Erbrechen

Synonyme

Emesis, Vomitus, Vomitation, Regurgitation, Galle erbrechen

umgangssprachliche Synonyme: Übergeben, Spucken, Reihern, etc.

Definition

Rückläufige (retrograde) Entleerung des Magen-Darm-Inhaltes durch den Mund infolge unwillkürlichen Zusammenziehens (Kontraktion) des Zwerchfells und der Bauchmuskulatur.

Historie

Das Erbrechen hatte als therapeutisches, also absichtlich herbeigeführtes, Erbrechen in der Geschichte einen wichtigen Stellenwert. Von vielen bedeutenden Ärzten, u.a. auch Hippokrates, wurde es als extrem wirksames Heilmittel betrachtet, da es ihrer Meinung zur Reinigung des Körpers diente.

Kontrolle

Zum Erbrechen kommt es immer dann, wenn das Brechzentrum (Area postrema) in ausreichendem Maß gereizt wird. Die Area postrema liegt im verlängerten Mark (Medulla oblongata), dem hintersten Gehirnteil.

Bei mechanischen oder chemischen Einflüssen (Noxen, Toxen/Medikamente) und bei Schleimhautschädigung durch Alkoholvergiftung kommt es zu einer Aktivierung von Dehnungs- und Chemorezeptoren in der Magen-Darm-Schleimhaut, die ihre Information über den Nervus vagus zum Brechzentrum senden. Aufgenommen Medikamenten und Toxen kann das Brechzentrum im Blut erfassen, da es im Brechzentrum keine Blut-Hirn-Schranke gibt. Bei Kinetosen führt die ungewohnte Reizkonstellation von unterschiedlichen Sensoren zu einer Erregung des Gleichgewichtsorgans. Diese Erregung wird erst an den Thalamus, dann an den Hypothalamus, beides Teile des Zwischenhirns, weitergeschickt. Von hier aus gelangt die Erregung wieder an das Brechzentrum.


Symptome

  • Übelkeit
  • Blässe
  • Zittern
  • Schwindel
  • Blutdruckabfall
  • Tachykardie
  • Schwitzen
  • Frieren
  • Erhöhter Speichelfluss zum Schutz des Mundes und der Speiseröhre vor der Magensäure

Die meisten Symptome entstehen durch den Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust während des Erbrechens.

Mehr Informationen hierzu finden Sie auch hier: Dehydratation

Ablauf von Erbrechen

  • Tiefes Einatmen
  • Verschluss der Stimmritze und des Nasen-Rachen-Raums
  • Transportbewegung des Speisebreis in die umgekehrte Richtung vom Dünndarm in den Magen zurück: Der Darminhalt kann so ebenfalls erbrochen werden. Außerdem verdünnt und puffert er den sauren Mageninhalt durch die im Darminhalt enthaltene basische Absonderung der Bauchspeicheldrüse.
  • Erschlaffung der Magenmuskulatur und der Ringmuskulatur der Speiseröhre
  • Zusammenziehen (Kontraktion) der willkürlich gesteuerten Muskulatur der Speiseröhre: Der Magen wird so hochgezogen, damit der Winkel zwischen Magen und Speiseröhre weniger eng ist.
  • ruckartige Kontraktion der Bauchmuskulatur und des Zwerchfells
  • Druck in der Bauchhöhle wird erhöht
  • Mageninhalt wird nach oben gepresst
  • Retrograde Entleerung

Diagnose

Bei der Diagnose Erbrechen steht die genaue Befragung (Anamnese) des Erkrankten im Vordergrund. Dabei sind vor allem das Aussehen des Erbrochenen, der Zeitpunkt der Erbrechens, die Begleitsymptome, Vorerkrankungen und Medikamenteneinnahme wichtig.

Bei blutigem Erbrochenen muss man zwischen hellrotem und dunkelrotem Blut unterscheiden, wobei hellrotes ein Zeichen für eine frische Blutung ist, zum Beispiel bei einer Blutung von Krampfader in der Speiseröhre (Ösophagusvarizen). Dunkelrotes Blut („kaffeesatzartiges“ Aussehen) dagegen hatte bereits Kontakt mit der Magensäure, was zu „kaffeesatzartiges“ Aussehen führt und bei einem Magengeschwür (Ulcus ventriculi) oder einer Form der Entzündung des Magens (hämorrhagische Gastritis) auftreten kann. Wenn das Erbrochene gelb-grünlich aussieht, wurde Galle erbrochen, wenn es klar-weißlich ist, wurde Magensaft erbrochen. Wenn es braun ist, lässt auf Koterbrechen (Miserere) schließen, was ein Zeichen für einen Darmverschluss (Ileus) ist.

