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Eisenmangel

Synonyme

Sideropenie
englisch: iron deficiency

Eisenmangel oder Sideropenie bedeutet einen Mangel an Eisen im menschlichen Körper, der durch verschiedene Ursachen hervorgerufen werden kann und meist ohne Symtome verläuft. Treten Symptome des Eisenmangels vor einer Anämie (Blutarmut) auf, spricht man von Sideropenie. Je nach Symptomen und Blutwerten, unterscheidet man verschieden Formen des Eisenmangels. Dabei bedeutet ein latenter Eisenmangel ein vermindertes Eisen ohne Blutbildveränderungen, während ein manifester Eisenmangel mit Veränderungen der Blutzellen einhergeht und einer Therapie bedarf.

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Epidemiologie/ Häufigkeitsverteilung

Der Eisenmangel ist eine der häufigsten Mangelerkrankungen. Weltweit leidet ca. 25% der Bevölkerung unter dieser Mangelerkrankung. In Europa sind ca. 10% der Frauen im gebärfähigen Alter betroffen, in Entwicklungsländern >50% der Frauen. Zudem macht der Eisenmangel ca. 80% aller Anämien (Blutarmut) aus.

Symptome vom Eisenmangel

Dezenter Eisenmangel ruft nicht zwingend direkt spürbare Symptome hervor und zeigt sich im Blut lediglich durch einen erniedrigten Ferritinwert (latenter Eisenmangel). Es gibt jedoch eine Vielzahl unterschiedlicher Anzeichen, die schon früh auf einen Mangel hindeuten können, bevor sich das Vollbild entwickelt.
Häufig treten

auf. In diesem Zusammenhang kann auch die körperliche Fitness beeinträchtigt sein. Ebenso kann eine eingeschränkte Kältetoleranz hinzukommen.Weitere mögliche frühe Anzeichen finden sich im Bereich der Haut und Schleimhäute. Dazu gehören Zungenbrennen, Schleimhautdefekte (z.B. Aphten im Mund), Mundwinkelrhagaden (kleine, entzündliche Einrisse in den Mundwinkeln), Schluckbeschwerden, aber auch brüchige und verformte Nägel (insbesondere Querrillen, nach oben gewölbte Uhrglasnägel oder muldenförmig eingesenkte Hohlnägel) sowie brüchige bzw. ausfallende Haare.

Lesen Sie viele weitere und umfangreiche Informationen zu allen Symptomen unter unserem Thema: Symptome von Eisenmangel und Eisenmangel am Fingernagel erkennen

Schwindel durch Eisenmangel

Ein typisches Symptom, was zu einem Eisenmangel passt, ist unspezifischer Schwindel, sogenannter Schwankschwindel. Durch den Eisenmangel kommt es zu einer Blutarmut, die oben beschriebene Eisenmangelanämie.
Durch Verminderung der Sauerstoffträgerfähigkeit im Blut treten relativ unspezifische Symptome, besonders ein Schwindel auf. Gerade bei unklarem Schwindel sollte immer eine Eisenmangelanämie ausgeschlossen werden.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Schwindel durch Eisenmangel

Haarausfall

Auch für den Stoffwechsel der Haare ist Eisen ein wichtiger Nährstoff.
Bei leichtem Eisenmangel werden die noch vorhandenen Reserven bevorzugt für die lebensnotwendigen Funktionen, also die Bildung von Hämoglobin zwecks Sauerstofftransports im Körper, eingesetzt, sodass Haare (und auch Nägel) schnell unterversorgt sein können.
Haarausfall sowie spröde, brüchige Haare können also ein frühes Anzeichen von Eisenmangel sein, das schon auftritt, bevor andere typische Symptome wie z.B. Blutarmut und Müdigkeit deutlich spürbar werden.

Da es aber auch noch viele weitere mögliche Gründe für Haarausfall gibt, sollte bei ersten Anzeichen von Haarausfall dessen Ursache abgeklärt werden, bevor man einfach auf Verdacht zu Eisentabletten greift (denn auch ein Eisenüberschuss kann sich negativ auswirken).
Zur Abklärung kann v.a. der Ferritin-Wert (Speicherform des Eisens) im Blut herangezogen werden, da dieser im Gegensatz zu den anderen Eisenwerten auch schon bei leichtem, „verstecktem“ Eisenmangel erniedrigt sein kann.

Haarausfall, der durch Eisenmangel bedingt ist, lässt sich durch das einfache Ausgleichen dieses Mangels leicht behandeln. Durch Ernährungsumstellung und/oder Einnahme geeigneter Präparate kann das Haarwachstum also wieder in Gang gesetzt werden.

