Tennisarm

Was ist ein Tennisarm?

Bei dem Tennisarm bzw. Tennisellenbogen – auch Epicondylitis humeri lateralis genannt – handelt es sich um einen schmerzhaften Reizzustand von Sehnen, die an der Außenseite des Ellenbogens ansetzen.

Über diese Sehnen setzen die Unterarmmuskeln am Ellenbogen bzw. am Oberarm an, die vor allem für die Streckung des Handgelenks und er Finger zuständig sind.

Als hauptsächlicher Auslöser wird eine dauerhafte Überbeanspruchung dieser Unterarmmuskeln gesehen, die durch monotone Bewegungen ohne adäquate Entlastung entsteht.

Die meisten Tennisellenbogen heilen bei richtiger Therapie aus, nur selten können sie chronifizieren.

Abbildung eines Tennisarms

Abbildung Tennisarm: unten - rechter Unterarm, Muskeln der Streckseite (Dorsalseite)
  1. Speichenschaft - Corpus radii
  2. Ellenschaft - Corpus ulnae
  3. Oberarmschaft - Corpus humeri
  4. Langer speichenseitiger
    Handstrecker -
    M. extensor carpi radialis longus
  5. Kurzer speichenseitiger
    Handstrecker -
    M. extensor carpi radialis brevis
  6. Langer Daumenabspreizer -
    M. abductor pollicis longus
  7. Kurzer Daumenstrecker -
    M. extensor pollicis brevis
  8. Langer Daumenstrecker -
    M. extensor pollicis longus
  9. Ellbogen - Olecranon
  10. Knorrenmuskel - M. anconeus
  11. Ellenseitiger Handstrecker -
    M. extensor carpi ulnaris
  12. Fingerstrecker - M. extensor digitorum
  13. Kleinfingerstrecker - M. extensor digiti minimi
  14. Halteband der Strecksehnen - Retinaculum musculorum extensorum

Eine Übersicht aller Abbildungen von Dr-Gumpert finden Sie unter: medizinische Abbildungen


Ursachen

Die Hauptursache für einen Tennisarm ist die Überbeanspruchung der Unterarmmuskulatur, die für die Streckung der Finger und des Handgelenks zuständig sind.

Eine Überbeanspruchung kann dabei durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden. Zum einen können dauerhafte Fehlbelastungen im Alltag, im Beruf (z.B. Schrauben, Schleifen) oder in der Freizeit zu einer Überbeanspruchung führen, genauso stark einseitige Belastungen des Oberkörpers (z.B. bei Maus-/Tastaturbenutzung am Arbeitsplatz, beim Sportklettern etc.).

Auch falsche Techniken bei Schlagsportarten wie Tennis oder Golf können zudem auch eine verstärkte Belastung für die Unterarmmuskulatur hervorrufen, ebenso wie bestimmte Armhaltungen im Schlaf (Seitenlage, Liegen mit dem Kopf auf dem Ellenbogen).

Abzugrenzen sind schmerzhafte Sehnenansatzpunkte am Ellenbogen im Rahmen einer anderen Erkrankung, die Fibromyalgie genannt wird.

Hierbei handelt es sich um eine chronische, unheilbare Erkrankung, bei der es in wechselnden Muskeln, Gelenken und Sehnenansätzen immer wieder in Schüben zu Schmerzen kommen kann.

Begleitende Symptome

Neben dem klassischen, charakteristischen Schmerz (ziehend, reißend, brennend, evtl. mit Ausstrahlung in den Unterarm/Oberarm) an der Außenseite des Ellenbogens, der durch Druck ausgelöst werden, aber auch in Ruhe auftreten kann, treten zudem auch weitere begleitende Symptome auf.

Besonders die Streckung im Ellenbogen kann den Schmerz auslösen, ebenso auch Drehbewegungen im Unterarm (z.B. Bewegung beim Schrauben) sowie das Anheben von schwereren Lasten.

Zusätzlich zu den Schmerzen können in einigen Fällen auch Sensibilitätsstörungen auftreten, das heißt Taubheitsgefühle, die oftmals auf den Bereich des Ellenbogens beschränkt sind oder sogar auch in den Bereich des Unterarms hineinreichen können.