Auch der Geruch des Erbrochenen kann bei der Diagnose helfen. Ein säuerlicher Geruch lässt auf eine Beteiligung von Magensaft schließen, ein fauliger Geruch auf verdorbene Lebensmittel. Der Geruch nach Aceton lässt auf den Abbau von Fetten schließen, wie es bei nüchternen Menschen oder Diabetikern vorkommt. Wird morgens erbrochen, spricht das für Schwangerschaft, erhöhter intrakranieller Druck oder übermäßigen Alkoholkonsum als Ursache. Wenn ohne vorherige Übelkeit erbrochen wird, spricht das für eine Ursache das zentrale Nervensystem betreffend. Wird im Schwall erbrochen, ist das ein Zeichen für ein Passagenhindernis im Magenausgang (Magenausgangsstenose).

Auch die Begleitsymptome lassen auf bestimmte Ursachen schließen. Schwindel ist ein Zeichen für eine Ursache im Gleichgewichtssystem, Fieber für eine infektiöse Ursache, Durchfall (Diarrhö) für eine Erkrankung des gesamten Magen-Darm-Systems, Kopfschmerzen für Migräne und Augenschmerzen für einen akuten Anfall bei grünem Star (Glaukomanfall). Ausstrahlende Schmerzen im Bereich des Brustkorbs und Bauches können einen Zeichen eines Herzinfarktes (Myokardinfarkt) sein, gürtelförmige Schmerzen sprechen für auf eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis).

Lesen Sie mehr zum Thema: Fieber,Schwindel und Kopfschmerzen

Als Nebenwirkung bestimmter Medikamente wie zum Beispiel Zytostatika, Antibiotika oder oralen Verhütungsmitteln (Kontrazeptiva) kann es zu Übelkeit und Erbrechen kommen. Weiterhin wird eine körperliche Untersuchung durchgeführt. Dabei wird der Bauch abgetastet und abgehört, ebenso werden das Herz und die Lunge abgehört. Zusätzlich werden grobe neurologische Untersuchungen durchgeführt und der Augenhintergrund wird betrachtet.

Weiterführende Untersuchungen wie Ultraschall bei Verdacht auf Gallensteine, Magenspiegelung (Gastroskopie) bei Verdacht auf Magengeschwür oder EKG bei Verdacht auf Herzinfarkt werden je nach Verdachtsdiagnose durchgeführt.

Ursachen für Erbrechen

Die Ursachen für Durchfall und Erbrechen liegen wie beschrieben meist in einer Infektion des Magen-Darm-Traktes, im Neugeborenenalter unter Umständen auch an einer Fehlanlage des Gastrointestinaltraktes. Daneben können Faktoren wie eine bakterielle Salmonellenvergiftung, der Verzehr giftiger Pilze, oder die Einnahme von Chemikalien die Ursache für Übelkeit und Erbrechen bilden.
Vor allem in den Sommermonaten besteht die Gefahr von Sonnenstich und Hitzschlag, welche wieder Durchfall und Erbrechen hervorrufen können. Meist lässt sich ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung stellen, so dass der Grund für die Beschwerden relativ leicht auszumachen ist. Durchfall nach einer sommerlichen Grillparty kann Rückschlüsse auf eine Salmonellenvergiftung geben.

Kopfweh und Erbrechen nach einem Aufenthalt am See können durch einen Sonnenstich verursacht worden sein. Meist vergehen die Symptome nach wenigen Stunden bis Tagen wieder. Sollte sich allerdings kein Kausalzusammenhang stellen lassen, oder die Beschwerden andauern, ist es ratsam einen Arzt aufzusuchen, da das Problem auch schwerwiegenderer Natur sein kann.

