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Die Ayurveda-Diät

Einleitung

3500 Jahre alt ist Ayurveda das schriftlich überlieferte Gesundheits- und Heilsystem Indiens.
Lebensmittel werden nach ihrer energetischen Qualität beurteilt und ihr Geschmack den fünf Elementen Luft, Feuer, Erde, Wasser und Äther (dem Universum) zugeordnet.
Die Menschen werden nach ihren Eigenschaften, Körperbau etc. in drei Konstitutionstypen eingeteilt : Kapha, Pitta und Vata.
Übergewichtige Menschen haben der „Lehre vom Leben“ zufolge einen hohen Kapha-Anteil. Sie sollen den Kapha -Anteil im Körper schwächen und die Elemente Luft und Feuer stärken. So soll viel Scharfes, Bitteres und Salziges gegessen werden.

Es gibt für die verschiedenen Konstitutionstypen bei Übergewicht unterschiedliche Ernährungs- und Verhaltensempfehlungen.

Heißhunger wird durch vermeiden von Lebensmitteln mit hohem glykämischen Index vermieden.
Der Schwerpunkt liegt bei Obst und Gemüse, meist in gekochter oder gedünsteter Form.
Ab Mittag soll keine Rohkost mehr gegessen werden weil diese angeblich über Nacht im Verdauungstrakt gärt. Dieser Behauptung fehlt jegliche Grundlage.

Diese Ernährungsform ist sehr aufwendig. Sie enthält einen hohen Anteil an Obst und Gemüse, ist pflanzlich orientiert, enthält Getreideprodukte und ist als Dauerernährung geeignet.
Man empfiehlt statt Süßigkeiten besser Entspannungsübungen man soll nur essen wenn man hungrig ist und bestimmte Zeitabstände zwischen den Mahlzeiten einhalten.

Begleitend erhält der Körper liebevolle Zuwendung: Sauna, Bäder, Massagen, Einölen, Ruhestunden und Meditation.
Bewegungsempfehlungen werden weitgehend vernachlässigt. Entschlackung ist eines der Hauptthemen der Ayurveda-Diät.

Diese Ernährungsform zeigt sich als sehr individuell, ist allerdings eher eine Weltanschauung und fernöstliche Therapieform denn ein geeignetes Programm zur Gewichtsreduktion.

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Ablauf der Ayurveda-Diät

Nach der indischen Lehre gibt es drei Konstitutionen. Kapha Typen wird ein eher träger Stoffwechsel zugesprochen, sie leiden öfter unter leichtem bis schwerem Körpergewicht und haben einen fülligeren Körperbau. Vata Typen sind dagegen grazil, Pitta Typen ausgeprägt sportlich. Je nach Typ sind auch die Ernährungspläne für jede Konstitution sehr individuell, jedoch lassen sich einige Grundprinzipien festhalten.

Zur Gewichtsreduktion ist eine kapha-reduzierende Ernährung notwendig: Hierbei wird weitestgehend auf tierische Eiweiße aus Eier, Käse und Fleisch verzichtet, ebenso wie auf Backwaren, Süßigkeiten und fettige und frittierte Speisen. Empfohlen werden warme, selbst zubereitete Speisen, denen reichlich Gewürze zugesetzt werden dürfen: Chili, Pfeffer, Ingwer, Meerrettich und Gartenkräuter. Salz sollte jedoch reduziert werden. Drei Mahlzeiten am Tag sind empfohlen, auf Snacks sollte verzichtet werden. Daneben ist es wichtig viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Nicht erlaubt sind Softdrinks, Säfte oder Alkohol, am besten sollte man zu Wasser oder ungesüßten Tees greifen.

Neben der Ernährung spielt laut der ayurvedischen Lehre Bewegungsmangel eine wichtige Rolle bei Übergewicht, ebenso wie vermehrter Stress. Spaziergänge oder Yoga sollen neben äußerlichen Anwendungen wie Massagen und Schwitzbehandlungen den Abnehmerfolg unterstützen und Geist und Seele entlasten.

