Konzentrationsschwäche

Synonyme im weiteren Sinne

Konzentrationsschwäche, Unkonzentriertheit, Probleme sich zu konzentrieren, Gedächtnisschwäche, Vergesslichkeit, lack of concentration, Hyposthenurie, Ablenkbarkeit, Hirnleistungsschwäche, schnelle Ermüdung, Aufmerksamkeitsdefizit, Unaufmerksamkeit

Definition

Um eine Konzentrationsschwäche definieren zu können, muss der Begriff “Konzentration” zunächst beschrieben werden. Unter Konzentration versteht man die Fähigkeit, die gesamte Aufmerksamkeit auf eine Person oder einen Gegenstand hin zu fokussieren.

Die Fähigkeit zur Konzentration ist nicht von Geburt an in einem gewissen Maße fest vorhanden, sondern stellt einen Reifungsprozess dar. Sich konzentrieren können muss sozusagen erlernt werden. Dies kann beim Spielen, im Kindergarten oder in der Schule geschehen. Dass sowohl die Dauer als auch die Intensität der Konzentrationsphasen gesteigert werden kann, spiegelt sich unter anderem darin wieder, dass beide Faktoren mit steigendem Alter ansteigen. Während ein etwa sechsjähriges Kind sich durchschnittlich nur über einen Zeitraum von 15 Minuten hinweg konzentriert arbeiten kann, gelingt dies einem 14 jährigen etwa doppelt so lange.


Verbesserung der Konzentrationsschwäche

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Symptome

Prinzipiell und rein vom Erscheinungsbild her gesehen, ist eine Konzentrationsschwäche nur schwer von einer Willensschwäche zu unterscheiden. Somit ist es auch leider immer noch häufig der Fall, dass einem konzentrationsschwachen Kind unterstellt wird: “Du willst es ja gar nicht!”
In beiden Fällen ist der innere Drang nach Abwechslung stärker als die Fähigkeit zur Ausdauer. Konzentrationsschwache Kinder benötigen im Prinzip ständige Kontrollinstanzen, die es zum Verweilen bei ein und derselben Tätigkeit bringen. Dies ist jedoch nicht mit permanentem Gängeln gleichzusetzen. Im Idealfall sollte das Kind selbst dazu gebracht werden, dies selbst zu erfüllen. Dies ist unter Umständen allerdings ein recht langer Weg, der darin resultieren sollte, dass ein Kind lernt, zum einen seine Gedanken auf eine Sache zu fokussieren und zum anderen sämtliche Außenreize, die diese Fokusierung stören könnten, nicht zu berücksichtigen.
Entsprechend der Ursachen kann man erkennen, dass dieses große Ziel zumindest in einigen Fällen unter Umständen sogar leicht erreicht werden kann.

Konzentrationsschwächen können ständig, bzw. phasenweise auftreten.

ständige Konzentrationsschwäche

Eine permanente Konzentrationsschwäche kann ursächlich darin begründet liegen, dass tiefgreifendere Probleme vorhanden sind, Funktionsschwächen im Gehirn vorhanden sind und beispielsweise ein ADS oder ADHS vorliegt. In diesen Fällen ist eine gesonderte Diagnose notwendig, die wiederum individuelle therapeutischen Maßnahmen nach sich zieht. Informationen hierzu finden Sie hier unter Therapie ADS.
Im Falle eines ADS mit oder ohne Hyperaktivität können nachfolgend genannte Symptome in Erscheinung treten. Dabei handelt es sich lediglich um eine Auflistung. Nicht alle Symptome müssen auftreten, unter Umständen sind einige ADS / ADHS - typischen Symptome nicht genannt.