Bei starkem Entzündungsgeschehen können auch äußerliche Entzündungszeichen auffallen, so zum Beispiel die Rötung, Schwellung und Überwärmung des Ellenbogengelenks. Dies ist jedoch bei einem Tennisarm eher seltener der Fall, vielmehr deuten solche Symptome auf eine Entzündung des Gelenks (Arthritis) oder der Schleimbeutel (Bursitis) hin.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in unserem Artikel: Symptome eines Tennisarms

Röntgenbild Ellenbogen

Röntgenbild Ellenbogen a.p.:

  1. Oberarmknochen (Humerus)
  2. Elle (Ulna)
  3. Speiche (Radius)

Spezifisch lokalisierte Symptome

Symptome im Unterarm

Bei einem Tennisarm befinden sich die begleitenden Symptome hauptsächlich im Bereich des Unterarmes. Die Schmerzen konzentrieren sich dabei überwiegend an der Außenseite des Ellenbogens, der durch Druck auslösbar ist. Zudem entstehen Schmerzen bei Streckbewegungen der Finger und des Handgelenks, oft auch bei Faustschluss und Drehung des Unterarms.

Anfangs ist der Schmerz oft nur im Sehnenansatzbereich des Ellenbogens zu spüren, bei fortschreitender Erkrankung oder bei Mehrbeanspruchung der Muskulatur kann er dann deutlich in den Unterarm ausstrahlen.

Symptome im Oberarm

Je nachdem, wie stark ausgeprägt die Entzündung bei einem Tennisarm ist, können sich die Schmerzen auch über den Ellenbogen ausbreiten.

In schlimmen Fällen kann der Schmerz auch bei Belastung, bestimmten Bewegungen oder mitunter sogar auch mal in Ruhe bis in den Oberarm ausstrahlen.

Häufiger findet man jedoch eine Schmerzausstrahlung in den Oberarm und den Unterarm bei dem Golferellenbogen, bei denen nicht die Sehnenansätze am äußeren Ellenbogen entzündet sind, sondern die an der Innenseite.

Hier kann es durchaus mal vorkommen, dass der gesamte Arm schmerzt.

Symptome in der Schulter

Treten zu den Schmerzen im Ellenbogen auch noch Schmerzen oder schmerzhafte Bewegungseinschränkungen in der Schulter auf, kann dies mitunter ein Anzeichen dafür sein, dass Fehlbelastungen, Fehlhaltungen oder Fehlbewegungen im Bereich des Oberkörpers vorliegen.

Ein stark entzündeter Tennisarm kann in einigen Fällen sogar auch zu einer Schmerzausstrahlung bis in die Schulter führen, anders herum kann eine schmerzhafte Schulter auch zu Fehlhaltungen und Fehlbelastungen in der Unterarmmuskulatur führen, die wiederum bei Überlastung einen Tennisarm verursachen können.

Röntgenbild Ellenbogen seitlich

  1. Oberarmknochen (Humerus)
  2. Speichenköpfchen (Radiusköpfchen)
  3. Speiche (Radius)
  4. Olecranon
  5. Elle (Ulna)

Generelle Symptome

Taubheitsgefühl

Im Regelfall wird der Tennisarm bzw. der Tennisellenbogen nicht von einem Taubheitsgefühl oder von sogenannten Sensibilitätsstörungen (z.B. Kribbelgefühle) begleitet. Erst bei stark ausgeprägter Erkrankung kann es zu leichten Taubheitsgefühlen der Haut im Bereich der Ellenbogenaußenseite oder am äußeren Unterarm hinunter zum Handgelenk ausbreiten.

Als Ursache hierfür wird angenommen, dass es durch den Entzündungsprozess am Ellenbogen zu einer gleichzeitigen Reizung der dort entlanglaufenden Hautnerven kommt. Tritt hingegen ein komplettes Taubheitsgefühl der Hand oder einzelner Finger mit ggf. einem Kribbelgefühl auf, sollte an andere, möglicherweise schwerwiegendere Erkrankungen gedacht werden (z.B. Bandscheibenvorfall, Karpaltunnelsyndrom, Sulcus-ulnaris-Syndrom etc.).

Zittern

Tritt ein Zittern erstmals im Rahmen eines Tennisarms auf und ist das Zittern auch nur auf die von der Entzündung betroffenen Seite beschränkt, besteht zunächst erstmals kein Grund zur Sorge, da das Zittern in diesem Fall höchstwahrscheinlich auf den Tennisarm zurückzuführen ist.

Durch die überbeanspruchte Muskulatur und die belastenden Schmerzen sind gerade die Unterarmmuskeln schnell ermüdbar und leichter überbeansprucht. Durch diese muskuläre Erschöpfung kann es dann zu einem Zittern in der Hand, im Arm oder den Fingern kommen. Vergleichbar ist dies mit einem Zittern nach starker Muskelbeanspruchung durch Training, z.B. Krafttraining.

