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Kann man Diclofenac rezeptfrei kaufen?

Definition

Diclofenac kommt als Wirkstoff vor allem für eine Schmerzlinderung, Fiebersenkung oder Entzündungshemmung zum Einsatz. Die Substanz ist in zahlreichen Darreichungsformen erhältlich, u.a. auch als Salbe.

Indikation

Bei der Entscheidung, ob ein Medikament rezeptpflichtig oder rezeptfrei abgeben wird spielt die Indikation des Medikamentes eine entscheidende Rolle. Medikamente, die nur für speziell zu diagnostizierende Krankheiten zugelassen werden, sind in der Regel rezeptpflichtig. Hintergrund ist der, dass der Laie in der Regel nicht entscheiden kann, welche Art von Erkrankung er hat und ob das entsprechende Medikament überhaupt benötigt wird oder nicht. So würde ein Schmerzmittel wie Diclofenac, das eher als Breitbandtherapeutikum anzusehen ist und bei einer Vielzahl von leichteren Erkrankungen (grippeler Infekt, leichte Schmerzen, Erkältung) zum Einsatz kommt, nicht unbedingt eine fachliche Konsultation eines Arztes von Nöten machen, während z.B. Antibiotika schon zunächst die ärztliche Diagnostik und die damit verbundene Abwägung des Einsatzes notwendig macht.

Dosierung

Des Weiteren ist die Dosierung, in der ein bestimmtes Medikament abgeben wird, ein wichtiges Entscheidungskriterium. In der Regel sind die Medikamente, die rezeptfrei abgegeben werden, in kleinerer Dosierung erhältlich, während die gleichen Präparate in höherer Dosierung ein Rezept notwendig machen.

Bei Diclofenac sind alle Salben, in denen der Wirkstoff beigefügt ist, rezeptfrei aber apothekenpflichtig zu erhalten. Grund ist der, dass die Dosierung, in der Diclofenac der Salbe oder dem Gel beigemischt ist relativ gering ist. Als Tablette kann Diclofenac bis zu einer Dosierung von 25 mg frei verkäuflich erstanden werden.

Diclofenac von 50 mg oder auch 75 mg sind hingegen nur mit einem Rezept zu bekommen. Alle Suspensionen, die per Spritze injiziert werden müssen, sind nur mit Rezept zu bekommen. Jedes Medikament, das eingenommen wird, hat neben der gewünschten Wirkung auch mehrere Nebenwirkungen, die um so stärker werden können je höher die eingenommene Dosis ist. Dies ist einer der Hauptgründe, weshalb nur niedrige Dosen von Diclofenac rezeptfrei abgegeben werden. Zwar würde sich der Effekt der Nebenwirkungen vermehren, wenn eine Einnahme wiederholt durchgeführt werden würde, allerdings ist das Risiko kleiner als wenn mit einer Tablette die 3 fache Dosis zu sich genommen werden würde.

Welche Tabletten gibt es rezeptfrei und warum ist das so?

Diclofenac ist in verschiedene Tablettenarten erhältlich. Unterschieden werden überzogene Tabletten und magenresistente Tabletten. Überzogene Tabletten sind meist mit einem Cellulose-, Glucose oder Schellack versehen, damit die Tabletten einfacher eingenommen werden können. Zusätzlich sind sie geruchs- und geschmacksneutral. Magensaftresistente Tabletten werden mit synthetischen Polymeren überzogen, wodurch sie nicht mehr von der Magensäure zersetzt werden können. Erst im Darm verändert sich der pH-Wert entsprechend und die Tabletten geben ihren Wirkstoff frei.
Diclofenac mit 25 mg Wirkstoff als überzogene Tablette gibt es rezeptfrei in der Apotheke zu kaufen, während Magensaftresistente 25 mg Tabletten Diclofenac rezeptpflichtig sind. Ab einer Dosierung von 50 mg Diclofenac sind alle Arten von Tabletten rezeptpflichtig. Grund ist die Arzneimittelverschreibungsverordnung, die vorsieht, dass Medikamente ab einer gewissen Wirkstoffmenge nur noch gegen Rezept erhältlich sind, da mit der Wirkstoffmenge ebenfalls die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Nebenwirkungen steigt.

Ist Diclofenac Gel/ Salbe/ Creme rezeptfrei erhältlich?

Diclofenac ist als Gel rezeptfrei erhältlich. Es wird allerdings aufgrund seiner chemischen Eigenschaften nicht in Form von Salben oder Cremes produziert. Die Basis ist eine quellfähige Substanz, die mit Wasser und dem Medikament versetzt wird.
Vorteil eines Gels ist der zusätzliche kühlende Effekt, den Salben und Cremes nicht haben. Diclofenac Gel ist häufig auch als Voltaren® Schmerzgel bekannt. Es enthält in der Regel um die 10 mg Diclofenac pro Gramm Gel. Gele mit der Zusatzbezeichnung „forte“ enthalten die doppelte Menge, also ungefähr 20 mg Diclofenac pro Gramm Gel. Dies klingt nach einer sehr hohen Konzentration. Zu beachten ist allerdings, dass aufgrund der ausgeprägten Barrierefunktion der Haut nur ein Bruchteil des Wirkstoffes tatsächlich in den Körper aufgenommen wird. Da es zu einer massiven Überdosierung kommen könnte, darf Diclofenac Gel aus diesem Grunde auch niemals oral eingenommen werden.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Diclofenac Gel

Nebenwirkungen

Welche Art von Nebenwirkungen durch ein Medikament auftreten können, wird ebenfalls in die Beurteilung, ob ein Medikament rezeptfrei oder rezeptpflichtig abgegeben wird, einbezogen.

Schwerste Nebenwirkungen bei bereits niedrigen Dosierung würde eine Rezeptfreiheit praktisch ausschließen, während leichte mögliche Nebenwirkungen auch bei mittleren Dosen, wie beim Diclofenac, eher zu einer Rezeptfreiheit führen würden. Im Falle des Diclofenacs kann es bei regelmäßiger Einnahme im Bereich von mittleren Dosen zu Magenbeschwerden, Übelkeit und Unwohlsein kommen. Ist bereits ein Magengeschwür bekannt, besteht zudem ein Risiko einer Magenblutung. Untersuchungen haben ergeben, dass das Risiko einer schweren unerwünschten Nebenwirkung beim Diclofenac beim Erreichen der Tageshöchstdosis (150 mg) am größten ist. Dies ist mit ein Grund weshalb Diclofenac in der 75 mg Dosierung nur mit Rezept abgegeben wird.

Überdosierung

Was eine versehentliche oder absichtliche Überdosierung für Nebenwirkungen auslösen könnte wird ebenfalls mit einbezogen, ob ein Medikament rezeptfrei oder rezeptpflichtig abgegeben wird. Je einfacher ein Medikament überzudosieren ist, desto wahrscheinlicher wird es rezeptpflichtig abgegeben.

Weiterführende Informationen

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Haftungsausschluss/ Disclaimer

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Bitte beachten Sie, dass wir in unseren Texten keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit erheben können. Durch aktuelle Entwicklungen können die Angaben ggf. veraltet sein.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 03.04.2021
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