Folgen Sie uns auf:


Aspirin® Complex

Definition

Aspirin® Complex ist ein kombiniertes Präparat aus den Wirkstoffen Acetylsalicylsäure und Pseudoephedrin-Hydrochlorid. Durch die verschiedenen Wirkstoffe hat Aspirin® Complex gleich mehrere Eigenschaften. Es wirkt schmerzlindernd (analgetisch), entzündungshemmend (antiphlogistisch) und zusätzlich auch fiebersenkend (antipyretisch).

Es ist in der Apotheke rezeptfrei erhältlich, entweder als Granulat zum Auflösen oder als Heißgetränk, welches zusätzlich Eukalyptus und Minze enthält, was die Atemwege frei macht. Ein heißes Getränk ist bei einer Erkältung zudem wohltuend und wärmend.


Wirkung von Aspirin® Complex

Die beiden Anteile des Aspirin Complex® haben unterschiedliche Wirkungen.
Die Acetylsalizylsäure hemmt ein Enzym das Cyclooxygenase 1 irreversibel. Dieses Enzym ist normalerweise für die Bildung verschiedener Signalmoleküle im Bereich der Schmerzentstehung, Entzündung oder der Blutgerinnung zuständig. Werden diese Signalstoffe durch die Einnahme von Acetylsalizylsäure nun nicht mehr ausgebildet, fehlen die entsprechenden Signale. Es kommt zu einer Linderung der Schmerzen, die Prozesse der Entzündung werden gestoppt und die Blutplättchen haften nicht mehr aneinander wodurch die Blutgerinnung gehemmt wird.
Der zweite Anteil, das Pseudoephedrin-Hydrochlorid, ist ein Sympathomimetikum. Das bedeutet es aktiviert das sympathische Nervensystem und erhöht damit die Aktivitätsbereitschaft des Körpers. Diese Wirkung beruht darin, dass es die Konzentration von Noradrenalin erhöht wird, welches zur Stimulation verschiedener Prozesse führt. Unter anderem werden die Blutgefäße durch die Aktivierung bestimmter Rezeptoren an ihren Wänden verengt. Da sich auch die Gefäße im Bereich der Nasenschleimhaut eng stellen, schwillt diese ab. Die Atemwege werden somit freier und man bekommt besser Luft. Aus diesem Grund wird dieses Medikament häufig bei Erkältungen mit Schnupfen eingesetzt.

Wirkdauer

Die Wirkdauer der beiden Inhaltsstoffe des Aspirin® Complex unterscheiden sich.
Die Acetylsalizylsäure (Aspirin) wird relativ schnell vom Körper umgewandelt und liegt schon nach 20 Minuten nicht mehr in ihrer ursprünglichen Form vor. Jedoch wirkt Aspirin schon in dieser kurzen Zeit und auch die ersten Abbauprodukte zeigen weiterhin Wirkung. Dadurch hält die schmerzlindernde Wirkung ca. vier bis sechs Stunden an. Da das Anheften der Blutplättchen durch Aspirin® irreversibel gehemmt wird, hält diese Wirkung bis zur Erneuerung der Blutplättchen an. Die mittlere Überlebenszeit der Blutplättchen beträgt sieben Tage, danach endet dann etwa die Wirkdauer des Aspirins®.
Das Pseodoephedrin wird je nachdem wie lang die letzte Mahlzeit zurücklag innerhalb einer halben bis zwei Stunden aufgenommen. Danach reduziert sich der Anteil im Blut um die Hälfte innerhalb der nächsten fünf bis acht Stunden und die Wirkung nimmt immer weiter ab.

Anwendungsgebiete

Das Medikament eignet sich zur symptomatischen Behandlung eines Schnupfens (Rhinosinusitis) und hilft besonders beim Abschwellen der Nasenschleimhaut um das Atmen zu erleichtern. Es wirkt ebenfalls den häufig bei Erkältungen auftretendem Fieber und Schmerzen entgegen. Allgemein befreit Aspirin® complex von Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen.

Aspirin® complex kann auch bereits dann genommen werden, wenn man bereits erste Symptome einer Erkrankung verspürt. Es kann unter günstigen Umständen den Beginn einer Erkältung oder dessen Ausbruch verhindern.

Was ist bei der Einnahme zu beachten?

Aspirin® Complex in Granulat-Form wird in einem Glas Wasser unter Umrühren aufgelöst, wobei sich das Granulat meistens nicht komplett auflöst. Das Arzneimittel kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

Eine Einnahme von Aspirin und Alkohol ist zu vermeiden, da es die Entstehung von Magengeschwüren zusätzlich fördert und die Reaktionsfähigkeit unter Umständen einschränken kann.