Lesen Sie alles zu den Symptome unter unserem Thema: Symptome des Eisenmangels, Haarausfall durch Eisenmangel

Kopfschmerzen

Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten Erkrankungen in Deutschland und haben viele verschiedene Ursachen. Bei Eisenmangel sind Kopfschmerzen meistens eher sekundär und nicht unmittelbar durch den Mangel erklärbar.

Eisenmangel führt zu Konzentrationsstörungen und Schlafstörungen, was die Kopfschmerzen als Folge haben kann. Neben diesen Folgestörungen können Betroffene auch zusätzlich aber unabhängig von ihrem Eisenmangel an einer Kopfschmerzerkrankung, wie Migräne, leiden.

Nach erfolgreicher Behandlung des Eisenmangels könne Betroffene wieder besser schlafen und sind tagsüber konzentrationsfähiger, was die Kopfschmerzen häufig ebenfalls wieder rückgängig macht. Bei einer bekannten Migräneerkrankung können die Attacken bei Eisenmangel vermehrt auftreten, was jedoch auch eher auf den Schlafmangel zurückzuführen ist, als auf den Eisenmangel selbst.

Bei plötzlich auftretenden, ungewöhnlich starken Kopfschmerzen oder in Kombination mit Fieber sollte ein Arzt aufgesucht werden, da die Ursachen nicht in der Eisenmangelanämie liegen, sondern einen Notfall darstellen können.

Lesen Sie auch: Ursache von Kopfschmerzen, Kopfschmerzen durch Eisenmangel​​​​​​​

Müdigkeit

Müdigkeit ist ein sehr typisches Symptom bei Eisenmangel. Da Eisen für die Blutbildung und damit für die Sauerstoffversorgung des Köpers erforderlich ist, kann ein Eisenmangel zu einer insgesamten Schwäche des Körpers führen. Betroffene berichten von schneller Ermüdbarkeit und Schlafstörungen, welche zusätzlich zu Tagesmüdigkeit führen.

Bei der Müdigkeit handelt es sich auch um das Symptom, welches die Betroffenen im Alltag am stärksten einschränkt und führt daher oft zum Arztbesuch. Nach Beginn der Therapie berichten viele Betroffene von einer sehr zügigen Besserung der Müdigkeit und fühlen sich insgesamt leistungsfähiger.

Depression

Bei vielen chronischen Krankheiten, welche zu einer Einschränkung des alltäglichen Lebens führen, kommt es im Verlauf der Erkrankung zu Depressionen. Eine chronische Eisenmangelanämie ist mit Konzentrationsstörungen und einer verminderten Leistungsfähigkeit verbunden. Betroffene können häufig nicht mit ihrem Freundeskreis mithalten und können auch nicht immer ihrer Arbeit nachgehen.

Dies führt zu einer sozialen Isolation und kann so eine Depression auslösen. Besonders nach der Geburt kann ein Eisenmangel eine Wochenbettdepression wahrscheinlicher machen. Bei einer Behebung des Eisenmangels kann auch die Depression rückläufig sein. Betroffene sollten sich jedoch, besonders bei anhaltenden Symptomen, an einen Facharzt wenden.

Veränderung an den Nägeln

Die Finger- und Zehennägel gehören zu den ersten Körperteilen, welche sich bei Eisenmangel verändern. Dies kann dadurch erklärt werden, dass der Körper Prioritäten hat, welche Zellen dringlicher versorgt werden müssen und bei einem Sauerstoffmangel durch eine Eisenmangelblutarmut sind die Nägel nicht überlebensnotwendig.

Die Zellen, welche den Nagel bilden, werden schlechter versorgt und die nachwachsenden Nägel werden brüchig und dünner. Auch Rillen und Hohlräume in den Nägeln sind möglich. Auch nach dem Beheben des Eisenmangels dauert es noch einige Monate bis sich die langsam wachsenden Nägel ganz erholt haben.

Veränderung an der Zunge

Veränderungen an den Schleimhäuten, besonders an der Zunge, sind ein spezifisches Symptom bei Eisenmangel, aber sie treten erst im späten Verlauf der Erkrankung auf und gehören nicht zu den Frühsymptomen.

Möglich sind Entzündungen an den Mundwinkeln, sogenannte Rhagaden, und vermehrte Aphten der Mundschleimhaut. Es kann auch zu einem Abbau der Mundschleimhaut mit Schluckbeschwerden kommen, was als Plummer-Vinson-Syndrom zusammengefasst wird. Hierbei berichten Betroffene von einem Kribbeln oder einer Taubheit der Zunge. Die Symptome sind bei erfolgreicher Therapie des Eisenmangels vollständig reversibel.

