Tennisarm

Synonyme

  • Tennisellenbogen
  • Tennisellbogen
  • Epicondylitis humeri radialis
  • Epicondylitis humeri lateralis
  • Mausarm
  • Mausellenbogen

Definition

Beim Tennisarm handelt es sich um eine Sehnenentzündung des äußeren Ellenbogens, der durch Überlastung der Handgelenks- und Unterarmmuskulatur ausgelöst wird.
Medizinisch betrachtet handelt es sich dabei um ein Schmerzsyndrom, dessen Ursprungszonen sich im Bereich der Hand- und Fingermuskulatur und an den äußeren Ansätzen des Oberarmknochens (Humerus) am Ellenbogen befinden.
Die Ursachen sind in der Regel durch Überbeanspruchung im Beruf (Maus, vieles tippen), in der Freizeit (Gartenschere, Handwerkern) oder auch Sport (z.B. Tennis) hervorgerufen wird.
Besonders wenn der Ellenbogensehne ungewöhnlich hohe oder nicht angepasste Belastungen ausgesetzt wird, ist die Gefahr hoch einen Tennisarm zu erleiden. Der erfahrene Tennisspieler erleidet also nur selten unter einem Tennisarm.
Fast genauso häufig wie der Tennisarm, wird der Begriff Tennisellenbogen verwendet.

Während viele Tennisarme unter eine Schonung ausheilen gerät eine kleinere Anzahl in eine Chronifizierung, die nur unter der Hilfe von spezialisierten Orthopäden zur Ausheilung gebracht werden kann.

Abbildung Tennisarm: unten - rechter Unterarm, Muskeln der Streckseite (Dorsalseite)
  1. Speichenschaft - Corpus radii
  2. Ellenschaft - Corpus ulnae
  3. Oberarmschaft - Corpus humeri
  4. Langer speichenseitiger
    Handstrecker -
    M. extensor carpi radialis longus
  5. Kurzer speichenseitiger
    Handstrecker -
    M. extensor carpi radialis brevis
  6. Langer Daumenabspreizer -
    M. abductor pollicis longus
  7. Kurzer Daumenstrecker -
    M. extensor pollicis brevis
  8. Langer Daumenstrecker -
    M. extensor pollicis longus
  9. Ellbogen - Olecranon
  10. Knorrenmuskel - M. anconeus
  11. Ellenseitiger Handstrecker -
    M. extensor carpi ulnaris
  12. Fingerstrecker - M. extensor digitorum
  13. Kleinfingerstrecker - M. extensor digiti minimi
  14. Halteband der Strecksehnen - Retinaculum musculorum extensorum

Eine Übersicht aller Abbildungen von Dr-Gumpert finden Sie unter: medizinische Abbildungen

Allgemeines

Es gibt verschiedene Muskelgruppen, die im Bereich des Ellenbogens ihren Ursprung haben.
Dies sind Muskelgruppen des Arms, der Finger und der Hand, unter anderem der Musculus extensor carpi radialis longus und brevis, der Musculus extensor digiti minimi und der Musculus extensor digitorum (= Musculus extensor digitorium communis), alle so genannten Unterarmstrecker.
Alle Muskelgruppen, die im Ellenbogen ihren Ursprung haben, sind über Bindegewebsstrukturen (Sehnen) an bestimmten Stellen mit dem Ellenbogenknochen verwachsen.
Während sich der Großteil der Beugemuskulatur auf der Innenseite (= Ulnarseite) des Ellenbogens befindet, sind die Gegenspieler, die so genannten Strecker (Streckmuskulatur) auf der Außenseite (Radialseite) lokalisiert.
Bedingt durch berufliche und / oder sportliche Überbeanspruchung der Muskelgruppen kann eine Epicondylitis humeri - also eine Entzündung der Sehnengruppe - auftreten. Sie ist ein umschriebenes Schmerzsyndrom im Bereich des Ellenbogens. Man unterscheidet je nach betroffener Muskulatur die Epicondylitis humeri radialis (Tennisellenbogen, an der Ellenbogenaußenseite) von der Epicondylitis humeri ulnaris (Golferellenbogen, an der Ellenbogeninnenseite).
Eine Überbeanspruchung der Muskelgruppen auf der Außenseite, also der daumenseitigen Hand- und Fingerstreckmuskulatur, kann das Auftreten der so genannten Epicondylitis humeri radialis (= Tennisellenbogen) verursachen. In Fällen, bei denen die Muskelgruppen der kleinfingerseitigen Hand- und Fingerbeuger zu sehr beansprucht wird, spricht man von einer Epicondylitis humeri ulnaris, dem so genannten Golferellenbogen.

