Krampfadern

Synonyme im weiteren Sinne

Medizinisch: Varikosis

  • Varizen
  • Krampfaderleiden

Englisch: varicosis

Definition Krampfadern

Unter Krampfadern, welche im medizinischen Jargon als Varizen bezeichnet werden, versteht man oberflächliche Venen, die sackförmig oder zylindrisch erweitert sind.
Meist kommt es an den Beinen zu diesem Phänomen. Es können primäre von sekundären Varizen unterschieden werden.
Um primäre Varizen handelt es sich, wenn keine ursächliche Erkrankung zugrunde liegt, während sekundäre Krampfadern (Varizen) immer eine Vorerkrankung als Ursache haben.

Ursache und Entstehung

Bei Krampfadern sind ausschließlich die Venen betroffen.
Venen sind die Gefäße, die das Blut zum Herzen zurück transportieren. Dies geschieht unter anderem mit Hilfe der sogenannten Muskelpumpe. Darunter versteht man die Tatsache, dass die Venen meist in Muskellogen, also zwischen den Muskeln, liegen und so bei jeder Bewegung zusammengepresst werden.
Somit wird der Rückfluss des Blutes zum Herzen unterstützt.

Je nach Varizenform (primäre oder sekundäre Krampfadern) kommen verschiedene Ursachen zum Tragen.

Für die Entstehung von primären Krampfadern sind folgende Faktoren verantwortlich:

  • familiäre Belastung (v.a. mütterlicherseits)
  • angeborenes Fehlen von Venenklappen (Avalvulie)
  • Insuffizienz (unzureichende Funktion) der Venenklappen
  • Schwäche der Venenwand
  • Chronische Obstipation (Verstopfung)
  • Adipositas (Fettleibigkeit)
  • Schwangerschaft

Die sekundären Krampfadern entsteht hauptsächlich durch eine Abflussstauung des Blutes innerhalb des Venensystems.
Bei einer Leberzirrhose zum Beispiel staut sich das Blut von der zur Leber führenden Vene (Pfortader) zurück, der medizinisch als Pfortaderhochdruck bezeichent wird.
Es bilden sich Umgehungskreisläufe, sogenannte Anastomosen, um das verbrauchte, sauerstoffarme Blut zurück zum Herz zu transportieren.
So können sich Krampfadern typischerweise in der Speiseröhre bilden.
Der medizinische Fachausdruck hierfür lautet Ösophagusvarizen (Ösophagus = Speiseröhre; Varizen = Krampfadern). Kommt es zu einer Blutung aus dieser Krampfaderform entsteht eine lebensgefährliche Ösophagusvarizenblutung.
Ein weiterer Umgehungsweg geht über die Venen der Bauchwand rund um den Nabel. Die so entstandenen Varizen bezeichnet man als Caput medusea. Caput medusea bedeutet übersetzt: Kopf des Medusa.
Diese Bezeichnung kommt daher, dass Medusa eine Kopfbedeckung aus Schlangen trug, welche große Ähnlichkeit zu dem Erscheinungsbild der Varizen um den Bauchnabel hat.
Oft treten Krampfadern auch als Folge einer Thrombose auf.

Weitere Informationen zur Thrombose erhalten Sie unter unserem Thema: Thrombose

Formen und Stadien

Es können verschiedene Anteile der Venen von der Ausweitung betroffenen sein.
So gibt es zum Beispiel eine:

  • Stammvarikose (wenn der Hauptast betroffen ist)
  • Seitenastvarikose
  • Perforansvarikose (wenn die Verbindungsvenen zwischen Oberfläche und Tiefe betroffen sind) oder
  • Besenreiservarikose (wenn die kleinen oberflächlichen Äste erweitert sind).