Muskelschmerzen und Muskelschwäche

Eisenmangel führt im ganzen Körper zu einem Energiesparmodus der Zellen, da diese nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden können. Muskelzellen benötigen vergleichsweise viel Sauerstoff für den Erhalt ihrer Funktion und den Aufbau neuer Zellen.

Bei Sauerstoffmangel kommt es dann zu einem Abbau von Muskelzellen. Besonders wenn Betroffene aufgrund der Müdigkeit ihre sportlichen Tätigkeiten nicht mehr ausführen und die Muskeln weniger benötigt werden, spart der Körper hier Energie. Auch die Muskelschwäche ist rückläufig, wenn der Eisenmangel behoben wird. 

Juckreiz

Hautzellen erneuern sich relativ häufig und Zellen benötigen besonders viel Energie, wenn diese sich neu bilden und wachsen. Da es bei Eisenmangeln zu einem Sauerstoffmangel kommt zeigen besonders kurzlebige Zellen schnell Symptome.

Die Haut wird schlechter versorgt und einzelne Hautzellschichten sterben ab. Dies führt zu Juckreiz. Auch entzündete Hautstellen, wie die Mundwinkelrisse, können stark jucken. Eine Pflege von gereizten Hautstellen mit parfümfreien Pflegecremes kann den Juckreiz lindern. Haut- und Schleimhautschäden gehören eher zu den Spätsymptomen bei einem starken Eisenmangel.

Sehstörungen

Sehstörungen sind ebenfalls keine direkte Folge eines Eisenmangels, können aber sekundär auftreten. Es handelt sich hierbei normalerweise nicht um eine direkte Schädigung des Auges oder der Netzhaut.

Betroffene können durch den Eisenmangel Blutdruckschwankungen und Schwindel haben, wobei es auch zu einem verschwommenen Sichtfeld kommen kann. Zudem interpretieren einige Betroffene ihre Konzentrationsstörungen als Sehstörung, da hierbei subjektiv die Buchstaben vor den Augen verschwimmen.

Hoher Puls/ Herzrasen

Bei Eisenmangel kommt es im gesamten Körper zu einer Sauerstoffunterversorgung, da der Körper nicht genug Blut bilden kann, welches den Sauerstoff transportiert. Da die Zielzellen nicht unterscheiden können, warum nicht genug Sauerstoff ankommt reagieren dieser immer mit der gleichen Information an den Körper.

Zu wenig Sauerstoff wird also kompensiert, indem das Blut schneller durch den Körper gepumpt wird und somit öfter Sauerstoffladungen bei den Zellen ankommen. Dies bedeutet, dass der Herzschlag schneller werden muss, da dieser entscheidend für den Blutfluss ist. Die Betroffenen spüren dies als Herzrasen

Eisenmangelanämie

Eisenmangelanämie ist die häufigste Form der Blutarmut (Anämie) und wird durch einen Mangel an Eisen hervorgerufen. Der rote Blutfarbstoff (Hämoglobin) in den roten Blutzellen (Erythrozyten) benötigt Eisen, um seine Funktion als Sauerstofftransporter im Körper zu erfüllen; steht zu wenig Eisen zur Verfügung, ist diese Funktion eingeschränkt und es kann nicht genügend Hämoglobin bereitgestellt werden.
Im Labor zeigen sich dabei neben einem reduzierten Hämoglobin-Wert im Blut eine verringerte Größe der Erythrozyten (MCV = mittleres Erythrozyteneinzelvolumen) und ein verringerter Hämoglobingehalt in diesen (MCHC = mittlere korpuskuläre Hämoglobinkonzentration). Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einer mikrozytären, hypochromen Anämie.
Gleichzeitig zeigt sich der Eisenmangel im Blut durch eine verringerte Konzentration sowohl von freiem Eisen als auch von Ferritin (Speicherform des Eisens), aber auch durch einen erhöhten Transferrin-Wert (Transportprotein für Eisen, das vermehrt nachweisbar ist, wenn es weniger Eisen gebunden hat).
Ist eine Eisenmangelanämie diagnostiziert worden, gilt es, die Ursache für den Eisenmangel ausfindig zu machen, um dementsprechend therapieren zu können.
In Frage kommen ein erhöhter Bedarf (z.B. während einer Schwangerschaft), ein verstärkter Verlust (z.B. über Blutungen), eine mangelhafte Ernährung oder eine gestörte Eisenaufnahme (z.B. bei diversen Magen-Darm-Erkrankungen).
Erst wenn die Eisenspeicher des Körpers aufgebraucht sind, führt der Eisenmangel zu einer Anämie.