Die Bezeichnung Epicondylitis impliziert stets eine entzündliche oder degenerative (verschleißbedingte) Veränderung am Sehnenansatz direkt am Knochen.
Im Bereich des Sehnenansatzes bildet sich durch eine chronische oder akute Überlastung entzündliches Narbengewebe, welches die Schmerzen auslöst.

Häufigkeit

Am Tennisarm, einer der häufigsten Erkrankungen im orthopädischen Fachgebiet, erkranken in der Regel häufiger Männer als Frauen. Dabei liegt das durchschnittliche Erkrankungsalter zwischen dem 35. und dem 50. Lebensjahr.
50 % aller Tennisspieler erkranken im Laufe ihres Lebens an der Epicondylitis humeri radialis (Tennisarm). Jeder zweite Tennisspieler erleidet im Laufe seines Lebens einen Tennisarm. Das Erkrankungsmaximum liegt bei Tennisspielern im Bereich zwischen dem 50. und 60 Lebensjahr.

Ursachen

Wie bereits erwähnt bedeutet die Bezeichnung "Tennisarm" nicht, dass nur Tennisspieler oder Sportler unter dieser Erkrankung leiden. Tatsächlich tritt der „Tennisarm“ bei Sportlern nur verhältnismäßig selten, in der Regel auch nur, wenn eine falsche Technik, insbesondere bei der Tennisrückhand, angewendet wird.

Da der Tennisarm durch chronisch mechanische Überbeanspruchungen hervorgerufen wird, sind davon viel häufiger Handwerker, Mechaniker, Straßen- und Bauarbeiter oder Sekretärinnen betroffen. Generell betroffen sind auch jene Berufsgruppen, die den Computers als Arbeitsmittel nutzen. Die zunehmende Nutzung insbesondere der Maus des Computers führte in den letzten Jahren zu einer steigenden Anzahl an Patienten, die unter einem Tennisarm leiden.
Neudeutsch spricht man bei diesen Patienten von einem sogenannten Mausarm.
Dabei treten schmerzhafte Verschleißerkrankungen im Ansatzbereich der Streckmuskulatur auf, die davon weitaus häufiger betroffen ist, als die Antagonisten, die so genannte Beugemuskulatur im Handgelenk.

Häufig leiden auch ältere Patienten unter einem Tennisarm, wobei die Schmerzen hier häufig auf die individuell unterschiedlich ausgeprägten degenerativen (arthrotischen) Veränderungen im Ellenbogengelenk zurückzuführen sind.

Die Ursachen für das Auftreten einer Epicondylitis sind nach derzeitigem Kenntnisstand noch nicht eindeutig geklärt. Bei Patienten mit entsprechender Veranlagung, so genannten prädisponierten Patienten, kann eine ständige Überbelastung zu Entzündungen und Einrissen an den Sehnen führen. Von der Überbelastung ist tendenziell eher der Gebrauchsarm betroffen. Überbelastungen treten häufig bei sehr einseitigen, monotonen Tätigkeiten auf, die sich ständig wiederholen.
Aus täglicher Erfahrung findet man viele Patienten bei denen kein echter Auslöser festgemacht werden kann. Dir Ursache des Tennisarms bleibt also unklar.

Symptome

Der Patient leidet unter Schmerzen im Ellenbogenbereich (deshalb auch Tennisellenbogen), die meist auch bis in die Hand ausstrahlen. In der Regel besteht ein lokaler stechender Druckschmerz am Knochenansatz der Betroffenen Muskulatur, sowie Schmerzen an der Außen- und Innenseite des Ellenbogens, die durch Drehbewegungen oder Faustschluss hervorgerufen werden. Auch durch maximale Drehung einzelner Muskeln kann die Schmerzsymptomatik verstärkt werden.

Durch die Schmerzen werden die Patienten in der Ausübung ihrer alltäglichen Tätigkeiten enorm eingeschränkt. Sie können anfänglich nur noch schwer, später kaum noch ausgeübt werden. Das schlichte Händeschütteln als Begrüßungsritual kann bereits maximale Schmerzen auslösen.

In weiter fortgeschrittenen Stadien kommt es zur Kraftminderung der gesamten Hand- und Fingermuskulatur, die bis zu einem gänzlichen Verlust der gesamten Griffstärke führen kann.