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Schmerzen

Typisch für den Tennisarm bzw. den Tennisellenbogen ist zum einen der Schmerz, der durch Druck auf die Außenseite des Ellenbogens – dort wo die Sehnen der Unterarmmuskeln ansetzen – ausgelöst werden kann und zum anderen der Schmerz, der allein durch die Bewegung der betroffenen Unterarmmuskulatur verstärkt wird. Der Druckschmerz entsteht durch die lokale Entzündung, die das Gewebe und die Haut im Bereich des Ellenbogens reizt.

Der Bewegungsschmerz wird vor allem durch Fingerstreckung und Streckung des Handgelenks (besonders gegen Widerstand) provoziert.

Manchmal kann sogar auch der Faustschluss oder das Drehen des Unterarms schmerzen.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in unserem Artikel: Schmerzen bei einem Tennisarm

Welcher Arzt behandelt einen Tennisarm?

Treten Symptome eines Tennisarmes auf, sollte zunächst einmal der Hausarzt aufgesucht werden, der anhand eines Gesprächs und der Untersuchung des Ellenbogens eine erste Verdachtsdiagnose stellen kann.

Oftmals leitet der Hausarzt dann schon die geeignete Therapie ein, sodass zunächst kein weiterer Arzt aufgesucht werden muss.

Greift die Therapie nicht zufriedenstellend, bleiben die Beschwerden dauerhaft bestehen, wird der Tennisarm chronisch oder kann der Hausarzt die Diagnose nicht mit absoluter Sicherheit stellen, kommt es in der Regel oft zu einer Überweisung zum Orthopäden. Dieser wiederholt die Untersuchung nochmals, ergänzt sie eventuell durch Bildgebung und kann weitere Therapiemethoden anbieten.

Diagnose

Um die Diagnose des Tennisarms stellen zu können, beginnt der behandelnde Arzt zunächst damit einer Anamnese, wobei der Schwerpunkt auf die charakteristische Schmerzsymptomatik gelegt wird.

Im Anschluss wird der Ellenbogen untersucht, wobei oftmals ein Druckschmerz an der Außenseite, sowie eine Rötung, Schwellung, Überwärmung oder sogar auch eine Schonhaltung auffallen kann.

Häufig kann jetzt bereits schon die Diagnose gestellt werden, bestehen weiterhin Zweifel, können weitere klinische Tests folgen: zum einen der Stuhl-Test, bei dem der Patient einen Stuhl mit gestrecktem Arm und nach innen gedrehtem Unterarm anheben muss; zum anderen der Thomson-Test, bei der die Hand zur Faust geschlossen und das Handgelenk gegen Widerstand nach hinten geknickt werden soll (weitere Tests: Bowden-Test, Mill-Test, Cozen-Test).

Zusätzlich können Blutuntersuchungen Anzeichen einer Entzündung bestätigen (CRP, Blutsenkungsgeschwindigkeit, Leukozytenerhöhung). Letztlich können sich auch verschiedene bildgebende Verfahren anschließen, um Unsicherheiten in der Diagnosestellung zu begleichen: angewendet werden kann eine Ultraschalluntersuchung des Ellenbogens, eine Röntgenaufnahme des Arms und/oder eine Magnetresonanztomographie (MRT).

Weitere Informationen finden Sie in unserem Artikel: Diagnose eines Tennisarms

MRT bei einem Tennisarm

In der Regel kann der Tennisarm allein durch die Anamnese, also durch das Gespräch zwischen Arzt und Patient, und der anschließenden körperlichen Untersuchung, also der Untersuchung des Ellenbogens durch den behandelnden Arzt gestellt werden.

Ist der Untersuchungsbefund nicht ganz eindeutig, kann der Arzt Bildgebung zur Hilfe nehmen, wobei neben der Röntgenaufnahme und der Ultraschalluntersuchung vor allem auch die Magnetresonanztomographie (MRT Ellenbogen) zur Anwendung kommt. Mit Hilfe des MRTs vom Ellenbogen können weiche Strukturen besonders gut dargestellt werden, damit also auch die Sehnen und Muskeln am betroffenen Ellenbogen. Das Entzündungsausmaß kann dann bestimmt und mögliche Komplikationen wie Muskel-/Sehnenanrisse ausgeschlossen werden.