Lesen Sie mehr zum Thema: Eisenmangelanämie

Diagnose

Da der Eisenmangel an sich nur eine Folgeerkrankung anderer Ursachen ist, muss besonderen Wert darauf gelegt werden, die ursprüngliche Krankheit zu finden und zu therapieren. Aus diesem Grund muss, um die Diagnose Eisenmangel zu stellen, eine gründliche Befragung des Patienten durchgeführt werden. Dabei sollten chronische Erkrankungen, eine Schwangerschaft und vermehrte Blutungsneigung der Frau während der Menstruation zunächst ausgeschlossen werden. Des Weiteren liefert die Blutuntersuchung wichtige Aussagen zum Stadium des Eisenmangels.

  • So kann zwischen einem latenten Eisenmangel, der oft zunächst keiner Therapie bedarf, und einem manifesten Eisenmangel unterschieden werden. Da dieser Veränderungen der Blutzellen nach sich zieht, ist es wichtig hier medizinisch einzugreifen und Eisen zu substituieren.

Um den Verdacht auf innere Blutungen auszuschließen, sollte ein Ultraschall des Abdomens durchgeführt werden.
Auch Blut im Stuhl liefert einen wichtigen Hinweis auf Blutungen im Magen- Darm- Trakt.

Lesen Sie mehr zum Thema : Blut im Stuhl

Des Weiteren können eine Darmspiegelung (Koloskopie ), Röntgenaufname des Brustkorbs (Thorax) und die genaue Betrachtung von Speiseröhre, Magen und Dünndarm Blutungsursachen aufdecken oder ausschließen.

Um eine Störung der Eisenaufnahme im Körper zu diagnostizieren, kann ein Eisenresorptionstest durchgeführt werden. Dabei werden 100mg Eisen oral aufgenommen. Nach 2 Stunden wird das Serumeisen gemessen. Normal ist ein Anstieg des Serumeisens auf das doppelte des Ausgangswertes.

Eisenmangel-Test

Es gibt verschiedene Tests, um einen Eisenmangel schnellstmöglich zu diagnostizieren. Man kann Tests online oder in der Apotheke erwerben oder beim Arzt durchführen lassen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Eisenmangel-Test

Therapie

Da Eisenmangel zunächst ein Befund ist, aber keine Ursache (siehe auch: Ursache Eisenmangel), sollte diese zuerst erkannt und behandelt werden um auf die Dauer den Eisenmangel auszugleichen. Dennoch wird gleichzeitig der Eisenmangel durch Medikamente behoben, sofern es nicht ausreicht, den Mangelzustand mit der täglichen Nahrung auszugleichen. Dabei wird Eisen in Form von Tabletten substituiert. Diese sollten ca. 1- 2 Stunden vor der nächsten Nahrungsaufnahme 1- 2mal täglich eingenommen werden, da Eisen vom Körper im nüchternen Zustand besser aufgenommen werden kann. Empfehlenswert bei Erwachsenen ist eine tägliche Dosis von 100 -150mg Eisen/ Tag.

Eine weitere Möglichkeit ist das frei verkäufliche Floradix®, dass als Flüssigkeit zu sich genommen werden kann. Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Kräuterblut

Eisenpräparate können unter anderem Bauchschmerzen und Übelkeit hervorrufen. Sollten diese Nebenwirkungen auftreten, kann ein anderes Präparat getestet werden, da die verschiedenen Präparate individuell unterschiedlich vertragen werden, außerdem kann die Dosis zunächst reduziert werden. Bleiben die Nebenwirkungen dennoch bestehen, kann das Medikament auch während oder nach der Mahlzeit eingenommen werden. Die Aufnahme in den Organismus ist dann zwar nicht mehr optimal, aber das Präparat wird besser vertragen. Außerdem färbt sich der Stuhl unter Eisentherapie dunkel, da der größte Teil des Eisens wieder ausgeschieden wird. Weil sich die Eisenspeicher im Körper nur langsam wieder auffüllen, muss eine solche Behandlung oft über mindestens 2- 3 Monate erfolgen.

Es ist auch möglich Eisen direkt über die Vene zuzuführen. Diese Art der Substitution wird aber nur dann durchgeführt, wenn eine orale Gabe nicht vertragen wird. Die Therapie sollte dann 2- 3mal wöchentlich stattfinden und kann zu Schmerzen und Schwellungen an der Einstichstelle führen. Um eine übermäßige Venenreizung zu vermeiden, sollte die Gabe langsam über eine große Venenkanüle erfolgen. Anaphylaktische Reaktionen auf das Eisen sind zwar selten, dennoch sollte der Arzt auf eine solche Reaktion vorbereitet sein.