Mehr zu allen Symptomen des Tennisarms erfahren Sie unter unserem Thema:

Diagnose

Aufgrund der starken, manchmal stechenden Schmerzen, die beim Ausüben alltäglicher Tätigkeiten immer häufiger auftreten und teilweise so stark sind, dass selbst das Tragen einfacher Gegenstände zur Qual wird, sucht der Patient einen Arzt auf. Patienten klagen häufig auch über das Ausstrahlen des Schmerzes bis in die Unterarmmuskulatur.

Im Rahmen der ärztlichen Untersuchung führt der Arzt so genannte Widerstandstest durch. Der Patient muss dabei eine Faust machen und gegen Kraft nach oben oder unten drücken. Bei einer Erkrankung am Tennis- oder Golferellenbogen tritt durch dieses Tests eine Schmerzverstärkung am Ellenbogengelenk auf.
Bei Druck auf die Ursprungszonen des Musculus extensor digitorum communis und des Musculus extensor carpi radialis brevis, tritt ein starker, stechender Schmerz auf.
Bedingt durch die Schmerzen des Patienten findet man auch immer wieder eine Bewegungseinschränkung des Ellenbogengelenks. Diese ist allerdings nur in ganz seltenen Fällen auf degenerative (verschleißbedingte) Veränderungen zurückzuführen und liegt eher in der Schonhaltung des Patienten begründet.
Oftmals ist die gesamte Unterarmmuskulatur stark verspannt und es können unter Umständen auch leichte Gefühlsstörungen auftreten, die sich beispielsweise durch ein Kribbeln bemerkbar machen. Sie werden in der Regel nicht durch ein Zervikalsyndrom (HWS-Syndrom) oder lokale Nervenschäden hervorgerufen.
Bei der klinischen Untersuchung ist ein starker Druck- und Berührungsschmerz auf den betreffenden Sehnenansätzen auszulösen. Schmerzbedingt findet sich eine Bewegungseinschränkung im Ellenbogengelenk, die aber verhältnismäßig selten durch degenerative / verschleißbedingte Veränderungen ausgelöst wird.
Bei einer Ultraschalluntersuchung kann der Arzt eine Schwellung im Bereich der Sehnenansätze erkennen. Erfahrene Spezialisten für den Tennisarm können im Ultraschall auch kleine Einrisse der Sehne erkennen. Ist so ein Einriss zu Erkennen empfielt sich allerdings immer ein MRT des Ellenbogens, da dieser den Schaden besser darstellen kann.
während bei Röntgenuntersuchungen des Ellenbogengelenkes nur sehr selten und meist in fortgeschritteneren Stadien krankhafte Veränderungen festzustellen sind.
Im chronischen Stadium kann man auf dem Röntgenbild Verkalkungsherde im Bereich der Sehnenansatzstellen oder kleine Periostunregelmäßigkeiten (Knochenhautunregelmäßigkeiten) sowie Knochenausziehungen vergleichbar eines Fersensporns zu erkennen.
Diese Veränderungen kann man als deutliche Schwellung auf dem äußeren Ellenbogen im Seitenvergleich gut erkennen.
Eine MRT des Ellenbogens bei einem Tennisarm ist nur in Fällen notwendig, in den man von einer Schädigung der Sehne ausgeht oder alternative Diagnosen wie eine Ellenbogenarthrose ausschließen möchte.
Lesen Sie hier mehr zum MRT vom Ellenbogen bei Tennisarm.

Röntgenbild Ellenbogen

Röntgenbild Ellenbogen a.p.:

  1. Oberarmknochen (Humerus)
  2. Elle (Ulna)
  3. Speiche (Radius)

Röntgenbild Ellenbogen seitlich

  1. Oberarmknochen (Humerus)
  2. Speichenköpfchen (Radiusköpfchen)
  3. Speiche (Radius)
  4. Olecranon
  5. Elle (Ulna)

Der Arzt (Orthopäde) muss von der Epicondylitis humeri radialis (= Tennisellenbogen) beispielsweise die Epicondylitis humeri ulnaris (Golferellenbogen), aber auch andere Krankheiten unterscheiden und ausschließen. Demzufolge muss er von den oben beschriebenen typischen Schmerzen des Tennisellenbogens Schmerzen, die von der Halswirbelsäule ausgehen (Zervikalsyndrom) differenzieren. Ebenso muss er davon Einengungen und Reizungen bestimmter Nerven (Nervenkompressionssyndrom -> Ramus profundus des Nervus radialis in der sogenannten Supinatorloge), degenerative Gelenkveränderungen (Arthrose des Ellenbogengelenkes), sowie akute lokale Entzündungsprozesse und Tumore abgrenzen.

Um zu unterscheiden, ob der Patient unter einem Tennis- oder einem Golferellenbogen leidet, helfen dem Arzt die nachfolgend aufgeführten Tests.

Tests bei Tennisarm

Epicondylitis humeri radialis (Tennisellenbogen)

Schmerzen im Bereich des äußeren Ellenbogens durch:

  • Drehung des Unterarms
  • Handgelenksstreckung gegen Widerstand
  • Streckung des Mittelfingers gegen Widerstand
  • Streckung des Ellenbogens und passiver Beugung der Hand

Epicondylitis humeri ulnaris (Golferellenbogen)
Schmerzen im Bereich des inneren Ellenbogens durch:

  • Beugung des Handgelenks
  • Drehung des Unterarms gegen Widerstand
  • Heben von schweren Dingen

Konservative Therapie

Medikamentöse Therapie

  • Salbenverbände (z. T. Kortisoncremes, Diclofenac-Emulgel (z.B. Voltaren) etc.)
  • lokale Anwendungen von Diclofenac, z.B. über eine Schmerzplaster (z.B. Flector®)
  • Infiltration des Muskelansatzes mit entzündungshemmenden und schmerzstillenden Medikamenten (Lokalanästhetika und Kortikoidgemische)
  • in der frühen Form des Tennisarms hat sich besonders die Therapie mit der Spritze bewährt, da hier die Wirkstoff direkt an den Ort des Wirkens gebracht werden können
    Wenn Cortison verwendet wird, ist trotz schnell einsetzender Besserung der Beschwerden eine komplette Sportpause von 6 Wochen und mehr mit dem betroffenen Ellenbogen zu empfehlen

Bandage und Manschette

Bandage für den Tennisarm

Beim Tennisarm steht die Überanstrengung der Muskulatur der Finger- und Handgelenksstrecker, welche typischerweise durch Tennissport oder auch bei Schreibtischarbeiten entstehen kann, im Vordergrund.

Daher wird eine Schonung der betreffenden Strukturen für eine gewisse Zeit in Ergänzung mit weiteren therapeutischen Maßnahmen empfohlen.

Diese Schonung erreicht man durch eine speziell dafür entwickelte Bandage oder Manschette.

Diese kann man in bestimmten Universalgrößen oder auch maßangefertigt erwerben, was sowohl qualitative als auch preisliche Unterschiede bedeutet.

Trotz der großen Auswahl sollte eine Bandage oder Manschette gewählt werden, die gut sitzt, also nicht zu locker oder zu fest, und ihren Zweck, und zwar die Ruhigstellung des Tennisarms, erfüllt.

Eine gute Bandage schirmt den Tennisarm vor zu großen auf ihn wirkenden Kräften, wie zum Beispiel Vibrationen, ab, sodass sich die Muskeln und ihre Ansatzsehnen erholen können.

Zusätzlich sollte sie eine hohe stabilisierende und entlastende Funktion haben.

Eine simple Form der Bandage beziehungsweise Manschette umfasst den Arm ringförmig und wird unterhalb der Ellenbeuge, etwa auf Höhe der Finger- und Handgelenksbeugemuskeln beziehungsweise den Sehnen, angebracht.

Durch ihre Form übt sie konzentrisch Druck auf die Sehnen aus. So sollen die Symptome und ihre Auslöser gelindert werden.

Alternativ dazu gibt es auch Bandagen die den Ellenbogen mit abdecken und spezielle Kissen zur punktuellen Kompression integriert haben.

Die Bandage oder Manschette kann sowohl im Alltag, als auch bei den tennisarmauslösenden Tätigkeiten und beim Sport getragen werden.

Für Sportler wurden daher auch spezielle Bandagen und Manschetten entwickelt, die eine hohe Stabilität und Schonung des Tennisarms bei gleichzeitig großer Beweglichkeit ermöglichen.

Dabei wirkt sie vorbeugend, aber auch in der Akutphase der Beschwerden schmerzlindernd, sollte also regelmäßig getragen werden.

Auch hier ist nochmal zu betonen, dass ein guter Sitz der Bandage und Manschette von hoher Bedeutung ist, da sie bei falscher Anwendung auch schädlich sein kann für Muskeln und Sehnen. Diese können möglicherweise gequetscht werden, es kann zu Druckstellen kommen oder eben zu keiner Besserung der Symptomatik.

Prinzipiell kann man bei einem Tennisarm mit einer Bandage oder Manschette nichts falsch machen, da sie als eine gute Therapiemöglichkeit gelten, trotzdem wäre es von Vorteil, sich zuvor von einem Fachkundigen oder Orthopäden beraten zu lassen und Rücksprache zu halten.

Aufgrund der großen Bedeutung von Bandagen und Manschetten bei der Therapie des Tennisarmes, haben wir diesem Thema einen eigenen Artikel gewidmet. Diesen finden sie unter: Tennisarm Bandage

Epicondylitisspange

Sie entlastet den Muskelansatz am Ellenbogen und wird prophylaktisch im Alltag- und Arbeitsleben getragen. Die Bandage muss richtig angewendet werden (Anbringen an der richtigen Stelle, ...)
Sie hilft besonders beim Sport

Epicondylitisbandage (Tennisarm Bandage)


Tritt der Tennisarm besonders bei PC Arbeiten (Mausarm) auf, hilft die Tennisarm Bandage deutlich besser, da die Spange durch die vielen Mikrobewegungen schnell verrutscht.
Lesen Sie mehr hierzu in unserem Thema: Tennisarm Bandage

Tapen bei einem Tennisarm

Das Tapen ist ein viel und gerne eingesetztes Verfahren zur Behandlung von Beschwerden des Bewegungsapparates.
Dabei stimuliert das spezielle Tape, welches unter Zug oder auf die gedehnte Haut der betreffenden Stelle geklebt wird, das darunter liegende Gewebe.
Es fördert die Heilung und wirkt gleichzeitig vorbeugend.
Bei der Anlage des Tapes sollte man den erkrankten Arm austrecken und das Handgelenk beugen.
Zuerst klebt man das Tape so auf den Handrücken, dass kein Zug an der Stelle entsteht. Dann peilt man eine Stelle am Unterarm auf Höhe des Ellenbogens an, die genau auf der gegenüberliegenden Seite des Musikantenknochens (Epicondylus lateralis) liegt, und klebt das Tape unter Zug dort fest.

Dann nimmt man einen zweiten Tapestreifen und klebt diesen von der Vorderseite des Unterarms, etwas unterhalb der Ellenbeuge auf die Oberarmhinterseite oberhalb des Ellenbogens. Das Tape sollte dabei nicht auf der Innenseite des Arms verlaufen, sondern außen und mit hohem Zug angebracht werden.

Beim Tapen wurde genau der Verlauf der Finger- und Handgelenksstrecker gewählt, welche beim Tennisarm überbelastet sind.
Die Tragedauer eines Tapestreifens beträgt ungefähr eine Woche. Danach kann man gegebenenfalls nochmals tapen.
Eine Beratung von einem Fachmann, wie zum Beispiel einem Orthopäden oder Physiotherapeuten ist dabei von Vorteil, da dabei die Lage des Tapes optimiert werden kann und die Wirkung professionell beurteilt werden kann.

Umfangreiche Informationen zu diesem Thema finden Sie unter: Tapen eines Tennisarms

Krankengymnastik

Krankengymnastik spielt in der Therapie des Tennisarms eine entscheidende Rolle.
Die Möglichkeiten und Formen der Krankengymnastik beim Tennisarm sind jedoch sehr umfangreich, daher haben wir dieser Therapieform beim Tennisarm ein ganzes Thema gewidmet.

Mehr Informationen erhalten Sie unter: Krankengymnastik beim Tennisarm.

Dehnübungen bei einem Tennisarm

Der Tennisarm ist eine übermäßige Reizung der Muskulatur der Finger- und Handgelenksstrecker, welche am äußeren Knochenhöcker des unteren Oberarmknochens entspringen, dem sogenannten Epicondylus radialis humeri.

Die Schmerzen entstehen durch Fehlhaltung oder mechanische Überanstrengung.

Um Beschwerden zu lindern und effektiv vorzubeugen, werden Dehnübungen der Finger- und Handgelenksstrecker empfohlen. Zusätzlich dazu ist es von Vorteil, die dazugehörenden Beuger ebenfalls zu dehnen.

Typische Dehnübungen für einen Tennisarm kann man entweder selbst aktiv durchführen oder passiv mit Hilfestellung von jemand anderem.