Viele weitere Ursachen für Erbrechen finden Sie unter unseren umfangreicheren Seite: Ursachen für Erbrechen

Therapie

Im Vordergrund steht die Behandlung der Grunderkrankung. Zur symptomatischen Behandlung dienen Antiemetika, die Übelkeit und Erbrechen unterdrücken sollen. Diese Medikamente sind Gegenspieler (Antagonisten) von Botenstoffen (Transmitter) der Leitungsbahn zum Brechszentrum. Sie verhindern die Weiterleitung eines Reizes zum Brechzentrum. Je nach Ursache des Erbrechens werden unterschiedliche Antiemetika verschrieben: (genannt wird immer erst der Wirkstoff, dann der Handelsname in Klammern)

  • Bei Kinetosen: Scopalamin (z.B. Scopodermin TTS), Meclozin (z.B. Peremesin), Dimenhydrinat (z.B. Vomex A)
  • Bei Übelkeit und Erbrechen: Metoclopramid (z.B. Paspertin), Domperidon (z.B. Motilium), Phenothiazine (z.B. Atosil), Droperidol (z.B. Dehydrobenzperidol).
  • Bei postoperativem Erbrechen: Dexamethason (z.B. Dexa)
  • Bei Übelkeit infolge einer Chemotherapie: Dolastron (z.B. Anemet), Granisetron (z.B. Kevatril), Ondansetron (z.B. Zofran), Tropisetron (z.B. Navoban)

Gegebenenfalls ist ein Ausgleich des Wasser- und Elektrolythaushaltes nötig.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter Medikamente gegen Übelkeit und Medikamente gegen Erbrechen

Rehabilitation

Nach dem Erbrechen bessert sich das körperliche Befinden durch eine Mundspülung oder durch die Anwendung von kaltem Wasser auf Gesicht und Hände. Auch Frischluftzufuhr ist sehr hilfreich.
Bei dem Nahrungsaufbau sollte auf einen schrittweisen Kostaufbau geachtet werden wobei vor allem die Aufnahme von Flüssigkeit im Vordergrund steht. Als leicht verträgliche Kost kann mit geriebenen Äpfeln, zerdrückter Banane und Zwieback begonnen werden, grundsätzlich sollte die Nahrung zum Kostaufbau fettarm sein.

Folgen chronischen Erbrechens

  • Unterernährung
  • Verlust von Verdauungssäften bzw. Wasser führen zu Wassermangel des Körpers (Dehydratation)
  • Folge der Dehydratation ist die Austrocknung des Körpers durch Abnahme des Körperwassers (Exsikkose)
  • Magensäureverlust, also Verlust von H+-Ionen (Alkalose)
  • Verlust von K+-Ionen (Hypokaliämie)
  • Lungenentzündung durch Einatmen von Speisebrei (Aspirationspneumonie)
  • Körperliche Verletzungen: Einrisse der Magenschleimhaut (v.a. bei Alkoholiker (Mallory-Weiss-Syndrom) und der Schleimhaut der Speiseröhre führen zu Blut im Erbrochenen (Hämatemesis); Rippenbrüche; Kehlkopfschmerzen durch Erbrechen
  • Verschlechterung des seelisch-moralischen Zustandes (v.a. schwierig bei Chemotherapiepatienten)
  • Bei Bulimie: Zerstörung des Zahnschmelzes und Angriff an die Schleimhaut der Speiseröhre, da der Reiz mechanisch ist und für den Körper unvorhersehbar. Somit hat der Körper keine Zeit seinen Speichelfluss zu steigern und es kann keine Abpufferung der Magensäure stattfinden.

Erbrechen und Durchfall

Zu Erbrechen und Durchfall kommt es, wenn der Körper die zugeführte Flüssigkeit und Nahrung nicht sinnvoll weiterverarbeitet, oder weiterarbeiten kann.
Dies kann sowohl anatomische Gründe haben, wie beispielsweise die Fehlanlage von Speiseröhre, oder Darm, aber auch temporäre Veränderungen der Darmfunktion, verursacht durch Viren oder Bakterien.

Fehlanlagen der Speiseröhre und des Darms treten kongenital auf, sprich mit der Geburt. Ursache ist eine Fehlausbildung während der Embryonalentwicklung des Kindes. Eine Ösophagusatresie – also eine Fehlbildung der Speiseröhre- kann in Form einer Kontinuitätsunterbrechung auftreten, wenn die Speiseröhre stumpf endet, und nicht mit dem Magen verbunden ist. Dadurch wird aufgenommene Nahrung wieder hervorgewürgt, und kann im ungünstigsten Fall in die Lunge gelangen, wo sie eine Lungenentzündung verursacht. Aber auch Teile des Darmes, oder des Magens können fehlen.
Die unterschiedlichen Teile des Dickdarms und Dünndarmes sind wichtig für die Resorption von Wasser und Nährstoffen aus dem Nahrungsbrei. So wird dem Nahrungsbrei zum Beispiel im Dickdarm die Flüssigkeit entzogen, um sie für den Körper zu gewinnen. Bei einer Fehlfunktion des Dickdarms kommt es zu Durchfall, und Dehydration.
Im Dünndarm hingegen werden Eisen, und Vitamine aufgenommen. Diese sind essentiell für das Wachstum eines Kindes. Oben genannte Stoffe sind nur kleine Beispiele, für die vielfältigen Aufgaben und Funktionen des Gastrointestinaltraktes. Jegliche Störung – ob anatomisch, oder durch Bakterien und Viren- führt zur Fehlfunktion, und auf Dauer zur Mangelernährung.