Bei einer Überdosierung kann es zu schweren Vergiftungserscheinungen kommen. Bei Kleinkindern reichen 500- 1000mg um Vergiftungserscheinungen hervorzurufen, 2000 -3000mg können tödlich sein. Diesen Gehalt findet man schon in etwa 20- 30 Tabletten. Kinder sind auf Grund dessen besonders gefährdet eine Überdosis einzunehmen, da der Zugang zu der entsprechenden Menge Tabletten relativ leicht ist. Erste Anzeichen einer Überdosierung sind Fieber, Übelkeit, Blutdruckabfall und Erbrechen.

Nach 2 Monaten sollte spätestens die Hämoglobinkonzentration ihren Normalwert erreicht haben, Serumferritin nach 3 Monaten. Ist dies nicht der Fall, kommen verschiedene Möglichkeiten in Betracht. Zum einen ist es möglich, dass die verordneten Präparate nicht ordnungsgemäß eingenommen wurden, die Blutverluste weitergehen, die Aufnahme in den Organismus gestört ist oder eine falsche Diagnose gestellt wurde. In jedem Fall ist eine neue Suche nach der Ursache nötig um schwerwiegendere Krankheiten zu vermeiden.

Aufgrund wechselseitiger Resorptionsstörungen, sollten Eisentabletten nicht gleichzeitig mit:

Lesen Sie auch den Artikel zum Thema: So behebt man einen Eisenmangel und Ernährung bei Eisenmangel

Kräuterblut

Viele Kräuter enthalten eine sehr große Menge Eisen. Bei Kräuterblut handelt es sich um einen Saft aus verschiedenen Kräutern und zugesetztem zweiwertigen Eisen. Zweiwertiges Eisen kann der menschliche Körper besonders gut verwerten.

  • Kräuterblut kann daher bei drohendem Eisenmangel oder leichtem Eisenmangel zur Vorbeugung eingenommen werden.
  • Bei stärkerem Eisenmangel sind jedoch Eisentabletten erforderlich.

Risikogruppen, welche häufig Kräuterblut zur Vorbeugung erhalten, sind Schwangere, stillende Mütter und Menschen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren.

Homöopathie als Therapiemöglichkeit?

Bei Eisenmangel handelt es sich um einen messbaren Mangel im Blut und dieser kann nur ausgeglichen werden, indem Eisen entweder durch die Nahrung oder durch Medikamente zugeführt wird.

Globuli und andere alternative Substanzen enthalten kaum Eisen und können den Mangel daher nicht auffangen. Wenn ein schulmedizinischer Eisenersatz abgelehnt wird, sollten Betroffene beraten werden, welche Nahrungsmittel besonders viel Eisen enthalten, sodass der Mangel über die Ernährung ausgeglichen werden kann.

Lesen Sie hierzu auch: Homöopathie bei Eisenmangel

Langfristige Folgen von Eisenmangel

Eisenmangel bringt eine Vielzahl von Symptomen mit, wobei die meisten Symptome rückläufig sind, sobald der Eisenmangel behoben wird. Da Eisen für die Blutbildung erforderlich ist, führt ein Mangel zu einer Sauerstoffunterversorgung des ganzen Körpers. Besonders wichtig ist die ausreichende Sauerstoffversorgung für Zellen im Wachstum. Bei Eisenmangel kommt zur Kompensation der geringeren Blutbildung indem das Herz schneller schlägt.

  • Betroffene mit einer chronischen Eisenmangelanämie können daher auf Dauer eine Herzmuskelschwäche ausbilden, da das Herz auf Dauer den Anforderungen nicht entsprechen kann.

Langfristige Folgen des Eisenmangels zeigen sich zudem in der Schwangerschaft.

  • Die Sauerstoffversorgung des Ungeborenen hängt unmittelbar von der Sauerstoffversorgung der Mutter ab. Bei einem mütterlichen Eisenmangel kann es daher zu Wachstumsstörungen und Frühgeburten kommen.
  • Auch die Gehirnentwicklung ist von einer ausreichenden Sauerstoffversorgung während der Schwangerschaft abhängig und kann durch Eisenmangel verzögert oder gehemmt werden.
  • Bei den Müttern mit Eisenmangel zeigt sich nach der Geburt häufiger eine Wochenbettdepression als bei Müttern mit einer ausreichenden Eisenversorgung. Ein kurzfristiger Eisenmangel hat normalerweise keine langfristigen Folgen.