Mögliche ADS und ADHS - typische Symptome:

  • kurze Phasen der Aufmerksamkeit und damit verbunden: schnelle Ablenkbarkeit, Vergesslichkeit und wechselhaftes Verhalten.
  • unter Umständen: Raumlagelabilität (Verwechseln der Seiten (rechts - links) und damit verbunden auch das Verwechseln von Buchstaben, ähnlich klingenden Lauten etc.)
  • Verkrampfte Stifthaltung
  • Probleme im feinmotorischen Bereich
  • Entwicklungsverzögerungen im Bereich der Bewegungsfähigkeit (spätes Erlernen des Krabbelns, Laufens, ...)
  • Kontaktschwierigkeiten, bzw. unbeständige Freundschaften (Distanzlosigkeit, Isoliertheit, häufige Konflikte, ...)
  • Probleme, alltägliche Handlungen in einer kontrollierten Abfolge zu tätigen,

Mögliche und typische ADHS - Symptome:

  • lange Schreiphasen im Säuglingsalter (auch: häufig schlechte Laune, Trotzphasen)
  • Schlafprobleme, Probleme beim Essen
  • sehr früher, bzw. recht später Erwerb der Sprache
  • Zappeln, nicht Abwarten können
  • Aufgaben werden nicht beendet. Viele unberechenbare Handlungswechsel)
  • Unfähigkeit, auf einem Sitzplatz dauerhaft sitzen zu bleiben (ruheloses Verhalten)Ablehnung von Körperkontakten
  • In der Regel: lautes Spielen
  • Reinreden
  • überhastetes Sprechen (“Poltern”)
  • Einhalten von (Spiel-)regeln fällt sehr schwer
  • Ungerechtigkeiten werden nur schwer ertragen (“Gerechtigkeitssinn”)
  • Ungeschicklichkeit
  • häufig: geringes Selbstwertgefühl. Teilweise können sich daraus im Erwachsenenalter Ängste und Depressionen entwickeln
  • ...

Mögliche typische ADS - Symptome:

  • Tagesträume
  • geistige Abwesenheit auch beim direkten Ansprechen
  • “Nicht-Zuhören”
  • Das Ausführen von Arbeiten in zeitlich angemessenem Rahmen fällt schwer.
  • Vergesslichkeit
  • Details werden nur unpräzise wahrgenommen.
  • Viele Flüchtigkeitsfehler
  • Vermeiden von anstrengenden (konzentrationsintensiven) Aufgaben
  • sehr ruhig, erweckt dadurch häufig auch den Anschein, dass “alles egal” ist.
  • leichte Beeinflussbarkeit

partielle Konzentrationsschwäche

In der Regel tritt eine Konzentrationsschwäche “nur” partiell auf. Diese zeitweilige Konzentrationsschwäche kann sich zum einen in bestimmten Situationen immer wieder wiederholen, aber auch innerhalb des Tages- bzw. Wochenrhythmus immer wieder auftreten.
Die Aufmerksamkeit partiell konzentrationsschwacher Kinder ist darüber hinaus enorm von der Motivation abhängig. So fällt im Alltag beispielsweise auf, dass - sofern die Thematik und die Situation vom Kind als “interessant” eingestuft wird - das Kind durchaus in der Lage ist sich zu konzentrieren und darüber hinaus ausdauernd zuzuhören, bzw. mitzuarbeiten.

Ursachen

Gemäß der Unterscheidung zwischen ständiger und partieller Konzentrationsschwäche (siehe Symptome), lassen sich aus dieser Unterscheidung heraus ebenso unterschiedliche Ursachen benennen.

Ursachen der permanenten Konzentrationsschwäche:

Die permanente Konzentrationsschwäche ist in der Regel auf eine Funktionsschwäche im Gehirn und andere physische oder organische Ursachen zurückzuführen.
Permanent konzentrationsschwache Kinder leiden häufig unter einer Reizüberflutung, der sie sich selbstständig nicht entziehen können. Kurze Phasen der Aufmerksamkeit und eine damit verbundene schnelle Ablenkbarkeit, Vergesslichkeit und wechselhaftes Verhalten können die Folge sein.
Diese Symptome alleine sind noch kein Indiz für das Vorhandensein eines ADS / ADHS. Um weitere Informationen über diese beiden Syndrome zu erhalten Klicken Sie bitte HIER: ADS oder ADHS.

Ursachen der partiellen Konzentrationsschwäche:

Die partielle Konzentrationsschwäche hingegen kann verschiedenste Ursachen haben. Zu den möglichen Ursachen zählen: Einnahme von Amitriptylin und anderen Antidepressiva (Mirtazapin, Citalopram, Imipramin.