Je nach Ausdehnung der Krampfadern werden verschiedene Stadien unterschieden.
Je weiter nach unten am Bein die Krampfadern reichen, desto höher das Stadium. Stadium II beschreibt die Insuffizienz der Venenklappen von der Leiste bis handbreit über dem Kniegelenk. Im Stadium IV reicht die Insuffizienz bis zum Knöchel.

Krampfadern am Hoden

Krampfadern sind erweiterte Gefäße, die an verschiedenen Stellen vorkommen können. Meist befinden sie sich an den Beinen. Krampfadern können jedoch auch am Hoden entstehen.

Der Hodensack ist durch ein ausgeprägtes Venengeflecht versorgt. Diese Gefäße können tast- und sichtbar erweitert sein. Krampfadern am Hoden bezeichnet man auch als Varikozele. In den meisten Fällen kommt es zu Krampfadern auf der linken Seite des Hodens. Sie entstehen entweder durch geschädigte Venenklappen, wodurch das Blut immer wieder in die falsche Richtung zurückfließt, oder durch ein Abflusshindernis im Blutstrom.

Häufig treten Varikozelen ohne Beschwerden auf und werden nur als Zufallsbefund entdeckt. Es kann jedoch auch zu einem Schweregefühl der betroffenen Hodenseite oder Schmerzen kommen, vor allem im Stehen. Kommt es zu solchen Beschwerden, ist es sinnvoll einen Urologen aufzusuchen und die Ursache abklären zu lassen.

Durch Krampfadern am Hoden kommt es zu einem Blutrückstau und somit zu einer Erwärmung des Hodens, was die Spermienproduktion stört. Dadurch kann es zu Unfruchtbarkeit kommen. Je nachdem was die Ursache für die Varikozele ist, gibt es unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten.

Krampfadern an den Schamlippen

Von Krampfadern an der Schamlippe sind besonders häufig Frauen während der Schwangerschaft betroffen. Durch den erhöhten Druck kommt es zum Blutstau. Dieser kann sowohl in den Beinen als auch am After oder in den Schamlippen entstehen. Häufig kommt es bei Krampfadern an den Schamlippen oder am Venushügel gleichzeitig zu einem Juckreiz, Druckgefühl oder Schwellung.

Die Behandlung im Intimbereich kann schwierig sein. Salben und kühlende Umschläge können die Beschwerden lindern. Kommt es zu Schmerzen, kann dies an einem Blutgerinnsel liegen und es sollte zur Abklärung ein Arzt aufgesucht werden.

Stellen die Krampfadern an der Schamlippe ein kosmetisches Problem dar, können diese mittels Verödung entfernt werden. Nach der Schwangerschaft bilden sich die Krampfadern meist von selbst wieder zurück.

Krampfadern während der Schwangerschaft

Durch die wachsende Gebärmutter während der Schwangerschaft erhöht sich der Druck im Bauchraum. Dadurch erhöht sich auch der Druck auf die untere Hohlvene, welche das Blut der unteren Körperhälfte aufnimmt. Dies führt dazu, dass sich das Blut in die Beinvenen zurückstaut. Je größer das Baby und gleichzeitig der Druck werden, desto stärker treten die Krampfadern hervor.

Ein weiterer Grund für Krampfadern in der Schwangerschaft kann die Zunahme der Blutmenge der Mutter und somit die Zunahme der Belastung für die Blutgefäße sein. Zudem sorgt das Hormon Progesteron dafür, dass sich die Gefäße entspannen und sich somit erweitern.

Daneben können Übergewicht und das Vorkommen von Krampfadern in der Familie weitere Faktoren sein.

Um Krampfader in der Schwangerschaft vorzubeugen ist viel Bewegung wichtig. Auch das Hochlegen der Beine oder das Tragen von Kompressionsstrümpfen kann sich positiv auswirken.