Prophylaxe

Durch eine ausgewogene und eisenreiche Ernährung lassen sich Mangelerscheinung vermeiden. Besonders viel Eisen findet sich in Petersilie (97,8mg Eisen/100g), grüner Minze, getrockneten Brennesseln, Schweineleber und Thymian. Im Vergleich dazu findet sich Relativ wenig Eisen in Geflügel, Schweinefleisch, Rindfleisch und Vollkornbrot. Außerdem lässt sich die Eisenaufnahme in den Körper durch eine gesteigerte Vitamin C Zufuhr verbessern. Hierbei reichen ca. 100mg Vitamin C aus, die allerdings höchstens 1 Stunde vor der Eisenaufnahme eingenommen werden sollten, da sich das Vitamin C noch im Verdauungstrakt befinden muss. 100mg Vitamin C sind z.B. in 200ml frisch gepresstem Orangensaft oder einigen Streifen Paprika enthalten. Aber auch andere Früchte und Gemüse können die Eisenaufnahme in den Körper verbessern.

Hemmend und damit kontraproduktiv bei Eisenmangel wirken Tannin, das in schwarzem Tee und Kaffee enthalten ist, Kalzium und Magnesium in größeren Mengen, Oxalsäure z.B. in Kakao, Spinat und Rhabarber und Phosphate in Fleisch und Käse.

Als wichtigste Eisenquellen im Alltag gelten Fleisch, Wurst und Leber. Milch und Eier hemmen hingegen die Aufnahme. Bei vegetarischer Ernährung kann Eisen aus Hülsenfrüchten, Nüssen, Gewürzen und Vollkorngetreiden aufgenommen werden.

Da Schwangere ein 100% höheren Eisenbedarf haben, reicht die normale Zufuhr mit der Nahrung oft nicht aus um einen Eisenmangel zu vermeiden. Deswegen sollte während einer Schwangerschaft präventiv 50mg Eisen/ Tag eingenommen werden.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Lebensmittel mit Eisen

Prognose

Die Prognose des Eisenmangels steht in direkter Beziehung zur Ursache. Ist es möglich, die ursächliche Krankheit zu heilen, so ist es wahrscheinlich, dass der Eisenmangel behoben werden kann.

Eisenmangel in der Schwangerschaft

Für die ausreichende Durchblutung und Entwicklung des Kindes muss die Frau während einer Schwangerschaft ca. 30-40% mehr Blut bilden.
Da für die Blutbildung i.A. Eisen benötigt wird, steigt der Eisenbedarf in der Schwangerschaft deutlich, ca. um das Doppelte, an, sodass ein erhöhtes Eisenmangelrisiko besteht.

Besonders gefährdet sind Frauen mit einer Mehrlingsschwangerschaft oder schnell aufeinander folgenden Schwangerschaften, aber auch geringes Körpergewicht und unausgewogene Ernährung sind Risikofaktoren. Die durch den Eisenmangel möglicherweise hervorgerufene Blutarmut (Anämie) weist während einer Schwangerschaft neben den üblichen Symptomen weitere Gefahren auf, sowohl für die Mutter als auch für das Kind.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Eisenmangel in der Schwangerschaft

Das Baby kann zum einen durch eine schlechtere Sauerstoffversorgung gefährdet werden, zum anderen kann es sein, dass sich der Mutterkuchen (Plazenta) nicht vollständig entwickelt.
Wenn dieser zu klein ist, ist eine ausreichende Versorgung des Kindes mit wichtigen Nährstoffen nicht mehr unbedingt gewährleistet. Letztendlich können Wachstumsstörungen oder auch der intrauterine Kindstod (also innerhalb der Gebärmutter, noch vor der Geburt) die Folge sein.

Außerdem bestehen ebenso für die kindliche Entwicklung nach der Geburt gewisse Risiken, z.B. motorische Entwicklungsstörungen, geistige Retardierung oder Verhaltensauffälligkeiten.
Die Mutter weist i.A. eine geringere körperliche Belastbarkeit auf und hat bei der Geburt verminderte Blutreserven, sodass das Risiko für nötige Bluttransfusionen erhöht ist.

Weitere mögliche Folgen sind Präeklampsie (ein Krankheitsbild mit u.a. Bluthochdruck und Proteinverlust über den Urin) oder eine Nierenbeckenentzündung.
All diese Umstände können zu häufigeren und/oder längeren Krankenhausaufenthalten führen.