Wann sollte Aspirin® Complex nicht eingenommen werden?

Aspirin® Complex sollte nicht eingenommen werden, wenn eine Allergie gegen den Inhaltsstoff Acetylsalicylsäure bekannt ist. Eine allergische Reaktion kann auch dann ausgelöst werden, wenn der Patient bereits gegen andere Schmerzmedikamente allergisch reagiert.

Zudem sollte eine gleichzeitige Einnahme von weiteren schmerzreduzierenden Arzneimitteln vermieden werden. Es kann dann eine schwere Überempfindlichkeitsreaktion auftreten, die eventuell eine sofortige ärztliche Behandlung benötigt. Außerdem werden die Inhaltsstoffe von Schmerzmitteln häufig über die Niere ausgeschieden, sodass sie in ihrer Funktion als Entgiftungsorgan überfordert sein kann und sich ein Nierenversagen entwickelt. Auch bei einer gleichzeitigen Behandlung mit einem Chemotherapeutikum wie Methotrexat sollte Aspirin® Complex nicht eingenommen werden.

Besteht eine erhöhte Neigung zur Blutung, sollte eine Behandlung mit Aspirin® nicht erfolgen, da das Medikament auch blutverdünnend wirkt und somit das Risiko einer schwer stillbaren Blutung erhöht. Wurde es ein paar Tage vor einer anstehenden Operation eingenommen, sollte nochmals eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.

Eine Einnahme sollte weiterhin vermieden werden bei einer bestehenden Schwangerschaft oder während der Stillzeit. Vorübergehend besteht auch der Effekt, dass es Frauen erschwert, schwanger zu werden.

Ältere Patienten reagieren teilweise empfindlicher auf das Pseudephedrin. Es sind Reationen in Form von Halluzinationen oder Schlaflosigkeit bekannt.

Die Anwendung von Aspirin® Complex von Kindern unter 16 Jahren sollte vorher mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden. Bei Kindern mit Virusinfektion kann möglicherweise das Auftreten des Reye- Syndroms, eine lebensbedrohliche Situation, ausgelöst werden.

Weiterhin sollte Aspirin® Complex bei folgenden Erkrankungen nicht eingenommen werden:

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Aspirin® Complex kann bei gleichzeitiger Einnahme mit anderen Arzneimitteln dessen Wirkung beeinflussen.

Verstärkende Effekte können auftreten bei:

  • schmerzstillenden und entzündungshemmenden Arzneimittel, z.B. Cortison.
  • blutgerinnungshemmenden Medikamenten: Das Blut wird stärker verdünnt.
  • Wirkstoffen wie Digoxin, die zur Stärkung der Herzmuskelkraft eingenommen werden.
  • blutzuckersenkenden Stoffen: Patienten mit Diabetes mellitus sollten berücksichtigen, dass die Wirkung der Medikamente schneller eintritt. Eventuell sollte hier die Dosis angepasst werden, um eine Unterzuckerung zu vermeiden.
  • Antidepressiva.
  • Tabletten zur Behandlung von Epilepsie.
  • Methotrexat, ein Chemotherapeutikum.

Bei anderen Medikamenten, tritt eine Abschwächung der Wirkung bei gleichzeitiger Einnahme von Aspirin® Complex auf. Zum Beispiel ist dies der Fall bei Medikamenten zur Entwässerung (Diuretika), zur Senkung des Blutdrucks (ß- Blocker) und zur Förderung der Ausscheidung von Harnsäure.

Das sollte bei der Einnahme mit Aspirin® Complex beachtet werden.

Aspirin® Complex und Alkohol

Bei der gleichzeitigen Einnahme von Aspirin® und Alkohol kann es zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen, welche teilweise mit gefährlichen Folgen für die betroffene Person einhergehen können.

Besonders erhöht sich das Risiko der Entstehung von Magengeschwüren und Magenblutungen -bekannte Nebenwirkungen bei der Einnahme von Aspirin - können durch den gleichzeitig stattfindenden Konsum von Alkohol noch verstärkt werden.
Reizungen der Magenschleimhaut, Magenblutungen, sowie Magengeschwüre können durch eine Vielzahl typischer Symptome auffällig werden. Magenblutungen gehen charakteristischerweise mit tiefschwarz gefärbten Stühlen und blutigem oder kaffeesatzartigem Erbrechen einher. Bei einer sehr ausgeprägten Blutung kann es zu einem erheblichen Blutverlust mit einhergehenden Symptome kommen. Chronische Magengeschwüre können zu Veränderungen am Magenausgang führen und damit Verdauungsproblemen und Erbrechen hervorrufen. Typisch sind außerdem stechende Bauchschmerzen welche besonders nach dem Essen verstärkt auftreten.