Lesen Sie viele weitere Informationen zum Thema unter: MRT Ellenbogen

Allgemeine Behandlung / Therapie

Die Behandlung des Tennisarms kann in eine konservative und eine operative unterteilt werden.

Begonnen wird in der Regel mit der konservativen Therapie, die neben einer Schonung und ggf. Ruhigstellung des Ellenbogengelenks auch regelmäßige Kühlung inne hat. Schmerzmittel- oder kortisonhaltige Salben(verbände), Bandagen bzw. Manschetten, Physiotherapeutische Behandlung (Kräftigungstraining, Dehnungsübungen, Massagen etc.) und Akupunktur zählen ebenfalls zu den konservativen Behandlungsmaßnahmen.

Lokal können zudem Spritzen in den Bereich des Ellenbogens injiziert werden, die ein Gemisch aus lokalem Betäubungsmittel und Kortison enthalten.

Schmerzmittel können zudem auch als Tablette eingenommen werden, bevorzugt werden dabei Nicht-steroidale-Antirheumatika (NSAR, z.B. Diclofenac, Ibuprofen), die neben der schmerzstillenden auch eine entzündungshemmende Wirkung haben.

Bleibt der Erfolg bei der konservativen Therapie aus, kann dann der Schritt weiter zur operativen Therapie gemacht werden, wobei es verschiedene Verfahren gibt, den Tennisarm zu entlasten. Ein weiterer Therapieversuch bei chronischen Beschwerden ist die Injektion von Botulinumtoxin (auch gekannt als Botox) in den Muskel, um ihn für 2-3 Monate „lahmzulegen“, sodass er sich erholen kann.

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Salbe

Die Anwendung von Salben kann ein Teil der Therapie darstellen und durchaus versucht werden.

In der Regel enthalten die aufzutragenden und einzureibenden Salben bestimmte Wirkstoffe, die vor allem zur Bekämpfung der Schmerzsymptomatik dient oder sogar entzündungslindernd wirken soll.

Bekannt sind dabei Salben wie Voltaren®, die den Wirkstoff Diclofenac enthalten, was ein Schmerzmittel aus der Gruppe der Nicht-steroidalen-Antirheumatika (NSAR) darstellt. Angewendet werden können darüber hinaus auch kortisonhaltige Salben, die ebenfalls entzündungshemmend wirken.

Dehnen

Dehnübungen können während eines akuten Tennisarms durchgeführt werden und unterstützend zur Heilung beitragen, sie können aber auch nach durchgestandenem Tennisarm im Alltag regelmäßig angewendet werden, um ein erneutes Auftreten vorzubeugen.

Hierzu kann 2-3mal täglich folgende Übung durchgeführt werden: Der Arm wird um 90° nach vorne angehoben, im Ellenbogen komplett durchgestreckt, sodass die Handfläche nach oben zeigt. Die Hand wird nun im Handgelenk nach unten geknickt und mit der anderen für ca. 15-30 Sekunden festgehalten.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in unserem Artikel: Dehnübungen bei einem Tennisarm

Übungen

Zur unterstützenden Heilung können verschiedene Übungen durchgeführt werden, die oftmals im Rahmen der Physiotherapie angewendet werden.

Dazu zählen unter anderem Kräftigungsübungen für die Unterarm- und Handmuskulatur sowie Dehnübungen, um Fehlbelastungen und Muskelverkürzungen vorzubeugen.

Dehnübungen sollten begleitend zur Schmerztherapie schon durchgeführt werden, kräftigende Übungen hingegen eher erst im schmerzfreien Stadium oder nach vollständiger Heilung, um ein erneutes Auftreten eines Tennisarms zu verhindern.

Tapen

Das Tapen im Rahmen eines Tennisarms kann als unterstützende Therapiemaßnahme angesehen werden und die konservative Behandlung, also die nicht-operative Behandlung unterstützen.

Getaped werden kann dabei sowohl mit elastischen Tapes (z.B. Kinesio-Tapes) als auch mit unelastischen Tapes (z.B. Leukoplast).

Auf welche Art Tape zurückgegriffen werden sollte, hängt ganz davon ab, was mit dem Tape genau erzielt werden soll: unelastische Tapes haben – ähnlich wie Bandagen oder feste Zugverbände – eine eher „schienende“ Funktion, sie schränken den Bewegungsumfang im Ellenbogen also etwas ein und unterstützen die Ruhighaltung.

