Operative Komplikation

Synonyme

Operative Komplikation, Komplikation nach Operation, Infektion, Thrombose, Lungenembolie, Embolie, Nachblutung, Lähmung, Falschgelenkbildung, Pseudarthrose, Morbus Sudeck, CRPS Typ I und Typ II, Nervenschaden

Einleitung

Hier finden Sie jeweils eine kurze Definition möglicher operativer Komplikationen. Um diese Begriffe ausführlich erklärt zu bekommen folgen Sie bitte den jeweiligen Link.
Wir erweitern unsere Liste von Komplikationen, die während oder nach einem operativen Eingriff auftreten können, ständig.
Ausdrücklich weisen wir daraufhin, dass einige genannte Komplikationen auch ohne einen Operation (z.B. Thrombose, Lungenembolie) vorkommen können. Auch für diese Gruppe sind die Informationen geeignet.



Übersicht operativer Komplikationen

  • Blutung sowie Nachblutung (arteriell, spritzend, Sickerblutung) 
  • lokale Entzündung/ Infektion mit ggf. Keimausbreitung bis ggf. Sepsis (Blutvergiftung)
  • Verletzung benachbarter Strukturen (Schleimhaut, Gefäße, Nerven, Muskeln, benachbarte Organe)
  • Perforation bei endoskopischen Operationen
  • Allergie auf Medikamente bzw. verwendete Materialien bis Schock
  • Funktionseinbuße/ bleibende Schädigung im OP-Gebiet durch operationsbedingte Änderung der Vorgehensweise oder Komplikationen (eingeschränkte Mobilität eines Gelenkes nach OP, Lähmung, Sensibilitätsstörung, Nervenausfall durch Nervendurchtrennung/ Bsp. Schilddrüse: N. recurrens → Heiserkeit bis Atemnot)
  • Narkosekomplikationen wie Kreislaufbeschwerden (Blutdruckabfall, Blutdruckanstieg bis Entgleisung, zu schneller Puls/ Tachykardie, zu langsamer Puls/ Bradykardie, im Extremfall Reanimation nötig) oder Beatmungsschwierigkeiten (Stimmlippenverschluss bis Stimmlippenspastik, erhöhter Lungenwiderstand)
  • bei OP mit Vollnarkose und erhöhten intraabdominellen Drücken Gefahr der Aspiration mit ggf. folgender Aspirationspneumonie (Lungenentz)
  • Tod

Informieren Sie sich mehr über das Thema: Postoperative Komplikationen- Welche gibt es?

Thrombose

Unter einer Thrombose versteht man die Gerinnung des Blutes (Gerinnselbildung) im Blutgefäßsystem, was zu einem Blutpfropf (Thrombus) mit Verstopfung des Blutgefäßes führt. Dadurch wird die Blutzirkulation gestört und eine Blutstauung vor dem Verschluß ist die Folge.
Thrombose kommt vom griechischen Wort “thrombosis”, was “Gerinnen” bedeutet.
Weitere Informationen erhalten Sie unter unserem Thema: Thrombose

Lungenembolie

Eine Lungenembolie entsteht aus einem fortgeschwemmten Blutgerinnsel (Thrombose), das eine Lungenarterie verstopft. Dadurch wird der Anteil der Lunge hinter dem Embolus (verstopfender Pfropf) nicht mehr durchblutet.
Folge ist , dass die verbliebenen Blutgefäße (Arterien) den Blutfluss des verschlossenen Gefäßes kompensieren müssen. Als Folge steigt der Blutdruck im Lungenkreislauf. Ist der Blutdruck im Lungenkreislauf über längere Zeit erhöht, droht eine Herzüberlastung mit lebensbedrohenden Herzrhythmusstörungen.