Andere Nebenwirkungen, die die Kombination Aspirin® Complex und Alkohol mit sich bringt, sind beispielsweise eine verlangsamte Reaktionsfähigkeit oder Müdigkeit. Diese Nebenwirkungen führen vor allem im Straßenverkehr zu Problemen. Obwohl man nicht unter Alkoholeinfluss Auto fahren darf und auch in den Beipackzetteln von Aspirin® Complex vor dem Autofahren unter Medikamenteneinfluss gewarnt wird, setzten sich manche Leute dennoch ans Steuer. Die Folge sind Verkehrsunfälle mit oder ohne Personenschaden. Eine eingeschränkte Reaktionsfähigkeit durch Aspirin® Complex und Alkohol kann sich auch beim Bedienen von Maschinen negativ auswirken, da auch hier langsame Reaktionen schnell zu Verletzungen führen.

Gerade beim Thema Alkohol sollte man sich außerdem bewusst sein, dass viele Medikamente eine leberschädigende Wirkung aufweisen. Häufiger Alkoholgenuss wirkt sich allerdings ebenfalls schädlich auf die Leber aus, so dass das Organ ernsthafte Schäden davon tragen kann. Es kann zu Erkrankungen wie Leberentzündungen (Hepatitis) oder Leberkrebs (Leberkarzinom) kommen. Die Hepatitis bringt oft einen langwierigen Verlauf und schwierige Therapien mit sich, der Leberkrebs endet aufgrund seiner Aggressivität oft tödlich. Generell gehört es zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Medikamenten, dass man diese nicht gleichzeitig mit Alkohol einnimmt.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema, unter: Aspirin® und Alkohol.

Aspirin® Complex und die Pille

Viele Frauen, die die Pille nehmen, fragen sich, ob die empfängnisverhütende Wirkung der Pille durch die Einnahme anderer Medikamente herabgesetzt wird. Aspirin® hat im Normalfall keine Auswirkungen auf die Sicherheit der Pille.

Man sollte jedoch auf eventuelle Überempfindlichkeitsreaktionen achten. Kommt es aufgrund der Einnahme von Aspirin® Complex zu Nebenwirkungen wie Durchfall oder Erbrechen, so kann es passieren, dass die Pille ihre Wirkung verliert. Dies hängt dann davon ab, wann die Einnahme der Pille erfolgte. Treten Durchfall und Erbrechen mehr als sechs Stunden nach der Einnahme der Pille auf, so sind die Wirkstoffe meist schon über den Darm in den Körperkreislauf aufgenommen worden und die Pille wirkt ganz normal. Bei Erbrechen oder Durchfall innerhalb sechs Stunden nach der Einnahme der Pille, sollte man sicherheitshalber auf zusätzliche Verhütungsmethoden (z.B. Kondome) zurückgreifen, um eine ungewollte Schwangerschaft zu vermeiden.

Das könnte Sie auch interessieren: Aspirin® in der Schwangerschaft

Dosierung

Erwachsene können bis zu 2 Beutel zum Auflösen zu einem Zeitpunkt einnehmen. Diese Einzeldosis kann in einem Abstand von 4 bis 8 Stunden wiederholt werden. Pro Tag können maximal 6 Beutel eingenommen werden.

Für Jugendliche ist noch keine Empfehlung bezüglich der Dosis ausgesprochen worden. Die Einnahme sollte ohne Rücksprache mit dem behandelnden Arzt nicht länger als 3 Tage andauern.

Überdosierung

Bei Einnahme größerer Mengen Aspirin® Complex können Symptome wie Schwindel, Kopfschmerzen, Herzklopfen (Tachykardie), Brustschmerzen oder auch Atemnot auftreten. Es sollte dann unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden.

Nebenwirkungen

Nebenwirkungen von Acetylsalicylsäure

Die nachstehend aufgeführten Nebenwirkungen können schwerwiegend sein und sollten ernst genommen werden. Sollte der Patient eine der Symptome bemerken, sollte er schnellstmöglich den Arzt oder das nächstgelegene Krankenhaus aufsuchen.

