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Beurteilung des Körpergewichtes

Es gibt verschiedene Bezeichnungen des Körpergewichts, die teilweise medizinischen, teilweise auch Ihren Ursprung in der Werbung haben.

  • Idealgewicht
  • Wohlfühlgewicht
  • Wünschenswertes Gewicht
  • Broca-Gewicht

Idealgewicht

Dieser Begriff des Idealgewichts ist heute nicht mehr gebräuchlich.
Er wurde ursprünglich eingeführt um das Gewicht mit der niedrigsten Sterblichkeit fest zu legen.
Allerdings wird er mit kosmetischen Vorstellungen verbunden, ist deshalb missverständlich und wird seit einigen Jahren im medizinischen Sprachgebrauch nicht mehr verwendet.

Wohlfühlgewicht

Diese Bezeichnung des Wohlfühlgewichtes findet oft in der Werbung Verwendung. Man erweckt damit den Anschein das gesundheitlich optimale Gewicht fühlen zu können.
Allerdings können bei erhöhtem Körpergewicht und vermehrter Körperfett Begleitkrankheiten vorhanden sein die nicht unangenehm sind und das Wohlfühlen nicht beeinträchtigen. So kann zum Beispiel auf längere Zeit erhöhter Blutzucker gravierende Folgeschäden auslösen.

Wünschenswertes Gewicht

Man versteht darunter das Gewicht mit der niedrigsten Sterblichkeit und der größten Lebenserwartung.
Diese Bezeichnung hat den Begriff „Idealgewicht“ abgelöst. Ermittelt wurden diese Daten erstmals von amerikanischen Lebensversicherungen.
Die Tabellen wurden nach Größe, Alter und Geschlecht eingeteilt. Sie unterliegen einem gewissen Zeitwandel und wurden in den letzten Jahren immer wieder verändert und angepasst. Das bestehende Körpergewicht (idealerweise im Body-Mass-Index – Bereich von 20 bis 24,9 und auf keinen Fall über 30) kann auf dem Hintergrund von Veranlagung (genetische Disposition) Ernährungsgewohnheiten und Essverhalten gehalten werden, ohne das dieses Gewicht durch ständige Hungerphasen oder durch extrem einseitig und nicht langfristig durchhaltbares Essverhalten erzwungen werden muss.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Wie dünn darf man sein?

Broca-Gewicht

Zur Beurteilung des Körpergewichtes wurde bis vor einigen Jahren die sog. Broca-Formel verwendet. Sie lautet: Broca-Gewicht = Körperlänge (cm) – 100 (Beispiel: Normalgewicht bei einer Körpergröße von 170 cm = 70 kg. Das Idealgewicht lag bei Männern um 10% und bei Frauen um 15 % unter dem Broca-Gewicht. Ein Vorteil dieser Methode war der geringe Rechenaufwand. Sie wird heute nicht mehr gebraucht.

Genetische Disposition

Die individuelle genetische Disposition (Veranlagung) spielt nach neueren Erkenntnissen eine weitaus größere Rolle bei der Frage ob jemand dick wird oder nicht als bisher angenommen.
In einer kanadischen Studie wurden Menschen gleichen Alters und gleichen Geschlechts über 100 Tage mit 1000 Kalorien täglich überernährt. Die Probanden nahmen unterschiedlich viel (zwischen 4 und 14 Kilogramm) und unterschiedlich schnell zu. So kann man davon ausgehen, dass es „ gute“ und „schlechte“ Futterverwerter tatsächlich gibt.
So ist die Vererbung eines reduzierten Grundumsatzes (Energieverbrauch in Ruhe) oft Ursache von Übergewicht. Eine familiäre Häufung von Übergewicht ist augenfällig. In Familien mit übergewichtigen Erwachsenen sind die Kinder und Kindeskinder oft ebenfalls zu dick.
In dänischen Studien (Stunkard, 1986) wurde bewiesen: Waren beide Eltern zu dick entwickelten auch die Kinder in 80% aller Fälle im Laufe ihres Lebens ein Übergewicht.
Natürlich spielt hierbei auch die Vorbildfunktion der Eltern eine große Rolle. Ernährungsverhalten, Eßgewohnheiten und körperliche Aktivität (Sport) werden von den Eltern vorgelebt und von den Kindern übernommen.

Weitere Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 11.10.2018
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