Beschwerden / Symptome

Zu den Symptomen zählen unter anderem

  • Schweregefühl in den Beinen (Besserung durch Gehen)
  • Spannungsgefühl in den Beinen
  • Schmerzen im Bereich der Varizen (bes. beim Stehen)
  • Knöchelschwellung
  • Zunahme der Beschwerden bei Wärme
  • Besserung der Beschwerden bei Hochlagerung der Beine

Die Blutstauung führt zu einer mangelnden Versorgung des Gewebes mit Sauerstoff. Hieraus kann im schlimmsten Fall ein „offenes“ Bein (Ulcus cruris) resultieren.

Hier geht es zu: Schmerzen durch Krampfadern.

Schmerzen durch Krampfadern

Krampfadern verursachen keine typischen Schmerzen, obwohl sie bereits in einem fortgeschrittenen Stadium sein können und andere Komplikationen nach sich ziehen. Deshalb ignorieren Betroffene lange Zeit die Varizen. Typisch sind jedoch ein Spannungs- und Schweregefühl. Nach längerem Stehen oder Sitzen können Betroffene jedoch auch Schmerzen in den Beinen verspüren. Ein Wadenkrampf hingegen ist kein typisches Symptom der Varizen, kann aber in Zusammenhang mit diesen auftreten, etwa bei Fehlbelastung der Beine.

Schmerzen im Oberschenkel

In den meisten Fällen verursachen Krampfadern keine Schmerzen. Treten jedoch Schmerzen durch Krampfadern auf, kann dies an unterschiedlichen Ursachen liegen.

Es kann durch den Druck in den Gefäßen zu leichten Schmerzen im Stehen kommen. Ein weiterer Grund kann eine Entzündung der Gefäßwand (Varikoplebitits) sein, die sich durch Schmerzen und eine verhärtete Krampfader bemerkbar macht. Kommt es zu einem Blutgerinnsel in dem Gefäß, wird der Bluttransport gestört, was sich ebenfalls durch Schmerzen äußert. Bei einer sogenannten Thrombose verringern sich die Beschwerden durch Hochlagern der Beine.

Schmerzen nach einer Krampfader-OP

Schmerzen nach einer Krampfader-Operation sind ein häufiges Problem. Da der Patient nach einer Operation längere Zeit im Bett liegt, wird das Blut in den Beinen schlechter transportiert. Normalerweise wird das Blut durch die sogenannte „Muskelpumpe“, welche durch das Anspannen unserer Beinmuskeln den Blutstrom antreibt, bewegt. Fällt diese durch fehlende Bewegung aus, kommt es zu einer langsameren Strömung des Blutes.

Durch diesen „Blutstau“ kann es zu Schmerzen in den Beinen kommen. Nach einer Operation und bei längerem Liegen sollte der Bildung von Blutgerinnseln vorgebeugt werden. Dies wird in Form von Kompressionsstrümpfen und Thrombosespritzen gemacht.

Schmerzen bei Kälte

Gefäße erweitern sich bei Hitze und bei Kälte verringern sie ihren Durchmesser. Dadurch treten vermehrt Beschwerden bei Hitze auf, da durch die Erweiterung der Adern das Blut in den Beinen versackt und Schmerzen auftreten.

Bei Kälte kommt selten zu Schmerzen an den Krampfadern. Kälte wird sogar zur Behandlung von Krampfadern eingesetzt, da durch die Verengung der Gefäße der Blutfluss in den Beinen erhöht wird und das Blut zum Herzen zurücktransportiert wird.

Diagnose

Bei der Untersuchung des Patienten zeigen sich folgende Befunde:
Die Krampfadern füllen sich im Stehen und lassen sich im Liegen mit angehobenem Bein leicht ausstreichen. Drückt man die Hauptvene des Beins (Vena saphena magna) im Liegen ab, kann man bei erneutem aufstehen feststellen, ob die Varizen von dieser Vene gespeist werden. Lässt sich durch Zupressen der oberhalb der Krampfader liegenden Perforansvenen (Venen, die Oberfläche und Tiefe verbinden) eine Füllung der Varizen unterbinden, ist hier die Ursache zu vermuten.