Allergien

Auch hier gilt wieder: Nicht zwingend ist eine Allergie Auslöser für eine Konzentrations- bzw. Aufmerksamkeitsschwäche. Dies wird unter anderem schon dadurch klar, dass nicht jeder Allergiker zwangsweise konzentrations- oder aufmerksamkeitsschwach ist. Nun gibt es aber zwei Möglichkeiten, die eine Allergie als Ursache möglich erscheinen lassen.

  • Die Allergie löst eine dauerhafte Stresssituation aus, worauf der Körper, bzw. die Nebennierenrinde eine Adrenalinausschüttung veranlasst. Der Körper reagiert etwa eine halbe Stunde nach immenser Adrenalinausschüttung mit einer erhöhten Cortisolproduktion. Cortisol wiederum gehört zu der Gruppe der so genannten Glukokortikoide, deren zentrale Wirkung Einfluss auf das Gehirn und die Gedächtinsleistung, sowie auf eine Verhaltensmusteränderung nehmen kann.
  • Infolge einer Allergie werden Medikamente zur Linderung der Symptomatik eingenommen, deren Nebenwirkungen darauf verweisen, dass unter Umständen die Wahrnehmung und Konzentrationsfähigkeit geschwächt werden kann.

Insofern wird auch immer wieder die Phosphatempfindlichkeit / Phosphatüberempfindlichkeit als mögliche Ursache für die Entstehung einer Konzentrationsschwäche, unter Umständen sogar eines Aufmerksamkeitsdefizitsyndroms mit oder ohne Hyperaktivität in Betracht gezogen.
Phosphate sind Bestandteile in Wasch- und Düngemitteln, können sich aber auch in Fertigprodukten, Brausegetränken, Bier und Wein, sowie in Brot befinden.
Organische Phosphate befinden sich allerdings auch in Form von intrazellulären Elektrolyten (Kalziumphosphat) in gewisser Konzentration in unserem Körper. Unter anderem deshalb ist eine phosphatfreie Diät im Rahmen einer Therapie auch umstritten.

Beginnende Erkrankungen

Hierunter ist das klassische “Ausbrüten” einer Krankheit zu verstehen. Ein Unwohlsein, bzw. Unwohlfühlen kann die Aufmerksamkeit schwächen oder trüben. Diese Symptomatik sollte allerdings schnell wieder verschwunden sein, sobald die Krankheit überwunden wurde.
Dabei müssen die Krankheiten nicht auf körperliche Erkrankungen beschränkt bleiben. Allzu häufig sind auch psychische Erkrankungen die Ursache für beginnende Konzentrationsschwächen. Bei Erwachsenen ist eine Konzentrationsschwäche beispielsweise in vielen Fällen ein Indiz für ein beginnendes Burn - out - Syndrom.

Probleme

Probleme, die die Gedanken des Kindes in Anspruch nehmen, z.B. familiäre Probleme, persönliche Probleme, besondere Ereignisse, ...

“Wo bist du bloß mit deinen Gedanken?” Wer hat diese Frage noch nicht gehört. Es gibt Probleme, die so gegenwärtig sind, dass man sie nur schwer aus dem Kopf verbannen kann. Es gibt Situationen, in denen es gelingt, dann wiederum ist man nicht dazu in der Lage einen klaren Gedanken zu fassen. Hier nützen alle Therapievorschläge zur Steigerung der Konzentrationsfähigkeit nur geringfügig. Wichtig ist es, die Ursachen der Probleme in den Griff zu bekommen. Nicht immer können Probleme gelöst werden, in manchen Fällen muss man auch lernen, damit leben zu können. Dies gelingt häufig nur durch Hilfe von außen, die man in Anspruch nehmen sollte, sobald man merkt, dass man mit der Situation als solches überfordert ist.
Belastende, eventuell die Konzentration der Kinder beeinträchtigende Situationen sind beispielsweise:

Nicht immer müssen die Gedanken ablenkenden Ereignisse negativer Art sein. So kann die Aufmerksamkeit auch durch große Freude auf ein bevorstehendes Ereignis die Konzentrationsfähigkeit (kurzfristig) beanspruchen und verringern.

