Diclofenac

Erklärung / Definition

Strukturformel Diclofenac

Diclofenac (z.B. Voltaren ®) gehört zur Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatikern (NSAR), ist also ein Schmerzmittel. Es besitzt neben guter schmerlindernder, auch entzündungshemmende und fiebersenkende Potenz. Gegenüber Ibuprofen ist die entzündungshemmende Wirkung stärker ausgeprägt.

Handelsnamen

  • Voltaren
  • Diclofenac + Herstellername
  • Diclo
  • Diclophlogont
  • Diclo-Puren
  • Diclo 50
  • Diclo 100

Chemischer Name

  • C14H10Cl2NO2Na (Natriumsalz)
  • C14H11Cl2NO2 (freie Säure)
  • [2-(2,6-Dichloranilino)phenyl]essigsäure

Anwendungsgebiete

Typische Anwendungsgebiete von Diclofenac sind:


Wirkung

Alle NSAR´s hemmen ein körpereigenes Enzym, die sogenannte Cyclooxygenase. Diclofenac (z.B. Voltaren) hemmt besonders den Typ 2 der Cyclooxygenase (COX-2). Daher wird Diclofenac auch als unselektiver COX-2-Hemmer bezeichnet. Dieses Enzym ist entscheidend an der Bildung von Prostaglandinen beteiligt.
Prostaglandine sind sogenannte Schmerzmediatoren, die Funktionen wie Schmerzen, Entzündung, Fieber regulieren. Prostaglandine beeinflussen ebenfalls die Blutgerinnung. Der Einfluß von Diclofenac auf die Blutgerinnung ist jedoch vergleichsweise gering (z.B. im Vergleich mit Acetylsalicylsäure = ASS = Aspirin ®).

Dosierung

Diclofenac gibt es als:

  • Tabletten
  • Zäpfchen
  • Gel zur äußeren Anwendung

Tabletten gibt es in der Dosierung 25 mg, 50 mg, 75 mg und 100 mg. Die Dosierung der Zäpfchen liegt meist zwischen 50 -100 mg.

Die Tagesdosierung liegt zwischen 50 - 150 mg beim Erwachsenen, bzw 2 mg / kg Körpergewicht.

Das Gel enthält einen Diclofenacanteil von 1 - 5 %.

Diclofenac Gel

Diclofenac-Gel ist eine Salbe mit dem Wirkstoff Diclofenac zur Linderung von Schmerzen.

Besonders häufig wird die Salbe zur äußerlichen Anwendung bei Schmerzen, Entzündungen und Schwellungen des Bewegungsapparates eingesetzt. In diesem Zusammenhang werden damit häufig die Symptome einer Sportverletzung wie einer Zerrung, Prellung oder Muskelfaserriss behandelt. Auch im Rahmen einer symptomatischen Behandlung bei einer rheumatisch entzündlichen Erkrankungen oder dem klassischen Gelenkverschleiß (Arthrose) wird das Gel eingesetzt. Das Gel wird zur Behandlung bis zu dreimal täglich auf die schmerzende Hautstelle dünn aufgetragen. Dabei kann die Salbe noch einige Minuten einmassiert werden, wodurch sie besser in die Haut einziehen kann. Das Diclofenac-Gel kann zudem auch gleichzeitig mit anderen Diclofenac- haltigen Schmerzmitteln angewendet werden.

Das Diclofenac-Gel hat eine kühlende und schmerzstillende Wirkung. Das Gel zieht schnell in die Haut ein und hemmt zudem dort die Entzündungsprozesse. Diclofenac ist sehr effektiv zur Linderung der Schmerzen, indem es die Botenstoffe, die den Schmerz weiterleiten, hemmt. Durch die kühlenden und entzündungshemmenden Effekte wird Diclofenac auch häufig bei Rheuma oder Arthritis eingesetzt. Die Wirkung des Arzneimittels kann unterstützt werden, indem man einen stützenden Verband anlegt. Die Anwendung des Gels ist rein äußerlich und symptomatisch. Sollte die Schmerzen der Verletzung weiterhin für mehrere Tage anhalten und sich nicht bessern, sollte der Patient einen Arzt aufsuchen.