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Wie viel kann ich/ sollte ich mit dieser Diätform abnehmen?

Eine Ernährung nach Ayurveda ist sehr gemüselastig und setzt statt auf tierische Fette zum Beispiel auf Hülsenfrüchte. Auch Kohlenhydrate fallen zum Großteil aus dem Ernährungsplan, was bei vielen Übergewichtigen zu einem schnellen Verlust von Körpergewicht führen kann. Da Kalorien bei Ayurveda keine Rolle spielen, hängt der Erfolg von der persönlichen Umsetzung der Vorgaben ab. Auch bei Ayurveda ist es möglich, mehr Energie zuzuführen als der Körper benötigt, was eine Zunahme zur Folge hat. Generell kann die Umstellung der Lebensweise aber allein durch das Auslassen von fettigen oder süßen Zwischenmahlzeiten oder kalorienhaltigen Getränken einen leichten Gewichtsverlust herbeiführen. Realistisch sind je nach Ausgangsgewicht und Bewegungsprofil ein halbes bis ein Kilo pro Woche.

Wie hoch sind die Kosten einer Ayurveda-Diät?

Die Ayurveda-Diät zuhause durchzuführen ist für Anfänger sehr schwer und erfüllt kaum den ganzheitlichen Anspruch, den der Ansatz stellt. Dabei wird neben dem Körper auch Seele und Geist in die Therapie integriert, um Gesundheit und ein vollkommenes Wohlbefinden herbeizuführen. Spezialkliniken bieten Ayurveda-Kuren an, bei denen äußere Behandlungen wie Massagen, psychologische und spirituelle Begleitung und Nahrungsergänzungen sowie ayurvedische Kost auf dem individuellen Therapieplan stehen.

Ayurveda-Kuren in Deutschland und dem Ausland sind sehr teuer, je nach Angebot werden in einer Woche über tausend Euro fällig. Selbst die Zubereitung der Speisen nach der Ayurveda-Lehre wird den Abnehmwilligen viel Geld kosten, da es sich um eine Vielzahl exotischer Gewürze und Lebensmittel handelt. Wer lediglich eine Gewichtsabnahme erzielen möchte, kann mit sinnvollen Alternativen Geld sparen und in eine ebenso ausgewogene Ernährung investieren.

Nebenwirkung der Ayurveda-Diät

Von einer Ayurveda-Kur profitiert nicht nur der Körper – im ganzheitlichen Ansatz sind auch die Ausgeglichenheit von Geist und Seele ein wichtiger Aspekt der Ayurveda Methode. Damit handelt es sich bei der Methode nicht um eine schlichte Diät. Auch Bewegung und Stressbewältigung gehören zur gesunden Lebensweise nach der indischen Lehre. Dies ist sicherlich positiv zu bewerten.

Eine Umsetzung im Alltag ist allerdings nur schwer möglich, Kuraufenthalte dagegen sehr teuer. Insgesamt muss die Ernährung ausgewogen gestaltet werden, um Nährstoffmängeln vorzubeugen. Besonders der geringe Anteil an Proteinen kann auch bei Nicht-Sportlern zu einem beachtlichen Verlust an Muskelmasse führen, daneben muss auch auf die Zufuhr von essenziellen Fetten geachtet werden. Anzeichen von Nährstoffmängeln sollten frühzeitig erkannt werden und notfalls durch Nahrungsergänzungsmittel ausgeglichen werden. Dazu gehören Konzentrationsschwierigkeiten, verminderte Leistungsfähigkeit, Blässe, brüchige Nägel und Haare und hormonelle Beschwerden wie Unregelmäßigkeit der Periode.

Kritik an der Ayurveda-Diät

Die Ernährung nach Ayurveda durchzuführen und dabei auch den ganzheitlichen Ansatz für Körper, Seele und Geist im Auge zu behalten ist für Anfänger von Zuhause aus kaum möglich. Die Rezepte sind ungewohnt und beinhalten teilweise exotische Zutaten, auch die Zubereitung erfordert viel Können und Erfahrung. Damit ist die Ayurveda-Diät kaum in den Alltag zu integrieren und sollte am besten in Kuren oder Spezialkliniken durchgeführt werden. Viele angewandte Methoden und Nahrungsmittel, wie das Ausschwitzen von Schlacken oder das Butterfett Ghee, konnten außerdem in wissenschaftlichen Studien nicht überzeugen.

Wie kann ich bei dieser Diät den Jo-Jo-Effekt vermeiden?

Wie bei jeder Diät ist der Erfolg abhängig vom Ernährungsverhalten nach der Beendigung. Wer sein Gewicht erfolgreich reduzieren konnte, hat damit auch sein Grundumsatz gesenkt. Dadurch benötigt der Körper weniger Kalorien als zuvor. Wer sich allerdings überkalorisch ernährt, also mehr zu sich nimmt als er am Tag verbraucht, wird das verlorene Gewicht schnell wieder zunehmen. Eine weiterhin ausgewogene Ernährungsweise und Bewegung oder sportliche Betätigung sind der Schlüssel zum langfristigen Erfolg.

Lesen Sie weiter zu diesem Thema: Jo-Jo-Effekt

Medizinische Bewertung der Diät durch Dr-Gumpert.de

Die ayurvedische Ernährungsweise ist prinzipiell sehr ausgewogen und führt richtig durchgeführt zu keinen bedrohlichen Nährstoffmängeln. Eine Ernährung nach der Ayurveda-Lehre eignet sich auch als dauerhafte Lebensweise, vorausgesetzt die zugeführte Menge Energie und lebenswichtiger Nährstoffe wie Proteine, Fette, Ballaststoffe, Vitamine und Spurenelemente unterschreitet die empfohlene Tagesmenge nicht. Durch den ganzheitlichen Ansatz können neben der körperlichen Fitness auch Seele und Geist von der Methode profitieren. Allerdings ist eine dauerhafte ayurvedische Lebensweise nur schwer in den Alltag zu integrieren.

Welche alternativen Diäten gibt es zur Ayurveda-Diät?

Wer abnehmen möchte, findet zahlreiche Ratgeber und Anleitungen im Internet. Große Vorsicht ist bei sogenannten Mono- oder Crashdiäten geboten. Darunter fallen extreme Ernährungsmethoden wie bei der Reisdiät, Kornspitzdiät, Military Diet oder ähnliche. Hier wird hauptsächlich die zugeführte Menge Kohlenhydrate reduziert, was einen sprunghaften Gewichtsverlust durch das Ausschwemmen von Wasser zur Folge hat. Daneben sind sie extrem niedrigkalorisch, decken dabei kaum den täglichen Bedarf an Proteinen, Fetten, Vitaminen und anderen essenziellen Nährstoffen. Crashdiäten können einen rapiden Gewichtsverlust in kurzer Zeit herbeiführen, sind aber gesundheitlich als sehr bedenklich einzustufen.

Wer langfristig Gewicht verlieren und halten will, muss sich in einem Kaloriendefizit befinden und dabei trotzdem alle lebenswichtigen Bausteine der Ernährung zuführen. Ernährungsweisen nach Low Carb oder Low Fat Prinzip sind erfolgreich, wenn sie richtig ausgeführt sind.

Noch besser in den Alltag zu integrieren sind Mischdiäten wie das Kalorienzählen oder Punkte zählen bei Weight Watchers. Hier ist jedes Lebensmittel in Maßen erlaubt, was Heißhungerattacken ausbleiben lässt. Neben der Ernährung ist die Bewegung und sportliche Betätigung ein wichtiger Schlüssel zum Gewichtsverlust und dem Aufbau starker schlanker Muskeln.

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Weiterführende Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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