Elastische Tapes hingegen, schränken die Bewegung weniger bis gar nicht ein, unterstützen höchstens die Bewegungen und fördern bzw. aktivieren die Durchblutung, die fehlbeanspruchte Muskulatur und den Lymphabfluss, sodass es zu einer Schmerzlinderung, einer Abschwellung und einer Entzündungsbekämpfung kommen kann.

Angelegt bzw. geklebt werden sollten die Tapes stets von Fachkundigen, da falschgeklebte oder zu stramm geklebte Tapes auch zu weiteren Beschwerden, wie z.B. Durchblutungsstörungen, führen können.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in unserem Artikel: Tapen eines Tennisarms

Bandage / Manschette

Eine Möglichkeit der konservativen Therapie eines Tennisarms ist das Anlegen und Tragen einer Tennisarm-Bandage bzw. Tennisarm-Manschette.

Dies kann bei noch bestehendem Tennisarm zusammen mit Kühlung, Schonung, Schmerzmittel, Physiotherapie und Dehnübungen zur Entlastung der betroffenen Muskulatur und zu Heilung beitragen, aber auch nach erfolgreicher Therapie und nach wie vor bestehender, starker Belastung der Unterarmmuskulatur ein erneutes Auftreten verhindern.

Eine Bandage/Manschette schränkt dabei die Bewegungsfreiheit nicht so konsequent ein wie beispielsweise ein Gips, vielmehr gewährleistet sie einen uneingeschränkten Bewegungsradius.

Sinn einer solchen Bandage/Manschette ist die Ausübung von gezieltem Druck, konzentriert auf die Ansatzstelle der Sehnen am Ellenbogen, was dazu führt, dass die Muskulatur des Unterarms entlastet wird und Schmerzen gelindert werden können.

Erworben werden können solche Manschetten freiverkäuflich in verschiedensten Sportgeschäften und Sanitätsgeschäften, es sollte sich jedoch vorher ein Rat beim behandelnden Arzt eingeholt werden, welche Bandagen- / Manschettenart am besten geeignet ist. Auch auf die korrekte Größe und Passform sollte geachtet werden, da andernfalls sogar weitere unangenehme Beschwerden durch eine zu enge, abschnürende Bandage hervorgerufen werden können.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter unserem Artikel: Bandage bei einem Tennisarm

Krankengymnastik

Die Durchführung von Krankengymnastik bzw. Physiotherapie hat in der Behandlung des Tennisarms einen sehr hohen Stellenwert, sowohl für die Regeneration, als auch für das Vorbeugen von einem erneuten Tennisarm.

Teilgebiete der Krankengymnastik sind neben gezielten, die Unterarmmuskeln stärkenden Kräftigungsübungen auch Dehnübungen und Massagen.

Im ganz akuten Erkrankungsstadium, also sprich dann, wenn die Entzündung noch am ausgeprägtesten ist, sollte eher noch keine Krankengymnastik durchgeführt werden, insbesondere keine Dehnübungen und Massageanwendungen, da diese die Entzündung mitunter fördern und verschlimmern könnten.

Desweiteren werden im Rahmen der Krankengymnastik die auslösenden Umstände ermittelt, so wird der Patient also auch auf Fehlhaltungen untersucht und Haltungskorrekturen (z.B. in der Wirbelsäule oder am Arbeitsplatz) vorgenommen.

Weitere physiotherapeutische Maßnahmen können zudem auch noch die Elektrotherapie, die Ultraschalltherapie und die Anlage von Tape-Verbänden sein.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf unserer Seite: Krankengymnastik bei einem Tennisarm

Gips

In Bezug auf eine konsequente Ruhigstellung des Ellenbogengelenks zur Therapie des Tennisarms kann ein Oberarmgips angewendet werden, allerdings sollte eine Ruhigstellung durch eigenständige Schonung, Bandagen, Tapes etc. bevorzugt werden.

Es ist demnach nicht das Mittel der Wahl und auch keine dauerhafte Therapiemöglichkeit, sondern der Gips sollte, wenn überhaupt, nur kurzzeitig ruhigstellen.

Eine Ruhigstellung durch einen Oberarmgips, der den Ellenbogen mit einschließt, führt dazu, dass sich die Muskulatur sehr schnell zurückbildet. Wird das sich anschließende Training zum Wiederaufbau falsch durchgeführt, kann leicht eine erneute Fehl-/Überbelastung auftreten, die einen nächsten Tennisarm zur Folge haben kann.