Aber auch der alleinige Eisenmangel ohne bereits begleitende Anämie kann schon für diverse Komplikationen verantwortlich sein. Dazu zählen u.a. vorzeitige Wehentätigkeit, vorzeitige Geburt und ein niedriges Geburtsgewicht.
Da der Organismus dem Baby während der Schwangerschaft das vorhandene Eisen bevorzugt zuteilt, besteht der Mangel bei der Mutter jedoch schon lange, bevor es sich beim Kind manifestiert. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt schwangeren Frauen daher eine tägliche Eisenaufnahme von 30 mg, Stillenden 20 mg (im Gegensatz dazu: Nichtschwangeren Erwachsenen ca. 10-15 mg). Während einer Schwangerschaft (v.a. ab dem zweiten Drittel) ist also ganz besonders auf eine ausreichende Zufuhr eisenhaltiger Lebensmittel zu achten, am besten in Kombination mit Vitamin C (z.B. einem Glas Orangensaft), da dies die Aufnahme im Körper verbessert.
Die gleichzeitige Einnahme von Substanzen, die die Eisenaufnahme hemmen, sollte hingegen vermieden werden; dazu zählen u.a. Kalziumpräparate, Antazida (magensäurebindende Mittel) und gewisse Antibiotika (Tetrazykline).
In Routinekontrollen während der Schwangerschaft wird das Blut auch auf Eisenmangel (u.a. Ferritin) und Blutarmut (u.a. Hämoglobin) untersucht. Auffällige Werte sollten stets bezüglich der Ursachen abgeklärt werden. Bei einem Hämoglobin-Wert unter 10 mg/dl ist i.A. von einer Risikoschwangerschaft die Rede.

Besteht auch bei ausgewogener Ernährung weiterhin ein Eisenmangel, können zusätzlich Eisentabletten eingenommen werden. Diese Therapie muss jedoch über mehrere Monate aufrechterhalten werden und kann diverse Nebenwirkungen, v.a. Magen-Darm-Beschwerden zur Folge haben.
Einige Schwangere nehmen solche Eisenpräparate auch schon vorsorglich ohne vorhandene auffällige Blutwerte ein, was jedoch nicht grundsätzlich empfohlen werden muss.
Alternativ kann auch eine intravenöse Gabe erwogen werden (v.a. bei einem Hämoglobin-Wert unter 9 mg/dl), womit sehr hohe Dosen in kurzer Zeit verabreicht werden können, ohne gleichzeitig auf Magen und Darm zu schlagen.

Das Vorgehen bei Eisenmangel in der Schwangerschaft sollte immer individuell mit dem behandelnden Arzt besprochen werden, es gibt hierzu bisher keine allgemeinen Therapieempfehlungen in Deutschland.

Eisenmangel bei Kindern

Eisenmangel ist auch im Kindesalter eine häufige Mangelerscheinung. Ungefähr jedes zehnte Kind zeigt zumindest leichte Symptome eines Eisenmangels. Da Zellen im Wachstum einen besonders hohen Sauerstoffbedarf haben, steigt auch der Eisenbedarf in Wachstumsphasen deutlich an.

  • Die erste kritische Phase für einen kindlichen Eisenmangel ist im ersten und zweiten Lebensjahr. Da Kind wächst in dieser Zeit sehr schnell und auch die Gehirnentwicklung ist im vollen Gange. Der Eisengehalt der Muttermilch sinkt jedoch nach der Geburt immer weiter ab, sodass die Kinder mit ungefähr einem halben Jahr auf zusätzliche eisenhaltige Nahrung angewiesen sind.
  • Die zweite Phase des erhöhten Eisenbedarfs beginnt mit dem Eintritt in die Pubertät. Neben der schnellen Entwicklung kommt es bei Mädchen zusätzlich zur ersten Regelblutung und somit zu einem regelmäßigen Blutverlust, den der Körper ausgleichen muss.

Die Symptome eines Eisenmangels bei Kindern sind ähnlich wie die Symptome bei Erwachsenen.

  • Frühsymptome sind üblicherweise Haarausfall und brüchige Fingernägel
  • Später kommt es zu Blässe, Konzentrationsstörungen und Müdigkeit.

Gerade in der Kindheit und Jugend sollte auf eine ausgewogene Ernährung geachtet werden, um einem Eisenmangel entgegen zu wirken und die Folgen eines Mangels zu verhindern. Besonders bei jungen Mädchen, welche sich vegetarisch ernähren kann eine medikamentöse Zufuhr von Eisen erforderlich sein, bis das Wachstum abgeschlossen ist. 

Eisenmangel bei Vegetariern

Man unterscheidet zwischen zwei verschiedenen Eisenformen in der Nahrung: Das ausschließlich in Lebensmitteln tierischen Ursprungs enthaltene sog. Häm-Eisen und das sog. Nicht-Häm-Eisen, das sich nicht nur, aber vorwiegend, in pflanzlicher Nahrung findet.
Das Häm-Eisen (an tierisches Hämoglobin gebunden) kann zu einem größeren Anteil vom menschlichen Körper verwertet werden (höhere Bioverfügbarkeit) als das Nicht-Häm-Eisen, d.h. aus dem Häm-Eisen kann bei gleicher Menge mehr Eisen vom Körper aufgenommen werden.

(Ovo-Lacto-)Vegetarier und Veganer müssen ihren Eisenbedarf größtenteils bzw. komplett durch pflanzliche Lebensmittel decken. Abgesehen davon, dass Eisenmangel ohnehin häufig mit genetischer Veranlagung oder anderen Ursachen in Verbindung steht, führt vegetarische/vegane Kost nicht zwangsläufig zu einem Eisenmangel.
Viele pflanzliche Lebensmittel, wie z.B. diverse Getreidesorten (Hirse, Amaranth etc.), Kürbiskerne, Sesamsamen, Linsen oder Pfirsiche enthalten große Mengen an Eisen. Die schlechtere Verwertbarkeit dieses Eisens lässt sich zum einen durch eine insgesamt größere Gesamtmenge an zugeführtem Eisen, zum anderen durch eine ausgewogene, sinnvoll kombinierte Ernährung kompensieren.
So kann z.B. die gleichzeitige Aufnahme von Vitamin C (in vielen Obst- und Gemüsesorten) oder fermentierten Sojaprodukten die Eisenverfügbarkeit von Nicht-Häm-Eisen deutlich erhöhen, während Phytate (in Hülsenfrüchten und rohem Getreide), Tee, Kaffee, Milch-, Ei- und Sojaproteine die Eisenaufnahme hemmen.

Haben Sie weiteres Interesse zu diesem Thema? Mehr hierzu lesen Sie unter: Eisenmangel bei Vegetariern

Eisenmangel bei Stress

Stress ist nicht nur ein psychisches Phänomen, sondern zeigt auch viele begleitende körperliche Symptome. Hierdurch wird zwar nicht direkt ein Eisenmangel ausgelöst, jedoch führt Stress zu einem erhöhten Sauerstoffbedarf des Körpers und so zu ähnlichen Symptomen wie bei leichtem Eisenmangel.

Bei dauerhaftem Stress kann zudem die Verdauung eingeschränkt sein und somit die Eisenaufnahme im Darm gemindert sein. Neben diesen direkten körperlichen Ursachen sorgt Stress jedoch auch bei vielen Menschen für eine schlechtere Ernährung und der Eisengehalt des Essens wird weniger.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Folgen von Stress

Eisenmangel nach einer Operation

Operationen bedeuten in vielen Fällen einen Blutverlust für den Körper. Für die Blutbildung ist Eisen absolut erforderlich, sodass nach Operationen der Eisenbedarf höher sein kann.

Der Körper nutzt nach dem Blutverlust die körpereigenen Eisenreserven zur vermehrten Hämoglobinbildung und muss diese Speicher wieder auffüllen. In den meisten Fällen kann dieser Eisenmangel allein über die Ernährung schnell wieder behoben werden.
Lesen Sie mehr unter: Lebensmittel mit Eisen

Nach Operationen mit einem hohen Blutverlust, wozu auch Geburten zählen, kann eine Eisensubstitution über Kräuterblut oder Tabletten erforderlich sein.

Eisenhaltige Lebensmittel

Ein Eisenmangel lässt sich häufig allein über eine ausgewogene Ernährung verhindern oder behandeln. Verschiedene Lebensmittel enthalten besonders viel Eisen, wobei jedoch der angebliche Eisenkönig Spinat eher eine durchschnittliche Menge Eisen enthält.

  • Besonders viel Eisen ist in tierischen Produkten enthalten. Hierbei führen Rinderleber und Schweineleber die Liste an.
  • Einen hohen Eisengehalt hat zudem Eigelb.
  • Auch vegetarische Lebensmittel können viel Eisen enthalten. Hierzu zählen besonders weiße Bohnen, Pfifferlinge und Linsen, sowie Weizenkleie.

Neben der ausreichenden Aufnahme von Eisen sollte auch auf die ausreichende Aufnahme von Vitamin C geachtet werden. Vitamin C kann, wenn es zeitgleich mit den eisenhaltigen Lebensmitteln aufgenommen wird, die Aufnahme des Eisens im Darm verbessern. Eine verminderte Aufnahme im Darm kann jedoch auch durch verschiedene Lebensmittel bedingt sein.

  • Kaffee, Schwarztee, Milch, Rotwein und Weißmehl reduzieren die Eisenaufnahme und sollten daher bei Eisenmangel gemieden werden. Insbesondere bei einer zusätzlichen medikamentösen Therapie mit Eisentabletten sollten diese Lebensmittel weggelassen werden oder zumindest nicht zeitgleich mit den Tabletten konsumiert werden. 

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 12.08.2019
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