  • Bereits vorhandene Magengeschwüre können zu einem Magendurchbruch führen, der sich mit starken Schmerzen und allgemeiner Entzündungssymptomatik äußert.
  • Magen- Darm- Blutungen können vereinzelt auftreten und zu einem schweren Mangel an Eisen führen. Sie äußern sich entweder als blutdurchsetzter Stuhl bzw. schwarz gefärbter "Teerstuhl", oder auch als blutiges Erbrechen.
  • Weitere Beschwerden wie Magenschmerzen, Entzündung der Magenschleimhaut, Störungen der Verdauung, Übelkeit und Durchfälle können ebenfalls vorkommen.
  • Reye- Syndrom
    Diese schwerwiegende Komplikation kann bei Kindern unter 16 Jahren durch die Anwendung von Aspirin® ausgelöst werden. Es handelt sich um eine akute Schädigung des Gehirns (Enzephalopathie) und der Leber. Sie kann einige Tage nach einer Infektion der oberen Atemwege bei Kindern auftreten und wird unter anderem durch die Behandlung mit Salicylate, dazu zählt auch die Acetylsalicylsäure im Aspirin®, ausgelöst. In den Zellen kommt es zu einer Fehlfunktion der Mitochondrien. Symptomatisch äußert sich das Reye- Syndrom unter anderem mit Erbrechen, Bewusstseinseintrübung, Leberfunktionsstörungen, Krämpfe, Hirnödem bis hin zum Koma. Oftmals ist eine Überwachung und Behandlung auf der Intensivstation notwendig.
    Viele weitere Informationen erhalten Sie unter unserem Thema: Reye-Syndrom

Nebenwirkungen von Pseudoephedrin

Auch dieser Inhaltsstoff des Aspirin® Complex kann ernst zu nehmende Nebenwirkungen auslösen. Dazu gehören Herzrasen und ein Anstieg des Blutdrucks. Weiterhin können Harnverhalt, Halluzinationen und Schlaflosigkeit auftreten. Eine allergische Reaktion mit Juckreiz der Haut und Blutdruckabfall ist ebenfalls möglich.
Bemerkt der Patient eine der hier genannten Nebenwirkungen, sollte er das Granulat sofort absetzen und einen Arzt konsultieren.

Aspirin® complex- ein Dopingmittel?

Die Substanz Pseudoephedrin-Hydrochlorid, die in Aspirin® Complex enthalten ist, wird als Dopingmittel gesehen und ist deshalb in vielen Wettkämpfen unzulässig. Dies begründet sich darin, dass Pseudoephedrin den Körper übermäßig stimuliert und aufputschen kann.
Durch die Aktivierung des sympathischen Nervensystems erhöht sich die Konzentration an Noradrenalin. Dies führt dazu, dass unter anderem Gefäße eng gestellt werden und somit der Blutdruck gesteigert wird. Auch die Herzfrequenz wird beschleunigt.
Damit steigt die Durchblutung des Körpers und folglich auch die Kraft und die Reserven, die dem Körper beim Wettkampf zur Verfügung stehen. Auch die Gefäße der Atemwege werden verengt, die Schleimhäute schwellen ab und die Atmung fällt somit leichter.
Außerdem wirkt Pseudoephedrin an zentralen Rezeptoren im Gehirn und stimuliert diese. Durch all diese Prozesse wird der Körper wird also in seinem Aktivitäts- und Leistungsvermögen auf eine unnatürliche Art angetrieben.
Dies ist im Wettkampf nicht zulässig und kann insbesondere bei Überdosierung schwere Nebenwirkungen wie Herzrasen, Atemnot, Bewusstlosigkeit oder Krämpfe mitsich bringen. Ein weiterer Punkt der Aspirin® Complex vor Wettkämpfen gefährlich macht ist die schmerzlindernde Wirkung des Aspirins®. Schmerzen, die während des Sports auftreten, werden überdeckt und es kann durch fehlende Schonung häufiger zu Verletzungen kommen.

Weitere Informationen

Alle Informationen zu weiteren Medikamenten finden Sie auch unter Medikamente A-Z.

Haftungsausschluss/ Disclaimer

Wir weisen darauf hin, dass Medikamente niemals eigenständig, ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt abgesetzt, angesetzt oder verändert werden dürfen.
Bitte beachten Sie, dass wir in unseren Texten keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit erheben können. Durch aktuelle Entwicklungen können die Angaben ggf. veraltet sein.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 29.08.2018
Für Sie passende Themen
Ihre Meinung ist uns wichtig

Dr-Gumpert.de ist ein Projekt, das mit viel Engagement vom Dr-Gumpert.de Team betrieben wird. Im Vergleich zu anderen Webseiten ist vielleicht nicht alles so perfekt, aber wir gehen persönlich auf alle Kritikpunkte ein und versuchen die Seite stets zu verbessern.
An dieser Stelle bedanken wie uns bei allen Unterstützern unserer Arbeit.
Wenn Ihnen diese Seite gefallen hat, unterstützen auch Sie uns und drücken Sie: