursachenden Erkrankung an.

Kausal behandelt werden können durch Krankheitskeime ausgelöste Durchfälle. Leicht verlaufende Formen werden jedoch nicht therapiert, vielmehr nur die Durchfälle mit Fieber, Blutbeimengung oder schwerem Verlauf. In diesen Fällen können Antibiotika je nach Erreger gegeben werden (Cotrimoxazol, Chinolone, Metronidazol).

Medikamente, welche Durchfall nach sich ziehen, werden abgesetzt und zugrunde liegende Grunderkrankungen spezifisch behandelt.

Natürlich kann der Durchfall auch durch homöopathische Medikamente behandelt werden.

Lesen Sie hierzu weiter: Homöopathie bei Durchfall

Die symptomatische Therapie umfasst die Gabe von Flüssigkeit und Elektrolyten zum Ausgleich der über den Stuhl verlorenen Substanzen, damit keine Dehydratation („Austrocknung“) des Körpers entsteht.

Außerdem können kurze Zeit Hemmer der Darmtätigkeit (Loperamid/ Imodium®) oder bei Bauchkrämpfen schmerzlösende Mittel (Spasmolytika wie Butylscopolamin) gegeben werden.

Lesen Sie mehr zu: Medikamente gegen Durchfall

Medikamente gegen Durchfall

In der Regel kann bei einem Durchfall auf die Einnahme von Medikamenten verzichtet werden.
Besitzt der Durchfall allerdings eine hohe Frequenz pro Tag, hält er über mehrere Tage an oder kommt es im Zuge des Durchfalls zu einem starken Flüssigkeitsverlust, kann die Einnahme eines Medikamentes gegen den Durchfall erwogen werden.
Medikamente gegen Durchfall sollten mit Bedacht angewendet werden und wenn auch nur kurzzeitig, denn bei einem Durchfall handelt es sich meistens um einen Reinigungsprozess, der dazu dient Giftstoffe oder Erreger aus dem Körper zu transportieren. Dieser Prozess wird durch die Gabe eines durchfallhemmenden Medikamentes eingeschränkt.
Wird ein Medikament gegen Durchfall verwendet wird in der Regel Loperamid empfohlen. Loperamid (Imodium®) ist ohne Rezept in der Apotheke erhältlich. Loperamid wirkt hemmend auf die Muskulatur im Darm, sodass der Stuhl weniger schnell transportiert wird und der Darm mehr Zeit hat Flüssigkeit und wichtige Inhaltsstoffe zu resorbieren und den Stuhl entsprechend einzudicken.
Auch Perenterol® kann im Rahmen einer Infektion verwendet werden. Dabei handelt es sich praktisch um einen nicht-krankheitsauslösenden Hefepilz, der dafür sorgt, dass das Wachstum der für den Durchfall verantwortlichen Erreger gehemmt wird und somit die natürliche Darmflora wieder hergestellt wird.
Des Weiteren können Gerbstoffe zur Beruhigung der Darmschleimhaut eingesetzt werden. Diese sind zum Beispiel in schwarzem Tee oder anderen Pflanzen enthalten.
Bei starken Infektionen oder auch Vergiftungen kann Aktivkohle eingesetzt werden. Aktivkohle wird oral in Tablettenform eingenommen. Aktivkohle besitzt die besondere Eigenschaft, dass sie nicht im Magen-Darm-System resorbiert wird, aber andere Stoffe wie Toxine von Erregern oder andere Giftstoffe binden kann. Somit kann Aktivkohle schädliche Stoffe aus dem Magen-Darm-Trakt entfernen, die dann mitsamt der Kohle ausgeschieden werden. Auch bei Vergiftungsnotfällen kommt Aktivkohle, allerdings dann in höheren Dosierungen, zum Einsatz.

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Hausmittel gegen Durchfall

Bei einer akuten Durchfallerkrankung können Hausmittel helfen, die Symptome des Durchfalls zu lindern und den Flüssigkeits- und Salzverlust auszugleichen.

Hierzu eignet sich besonders eine Mischung aus Wasser (ca. 500ml) mit etwas Salz (ca. 1 Teelöffel) und etwas Zucker (je nach Geschmack bis zu 5 TL Zucker). Auch eine leichte Gemüsebrühe tut gut.
Auf fett- und kohlenhydratreiche Nahrung sollte jedoch zunächst verzichtet werden.

Klingt der Durchfall ab, sollte auf einen langsamen Nahrungsaufbau geachtet werden und zunächst nur leichte, fettarme Kost gegessen werden, um die Darmflora und –schleimhaut nicht zu sehr zu reizen.

Wärme auf der Bauchdecke kann krampfartige Bauchschmerzen lindern. Hierzu eigenen sich Wärmflaschen oder Kirschkern-Kissen. Dabei muss immer darauf geachtet werden, diese nicht direkt auf die nackte Haut zu legen um Verbrennungen zu vermeiden.

Man sollte nicht vergessen, Kräutertees können auch helfen, Durchfallerkrankung zu beseitigen.

Dauern die Durchfälle jedoch länger als 3 Tage an, finden sich Schleim- oder Blutbeimengungen im Stuhl oder tritt Durchfall nach einer Reise auf, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Lesen Sie mehr zum Thema: Hausmittel gegen Durchfall

Was kann man bei Durchfall essen?

Bei einer Durchfallerkrankung sollte auf die richtige Ernährung geachtet werden. Um den ohnehin schon empfindlicheren Darm nicht noch mehr zu reizen, sollte auf Schonkost zurück gegriffen werden.
Da im Rahm eines Magen-Darm-Infektes ohnehin meistens eine Appetitlosigkeit besteht, wird dies meistens schon freiwillig eingehalten. Unter Schonkost versteht man dabei vor allem den Verzicht auf fettige und scharfe Nahrung. Auch zu süße Nahrung, sowie Vollkorn- und Milchprodukte sollten vermieden werden. Günstig ist zum Beispiel das Essen von Zwieback, trockenem Brot oder Nudeln, sowie geriebenem Apfel oder Salzstangen. Salzstangen zum Beispiel haben den günstigen Effekt, dass sie gleichzeitig auch noch den Salzverlust ein wenig ausgleichen. Während Inhaltsstoffe des Apfels einen positiven Effekt auf die Darmschleimhaut besitzen.
Einem Ausgleich des Mineral-/Salzhaushaltes kommt man auch durch das Essen von Bananen nach, weil diese einen hohen Kaliumgehalt besitzen. Denn gerade eine Veränderung im Kaliumhaushalt kann schädlich sein.
Da eine Durchfallerkrankung häufig auch mit Übelkeit und Erbrechen einher geht, sollte darauf geachtet werden, dass nicht zu viel Nahrung auf einmal zugeführt wird, die den Magen überfordern. Die Schonkost sollte deswegen immer portionsweise und nicht in großen Mengen auf einmal zu sich genommen werden. Gleiches gilt für das Trinken. Bei extremen Beschwerden empfiehlt es sich daher seinen Tee oder Wasser löffelweise zu sich zu nehmen. Dies wird häufig bei Kindern gemacht. An Flüssigkeit ist stilles Wasser, Tee oder Gemüsebrühe sinnvoll. Auch Cola ist aufgrund seines hohen Zuckergehaltes geeignet. Ebenfalls nicht fettige Suppen können zu sich genommen werden.
Handelt es sich um einen massiven Durchfall mit einem starken Flüssigkeits- und Salzverlust, können spezielle Glucose-Elektrolyt-Lösungen in der Apotheke erworben werden, die den Mineralhaushalt wieder ausgleichen sollen.

Rehabilitation / Regeneration

Die Darmschleimhaut benötigt nach akutem Durchfall einige Zeit zur Regeneration. In der Regel erfolgt diese von selbst im Rahmen der normalen körperlichen Reparaturvorgänge. In einigen Fällen können unterstützend Hefepilze in Kapselform eingenommen werden (Perenterol, bestehend aus Saccharomyces).