Osteopathie / Kortison

Eine weitere Therapiemöglichkeit ist die Gabe einer Spritze in den Bereich des entzündeten Ellenbogengelenks, wobei diese Spritze aus einem Gemisch aus lokalem Betäubungsmittel und Kortison besteht.

Das Kortison wirkt dabei entzündungshemmend, das Betäubungsmittel nimmt schnell und vorübergehend den Schmerz.

Desweiteren kann auch ein Osteopath als Behandlungsversuch aufgesucht werden, der manuell die verursachenden Funktionsstörungen diagnostiziert und den Fokus nicht nur auf die überlastete Unterarmmuskulatur legt, sondern auch auf die Hals-/Brustwirbelsäule, die Schulter und die Rippen.

Stoßwellentherapie

Die Stoßwellentherapie gehört, wie zum Beispiel auch die Bestrahlung, zu einer nicht-invasiven Therapiemöglichkeit beim Tennisarm, also einer Therapie, die nicht eindringt, also die Körperoberfläche nicht eröffnet, wie es bei einer OP ja der Fall wäre.

Dieses Verfahren wird von verschiedenen Orthopäden zur Behandlung von starken, langwierigen Sehnenansatzentzündungen angewendet.

Bei den Stoßwellen handelt es sich dabei streng gesehen um elektromagnetisch erzeugte akustische Wellen, die auf die betroffene Körperstelle geleitet werden und dort durch den Impuls und die Energieübertragung einen Druck ausüben. Dieser Druck soll dabei das jeweilige Gewebe reizen, genauso soll die Durchblutung und der Zellstoffwechsel angeregt und komplexe Heilungsprozesse gefördert werden.

Auch die Schmerzsymptomatik kann sich durch die Anwendung von Stoßwellen reduzieren, der genaue Wirkmechanismus in all seinen Einzelheiten ist aber noch nicht genau entschlüsselt.

Ob dieses Verfahren tatsächlich wirksam ist, ist bisher noch nicht vollständig wissenschaftlich bewiesen, weshalb die Kosten in der Regel auch nicht von den Krankenkassen übernommen werden.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema in unserem Artikel: Stoßwellentherapie

Bestrahlung

Bei einer Bestrahlung im Rahmen eines Tennisarms handelt es sich um die sogenannte Röntgenreizbestrahlung.

Wie der Name bereits sagt, kommt es zur Anwendung von Röntgenstrahlen, die gezielt auf den Bereich des Ellenbogens gelenkt werden und ein langjährig etabliertes Verfahren zur Behandlung von Entzündungen an Sehnenansätzen ist. Meistens 6 Anwendungen durchgeführt, davon 2 in einer Woche. Häufig kommt es während der Behandlung zunächst erst zu einer Verschlimmerung der Symptome, was allerdings nicht schlimm ist, sondern eher sogar für das gute Ansprechen der Behandlung steht. Das endgültige Ergebnis, also die Linderung der Beschwerden, tritt oftmals erst 3-4 Monate nach der letzten Bestrahlung ein.

OP

Eine Operation des Tennisarms kommt in der Regel immer nur dann in Frage, wenn der Erfolg einer ausgereizten konservativen Therapie ausbleibt und nach guten 6 Monaten konservativer Therapie keine Besserung der Beschwerden eintritt.

Die Operation kann dabei sowohl ambulant, als auch stationär durchgeführt werden, wobei ersteres das eigentliche Standardverfahren ist. Zudem kann die Operation in örtlicher Betäubung geschehen, sodass also nur der Arm betäubt ist, eine Vollnarkose kann jedoch auf Wunsch oder unter bestimmten Umständen ebenfalls angewendet werden.

Man unterscheidet dabei drei verschiedene Operationsmöglichkeiten: die Operation nach Hohmann, bei der die betroffene Sehne am Ellenbogengelenk abgelöst wird; die Operation nach Wilhelm, bei der die Nerven, die für die sensible Versorgung des Ellenbogen verantwortlich sind, durchtrennt und verödet werden; und die minimal-invasive Operation, bei dem einer der beiden Operationsinhalte über einen sehr kleinen, nur 1cm großen Hautschnitt durchgeführt wird.

Die Operation – bis auf die minimal-invasive, die schon in 5-10 Minuten durchgeführt werden kann – dauert in der Regel zwischen 30-45 Minuten, der Ellenbogen wird nach erfolgreicher Operation im Rahmen der Nachbehandlung für 5-14 Tage in einer Oberarmgipsschiene ruhig gestellt.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in unserem Artikel: Operation eines Tennisarms

Kommt Wärme oder Kälte auf den Tennisarm?