Da das Gel auf die Haut aufgetragen wird, kann es bei Unverträglichkeit zu einer Reaktion der Haut kommen. Im Falle einer allergischen Reaktion kann es zu Hautausschlag und Juckreiz kommen. Weiterhin kann die Haut brennen und rot werden und es könne sich kleinere Pickel bilden, die zusätzlich jucken. In diesem Zusammenhang kann sich die Haut auch schuppen. Das Gel sollte dann abgewaschen werden und nicht mehr verwendet werden.

Nebenwirkung

Allergische Reaktionen und Allergie:

  • Hautausschlag (Rötung, Jucken)
  • Blutdruckabfall
  • Schock

Darmblutungen:

  • Alles NSAR´s dürfen nie auf nüchternen Magen genommen werden. Besteht in der Krankengeschichte ein Magen- oder Darmgeschwür sollte die Gabe sorgsam vom Arzt abgewägt werden. Zusätzlich sollte ein Magenschutzpräparat verordnet werden (z.B. Omeprazol, Pantoprazol).
  • insbesondere in Kombination mit Cortison steigt das Blutungsrisiko erheblich an
  • häufig verursachen Diclofenac / Voltaren eine Magenschleimhautentzündung. Dabei wird die Magenschleimhautentzündung durch die direkte Aufnahme des NSAR´s über den Magen ausgelöst. Aber auch die Aufnahme in Form eines Zäpfchens kann über den Blutweg eine Magenschleimhautentzündung auslösen. Hierbei ist die Gefahr jedoch geringer.

Asthma brochiale

Schäden an Leber und Niere:

  • Dauereinnahme von Diclofenac / Volataren kann zu Leber- und Nierenschäden führen, bei bestehenden Leber- oder Nierenerkrankungen muss der Einsatz von NSAR´s sorgsam überprüft werden.
    Bei Dauereinnahme sollten in regelmäßigen Abständen die Werte von Leber und Niere überprüft werden.
  • Ödeme (Wasser in den Füßen, den Armen und Beinen)

Lesen Sie mehr zum Thema: Diclofenac Nebenwirkungen

Wechselwirkung

Cortison / Kortison:

  • bei gleichzeitiger Kortisongabe steigt das Blutungsrisiko im Magen-Darmtrakt erheblich

Gerinnungshemmer:

  • Diclofenac (z.B. Voltaren) sollte nicht mit gleichzeitig mit gerinnungshemmenden Präparaten oder Präparaten der gleichen Wirkstoffklasse (Ibuprofen / Indometacin / Piroxicam) gegeben werden.
    Insbesondere bei der gleichzeitigen Gabe von Marcumar sollte berücksichtigt werden, das sich die blutverdünnende Wirkung von Marcumar verstärkt.

Kontraindikation

Kontraindikationen für Diclofenac (z.B. Voltaren) sind:

Preis

Da immer vom Kostendruck im Gesundheitswesen gesprochen wird, halte ich es für wichtig auch Preise für Medikamente zu erfahren:
Diclofenac von Ratiopharm:

Diclofenac 50 mg | 20 Hartkapseln (N1) | 11,45 €

Diclofenac 50 mg | 100 Hartkapseln (N3) | 16,08 €

Stand: März 2015

Haftungsausschluss/ Disclaimer

Wir weisen darauf hin, dass Medikamente niemals eigenständig, ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt abgesetzt, angesetzt oder verändert werden dürfen.
Bitte beachten Sie, dass wir in unseren Texten keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit erheben können. Durch aktuelle Entwicklungen können die Angaben ggf. veraltet sein.

Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 13.09.2016
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