Bei chronischen Durchfällen hingegen richten sich die Regenerationsmöglichkeiten nach der Grunderkrankung.

Prophylaxe

Der Vorbeugung von akutem Durchfall dienlich ist zum einen eine Einhaltung von Hygiene. Dies umfasst das Händewaschen/ Desinfizieren vor dem Essen oder nach Kontakt mit erkrankten Personen.

Um eine Lebensmittelvergiftung zu umgehen sollten in bestimmten Urlaubsländern ungewaschene, ungeschälte oder rohe Speisen nicht verzehrt werden. Besonderes Augenmerk (überall) ist auf rohes Geflügelfleisch und rohe Eier zu richten, welche salmonellenverseucht sein können. Prophylaktisch kann vor einer Reise außerdem Perenterol eingenommen werden.

Bei allergisch oder durch Unverträglichkeit verursachtem Durchfall sollte eine Karenz eingehalten, die betreffenden Nahrungsmittel also nicht aufgenommen werden.

Auch Süßstoffe sollte wegen ihrer abführenden Wirkung weggelassen werden.

Prognose

Aufgrund der selbstständigen Regeneration der Darmschleimhaut bei infektiösen Formen ist die Prognose in diesen Fällen gut.

Ansonsten ist sie abhängig von der zu Grunde liegenden Erkrankung und somit individuell ganz unterschiedlich.

Prinzipiell weist der akute Durchfall in der Regel eine günstigere Prognose auf als chronische, da letzteren meist eine ernstere Erkrankung zu Grunde liegt.

Diagnose

Die Diagnostik umfasst zunächst die Erfragung der Krankheitsgeschichte (Anamnese) und eine körperliche Untersuchung.

Weiterhin zählen eine allgemeine Untersuchungen des Bluts und des Stuhls zu den erforderlichen diagnostischen Mitteln.

Außerdem kann bei Bedarf eine Darmspiegelung (Koloskopie) veranlasst werden, bei der das Innere des Darms mit Hilfe eines Schlauchs mit Kamera (Endoskop) angesehen werden kann.

Bei Verdacht auf eine bestimmte Erkrankung können entsprechende spezielle Untersuchungen und Test durchgeführt werden.

Bei unklaren Fällen kann eine MRT Untersuchung nach Sellink weiterhelfen. Bei einem Sellink MRT wird vor der MRT-Untersuchung oral Kontrastmittel verabreicht und danach das MRT gefahren. Besonders Schleimhautveränderungen des Dünndarms können durch die Sellink-Technik sichtbar gemacht werden.

Pathogenese - Krankheitsverlauf

Nach dem Entstehungsmechanismus des Durchfalls unterscheidet man vier Formen:

  1. Osmotisch
  2. Sekretorisch
  3. Entzündlich
  4. Motilitätsstörungen

1. Osmotischer Durchfall:

Osmotischer Durchfall kommt dadurch zustande, dass mit der Nahrung aufgenommene Stoffe im Inneren des Darms (Lumen) Wasser aus den Zellen des Darms gewissermaßen passiv „anziehen“. Folglich kommt es zu einem Wassereinstrom aus den Zellen in den Darm und daraufhin zu flüssigem Stuhl. Das bedeutet, dass durch Fasten der Durchfall beendet wird, da die „Wasseranziehung“ durch die verzehrten Stoffe aufgehoben ist.
Diese osmotische Form tritt also nach Verzehr „wasseranziehender“ Stoffe auf, ebenfalls aber bei Malabsorptionserkrankungen, wodurch Substanzen mit entsprechender Wirkung im Darm zurückbleiben. Auch bei übermäßigem Verzehr von sorbitolhaltigem (Süßstoffart) Kaugummi kommt diese Art von Durchfall vor.

2. Sekretorischer Durchfall

Bei der sekretorischen Form werden Elektrolyte und Wasser von den Darmzellen in das Darmlumen aktiv abgegeben und produzieren auf diese Weise flüssigen Stuhl. Fasten führt bei dieser Durchfallform folglich nicht zum Stopp der Durchfälle, da aufgenommene Ursachen nicht das erhöhte Stuhlvolumen bewirken sondern Prozesse in den Darmzellen selbst.