Druck

Druck, der von außen auf das Kind ausgeübt wird, z.B. übersteigerte Forderungen durch die Eltern

“Mein Kind soll es einmal besser haben”

Das ist noch häufig die Maxime, die in den Köpfen von Eltern herumschwirrt. Verständlich auf der einen Seite. Unverständlich, wenn das Kind darunter leidet.
Halten Sie sich immer vor Augen, dass das, was Ihr Kind bewältigen soll auch zu bewältigen ist. Handeln Sie nach der Devise: Weniger ist mehr, wenn es beispielsweise um die Freizeitaktivitäten (siehe unten) geht. Seien Sie geduldig und als Ansprechpartner immer da, auch und gerade wenn die schulischen Leistungen nicht Ihren Vorstellungen entsprechen.
Übersteigerte Forderungen - auch wenn Sie sie nicht direkt vor dem Kind äußern - manifestieren sich in Ihrem Verhalten und wirken sich direkt oder auch indirekt auf das Verhalten Ihres Kindes aus. Ihr Kind möchte Ihren Erwartungen entsprechen und ist um so frustrierter, wenn es ihm nicht gelingt. Frustration schafft Lernunlust oder ein ungeduldiges Streben nach Besserung. Beides ruft Probleme im Kind hervor und kindliche Probleme sind häufig die Ursache für Lernprobleme, allen voran die Unkonzentriertheit und das Streben nach Anerkennung.

Starker/überhöhter Zuckerkonsum

In den 90er Jahren belegten Studien, dass ein hoher Zuckerkonsum nicht nur Auswirkungen auf die Gesundheit der Zähne und das Gewicht hat, sondern dass durch einen überhöhten Süßigkeitenkonsum neben einem Vitaminmangel häufig auch Konzentrationsschwächen ausgelöst wurden.

Schlechte Lernsituation

Um arbeiten und somit sich konzentrieren zu können, benötigt man ein Lernumfeld, das Konzentration zulässt und wesentliche Faktoren, die ablenken können ausschließt (ein eigener Arbeitsplatz zu Hause, eine Rückzugsmöglichkeit, Ruhe, ...)
Kinder und insbesondere Kinder mit Problemen im Bereich der Konzentrationsfähigkeit brauchen einen eigenen, ruhigen und spärlich eingerichteten Arbeitsplatz. Gegenstände, die zum Spielen verleiten, müssen entfernt werden. Dazu kann unter Umständen der Locher oder aber auch das Mäppchen gehören.
Ein spärlich eingerichteter Arbeitsplatz alleine impliziert keine Ungemütlichkeit. Sie müssen alle überflüssigen Materialien als Reize anerkennen, die bewusst oder unbewusst auf ihr Kind einprasseln. Während ein Kind ohne Konzentrationsschwäche bewusst oder unbewusst entscheiden kann: das interessiert mich nicht, erweckt jeder noch so unwichtige Gegenstand beim Kind mit Konzentrationsproblemen dessen Aufmerksamkeit.
Ein spärlich eingerichteter Arbeitsplatz kann also im erweiterten Sinne gleichzeitig auch als “therapeutische Maßnahme” angesehen werden.
Zu einer guten Lernsituation gehört neben dem Arbeitsplatz auch Ruhe. Dies impliziert, dass nicht gemeinsam mit den Geschwistern in einem Raum Hausaufgaben gemacht werden, sondern dass jedes Kind die Möglichkeit hat, sich zurückzuziehen. Rumtobende und redende Geschwister lenken die Aufmerksamkeit auf sich, bewirken eine Unaufmerksamkeit und eine verminderte Fähigkeit zur Konzentration.
Auch das berühmte “Hausaufgaben machen in der Küche” sollte insbesondere in solchen Fällen überdacht werden.

Depressionen

Das klassische Desinteresse muss an dieser Stelle auch als auslösendes Moment für Unkonzentriertheit und Ablenkbarkeit genannt werden. Desinteresse ist allerdings nur dann ernst zu nehmen, wenn es sich nicht nur auf einen Themenbereich erstreckt, sondern sich durch das Leben hindurch zieht.
Gleichgültigkeit in vielen Bereichen kann diverse psychische Ursachen haben, beispielsweise: Depressionen, Minderwertigkeitsgefühle, etc.