Apparative Verfahren stehen natürlich auch zur Verfügung.
Mit Hilfe der Doppler / Duplex- Untersuchung werden die Pulse und Strömungsrichtungen des Gefäßes festgestellt (Form der Ultraschalluntersuchung).
Die Phlebographie (Darstellung der Venen mit Hilfe von Röntgenstrahlen und Kontrastmittel) ist eine weitere wichtige Untersuchung, die vor allem zum Ausschluß einer Venenthrombose dient.

Therapie

Kompressionsverbände und Stützstrümpfe

Kompressionsverbände und Stützstrümpfe dienen der Entlastung des venösen Systems. Sie schwemmen Wasseransammlungen aus und verringern den Druck im Gewebe. Das hat den Vorteil, dass die Venenklappen besser schließen und die Venen schlanker werden. Kompressionsverbände werden in den ersten Tagen nach einer Operation gerne verwendet. Auf längere Sicht sind Stützstrümpfe jedoch sinnvoller und wirksamer. Stützstrümpfe dienen der allgemein der Linderung von Beschwerden, welche mit Wassereinlagerungen und Krampfadern einhergehen. Die Krampfadern lassen sich so zwar nicht entfernen, bei leichten und mittelschweren Beschwerden ist dies jedoch die Therapie der Wahl. Die Stützstrümpfe entlasten die Venen und stabilisieren die geschwächten Venenwände. So versackt weniger Blut im Bein und es entstehen weniger Wasseransammlungen im Gewebe. Es gibt Stützstrümpfe verschiedener Kompressionsklassen (Kompressionsklasse I bis IV), die jeweils auf die Stärke der Beschwerden angepasst sind.

Allgemeine entstehen Varizen, wenn der Blutstrom in den Beinvenen gestört ist. Man kann die belasteten Venen selbst etwas entlasten, indem man die Beine vor allem nachts leicht erhöht lagert. Dadurch verhindert man, dass zu viel Blut in den Beinen versackt. Man sollte auch in Bewegung bleiben und zu langes Stehen oder Sitzen vermeiden. Außerdem ist große Hitze, wie etwa in der Sauna, zu meiden. Weiterhin kann kaltes abduschen der Beine etwas gegen die Beschwerden helfen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Krampfadern entfernen

Strümpfe gegen Krampfadern

Sogenannte Kompressionsstrümpfe werden häufig zur Behandlung von Krampfadern angewendet. Kompressionsstrümpfe sind eng anliegende Strümpfe, welche die Krampfadern von außen zusammendrücken, um den Blutstrom in den Gefäßen zu erhöhen. Somit wird der Effekt der „Muskelpumpe“ unterstützt und das Absacken des Blutes verhindert.

Meist bedecken Kompressionsstrümpfe das ganze Bein bis auf den Oberschenkel. Bestehende Krampfadern verschwinden durch Kompressionsstrümpfe jedoch nicht. Zum Entfernen von Krampfadern muss ein operativer Eingriff vorgenommen werden.

Welcher Arzt behandelt Krampfadern?

Beim Auftreten oder bei Beschwerden von Krampfadern kann zuerst der Hausarzt aufgesucht werden. Anschließend ist ein Venenspezialist, ein sogenannter Phlebologe, die richtige Arztwahl.

Operation bei Krampfadern

Die Operation von Krampfadern ist vorallem bei größeren Krampfadern sinnvoll, die anders nicht behandelt werden können. Je früher eine Operationen bei einer chronisch venösen Insuffizienz durchgeführt wird, desto besser kann sich das tiefe Venesystem erholen und Komplikationen sowie Folgeerkrankungen vermieden werden können.