Ausgelöst wird dieser Mechanismus der Diarrhoe durch Erreger, deren Toxine oder von Krebszellen produzierten Hormonen. Außerdem können bestimmte Abführmittel, Fett- oder Gallensäuren einen sekretorischen Durchfall verursachen.

3. Entzündlicher Durchfall

Die entzündliche Durchfallform entsteht durch Schäden der Darmschleimhaut. Durch die als Folge einer Entzündung geschädigte Wand der Darmzellen treten ebenfalls Wasser und Elektrolyte in das Darmlumen über. Hierbei sind dem Stuhl häufig Blut oder Schleim beigemengt. Typischerweise tritt dies durch spezielle von Bakterien produzierte Stoffe (Zytotoxine) oder durch deren direkte Invasion der Schleimhaut auf. Weiterhin ist dies die Durchfallform der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen.

4. Motilitätsstörungen

Die letzte Form schließlich ist durch Motilitätsstörungen des Darms verursacht. Darunter versteht man eine Veränderung der normalen Darmtätigkeit, entweder in Richtung einer erhöhten oder in Richtung einer verminderten Bewegung. Dies kann unter anderem bei Krebserkrankungen oder bei einer Schilddrüsenüberfunktion vorkommen.

Durchfall nach dem Essen

Tritt der Durchfall regelmäßig nach dem Essen auf, nicht jedoch nach einer Fastenpause, deutet dies auf eine Nahrungsmittelunverträglichkeit hin. Hilfreich ist hierbei, jeweils genau zu notieren, was gegessen wurde, um aus diesem Protokoll Hinweise auf das zugrunde liegende Nahrungsmittel zu erhalten. Neben Durchfällen können Nahrungsmittelunverträglichkeiten auch zu Blähungen, Erbrechen, Hautveränderungen, Husten, usw. führen.

Zu den am häufigsten auftretenden Nahrungsmittelunverträglichkeiten zählen:

Durchfall in der Schwangerschaft

Durchfall zählt nicht zu den typischen Symptomen, die während einer Schwangerschaft auftreten. Es kommt durch die Umbauprozesse des Körpers und durch hormonellen Einfluss eher zum Gegenteil und zwar zu Verstopfungen.
Tritt Durchfall während der Schwangerschaft auf, muss nicht immer an etwas Außergewöhnliches gedacht werden, was durch die Schwangerschaft ausgelöst wird oder auf eine Komplikation der Schwangerschaft hindeutet. In den meisten Fällen kommen dafür auch die herkömmlichen Ursachen in Frage, wie bei Nichtschwangeren - eine Magen-Darm-Infektion, ein Reizdarmsyndrom, Nahrungsmittelintoleranzen oder Ähnliches.
Durchfall in der Schwangerschaft kann harmlos sein und v.a. in der Frühschwangerschaft ebenso wie Übelkeit und Erbrechen auftreten. Die genaue Ursache ist hier nicht bekannt, allerdings nehmen Stress, Ernährung und Veränderungen im Hormonstatus Einfluss auf die Darmtätigkeit.
Häufig kommt es in der Anfangsphase der Schwangerschaft zu einem leichten Durchfall, der durch eine Ernährungsumstellung provoziert wird, denn durch die eintretende Schwangerschaft stellen Schwangere häufig ihre Ernährungsweise auf gesunde Lebensmittel um. Darauf muss sich der Körper erst einstellen, sodass in der Anfangsphase teilweise Durchfall auftreten kann. Der einsetzende leichte Durchfall ist allerdings kein Zeichen dafür, dass die gesunde Ernährung nicht bekömmlich ist, der Darm ist anfangs einfach noch nicht daran gewöhnt. Die gesunde Ernährung kann/sollte also fortgesetzt werden.
Tritt Durchfall anfangs während der Schwangerschaft auf wechselt sich dann häufig mit Verstopfungen und Blähungen ab, ist das nichts ungewöhnliches und ist als Zeichen einer Umstellung des Körpers während der Schwangerschaft zu werten.
Vor allem in der Spätschwangerschaft kommt es häufig zu Veränderungen des Stuhlgangs aufgrund der veränderten Lage des Dickdarms im Bauchraum wegen der Verdrängung durch den heranwachsenden Embryo in der Gebärmutter. Dabei kommt es primär eher zu Verstopfungen und infolgedessen dann zu Episoden mit Durchfall (paradoxe Diarrhö).
Da zum Ende der Schwangerschaft hin die Gebärmutter immer mehr auf den Darm drückt, kann einsetzender Durchfall auch für einen Beginn der Geburt sprechen.
Tritt starker Durchfall während der Schwangerschaft auf, sollte besonders darauf geachtet werden, dass man die verlorene Flüssigkeit und die verlorenen Salze wieder zuführt. Zum Beispiel kann sich ein verminderter Kaliumspiegel schädlich für Mutter und Kind (siehe auch: Kaliummangel) auswirken.
Hält der Durchfall länger als drei Tage an, sollte zur Abklärung ein Arzt aufgesucht werden. Dies gilt auch, wenn der Verdacht besteht, dass es sich um einen infektionsbedingten Durchfall handelt, der dann meistens noch mit Übelkeit und Erbrechen einher geht. Bei Infektionen muss immer verhindert werden, dass diese auch auf das Kind übergehen und zum Beispiel eine Frühgeburt auslösen.
Therapeutisch ist es in der Schwangerschaft anzuraten, eher auf Hausmittel zurückzugreifen, als Medikamente einzunehmen. Bessert sich die Symptomatik darunter nicht, sollte zusammen mit dem Arzt besprochen werden, welche Medikamente auch in der Schwangerschaft eingenommen werden können.