Erhöhter Fernsehkonsum

Studien konnten nachweisen, dass Kinder, die einen erhöhten Fernsehkonsum aufweisen beim Lernen in der Schule schneller abschalten. Dies hängt in erster Linie damit zusammen, dass im Fernsehen ständig Reize auf das Kind einprasseln, während in schulischen Situationen genaues Beobachten und auch Zuhören gefordert wird. Entsprechend der “normalen” altersentsprechenden Konzentrationsfähigkeit finden Phasenwechsel in der Schule weniger häufig statt als im Fernsehen. Dies hat zur Folge, dass sich erhebliche Unterschiede in der Aufmerksamkeit der Kinder feststellen lassen. Während “normal häufige” Fernsehkinder bzw. Kinder mit einem sehr geringen Fernsehkonsum dem Unterricht aufmerksam folgen können, haben Kinder mit einem erhöhten, bzw. deutlich erhöhten Fernsehkonsum in dieser Hinsicht ein Problem. Die Folge ist ein Abschalten, ggf. auch ein Stören des Unterrichts. Insbesondere hier wird deutlich, wie schnell ein Kind mit einer Konzentrationsschwäche zu einem Kind mit Verdacht auf ADS, ADHS oder andere Lernprobleme, wie beispielsweise Legasthenie oder Dyskalkulie werden kann. An dieser Stelle sei noch einmal ausdrücklich darauf hingewiesen:

Kinder mit einer Konzentrationsschwäche leiden nicht zwangsläufig unter ADS, bzw. ADHS. Hingegen weisen Kinder mit einem nachgewiesenen ADS mit oder ohne Hyperaktivität eine Konzentrations-schwäche auf!

Lernen am Vorbild: Der Erwachsene

Hektik, Stress und Hetze von Termin zu Termin bestimmen oftmals den Alltag von Erwachsenen. Unbewusst übermitteln wir den Kindern damit, dass diese beherrschenden Faktoren zum Leben dazu gehören. Die Auswirkungen sind auch teilweise im kindlichen Alltag schon spürbar. So leiden schon Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter unter einem enormen Zeitdruck. Der pädagogische Fachausdruck hierfür ist Freizeitstress. Dieser wird ausgelöst durch die vielen Möglichkeiten, die den Kindern in Sachen Hobby zur Verfügung stehen. Während man früher sich mit Spielen auf der Straße vergnügte, sich mit Gleichaltrigen nach den Hausaufgaben zum Spielen auf dem Spielplatz verabredete, stehen den Kindern heute andere Tore offen. Dies ist zum einen gut, da es die individuellen Interessen und Fähigkeiten berücksichtigt, zum anderen aber auch negativ zu werten, da man sich häufig nicht für eine Sache entscheidet, der man sich mit ganzem Herzen widmet, sondern sich häufig in der Vielfalt verliert.
Besonders Kindern mit einer Neigung zur Konzentrationsschwäche sollte man diese Erfahrungen ersparen. Halbherzigkeit führt unter anderem auch dazu, dass man nichts richtig macht und dadurch unter Umständen auch keinen Erfolg verspürt.
Ein Kind, das an drei Tagen der Woche Fußball spielt wird mehr Erfolg haben als ein Kind, das dreimal in der Woche verschiedenen Hobbys nachgeht.
Nehmen Sie sich an dieser Stelle einen Augenblick Zeit und überdenken Sie den “Terminplan” ihres Kindes...

Die nachfolgend erwähnten Aspekte spiegeln auf anderem Niveau die berühmte Frage nach “der Henne und dem Ei” wieder. Beides ist denkbar, weicht aber in vielerlei wichtiger Hinsicht voneinander ab.

Als Folge von Lernproblemen

Als Folge von Lernproblemen können sich auch bei noch so großer Motivation dieselben in irgendeiner Form zu überwinden Frustration und Unzufriedenheit beim Kind bemerkbar machen. Kinder fühlen sich dann häufig überfordert und aufgrund ständiger Misserfolge demotiviert. Die innere Einstellung ist dann häufig: “Das kann ich doch sowieso nicht.” Die Konsequenz daraus ist, dass sich häufig auch ganz unbewusst das Kind vom Unterricht und den zu bewältigenden Aufgaben abwendet. Dies ist im Prinzip mit einem inneren Aufbäumen gleichzusetzen. Problematisch ist allerdings, dass sich damit die Situation nur noch verschlimmern kann. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, dass einem Kind mit Lernproblemen Verständnis, Zuwendung und Hilfestellungen angeboten werden. Das Selbstwertgefühl zu stärken ist dabei sehr wichtig. Dies erreicht man vor allen Dingen nicht durch permanenten Tadel. Es erfordert vor allen Dingen von allen an der Erziehung beteiligten Erwachsenen ein Zusammenreißen - auch und gerade wenn das Nervenkostüm arg in Anspruch genommen wird!

