Abnehmen

Definition

Eine Gewichtsreduktion (Abnehmen) kann über zwei Wege erreicht werden. Um Gewicht zu verlieren muss eine negative Energiebilanz erreicht werden.
Hierunter versteht man das mehr Kalorien verbraucht als zugeführt werden müssen.
Erreichen kann man dieses einerseits durch eine verminderte Energieaufnahme (der Klassiker FdH) und andererseits durch einen erhöhten Verbrauch (hierfür sehen Sie auch unser Thema Ausdauersport und Fettverbrennung).


Je radikaler die Strategie zum Abnehmen, umso schneller am Ziel?

Für die Ernährungstherapie mit dem Ziel des Abnehmens bei Übergewicht trifft dies auf keinen Fall zu.
Im Gegenteil, je rigoroser, einseitiger und kalorienärmer der tägliche Speiseplan gestaltet wird, umso größer die Gefahr diese Ernährungsform nicht über einen längeren Zeitraum durchhalten zu können.
Die Gefahr zu wenig von bestimmten Nährstoffen zuzuführen ist groß. Im Rahmen von einseitigen Diäten behält man fehlerhafte Ernährungsgewohnheiten, die zum Übergewicht geführt haben, bei. Man wird nach Ende der Diät in alte Verhaltensmuster zurückfallen und schnell wieder zunehmen.

Jo - Jo Effekt

Ist die tägliche Kalorienzufuhr viel zu gering bemessen wird der so genannte Jo-Jo-Effekt ausgelöst.
Der Körper reagiert auf verringerte Nahrungszufuhr mit dem Leeren seiner Zuckerdepots, der sogenannten Glykogenspeicher. Als nächstes baut der Körper Eiweiß ab und erst dann beginnt der Organismus seine Reserven, das Körperfett, anzugreifen. Dieses „Reservefett“ an Bauch, Hüften und Oberschenkeln ist die Lebensversicherung für Notzeiten.
Mit extrem kalorienreduzierten Diäten spielen wir unserem Körper Notzeit vor. Als Konsequenz daraus wird ein Sparprogramm (dem Abnehmen) in Gang gesetzt. Der Grundumsatz sinkt und als Konsequenz daraus wird, sobald wieder mehr gegessen wird, das alte Gewicht sehr schnell wieder erreicht und sogar noch mehr zugelegt.

Langsam zum Erfolg

Wer dauerhaft Abnehmen möchte muss sich Zeit nehmen. Ideal ist es, in der Woche ein halbes bis maximal ein Kilo abzunehmen.
Ein halbes Kilo Fett entspricht 3500 Kalorien. Dazu müssen pro Tag 500 Kalorien weniger mit der Nahrung aufgenommen oder durch zusätzliche Bewegung verbrannt werden. Am besten geeignet ist eine Kombination aus beiden.

Sinnvolle Ernährungsformen sind:

  • mäßig kalorienreduziert
  • abwechslungsreich
  • bedarfsgerecht
  • alltagstauglich (nicht zu aufwendig in der Durchführung, keine komplizierten Rezepte)
  • langfristig durchführbar
  • enthalten Tipps und Anleitung zur Veränderung von Essverhalten und Ernährungsgewohnheiten und
  • verlangen nicht auf bestimmte Lebensmittel und Lieblingsgerichte völlig zu verzichten.

Ergänzt werden diese Ernährungsprogramme durch eine individuelle, den eigenen Möglichkeiten angepasste Bewegungstherapie (am Besten eine geeignet Form von Ausdauersport).

Vorsicht bei Wundermitteln

Kein Pülverchen der Welt bringt überflüssige Pfunde alleine zum Schmelzen sondern macht meistens nur die Brieftasche schlank.

Jeden Tag eine Kapsel schlucken und ganz von selbst abnehmen ohne anders oder weniger zu essen und ohne die Ernährungsgewohnheiten zu verändern. Solche oder ähnliche Angebote tauchen immer wieder in Magazinen und Zeitungen auf und versprechen phantastische Wirkungen.
Auch im Internet werden dubiose Schlankheitsmittel zu Hauf angeboten, meistens zu hohen Preisen.
Eins ist jedoch sicher: Mittel die längerfristig und vor allen Dingen ohne Risiko eingenommen werden können und dauerhaft zu einer schlanken Linie führen (dauerhaftes Abnehmen) sind bisher nicht erfunden.

Vorsicht bei folgenden Angeboten und Versprechungen

  • Problemlos, ohne eigene Anstrengung abnehmen zu können
  • Weiterhin alles essen zu können wie bisher
  • Unrealistisch hohe Gewichtsabnahme (6 Kilo in zwei Wochen und teilweise mehr)
  • Vorher / Nachher- Bilder und Aussagen von Einzelpersonen
  • Erfolgsgarantie und Geld-zurück-Garantie
  • Notwendige Zusatzkäufe wie Ohrstecker, Massagegeräte etc.
  • Verkauf nur bei Beratungspartys oder Informationsveranstaltungen
  • Bestellung nur telefonisch, über das Internet und über eine Brief- oder Postfachadresse und nur im Ausland erhältlich.
  • Wirkungsweise der Mittel nicht ausreichend erklärt wird.
  • Schuldgefühle werden erzeugt: „Wer damit nicht abnimmt, ist selber schuld“!

Medikamente

Medikamente zur Behandlung vom massivem Übergewicht sind rezeptpflichtig und werden von Ärzten meist dann verschrieben, wenn auch andere Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Diabetes vorhanden sind.
Die Wirkstoffe dieser Medikamente verringern die Fettaufnahme im Darm, verstärken das Sättigungsgefühl oder vermindern den Appetit. Ausführliche Informationen dazu finden Sie unter dem Thema "Almased".
Diese Therapien sollen unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden und machen auch nur dann Sinn, wenn zusätzlich die Ernährung (Ernährungstherapie) umgestellt und ein individuelles Bewegungsprogramm (z.B. Ausdauersport) durchgeführt wird.

Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 08.08.2016
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