Durchfall bei Babys und Kleinkindern

Durchfälle bei Babys oder Kleinkindern sind meist durch eine Infektion mit Viren oder Bakterien hervorgerufen. Häufig sind Magen-Darm-Infektionen bei Kindern zudem mit Fieber vergesellschaftet, was den Flüssigkeitsbedarf zusätzlich erhöht.

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Da v.a. Säuglinge sehr empfindlich auf einen starken Flüssigkeitsverlust reagieren, d.h. sehr schnell schläfrig und schlapp werden, sollte unbedingt auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Hierfür eignen sich bei Durchfall beim Kleinkind und Kind besonders Mischungen aus Elektrolyten (Salzen) und Glukose (Zucker), wie sie z.B. in Apotheken zu erwerben sind.
Verweigern die Kinder dies oder kann eine Flüssigkeitsaufnahme nicht sichergestellt werden, sollte unbedingt frühzeitig der Kinderarzt aufgesucht werden. Dieser kann dann entscheiden, ob es sinnvoll ist, dem Kind in der Klinik mittels Infusionen Flüssigkeit zukommen zu lassen. Jedoch muss man bei kindlichen Durchfällen auch immer an Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder einen Mangel an bestimmten Verdauungsenzymen denken. In diesem Fall sind die Stühle eher breiig, fettig und meist übelriechend, da die Nahrungsbestandteile nicht ausreichend aufgespalten werden und somit durch die Bakterien im Darm vergärt werden. Auch zeigen die betroffenen Kinder häufig Gedeihstörung durch unzureichende Zufuhr von Kalorien und Vitaminen. Die beiden häufigsten Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind im folgenden näher beschrieben.

Laktoseintoleranz: Hierbei fehlt das Enzym Laktase, was Milchzucker (Laktose) aufspalten soll, sodass die Einzelprodukte durch die Darmwand aufgenommen werden können. Dieser Enzymmangel kann angeboren sein oder sich im Laufe der Entwicklung des Kindes manifestieren (meist werden die Kinder im Alter zwischen 3 und 13 Jahren symptomatisch). Da Zucker, der im Darmlumen verbleibt, viel Wasser und Salze bindet, kommt es zu Durchfall mit starkem Flüssigkeits- und Salzverlust. Zudem sind die Kinder unterernährt, da keine ausreichende Kalorienzufuhr gewährleistet ist. Die Therapie besteht in einer laktosefreien Ernährung und dem Ausgleich von Flüssigkeits- und Elektrolytverlust.