Bakterien und Viren greifen auf unterschiedlichste Weise die Wandschichten und Transportmechanismen der Darmwand an, und stören sie in ihrer Funktion. Je unangepasster ein Bakterium, oder Virus dabei ist, desto schwerwiegender sind die Auswirkungen auf den menschlichen Körper. Denn schließlich liegt es im Interesse des Erregers mit dem Körper zu leben, um selbst zu überleben. So ist die Darmwand natürlicherweise von Milliarden von Escheria Coli Bakterien besiedelt, die absolut notwendig für die Funktion des Verdauungstraktes sind, und – so lange sie dort bleiben – für den Körper in keiner Weise schädlich sind.
Vielmehr produzieren die kleinen Bakterien dass für den menschlichen Körper überlebensnotwendige Vitamin K.

Erbrechen und Durchfall sind also stets ein Zeichen für eine Fehlfunktion des Magen-Darm-Traktes. Die Ursachen können vorrübergehender, infektiöser Natur sein, oder chronisch, und schwerwiegend.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Erbrechen und Durchfall

Erbrechen beim Kind

Durchfall und Erbrechen nehmen bei Kindern einen besonderen Stellenwert ein. Der kindliche Organismus ist bis zu seinem 10ten Lebensjahr noch nicht vollständig entwickelt, was das Immunsystem anbetrifft.
Er benötigt deshalb in besonderem Maße Hilfe und Schutz, vor Krankheitserregern. Eben aus diesem Grund sind Kinder viel anfälliger für eine bakterielle oder virale Infektion. Das Immunsystem muss erst noch lernen, und probate Gegenmittel gegen die Erreger entwickeln. Andererseits sind Kinder in Kindergärten täglich einer hohen Erregerlast ausgesetzt, und erkranken dadurch häufiger.
Typische Erreger im Kindesalter sind das Norovirus, und das Rotavirus. Beide Viren werden über Trinkwasser, Essen, und alltägliche Gegenstände wie unzureichend gereinigtes Geschirr übertragen.
Ungünstigerweise reichen schon wenige Viren aus, um eine Infektion auszulösen. Nicht selten hört man daher in den Nachrichten, dass sich alle Kinder eines Kindergartens an einem Virus infiziert haben. Die häufigste Magen-Darm-Infektion des Kindesalters ist die mit Rotaviren.

1-3 Tage nach Ansteckung kommt es zu den ersten Symptomen, nach Abklingen der Beschwerden bleiben die Kinder noch gut eine Woche lang Überträger, da sie nach wie vor Viren mit dem Stuhl ausscheiden. So kommt es, dass bis zum dritten Lebensjahr gut 90% der Kinder bereits mit Rotaviren durchseucht sind. Genauso wie der Rotavirus, wird aus der Norovirus über Mund zu Mund, oder Mund zu Gegenstand übertragen. Beide Viren sind sich in der Übertragungsart, den Symptomen, und dem Krankheitsverlauf sehr ähnlich. Auch der Norovirus verursacht Durchfall und Erbrechen, allerdings können diese Bereits nach 6 bis maximal 50 Stunden auftreten.
Nach Abklingen der Symptome sind die Betroffenen Patienten weiterhin für gut eine Woche potentielle Überträger, da sie den Virus weiterhin mit dem Stuhl ausscheiden. Kinder benötigen – vor allem im Kleinkindalter - genügend Flüssigkeit, um den Wasserverlust, den sie durch Erbrechen und Durchfall erleiden auszugleichen. Ergänzend können auch Elektrolytlösungen gegeben werden, die in der Apotheke frei erhältlich sind.