Es gibt gegenwärtig mehrere Operations-Methoden. Als Standardmethode ist das sogenannte Stripping (engl. „ziehen“) zu nennen, bei der die Vene durch eine Sonde entfernt wird, nachdem ihre beiden Ende abgetrennt und die Seitenäste verödet wurden.
Um das Risiko eines Rezidivs, also um ein Wiederauftreten nach erfolgter Behandlung, zu vermindern, wird auch meist gleichzeitig eine sogenannte Crossektomie (franz.: crosse - Bischofstab (ähnelt bildlich dem gekrümmten, einmündenden Abschnitt der V. saphena magna in den Venenstern); griech.: ektomie - herausschneiden) durchgeführt. Hierbei wird am Venenstern des Oberschenkels nahe der Leiste die Mündung der großen, öberflächlichen Vena saphena magna und anliegender kleinerer Seitenäste in die tiefe Beinvene (Vena femoralis) unterbunden.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Operation bei Krampfadern

Unterbinden und Entfernen von Varizen

Krampfadern werden mittels sogenannter „minimal-invasiver“ Verfahren entfernt. Minimal-invasive Verfahren haben das Ziel, möglichst kleine Wunden zu verursachen, um so eine schnelle und unkomplizierte Heilung nach sich zu ziehen. Um Krampfadern zu behandeln, werden die veränderten Venen unterbunden oder entfernt. Das hat in der Regel keine negativen Konsequenzen für den Blutfluss im Bein, da es dort zahlreiche Venen gibt. Wichtig ist allerdings, dass der Blutfluss der tiefen und großen Beinvenen nicht gestört ist.

Man unterscheidet nun verschiedene Verfahren zur Entfernung der Krampfadern. Das erste Verfahren nennt sich „Venenstripping“. Beim Venenstripping wird die gesamte Krampfader mittels einer Spezialsonde entfernt. Die Sonde wird in die Vene eingeführt, dann wird die Krampfader an ihrem oberen und unteren Ende durchtrennt und auf der Sonde fixiert. Letztlich wird sie so mittels der Sonde quasi aus der Haut herausgezogen. Diese Operation kann unter Vollnarkose, Lokalanästhesie oder auch Teilnarkose stattfinden. Häufig geht einem Stripping eine Krossektomie voran. Eine Krossektomie bezeichnet das Unterbinden der Venen des sogenannten Venensterns in der Leiste. Am Venenstern münden die oberflächlichen Beinvenen in das tiefe venöse System. Man führt diesen Eingriff durch, um die Neubildung von Krampfadern zu verhindern.

Selten findet auch ein Verfahren namens Perforansligatur statt. Die Perforansligatur dient dem Unterbinden von sogenannten Perforansvenen. Das sind Verbindungsvenen zwischen dem oberflächlichen und dem tiefen Venensystem. Das Verfahren wird angewendet, um einen normalen Blutfluss wiederherzustellen. Es ist ein sehr aufwendiges Verfahren, das aber dafür eine geringe Rezidivquote aufweist, das heißt, dass nach erfolgreicher Durchführung dieses Verfahrens selten neue Krampfadern auftreten.

Ein neues Strippingverfahren ist das sogenannte Kryostripping. Beim Kryostripping werden die zwei Stammvenen (Vena saphena magna und Vena saphena parva) quasi ohne Schnitte am Bein entfernt. Dadurch entstehen natürlich auch keine Narben, was für die Patienten sehr wünschenswert ist. Es ist nur ein kleiner Schnitt an der Leiste erforderlich, der dem Einführen einer speziellen Kältesonde dient. Diese Kältesonde wird mithilfe von flüssigem Stickstoff gekühlt. Die erkrankte Vene wird so festgefroren und innerhalb von Sekunden entfernt. Die Rezidivquote ist bei diesem Verfahren sehr gering, worin ein weiterer Vorteil dieser Technik liegt. Beim herkömmlichen Stripping hingegen können durch unvollständiges Entfernen der Stammvene leicht Neuerkankungen entstehen.