Zöliakie: Hierbei besteht eine Unverträglichkeit gegenüber Gluten. Gluten ist ein Klebereiweiß, was in vielen Getreidesorten vorkommt (u.a. Weizen, Dinkel, Roggen, Hafer, Gerste). Bei der Zöliakie ist insbesondere der obere Dünndarm betroffen, was durch eine Veränderung der Dünndarmschleimhaut auch zu Mangelsymptomen u.a. an Eisen und Folsäure führen kann. Die Diagnose kann durch Nachweis bestimmter Antikörper im Blut (Gliadin-Antikörper) und eine Gewebeprobe aus dem Dünndarm gesichert werden.
In der Therapie steht die glutenfreie Ernährung an erster Stelle. Folgende Produktgrundlagen enthalten kein Gluten:

  • Hirse
  • Mais
  • Reis
  • Buchweizen
  • Soja

Häufig kommt es im Rahmen einer Zöliakie aufgrund der schnelleren Passage der Nahrung durch den Magen-Darm-Trakt auch zu einem Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen, welcher unbedingt durch Medikamente ausgeglichen werden sollte. Zudem treten bestimmte Erkrankungen häufig zusammen mit Zöliakie auf. Dazu zählen u.a. Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Dermatitis herpetiformis Duhring (eine Hauterkrankung mit Blasenbildung) und IgA-Mangel (eine Erkrankung des Immunsystems).

Lesen Sie mehr zum Thema: Durchfall beim Kleinkind

Durchfall beim Baby

Da das Immunsystem bei Babys noch nicht vollständig ausgebildet ist, kommt es bei ihnen leichter zu Infektionen, wie bei einer Magen-Darm-Infektion.
Bei einem Baby spricht man von einem Durchfall, wenn das Kind mehr als fünf dünne Stühle pro Tag hat. Vor allem bei kleinen Kindern und alten Menschen muss man bei einem Durchfall darauf achten, dass es nicht zu einer Austrocknung kommt. Wie schon angeklungen, handelt es sich bei der Ursache von Durchfall eines Babys meistens um eine Infektion. Meistens spielen virale Erreger eine Rolle. Dabei sind Rota- und Noroviren führend.
In der Regel liegt bei diesen Erkrankungen noch ein zusätzliches Erbrechen sowie Fieber vor. Riecht der Durchfall besonders stark oder ist gleichzeitig sehr glänzend, kann dies aber auch für eine Stoffwechselerkrankung, wie die Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) sprechen.
Da Babys/Kinder einen hohen Wasseranteil in Bezug auf das restliche Körpergewicht aufweisen, kann bei ihnen potentiell viel Wasser verloren gehen, sodass eine besondere Gefahr der Austrocknung besteht. Vor allem Babys unter sechs Monaten sind gefährdet. Bei einer beginnenden Austrocknung wirken die Babys häufig schlapp und antriebslos. Die Fontanelle (noch nicht verknöcherter Bereich des Schädels) ist bei ihnen eingesunken. Des Weiteren bleiben mit den Fingern gebildete Hautfalten stehen und bilden sich nicht sofort wieder zurück. Treten diese Symptome auf, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.
Wird das Kind gestillt, sollte es auf jeden Fall weiter gestillt werden, allerdings jeweils in kleinen Mengen, damit die getrunkene Flüssigkeit nicht direkt wieder verloren geht. Wird das Kind nicht gestillt kann statt der Säuglingsmilch auch Tee (z.B. Kamillentee) portionsweise zugeführt werden - der Tee kann noch mit einer Prise Salz und ein wenig Zucker versetzt werden (etwa pro Tasse). Gelingt es nicht, dem Kind wieder Flüssigkeit zuzuführen oder hält der Durchfall länger an, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Weitere Informationen finden Sie unter: Durchfall beim Baby

Durchfall bei Kleinkindern

Die Ursachen bei Kleinkindern für einen Durchfall sind ähnlich denen eines Erwachsenen. Wobei Kleinkindern noch anfälliger für Infektionen sind, da ihr Immunsystem noch nicht mit so vielen Erregern in Kontakt gekommen ist und deshalb nicht immer in der Lage ist den Erreger vor Ausbruch einer Infektion zu eliminieren.
Auch bei Kleinkindern sind vor allem Noro- und Rotaviren für eine Magen-Darm-Infektion mit starkem Durchfall verantwortlich. Daneben können aber auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten einen Durchfall auslösen. Auch die Umstellung vom Stillen auf feste Nahrung kann in der Anfangsphase mit Durchfall einhergehen, da der Magen-Darm-Trakt noch nicht an diese Aufgabe, der Verarbeitung von fester Nahrung, gewöhnt ist.
Im Gegensatz zum Baby spricht man bei einem Kleinkind ab drei dünnen Stühlen pro Tag von einem Durchfall (gleiches gilt auch für Erwachsene). Es sollte darauf geachtet werden, dass das Kind ausreichend trinkt. Am besten wird die Flüssigkeit portionsweise mit einem Löffel zugeführt. Dafür eignet sich vor allem stilles Mineralwasser und Kamillen- oder Fencheltee. Auch Gemüsebrühen sind geeignet um sowohl den Flüssigkeit- als auch den Salzhaushalt wieder aufzufüllen. 

Weitere Informationen finden Sie unter: Durchfall beim Kleinkind

Durchfall bei Einnahme der Pille

In diesem Abschnitt geht es nicht darum, dass die Pille ein Auslöser von Durchfall sein kann, sondern dass es bei einem starken Durchfall zu einer abgeschwächten oder gar aufgehobenen Wirkung der Pille kommen kann.
Neben Durchfall hat Erbrechen einen ähnlichen Effekt. Die Pille wird zur Empfängnisverhütung oral eingenommen und die Wirkstoffe der Pille über die Schleimhäute im Magen-Darmsystem resorbiert, sodass sie ins Blut gelangen und im ganzen Körper verteilt werden können. Kommt es kurz nach der Einnahme der Pille, innerhalb von circa drei bis vier Stunden, zu Erbrechen oder Durchfall, kann dieser Prozess nicht mehr richtig ablaufen, weil die Wirkstoffe der Pille dann mit dem Durchfall oder Erbrochenen verloren gehen. Ist dies der Fall sollte so gehandelt werden, also ob die Einnahme der Pille vergessen wurde.
In der Regel sollte also eine neue Pille eingenommen werden - dies ist aber immer nochmal von Präparat zu Präparat unterschiedlich. In der Regel befinden sich auch Informationen zu Durchfall und Erbrechen während der Pilleneinnahme auf dem Beipackzettel der Pille. Wurde die Pille allerdings mehr als vier Stunden vor dem Einsetzenden Durchfall eingenommen, kann davon ausgegangen werden, dass der Körper genug Zeit hatte um den Wirkstoff aufzunehmen und es kann auf eine zusätzliche Einname verzichtet werden. Handelt es sich um eine stärkere Durchfallerkrankung und sind auch die darauffolgenden Pilleneinnahmen vermutlich nicht wirksam, sollte zum weiteren Vorgehen Rücksprache mit dem behandelnden Frauenarzt gehalten werden.

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Zusammenfassung Durchfall

Durchfall betrifft einen Großteil der Bevölkerung und kann als Folge einer Vielzahl von Ursachen auftreten. Definiert ist Durchfall als vermehrte Entleerungen von Stuhl mit veränderter Konsistenz und Menge.

In Abhängigkeit des Auslösers gestaltet sich die Therapie; sie kann entweder kausal oder symptomatisch erfolgen.

Bei Beseitigung des verursachenden Faktors bei akuten Durchfällen ist die Prognose aufgrund der Regenerationsfähigkeit der Darmschleimhaut gut. Ansonsten hängt sie von der Grunderkrankung ab.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 31.05.2017
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