Lesen Sie hierzu auch unser Thema: Durchfall beim Kleinkind

Da der Körper während der Infektion kaum in der Lage ist, Nährstoffe, und Energie aus dem Darm aufzunehmen, ist es wichtig, davon genügend zuzuführen. Mit Honig gesüßter Tee, fettreiche Suppe, und Salzstangen sind gut Ernährungsstrategien bei Durchfallerkrankungen. Zudem ist auch eine Beruhigung und Betreuung des Kindes wichtig, da insbesondere Kleinkinder noch nicht verstehen, dass es sich nur um einen kurzzeitigen Zustand handelt, der bald wieder vorbei sein wird. Daher ist auch auf eine vertraute, ruhige Umgebung zu achten, in der Sich das Kind weitestgehend wohl fühlt.

Lesen Sie mehr zu den Themen: Erbrechen bei Kindern und Erbrechen beim Kleinkind

Erbrechen während der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft unternimmt der weibliche Körper eine Vielzahl hormoneller und körperlicher Veränderungen. Besonders im ersten Schwangerschaftsdrittel ist morgendliches Erbrechen sehr häufig.
Die Ursachen hierfür sind nicht restlos geklärt. Man geht von einem multifaktoriellen Geschehen aus, bei dem einerseits die Muskelspannung am Magenschließmuskel herabgesetzt ist. Andererseits spielen wohl auch gesteigerte Geruchsempflindlichkeit, und erhöhte Spiegel des Hormones hCG eine Rolle. Anders als früher angenommen ist morgendliches Erbrechen allerdings kein ungünstiger Prognosefaktor für den Verlauf der Schwangerschaft. So konnte in Studien kein Zusammenhang zwischen Erbrechen und Fehlgeburtenrate festgestellt werden.

Das Erbrechen kann bis zu 5 Mal täglich auftreten. In diesen Fällen ist allerdings auch an eine Darminfektion zu denken, da ein so häufige Anzahl (genannt: Hyperemesis gravidarum) das normale Maß doch übersteigt. Für die Schwangeren ist ferner eine ausreichende kalorische und elektrolytreiche Ernährung wichtig. Schließlich muss nicht nur der eigene Körper, sondern auch der des Kindes ausreichend mitversorgt werden.
Während der Schwangerschaft sollte jedoch jegliche Einnahme von Antiemetika („Anti-Brech-Mittel“) vorab mit dem behandelnden Arzt abgeklärt werden, da viele Medikamente embryotoxisch wirken, und ihre Einnahme daher kontraindiziert ist. Tatsächlich besitzen nur wenige Medikamente überhaupt eine Zulassung für die Anwendung während der Schwangerschaft!

Mehr Informationen dazu können Sie hier nachlesen: Medikamente gegen Erbrechen

Erbrechen in Kombination mit Fieber

Bei nahezu allen Lebensmittelvergiftungen kommt es neben Übelkeit und Erbrechen auch zu Fieber. Besonders bei einer Salmonellenvergiftung sind neben Bauchkrämpfen und Schüttelfrost auch Fieber zu erwarten. Fieber ist stets ein Versuch des Körpers, durch erhöhte Temperaturen, die Erreger abzutöten.
Dazu reichen oft schon wenige Grad Unterschied. An sich ist Fieber also ein hilfreiches Mittel, um eine Infektion los zu werden, und sollte nach Möglichkeit nicht künstlich gesenkt werden. Nur wenn kritische Temperaturen über 40 Grad erreicht werden, oder andere Faktoren Fieber ungünstig erscheinen lassen, sollte auf fiebersenkende („antipyretische“) Mittel zurückgegriffen werden. Klassische fiebersenkende Mittel sind Aspirin, oder Ibuprofen. Fieber stellt jedoch den natürlichen Weg des Körpers dar, sich seiner Erreger zu entledigen. Eine künstliche Senkung auf 37 Grad sollte daher immer gut überdacht werden.

Lesen Sie mehr zum Thema: Fieber

Zusammenfassung

Erbrechen hat für den Körper vor allem eine Schutzfunktion vor schädigenden Substanzen oder sperrigen Gegenständen. Es kann auch als Vorgang der Reinigung gesehen werden, vor allem bei therapeutischem Erbrechen. Die Maßnahme des Erbrechens darf aber nicht absichtlich herbeigeführt werden bei Vergiftung mit Säure oder Lauge, mit schaumbildenden Stoffen, mit organischen Lösungsmitteln oder bei Atem-/Kreislaufstörungen.

Der Vorgang ist äußert kräftezehrend und unangenehm. Deshalb sind Übelkeit und Erbrechen auch der Hauptgrund für einen Abbruch von Chemotherapien. Benötigen Sie Informationen zum Thema Mundgeruch?

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 12.07.2017
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