Zuerst kann man die Handgelenks- und Fingerstrecker dehnen, indem man den Arm im Ellenbogengelenk durchstreckt und Hand und Finger versucht zu beugen bis man ein leichtes Ziehen spürt. Diese Haltung muss für eine effektive Dehnung mindestens zwanzig Sekunden dauern.

Um die Handgelenks- und Fingerbeuger zu dehnen, streckt man wieder den Arm im Ellenbogengelenk maximal durch und zieht diesmal die Finger mit der anderen Hand nach oben. Bei weiteren Dehnübungen legt man beide Handflächen plan im rechten Winkel auf eine senkrecht vor einem stehenden Wand. Zuerst sollen die Hände so nach innen gedreht sein, dass die Daumen beim Auflegen an die Wand nach unten zeigen. Dann wird das gleiche mit nach außen gedrehten Händen gemacht, wobei die Daumen nach außen zeigen.

Die Dehnübungen können bei akutem Tennisarm dreimal täglich durchgeführt werden, ansonsten sind trotz Beschwerdefreiheit regelmäßige Dehnübungen empfohlen.

Aufgrund der großen therapeutischen Bedeutung von Dehnübungen bei Tennisarm-Beschwerden, haben wir diesem Thema einen eigenen ausführlichen Artikel gewidmet. Diesen finden Sie unter: Tennisarm Dehnübungen

Stoßwellentherapie

Extrakorporale Stoßwellentherapie:

  • Im Rahmen der extrakorporalen Stoßwellentherapie werden Ultraschall-Impulse auf die schmerzhaften Sehnenansätze geleitet. Hierbei handelt es sich um eine spezifisches Ultraschallgerät, das einem Nierensteinzertrümmerer ähnelt.
    Erfolge treten in etwa bei 80 % aller Patienten ein, allerdings kann es während der Behandlung zu Komplikationen kommen. Schmerzen im Bereich der Epicondylen, sowie Verletzungen kleiner Blutgefäßemit dem dadurch bedingten Auftreten blauer Flecken sind Beispiele.
    HINWEIS: Bitte beachten Sie, dass die extrakorporale Stoßwellentherapie als Behandlungsform nicht von jeder Krankenkasse bezahlt wird. Sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Orthopäden darüber und fragen Sie gegebenenfalls vor Antritt der Behandlung bei Ihrer Krankenkasse hinsichtlich der Kostenübernahme nach.

Eine Stoßwellentherapie ist die effektivste Methode bei einem chronifizierten Tennisarms eine ausheilung zu erzielen und wird von Dr. Nicolas Gumpert (Orthopäde und Autor dieser Seite) bevorzugt.
Auch wenn diese Methode unangenehm ist, können hiermit auch in fortgeschrittnen Formen gute Ergebnisse erzielt werden.
Weiterhin ist die Erfahrung mit diesem Verfahren entscheidend für den Therapieerfolg.
Mehr zur Stoßwellentherapie bei Tennisarms erfahren Sie unter unserem Thema: Tennisarm Stoßwellentherapie

Physikalische Therapie

  • Kälte- und Wärmebehandlung
  • Lokalisierte Ultraschallbehandlung
  • Mikrowelle
  • Iontophorese
  • Quermassage der Handgelenksmuskulatur (krankengymanastische Behandlung der Querfriktion)

Akupunktur

  • Die Akupunktur hat sich hier in vielen Fällen bewährt. Sie dient zum einen der Schmerzlinderung, zum anderen kann sie auch, wenn mit der Schmerz auslösenden Tätigkeit, wie beispielsweise dem Tennis spielen aufgehört wird, den Entzündungsprozess stoppen. Dies ist leider nicht immer möglich, insbesondere dann, wenn die Schmerz auslösenden Tätigkeiten zum Alltag gehören.
  • Lesen mehr unter dem Thema Akupunktur

Homöopathie bei Tennisarm

Zur Behandlung der Symptome eines Tennisarms gibt es auch in der Homöopathie einige Mittel.

Formica rufa, eine Substanz die aus der roten Waldameise gewonnen wird, soll in der Potenz D30 an die betroffene Stelle gequaddelt (unter die Haut injiziert) werden und die typischen Schmerzen, die bei bestimmten Bewegungen entstehen, gezielt lindern.

Des Weiteren wirkt Ruta D200 gut bei gereizter Knochenhaut und verletzten Sehnen. Dies kann alle zwei Tage bis zur Beschwerdefreiheit genommen werden oder in der D3 – Potenz auch dreimal täglich.

Auch Arnica D6 ist ein gerne verwendetes Mittel zur Schmerzlinderung bei Verletzungen, wie sie auch beim Tennisarm vorkommen.

Hypericum D4, ein weiteres Mittel der Homöopathie, führt ebenfalls zu Erholung der Schmerzen des Tennisarms.

Arnica D6, Ruta D3 und Hypericum D4 können auch in Kombination zusammen gemischt werden und dreimal täglich bei Beschwerden zum Einsatz kommen.

Ergänzend dazu sollte man den Arm schonen, damit die Überanstrengung der Sehnen beim Tennisarm zurückgeht. Die Einnahme von Substanzen aus der Homöopathie sollte immer mit Beratung eines Fachmanns erfolgen.

Bei fortbestehenden Schmerzen oder gar Verschlechterung des Tennisarms sollte man über einen Verfahrenswechsel nachdenken und einen Arzt aufsuchen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Homöopathie bei einem Tennisarm

Unterarmgipsschiene

  • empfohlen bei alternativer konservativer Therapien, somit bei weiterbestehenden Beschwerden. Die Unterarmgipsschiene sollte jedoch nur die letzte Alternative im Bereich der konservativen Therapie darstellen

Weitere Therapieformen beim Tennisarm

Weitere Therapieformen sind:

  • die Magnetfeldtherapie und
  • die pulsierende Signaltherapie

Eine eindeutig positive Wirkungen könnte beiden Therapieformen wissenschaftlich bisher noch nicht eindeutig zugeschrieben werden.

Mehr zu allen Therapieoptionen des Tennisarms erfahren Sie unter unserem Thema: Tennisarm Therapie

Speziell für Tennisspieler

  • Hinweis auf korrekte Schlagtechnik, gegebenenfalls durch (erneute) Trainerstunden.
  • langsamer Trainingsaufbau
  • konsequentes Aufwärmen und Stretchen
  • Eventuelles Wechseln des Schlägers, beispielsweise durch Benutzen eines flexibleren nicht so kopflastigen Schlägers.
    Besonders belastend sind hier der Head Prestige Tour und der Babolat Pure Drive zu nennen.
  • Leistungsorientierten Tennisspieler oder Hobbyspielern empfehle ich zwingend die Anpassung der Besaitung (z.B. auf eine vorgedehnte vibrationsabsorbierende Besaitung (spezielle Tennisarmbesaitung und Besaitungstechnik) in Kombination mit Trainerstunden eines Sportmediziners / Orthopäden der auch Tennistrainer ist .

Operative Therapie / Operation

Sollten Sie nach einer etwa sechsmonatigen konservativen Therapie immer noch keine Besserung oder gar eine Verschlechterung bemerken, ist es zu empfehlen, gemeinsam mit Ihrem behandelnden Arzt über eine operative Therapie nachzudenken.

Diesbezüglich stehen zwei verschiedene Operationsverfahren zur Verfügung, zum einen die Operation nach Hohmann, zum anderen die Operation nach Wilhelm. Beide Operationsverfahren werden nachfolgend beschrieben.

  • Operation nach Hohmann: Diese Operation ist benannt nach einem Münchner Orthopäden, der von 1880 bis 1970 lebte. Im Hinblick auf eine Epicondylitis impliziert diese Art der Operation eine Abtrennung der entsprechenden Handgelenksstreck- oder –beugemuskulatur. Dies führt zu einer Entlastung des Sehnenansatzes und zu einer Ausheilung infolge einer narbigen Verlängerung der Muskelansätze.
    Zunächst setzt der Operateur einen weinge cm großen Längsschnitt oberhalb des Ellenbogenknochens.
    Schmerzleitende Fasern werden durchtrennt und ein weiterer Schnitt wird zwischen den Unterarmstreckern gesetzt. Schließlich werden die Sehnenansätze am äußeren Ellenbogenknochen durchtrennt, sodass die Spannung in diesem Bereich entlastet wird.
    Diese Methode kann inzwischen minimalinvasiv durchgeführt werden.
  • Operation nach Wilhelm: Bei dieser Operation durchtrennt der Operateur jene Nerven, die den Ellenbogenbereich versorgen. Man bezeichnet diese Operation auch als so genannte Denervierungsoperation. Um den Sehnenansatz zu entlasten, kommt es zusätzlich – wie bei der Operation nach Hohmann – zu einer Abtrennung der Muskelansätze (Kombination mit Hohmann - Operation).
  • Man zieht diese Operationsform besonders dann in Erwägung, wenn die Schmerzen in den Unterarm ausstrahlen. Wichtig ist, dass direkt nach der Operation mit Fingerbewegungsübungen begonnen wird, die zusätzlich durch eine aktive Bewegungsgymnastik unterstützt werden kann.

Einige Ärzte können diese Operationsmethoden in minimalinvasiver Form durchführen (z.B. OP nach Burk)

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: OP eines Tennisarms

Prognose

Die Prognose des Tennisarms kann als gut bezeichnet werden, da die meisten Patienten bei einer Erkrankung am Tennisellenbogen konservativ, d.h. ohne Operation geheilt werden können. Es kann jedoch sein, dass die Erkrankung über einen langen Zeitraum auftritt und unter Umständen nur mit einer Operation zur Ausheilung gebracht werden kann. In seltenen Fällen kann auch eine Operation keine dauerhafte Linderung der Schmerzen bewirken.

Die Prognose des Tennisarms wird im wesentlichen durch den Entzündungszustand der gemeinsamen Extensorensehne beeinflußt.
Prognostisch ungünstig ist es, wenn ein Einriss der gemeinsamen Extensorensehne (am Tennisarm) vorliegt. Grundsätzlich können aber auch eingerissene Sehnen unter optimaler Nachbehandlung ausheilen.

Zusammenfassung

Beim Tennisarm handelt es sich um eine lokalisierte Entzündung, im Bereich der Streckmuskulatur des Unterarms und der Hand.
Medizinisch betrachtet handelt es sich dabei um eine so genannte Epicondylitis (humeri radialis).
Der Tennisarm gehört zum einen zu den Insertionstendopathien (= Erkrankung der Sehnen, Sehnenscheiden und Bänder), zum anderen auch zu den Myotendinosen (Erkrankung der Einheit Muskel = Myo und Sehne = Tendo). Demzufolge handelt es sich bei der Epicondylitis (humeri radialis) um eine Erkrankung der Sehnen und Bänder, unter Beteiligung der angrenzenden Muskulatur.

Tendopathien (= Sehnenentzündungen) können unter Umständen schmerzhafte Veränderungen an Sehnen im Bereich eines Muskelursprungs, von Muskel-, Band- oder Kapselansätzen hervorrufen. Eine Tendopathie kann somit nahezu im ganzen Körper auftreten.
Beim Tennisarm / Tennisellenbogen treten infolge einer Überbeanspruchung der Muskulatur charakteristische Schmerzen auf, die die Gebrauchsfähigkeit des betroffenen Armes unter Umständen enorm einschränken. Der Tennisarm tritt bei Männern und Frauen gleichermaßen auf, am häufigsten im mittleren Lebensalter.

Der Tennisarm kann sowohl konservativ als auch operativ behandelt werden.
Durch die inzwischen sehr guten konservativen Behandlungsmöglichkeiten sind Operationen am Tennisarm kaum noch notwendig.
In der Regel versucht man das Krankheitsbild des Tennisellenbogens konservativ zu behandeln. Dies beinhaltet Behandlungsmethoden wie beispielsweise:

  • Ruhigstellung (diese Methode wird zunehmend verlassen)
  • elektromechanische Stimulation
  • Kortisoninjektionen
  • Salbenverbände
    und
  • Stosswellentherapie.

Wenn die konservativen Maßnahmen nicht anschlagen, kann eine Operation notwendig werden. Hierbei werden die Muskeln, die für das Strecken des Armes benötigt werden (= „Unterarmstrecker“) gelockert, indem der Sehnenansatz eingekerbt oder gar komplett durchtrennt wird.
Dr. Nicolas Gumpert befasst sich schwerpunktmäßig mit der Behandlung des Tennisarms. Die Grundzüge seines Stufenplans finden Sie unter: Stufentherapie Tennisarm

Autor: Dr. N. Gumpert      |     Letzte Änderung: 31.08.2016
Für Sie passende Themen
Ihre Meinung ist uns wichtig

Dr-Gumpert.de ist ein Projekt, das mit viel Engagement vom Dr-Gumpert.de Team betrieben wird. Im Vergleich zu anderen Seiten ist vielleicht nicht alles so perfekt, aber wir gehen persönlich auf alle Kritikpunkte ein und versuchen die Seite stets zu verbessern.
An dieser Stelle bedanken wie uns bei allen Unterstützern unserer Arbeit.
Wenn Ihnen diese Seite gefallen hat, unterstützen auch Sie uns und drücken Sie: