Diät

Definition

Mit dem Wort Diät wird meist die Reduktionsdiät gemeint, im allgemeinen Sinne bedeutet Diät so viel wie „Lebensweise“ und kann somit in die Reduktionsdiät und in die empfohlene Ernährungsweise bei Krankheiten eingeteilt werden.

Das Geschäft mit den Diäten ist ein sehr großer Markt geworden und reicht von reiner Kohlenhydraternährung bis zur reinen Protein-Diät. Viele dieser Diäten werden von Medizinern jedoch als ungesund und teilweise sogar gesundheitsschädigend eingeordnet.

Im folgendem Artikel werden die bekanntesten Diäten, sowie ihre Vor- und Nachteile beleuchtet.

Einleitung Diät

So komplex und individuell wie die Entstehung von Übergewicht sind auch zu dessen Beseitigung angebotene Diäten.
Es gibt Ernährungsformen unterschiedlichster Zusammensetzung. Die Palette reicht von Fastenkuren und Formuladiäten über kurzfristige Crashdiäten bis hin zur alltagstauglichen, nährstoffangepassten Diät die auf Langzeitwirkung setzen.

Um diesen wahren Dschungel durchsichtiger zu machen werden nachfolgend die Prinzipien der bekanntesten Diäten beschrieben.

Verschiedene Diäten

Eiweiß-Diät: Die Eiweiß-Diät gehört mittlerweile zu den bekanntesten Diäten. Während dieser Diät werden möglichst wenige Kohlenhydrate zu sich genommen. Auf dem Speiseplan finden sich viel Fleisch, Soja-Produkte, Fisch und Proteinshakes.

Der Vorteil dieser Diät ist, dass am Anfang recht schnell ein Ergebnis zu sehen ist, da die zu sich genommene Kalorienzahl zu gering ist und daher der Körper abnimmt.

Der große und bedenkliche Nachteil ist, dass die hohe Eiweißzufuhr die Nieren schädigen kann und auch der Mangel an Kalium kann Probleme verursachen. Durch den geringen Gemüse- und Obstanteil droht außerdem ein Mangel an Vitaminen. Auch ist der Jojo-Effekt hier besonders stark. Dem Körper wird durch diese Diät ein Hungerzustand vorgegaukelt und somit wird nach der Diät wieder sehr schnell zugenommen. Somit ist diese Diät nicht zu empfehlen.


BCM/Formula-Diät: Diese Form der Diät ist nur Menschen mit einem BMI von über 30 zu raten. Bei diesen Formula-Diäten werden unter Beobachtung von Beratungsstellen nur Shakes getrunken, die eine gesetzliche Zusammensetzung haben. Somit muss man keine Angst vor Mangelernährung haben. Der Vorteil von dieser Diät ist, dass sie nicht wie andere Eiweiß-Diäten ungesund und zu Mangelernährung führt und dass der Abnehmerfolg sich schnell einstellt und somit die Motivation steigert. Nach diesem Programm muss man jedoch auf eine sehr gesunde Ernährung umstellen, damit der Jojo-Effekt nicht zuschlägt. Auch ist das Programm mit über 100 Euro im Monat sehr teuer. Mehr zur Formula- Diät

Weight Watchers: Das Programm entstand im Jahre 1960 in Amerika und besteht aus dem Prinzip alles essen zu dürfen. Nur eben im Maßen, dafür gibt es Punkte für jedes Essen, das man sich selber zusammenstellen darf. Der Vorteil dieser Ernährungsweise ist, dass das Gefühl auf Verzicht relativ gering bleibt und dass es keiner große Umstellung bedarf. Hält sich der Programmteilnehmer an die Regeln und isst ausgewogen und bleibt in der ausgewählten Essenspunktzahl kann sich dauerhaft ein Erfolg einstellen. Der Nachteil ist, dass nicht alle Programmteilnehmer die Nahrungsmittelzufuhr weise auswählt kann es auch hier zu Mangelerscheinungen kommen, was Vitamine und Mineralien angeht. Auch werden die Gebühren bei langer Teilnahme recht teuer.

Insgesamt ist das Programm jedoch eine gute Möglichkeit auf Dauer abzunehmen.

Low-Fat Diäten: Bei den Low-Fat Diäten wird auf fettige Nahrung verzichtet. Der Vorteil dieser Ernährung ist die geringe Umstellung, es muss nur auf sehr fettige Nahrung wie einige Käsesorten, Avocados und Nüsse verzichtet werden. Auch droht hier kaum Mangelernährung, da alle anderen Nahrungsmittel erlaubt sind. Der Nachteil dieser Ernährungsweise ist, dass es auf lange Sicht zu einem Mangel an fettlöslichen Vitaminen (Vitamin E,D,K,A) kommen kann. Auch wird nicht abgenommen, wenn nur fettige Speisen vom Speiseplan gestrichen werden und dafür durch viele Kohlenhydrate ersetzt werden. Mehr zum Thema Low fat Diät

Trennkost:
Diese Diät wurde Anfang des 20. Jahrhunderts erfunden und basiert auf dem Glauben, dass Kohlenhydrate und Fette nicht gleichzeitig verdaut werden können und daher getrennt gegessen werden müssen. Diese Theorie ist jedoch schon seit langem widerlegt worden. Der Körper kann sehr wohl Proteine, Kohlenhydrate und Fette gleichzeitig verdauen.
Der Vorteil dieser Diät ist, das alle Nahrungsmittel gegessen werden dürfen und kann zum Abnehmen führen, wenn man sich an die Regel hält, weniger Fett zu essen und mehr Sport zu treiben. Nachteil: Heutzutage enthalten viele Lebensmittel Kohlenhydrate und Fette und können daher nicht so einfach getrennt werden. Auch bringt diese Diät ohne Sport nicht sehr viel.
Mehr zum Thema Trennkostdiät

Nulldiät: Bei der Nulldiät isst man, wie der Name schon sagt, keine festen Nahrungsmittel. Der einzige Vorteil bei dieser Diät ist, dass man absolut nichts vorbereiten muss und es umsonst ist. Von dieser Diät ist jedoch strengstens abzuraten. Bei der Nulldiät wird bevor es an die Fettreserven geht Muskel abgebaut. Auch drohen Mangelzustände, Herz-Kreislaufprobleme, Konzentrationsschwäche und der Jojo-Effekt. Von dieser Diät ist abzuraten.

Fleischverzicht: Studien zeigen, dass Vegetarier meist schlanker sind als nicht Vegetarier und mit ihrem Essverhalten auch noch der Umwelt helfen. Ob das Schlanksein der Vegetarier so viel mit ihrem Essverhalten zu tun hat, ist jedoch nicht sicher. Oft sind Vegetarier sportlicher und ernähren sich generell bewusster. Meist kann ein Fleischverzicht und die Umstellung auf Gemüse und Obst schnell zu einer Abnahme des Gewichtes verhelfen, jedoch muss auch darauf geachtet werden, das Fleisch nicht mit Schokolade und anderen Süßigkeiten zu ersetzen, sondern viel frisches Gemüse und Obst in den Speiseplan einzuplanen.
An sich keine schlechte Diät, es muss jedoch auf den Vitamin B12 Spiegel geachtet werden und bei geringem Gemüseverzehr auch auf den Eisenspiegel.

Gemüsesuppendiät: Die bekannteste ist wohl die Kohlsuppendiät. Hierbei wird tagein tagaus nur Kohlsuppe gegessen. Der klare Vorteil ist, dass dies eine billige und leicht zu organisierende Diät ist.
Der Nachteil von Kohlsuppe sind einmal die eintönige Ernährungsweise, die oft zum Abbrechen der Diät führt und dann auch der Vitamin- und Mineralienmangel der sich auf Dauer einstellen kann. Auch kann der hohe Kohlverzehr zu unangenehmen und schmerzhaften Blähungen führen. Diese Diät ist nur für den Kurzgebrauch, jedoch nicht für eine länger andauernden Ernährungsweise zu empfehlen.

Abnehmen unter ärztlicher Aufsicht:

Einige Kliniken in Deutschland bieten Abnehmwillige mit einem sehr hohem BMI eine Diät unter ärztlicher Aufsicht an.

Sie werden teilweise von den Krankenkassen übernommen und haben das langfristige Ziel, dauerhaft die Ernährung umzustellen und somit den Jojo-Effekt zu verringern.

Je nach Klinik unterscheidet sich das Abnehmprogramm. Meist wird nicht nur das Ernährungsverhalten untersucht und verändert, sondern auch das Freizeitverhalten. Außerdem beinhaltet der Aufenthalt noch eine psychologische Betreuung. Diese Klinikaufenthalte können viel bringen, jedoch muss das Programm auch nach dem Aufenthalt weitergeführt werden. Auch kann sich nicht jeder so einen Aufenthalt leisten, bzw. ist so ein Aufenthalt meist nicht nötig, da diese Abnehmprogramme meist auf extrem Übergewichtige abziehlt.

Energiereduzierte Mischkost

Mäßig energiereduzierte Mischkosten sind am empfehlenswertesten, weil sie am sichersten und langfristig am erfolgreichsten sind.

Die tägliche Kalorienzufuhr liegt dabei je nach Alter, Größe, Ausgangsgewicht und Geschlecht zwischen 1000 und 2400 kcal (Frauen 1000 bis 2000 kcal, Männer 1000 bis 2400 kcal).
Um eine langfristige Gewichtsabnahme (Diät) zu erzielen, muss die tägliche Kalorienaufnahme den Energieverbrauch um mindestens 500 bis 600 kcal unterschreiten. Es entsteht hierbei eine sogenannte negative Energiebilanz.

Dies führt im Durchschnitt zu einem Gewichtsverlust von 0,5 bis 1 kg pro Woche. Das ist ein realistischer und gesunder Ansatz.

Ernährungsformen (Diät) dieses Typs gewährleisten in der Regel eine ausreichende Nährstoffversorgung. Es bleibt genügend Platz für Variationen und Abwechslung in der Speiseplangestaltung. Es gibt keine verbotenen Lebensmittel, nur gezielte Mengenbegrenzungen ( beispielsweise bei Süßigkeiten).

Aus den genannten Gesichtspunkten ergibt sich, dass diese Mischkosten langfristig durchhaltbar sind und auf Dauer zu einer echten Ernährungsumstellung führen können, ohne den Abnehmwilligen in seiner Lebensqualität zu sehr zu beeinträchtigen.

Als Grundlage für alle mäßig, energiereduzierten Mischkosten dient die Ernährungspyramide als Grundlage. Sie stellt dar welche Lebensmittel reichlich, mäßig und welche nur sparsam im täglichen Speiseplan enthalten sein sollen.

Auf vielen Lebensmitteln, wie beispielsweise Müslipackungen, ist eine solche Ernährungspyramide abgebildet und somit für jeden zugänglich.

Fazit

Die beste Diät ist die, die nicht auf das schnelle Abnehmen abzielt, sondern dauerhaft die Ernährungsweise verändert. Es sollte auf eine ausgewogene Ernährung mit gesunden Kohlenhydraten, wie Kartoffeln anstatt Nudeln, brauner Reis anstatt weißer, viel Obst, Gemüse und wenig Süßigkeiten geachtet werden. Auch Sport spielt eine wichtige Rolle beim Abnehmen und beim Gesundbleiben.
Auch gilt es schweres Essen am Abend zu vermeiden und statt dessen auf Salate und Vollkornprodukte umzusteigen. Nur durch eine ausgewogene Ernährung und Sport kann dauerhaft das Gewicht verändert und gehalten werden.

Autor: Dr. Nicola Gumpert      |     Letzte Änderung: 08.08.2016
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