Eine weitere Möglichkeit der Behandlung von Krampfadern ist die Sklerosierung. Bei der Sklerosierung wird die krankhafte Vene nicht entfernt sondern verklebt. Dies geschieht entweder durch thermischen oder chemischen Einfluss auf die Innenauskleidung (Endothel) des Gefäßes. Dadurch wird der Blutfluss unterbunden. Zu dieser Therapieform gehören auch die Lasertherapie und die Radiofrequenztherapie. Hier wird die Vene thermisch verödet und letztendlich vom Körper selbst abgebaut. Hier ist in der Regel nur eine örtliche Betäubung von Nöten. Die Verödung mittels chemischer Einflüsse erfolgt durch das Einspritzen von Entzündungsmitteln oder einem aufschäumenden Verödungsmittel.

Veröden von Krampfadern

Das Veröden von Krampfadern ist eine weitere Therapieoption. Dies ist vorallem bei kleineren venösen Gefäßen, wie Besenreisern erfolgversprechend, da hier die Rezidivrate am niedrigsten ist. Das Veröden ist mit Hilfe von thermischen und chemischen Mittel möglich. Ziel ist es nicht die Venen zu entfernen, sondern durch das Veröden den Blutfluss dort vollständig zu unterbinden. So wird das Blut an größere Venen weitergeleitet und kann besser abtransportiert werden.

Die thermische Methode beinhaltet die Lasertherapie und die Radiofrequenztherapie. Hier kommt es zur Verödung, also zum Zusammenkleben der Innenschicht der Blutgefäße, und anschließendem Abbau durch den Körper.

Die chemische Möglichkeit beinhaltet ein Einspritzen von einem Verödungsmittel wie Polidocanol oder einer 40%-igen Glucoselösung in flüssiger Form oder besser als feinblasigem Schaum, da hier die Einwirkzeit größer ist und damit auch größere Krampfadern behandelt werden können.
Nach der Behandlung müssen Kompressionstrümpfe für die nächsten 48 Stunden durchgehend und danach meist noch tagsüber getragen werden, um einen guten Behandlungserfolg zu gewährleisten.

Entfernen mit dem Laser

Das Verschließen von Krampfadern mit dem Laser stellt eine Alternative zu dem chirurgischen Venen-Stripping dar. Bei diesem Eingriff wird die Krampfader durch einen Laser, der sich im Inneren der Ader befindet und Energie bzw. Hitze abgibt, verschlossen.

Vor der Operation wird eine Ultraschalluntersuchung der Gefäße durchgeführt, um den Verlauf und den Durchmesser zu bestimmen. Dadurch kann die abgegebene Laser-Energie auf den Durchmesser der Krampfader abgestimmt werden. Die Operation wird in örtlicher Betäubung durchgeführt, eine Vollnarkose ist nicht notwendig. Dem Patienten können zuvor jedoch Beruhigungsmittel gegeben werden.

Meist wird zu Beginn eine Punktion durchgeführt. Selten wird ein kleiner Hautschnitt am Knie oder an Fußknöchel gemacht. Der Laser-Katheter wird anschließend in die Krampfader eingeführt und bis zum Beginn des Gefäßes geschoben. Unter Abgabe der Laser-Energie wird der Katheter zurückgezogen und die Krampfader von innen verschlossen.

Komplikationen des Eingriffes sind beispielsweise Nachblutungen sowie Verletzungen von Nerven. Es kann zudem zu allergischen Reaktionen auf das Betäubungsmittel kommen.

Dauer der OP

Je nachdem wie ausgeprägt die Krampfadern sind, variiert die Operationszeit. Müssen viele Nebengefäße mitentfernt werden, kann die Dauer sich stark verlängern. Auch die Operationsmethode bestimmt die Dauer des Eingriffes mit.

Die reine Operationszeit beträgt meist zwischen 25 bis 60 Minuten. Hinzu kommen die Vor- und Nachbereitungszeit mit Narkoseeinleitung und –ausleitung. Insgesamt kann der Eingriff zwischen 2 bis 3 Stunden dauern.

Wie sieht die Nachsorge aus?

Direkt nach der Operation bleibt der Patient einige Stunden unter Beobachtung und kann danach nach Hause gehen. Jedoch sollte der Betroffene am Tag der Operation kein Auto fahren. Wichtig ist, dass der Patient möglichst früh mittels Bewegung der Beine seine „Muskelpumpe“ aktiviert, um den Blutstrom anzutreiben.

Das Tragen von angepassten Kompressionstrümpfen für drei bis sechs Wochen ist je nach Ausmaß der Blutergussbildung sinnvoll.

Leichtere Sportarten, wie Wandern oder Fahrradfahren, können nach ca. einer Woche wieder aufgenommen werden. Das Treiben von intensiveren sportlichen Tätigkeiten sollte für etwa vier Wochen unterlassen werden.

Homöopathie

Um einer Bindegewebsschwäche, durch welche Krampfadern mitunter verursacht werden können, entgegen zu wirken, kann das Schüssler Salz „Calcium Fluoratum D12“ helfen.

Des Weiteren kann bei schweren Beinen und erweiterten Adern „Aesculus D6“ angewendet werden. Dieses kann auch bei Langstreckenflügen prophylaktisch eingenommen werden.

Bei chronischen Beschwerden kann „Pulsatilla“ Linderung verschaffen. Zudem können Rosskastanie, Mäusedorn und Zauberstrauchblätter in Form eines Tees verwendet werden.

Prognose

Wie alle operative Eingriffe bergen auch diese gewisse Risiken (Blutungen, Infektionen, Schmerzen, Allergien usw.).
Die Prognose nach der gelungen Entfernung der Krampfadern jedoch ist gut, da die Beschwerden in der Regel beseitigt sind.
Ein Wiederauftreten der Krampfadern kann allerdings nicht ausgeschlossen werden, da nur die Symptome, nicht aber die Ursache behandelt wurde. Regelmäßige Nachuntersuchungen sind daher zu empfehlen.

Komplikationen von Krampfadern

Durch den mangelnden Austausch von Sauerstoff zwischen Blut und Gewebe, der durch den Aufstau bedingt ist, kommt es zur Anhäufung von Schlacken und zur Sauerstoffarmut.
Im schlimmsten Fall resultiert ein „offenes“ Bein” (Ulcus cruris). Außerdem könne in der gestauten Blutsäule leicht Gerinnsel entstehen, die zu einer Thrombose führen können.
Lösen sich diese Gerinnsel und werden mit dem Blutstrom mitgerissen und folgen diesem in die Lunge, kann es zu einer Lungenembolie kommen. Dies bedeutet eine schwere, oft tödliche Komplikation.
Auch könne sich oberflächliche Venen, die durch einen Thrombus (Blutgerinnsel) verschlossen sind, entzünden (Thrombophlebitis = oberflächliche Venenentzündung).
Desweiteren können sich hier dann Eiterbakterien ansammeln, welche durch die Blutbahn transportiert werden und eine Blutvergiftung (Sepsis) auslösen können.

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Gefahr einer Thrombose

Die Gefahr einer Thrombose bei Krampfadern ist erhöht. Da der Blutfluss in den erweiterten Gefäßen verlangsamt ist, können sich Blutgerinnsel bilden.

Symptome einer Thrombose sind ein stechender Schmerz im Bein sowie eine Rötung und Schwellung unterhalb der betroffenen Stelle. Häufig wird auch ein besonders unangenehmer Druckschmerz in der Fußsohle beschrieben. Durch Hochlagern des Beines wird meist eine Linderung der Beschwerden wahrgenommen.

Je höher sich die Thrombose am Bein befindet, desto ausgeprägter ist die Symptomatik. Bei Thrombosen besteht das Risiko, dass sich das Gerinnsel ablöst und in der Lungenstrombahn eine sogenannte Lungenembolie auslöst.

Vorbeugende Maßnahmen sind Kompressionsstrümpfe und Thrombosespritzen.

 

Prophylaxe

Krampfadern lassen sich durch geeignete Maßnahmen vorbeugen. Wichtig ist die körperliche Betätigung, vor allem das abwechselnde An- und Entspannen der Beinmuskulatur, um die sogenannte Muskel-Pumpe zu aktivieren. Das heißt , die Muskulatur hilft den Venen das Blut in Richtung Herz zurückzupumpen und hilft eine Venenüberlastung vorzubeugen.

Desweiteren sollten Wechselduschen bzw. – bäder angewandt werden, um die Venenmuskulatur zu kräftigen und um den Blutfluss in den Venen und die Blutversorgung des Körpers zu verbessern. Längeres Stehen bzw. Sitzen sollte weitgehend vermieden werden.

Man sollte so oft wie möglich barfuß gehen und das Tragen von Schuhe mit hohen Absätzen vermeiden. Darüber hinaus sollte man sich zu hohen Außentemperaturen nicht zu lange aussetzen wie z.B. in der Sauna, um eine zu starke Erweiterung der Venen und ein damit starkes Verlangsamen und eventuelles Stocken des Blutflusses zu vermeiden.

Wie kann man Krampfadern vorbeugen?

Krampfadern kann beispielsweise mit Sport vorgebeugt werden. Ausdauertraining stärkt die Muskeln und die „Muskelpumpe“, die unseren Blutstrom in den Beinen antreibt, wird aktiviert. Dementsprechend kann das Blut nicht in den Beinen versacken. Weiterhin vorbeugend wirken Bein- und Venengymnastik.

Auch gesunde Ernährung und genügend Flüssigkeitsaufnahme wirken sich positiv aus. Vermieden werden sollten langes Sitzen oder Stehen. Der Wechsel von Wärme zu Kälte erhöht die Elastizität der Gefäße. Beispielsweise können nach einer warmen Dusche die Beine kalt abgeduscht oder kalte Fußbäder genommen werden. Hochlegen der Beine erhöht den Blutstrom zurück zum Herzen und verhindert ebenfalls das Absacken des Blutes. Das Tragen von flachen Schuhen und lockerer Kleidung wird ebenfalls empfohlen. Zu enge Hosen können Gefäße an einigen Stellen, wie beispielsweise der Kniekehle, abdrücken und den gleichmäßigen Blutstrom verhindern.

Treten Krampfadern auf, ist das frühzeitige Aufsuchen eines Arztes sinnvoll, um das Fortschreiten der Erkrankung und Komplikationen zu verhindern.

Was tun, wenn eine Krampfader platzt?

Da sich etwa 80 Prozent des Blutes eines Menschen im Venensystem befindet und Krampfadern in der Regel einen erweiterten Durchmesser haben, kann es beim Platzen einer Krampfader sehr stark bluten. Da die Wand einer Krampfader sehr schwach ist, kann diese durch eine kleine Verletzung leicht aufreißen. Um die Blutung zu stoppen, sollte ein Druckverband angelegt und der Betroffene in eine liegende Position gebracht werden.

Um den Druck weiter zu senken, kann das entsprechende Bein hochgelagert werden. Bei einer geplatzten Krampfader ist es auf jeden Fall sinnvoll, einen Arzt aufzusuchen, um eine sichere Heilung der Wunde und eine entsprechende Therapie zu gewährleisten. Zur Behandlung wird entweder eine Kompressionstherapie angewendet oder ein kleiner operativer Eingriff zum Entfernen des betroffenen Gefäßes durchgeführt. Sind Krampfadern am Bein stark gefährdet zu platzen, sollten diese prophylaktisch entfernt oder verödet werden.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.11.2017
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