Dadurch, dass es sich bei dem Tennisarm um einen entzündlichen Prozess handelt, ist die Anwendung von Kälte in diesem Fall das Mittel der Wahl.

Kälte lindert die Entzündungssymptome wie Schmerz, Schwellung, Rötung und Überwärmung.

Wendet man bei einer Entzündung Wärme an, kann es dabei sogar soweit kommen, dass sich der Schmerz und die Entzündung an sich verschlimmert was an der dadurch hervorgerufenen verstärkten Durchblutung ausgelöst wird (Wärme führt zur Erweiterung der Blutgefäße, sodass mehr Blut anfluten kann).

Verwendet werden können dabei Kühlkompressen oder Eis, eine zu lange oder intensive Anwendung sollte aber vermieden werden, um Hautschädigungen zu verhindern.

Dauer eines Tennisarms

Wie lange die Beschwerden eines Tennisarms anhalten, ist nicht immer pauschal zu sagen, dies hängt von einer Reihe Faktoren ab, die den Verlauf der Erkrankung beeinflussen.

Neben der richtigen, begleitenden Therapie, sind die konsequente Ruhigstellung des Ellenbogens und die Schonung maßgeblich für die Heilung zuständig.

Dennoch handelt es sich bei dem Tennisarm oft um nervige Beschwerden, die trotz Therapie über mehrere Wochen anhalten können. Diese sollten dann symptomatisch mit Kühlung, Schmerzmitteln und einer eventuell durchgeführten Spritze mit Kortison und lokalem Betäubungsmittel behandelt werden.

Die Ruhigstellung kann entweder selbstständig oder durch eine Bandage, ein Tape oder sogar einen Gips geschehen.

Halten die Beschwerden über sechs Monate an, spricht man dann von einem chronischen Tennisarm, bei dem unter Umständen über ein operatives Therapieverfahren nachgedacht werden kann.

Heilung eines chronischen Tennisarms

Die Heilung eines chronischen Tennisarms gestaltet sich deutlich schwieriger, als die eines akuten Tennisarms.

Allgemein betrachtet, sind die Behandlungsmaßnahmen gezwungenermaßen invasiver und radikaler, häufig hilft in diesem Stadium nur noch ein operativer Eingriff, bei dem sie betroffene Sehne durchtrennt (Tenotomie) wird und die Beschwerden behoben werden.

Eine weitere Maßnahme ist neben der Operation noch die Injektion von Botolinumtoxin in den betroffenen Muskel. Das auch als „Botox“ bekannte Medikament schaltet die nervale Innervation des Muskels aus, sodass dieser lahm gelegt wird, sodass er sich in Ruhe erholen und regenerieren kann.

Symptomatisch begleitend sollte im chronischen Stadium Wärme angewendet werden, im Gegensatz zu dem akut-entzündlichen Stadium, bei dem ausschließlich Kälte die Beschwerden lindert.

Wie kann ich nach überstandenem Tennisarm einem neuen vorbeugen?

Um das Auftreten eines erneuten Tennisarms vorzubeugen bzw. zu verhindern, sollten ein paar Verhaltensregeln im Alltag beachtet werden.

Zum einen sollte darauf geachtet werden, dass einseitige Armbelastungen vermieden werden, ebenso wie übermäßige, monotone Bewegungen der Unterarmmuskulatur. Wichtig ist ein seitengleiches, ausgeglichenes Training der Arm- bzw. Unterarmmuskulatur, sodass Fehlbelastungen, Fehlhaltungen und Überbeanspruchungen aus dem Weg gegangen wird. hand- und unterarmmuskelstärkendes Training kann sinnvoll sein, um ein zu schnelles Ermüden und eine Überbelastung zu vermeiden.

Ein ausreichendes Aufwärmen der Muskulatur ist essentiell, genauso wie regelmäßige Dehnübungen, die zwei- bis dreimal täglich durchgeführt werden sollten.

Da man gerade im (Arbeits-)Alltag auslösende Armbewegungen findet, sollte in jedem Bereich darauf geachtet werden, dass präventive Maßnahmen durchgeführt werden: beim Handwerkern zu Hause oder im Job sollte auf das richtige Werkzeug zurückgegriffen werden, anstrengendes Schraubeneindrehen per Hand kann so z.B. von einem Akkuschrauber übernommen werden, genauso auch Schleifarbeiten von einem Schleifgerät.

Am Arbeitsplatz mit einem PC sollte ebenfalls auf die korrekte Sitz- und Armhaltung geachtet werden.

Hinweise speziell für Tennisspieler

  • Hinweis auf korrekte Schlagtechnik, gegebenenfalls durch (erneute) Trainerstunden.
  • langsamer Trainingsaufbau
  • konsequentes Aufwärmen und Stretchen
  • Eventuelles Wechseln des Schlägers, beispielsweise durch Benutzen eines flexibleren nicht so kopflastigen Schlägers.
    Besonders belastend sind hier der Head Prestige Tour und der Babolat Pure Drive zu nennen.
  • Leistungsorientierten Tennisspieler oder Hobbyspielern empfehle ich zwingend die Anpassung der Besaitung (z.B. auf eine vorgedehnte vibrationsabsorbierende Besaitung (spezielle Tennisarmbesaitung und Besaitungstechnik) in Kombination mit Trainerstunden eines Sportmediziners / Orthopäden der auch Tennistrainer ist .

Prognose

Die Prognose des Tennisarms kann als gut bezeichnet werden, da die meisten Patienten bei einer Erkrankung am Tennisellenbogen konservativ, d.h. ohne Operation geheilt werden können. Es kann jedoch sein, dass die Erkrankung über einen langen Zeitraum auftritt und unter Umständen nur mit einer Operation zur Ausheilung gebracht werden kann. In seltenen Fällen kann auch eine Operation keine dauerhafte Linderung der Schmerzen bewirken.

Die Prognose des Tennisarms wird im wesentlichen durch den Entzündungszustand der gemeinsamen Extensorensehne beeinflußt.
Prognostisch ungünstig ist es, wenn ein Einriss der gemeinsamen Extensorensehne (am Tennisarm) vorliegt. Grundsätzlich können aber auch eingerissene Sehnen unter optimaler Nachbehandlung ausheilen.

Zusammenfassung

Beim Tennisarm handelt es sich um eine lokalisierte Entzündung, im Bereich der Streckmuskulatur des Unterarms und der Hand.
Medizinisch betrachtet handelt es sich dabei um eine so genannte Epicondylitis (humeri radialis).
Der Tennisarm gehört zum einen zu den Insertionstendopathien (= Erkrankung der Sehnen, Sehnenscheiden und Bänder), zum anderen auch zu den Myotendinosen (Erkrankung der Einheit Muskel = Myo und Sehne = Tendo). Demzufolge handelt es sich bei der Epicondylitis (humeri radialis) um eine Erkrankung der Sehnen und Bänder, unter Beteiligung der angrenzenden Muskulatur.

Tendopathien (= Sehnenentzündungen) können unter Umständen schmerzhafte Veränderungen an Sehnen im Bereich eines Muskelursprungs, von Muskel-, Band- oder Kapselansätzen hervorrufen. Eine Tendopathie kann somit nahezu im ganzen Körper auftreten.
Beim Tennisarm / Tennisellenbogen treten infolge einer Überbeanspruchung der Muskulatur charakteristische Schmerzen auf, die die Gebrauchsfähigkeit des betroffenen Armes unter Umständen enorm einschränken. Der Tennisarm tritt bei Männern und Frauen gleichermaßen auf, am häufigsten im mittleren Lebensalter.

Der Tennisarm kann sowohl konservativ als auch operativ behandelt werden.
Durch die inzwischen sehr guten konservativen Behandlungsmöglichkeiten sind Operationen am Tennisarm kaum noch notwendig.
In der Regel versucht man das Krankheitsbild des Tennisellenbogens konservativ zu behandeln. Dies beinhaltet Behandlungsmethoden wie beispielsweise:

  • Ruhigstellung (diese Methode wird zunehmend verlassen)
  • elektromechanische Stimulation
  • Kortisoninjektionen
  • Salbenverbände
    und
  • Stosswellentherapie.

Wenn die konservativen Maßnahmen nicht anschlagen, kann eine Operation notwendig werden. Hierbei werden die Muskeln, die für das Strecken des Armes benötigt werden (= „Unterarmstrecker“) gelockert, indem der Sehnenansatz eingekerbt oder gar komplett durchtrennt wird.
Dr. Nicolas Gumpert befasst sich schwerpunktmäßig mit der Behandlung des Tennisarms. Die Grundzüge seines Stufenplans finden Sie unter: Stufentherapie Tennisarm

Qualitätssicherung durch: Dr. N. Gumpert      |     Letzte Änderung: 29.03.2017
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