Weitere Informationen erhalten Sie unter unserem Thema: Lungenembolie

Arthrofibrose

Die Arthrofibrose ist eine gefürchtete, in ihrer Ätiologie weitgehend unaufgeklärte Gelenkerkrankung nach operativen Eingriffen oder Verletzungen, aus der eine mehr oder minder starke, teils schmerzhafte Einschränkung der Gelenkbeweglichkeit resultiert.
Weitere Informationen erhalten Sie unter unserem Thema: Arthrofibrose

Morbus Sudeck

Der Morbus Sudeck ist eine ernste Erkrankung der häufig nach Verletzungen wie Knochenbrüchen oder Operationen, teilweise aber auch nach kleinen Verletzungen oder einer fehlerhaft eingelaufenen Infusion oder zuletzt auch ohne erkennbare Ursache auftreten kann.
Die Ursache des Morbus Sudeck ist ein Störung des Nervensystems mit Folgen der Durchblutungsstörung, Entkalkung des Knochens aber schwerer Störung des Stoffwechsels nach sich zieht.

Der Morbus Sudeck wird auch synonym als CRPS (complex regional pain syndrom) bezeichnet. Mehr lesen Sie auch unter unserem Thema: Morbus Sudeck

Komplikation nach Bypass-OP

Nach einer Bypass-OP können diverse Komplikationen auftreten, wobei die Wahrscheinlichkeit für einen gestörten Heilungsverlauf stark vom intraoperativen Befund und den individuellen Risikofaktoren des Betroffenen abhängt. Die gefürchtetste Komplikation nach einer Bypass-OP ist der frühzeitige Verschluss des neu angelegten Gefäßes am Herzen durch ein Blutgerinnsel. Bei einem inkompletten Verschluss können dann eine Brustenge mit Luftnot sowie gefühlte Herzrhythmusstörungen die Folge sein. Verschließt das Blutgerinnsel das Gefäß komplett, kommt es zwangsläufig zu einem (neuen) Herzinfarkt.

In selteneren Fällen ist das genaue Gegenteil eine postoperative Komplikation. Adaptieren die „neuen“ Gefäßenden nämlich nicht genug miteinander, kann es zu einer sog. Nahtinsuffizienz kommen. Folglich tritt Blut an den Nahtstellen aus, was zu einem Blutverlust an sich und einer Einblutung in den Brustraum führt, was im schlimmsten Fall lebensbedrohliche Kreislauf- und Atembeschwerden verursachen kann. Eine Infektion mit folgender Keimausbreitung ist häufig durch eine inadäquate Wundversorgung der Operationsnarbe (= unsteriler Verbandswechsel) bedingt, sodass Erreger über die Hautdefekte Anschluss an das Gefäßsystem erlangen und schwerwiegende Entzündungssymptome hervorrufen können.

Lesen Sie mehr zum Thema: Bypass am Herzen

Komplikation nach Kaiserschnitt

Nach einem Kaiserschnitt kann nahezu jede erdenkliche Komplikation auftreten, da es sich um einen großen operativen Eingriff mit einer breiten Narbe an einem gut durchbluteten Organ handelt. Eine Blutung macht sich dabei relativ schnell nach einem Kaiserschnitt bemerkbar, da es erfahrungsgemäß aufgrund der guten Durchblutung schnell zu einem hohen Blutverlust kommt. Betroffene merken dies durch einen vaginalen Blutabgang, eine Vermehrung des Bauchumfanges nach OP und das Auftreten von Kreislaufbeschwerden.

Eine später auftretende Komplikation ist die Infektion der Gebärmutter, die sowohl durch das Eindringen von Erregern über die Wundnaht als auch über den Eintritt von Erregern von vaginal entstehen kann. Bei einem unsterilen Verbandswechsel beispielsweise ist jedoch das Eindringen für die Erreger sehr einfach, da ein Absteigen der Infektion über den Wunddefekt möglich ist. Die natürliche Barrierefunktion der einzelnen Haut- und Organschichten ist ja unterbrochen. Hier bilden sich dann die typischen Entzündungssymptome bei den Betroffenen aus und bedürfen je nach Schweregrad einer antibiotischen bis hin zu einer operativen Behandlung.

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Komplikation nach einer Darmspiegelung

Die häufigste Komplikation nach einer Darmspiegelung ist die Nachblutung, da im Regelfall Schleimhautbiopsien entnommen bzw. im Bedarfsfall Polypen entfernt werden. Schleimhautbiopsien werden mithilfe kleiner Zangen gewonnen, die kleine Schleimhautstücke herausreißen. Normalerweise bluten die Entnahmestellen nach kurzer Beobachtung während der Darmspiegelung nicht mehr und heilen innerhalb weniger Tage vollständig ab.
Polypen werden mit einer Schlinge abgetragen, die gleichzeitig das Gewebe koaguliert, sodass der Gewebedefekt direkt verschlossen wird. Es kann jedoch sein, dass sich das auf einer Wunde gelegene Blutgerinnsel ablöst und es zu einer erneuten Blutung kommt. Je nach Stärke der Blutung kann sich diese dann in Blutauflagerungen auf dem Stuhl bis hin zur Ausprägung einer Blutarmut äußern.

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Komplikation nach einer Weisheitszahn-OP

Die Wurzeln der Weisheitszähne liegen sehr tief im Kieferknochen, sodass nach ihrer Entfernung tiefe Wunden im Kiefer vorherrschen. Zum Einen kann es aus diesen Wundtaschen bluten, was gut mit einer Tamponade therapiert werden kann. Zum Anderen können sich hier Erreger einnisten, was eine schwierigere Situation darstellt. Die Wundtaschen können nämlich nur bedingt aufgrund der Empfindlichkeit der verletzten Schleimhaut gereinigt werden und sind ständig in Kontakt mit Speichel und Nahrung. Eine Verunreinigung der Wunde ist also nicht zu verhindern. Je nach Schwere der Infektion muss dann eine Therapie mit einer Mundspülung erfolgen oder eine antibiotische Therapie eingeleitet werden.

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Komplikation nach Hallux-OP

Die Komplikationen nach einer Hallux-OP hängen stark von der gewählten Operationstechnik des Arztes ab. Auf jeden Fall wird zwar immer die knöcherne Fehlstellung der Großzehe korrigiert, jedoch gibt es verschiedene Verfahren und Fixierungstechniken die ehemals „schiefe Achse“ zu begradigen. Wird ein Teil des Knochens abgetragen, besteht immer die Gefahr der vorübergehenden Instabilität des Gelenkes mit dem erhöhten Risiko für Frakturen oder besser gesagt randständige Knochenabbrüche bei Belastung.

Wird das Gelenk in einer geraden Achse komplett versteift (sog. Arthrodese) kann es durch die fehlende Bewegbarkeit der Zehe und des Mittelfußes gegeneinander zu belastungsabhängigen Schmerzen kommen, da der Vorfuss nicht mehr richtig abgerollt werden kann. Blutungen sind selten nach einer Hallux-OP, da Gefäße im Regelfall nicht angetastet werden. Genauso werden Sehnen und Bänder nicht geschädigt, da sich die Operationstechniken rein auf das knöcherne Gelenk beschränken. Postoperative Schmerzen gründen sich daher auf einen Substanzdefekt vom Knochen und der „erzwungenen“ neuen Stellung der Knochen zueinander, was anfangs einen „Spannungsschmerz“ verursachen kann.

Weitere Informationen finden Sie unter: Operation eines Hallux- Valgus

Homöopathie bei operativen Komplikationen

Die jeweiligen Behandlungen nach operativen Komplikationen sind spezifisch und müssen jeweils auf die Erkrankung ausgerichtet sein.
Homöopathie kann eine Möglichkeit sein operative Kompliaktionen zu minimieren oder bestehende Probleme zu verbessern.
Lesen Sie mehr in unserem interessantem Thema: Homöopathie und Operation

Weiterführende Informationen

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