Als Ursache von Lernproblemen

Auftretende Konzentrationsschwächen sollten immer beobachtet werden und sobald man eine vorübergehende Ursache ausschließen kann, auf deren Ursache hin untersucht werden. Konzentrationsprobleme sind häufig Begleiterscheinungen von anderen Lernproblemen, wie beispielsweise ADS, ADHS, Legasthenie, LRS (= Lese. Rechtschreibschwäche), Dyskalkulie oder Rechenschwäche etc..

Diagnose

Diagnose

Es gibt spezifische standardisierte Testverfahren zur Testung der Konzentrationsfähigkeit. Zwei werden nachfolgend - ohne jegliche Erhebung eines Anspruches auf Vollständigkeit und ohne jegliche Form der Wertung - kurz vorgestellt.

TPK - Testreihe zur Prüfung der Konzentrationsfähigkeit bei Zweit- bis Sechstklässlern. Die TPK ist als Gruppentest im Rahmen einer Schulstunde durchführbar. Sie lässt Rückschlüsse auf die Leistungen zu , durch unterschiedliche Anforderungen an die Konzentrationsfähigkeit kann man allerdings auch erkennen, in welchen “kritischen Phasen” eine Konzentration schwer fällt.

Der KT 3 - 4 ist ein spezifischer Test zur Testung der Konzentrationsfähigkeit von Schülern des dritten und vierten Schuljahres, der weder schriftsprachliche noch rechnerische Fähigkeiten voraussetzt. Während des Testes wird über ein speziell integrierte Ergänzung in den Test, die Ablenkbarkeit der Probanden während der eigentlichen Testaufgabe auf die Probe gestellt. Dieser Aspekt fehlt in vielen Testverfahren.

Die Testung der Konzentrationsfähigkeit wird in der Regel von einem Psychologen / einer Psychologin durchgeführt. In einer psychologischen Praxis liegen stets Erfahrungswerte zu bestimmten Testverfahren zugrunde. Der Psychologe kann das individuell geeignete Testverfahren wählen und gibt im Vorgespräch Auskunft über die angewendete Methode.

Neben der Testung der Konzentrationsfähigkeit durch standardisierte Testverfahren steht immer auch das Gespräch mit den Eltern, ggf. auch die Kontaktaufnahme mit ErzieherInnen und LehrerInnen als aussagekräftiges Mittel zur Verfügung.

Wie bereits erwähnt soll an dieser Stelle eindringlich vor der zu schnellen Diagnose eines Aufmerksamkeitsdefizits gewarnt werden. Nicht jede Konzentrationsschwäche impliziert, dass ein solches Symptom vorliegt und es kann fatale Folgen haben, wenn eine solche Diagnose fälschlicherweise und verfrüht gestellt wird.

Aufgrund dessen sind genaue Beobachtungen im Vorfeld unerlässlich. Sie sollten sich stets auf alle Lebensbereiche (Kindergarten oder Schule, häusliche Umgebung, Freizeit) beziehen. So kann man beispielsweise eine Interessen gebundene Konzentrationsfähigkeit feststellen, bzw. bemerken, dass in bestimmten Situationen stets die Konzentration nachzulassen scheint, etc.

Therapie

Therapien im Bereich der Lernprobleme - sei es im Rahmen der Therapie der Legasthenie, der Lese - Rechtschreibschwäche, der Dyskalkulie oder gar des ADS / ADHS haben immer eines gemeinsam: Sie müssen individuell auf das Kind und die jeweilige Situation zugeschnitten werden.
Im Hinblick auf die therapeutischen Maßnahmen im Bereich der Konzentrationsschwäche ist es besonders wichtig, zunächst einmal Situationen zu erheben, in denen die Konzentrationsschwäche in Erscheinung tritt, bzw. auslösende Momente auszumachen, die die Konzentrationsschwäche, bzw. eine fehlende Aufmerksamkeit auslösen.

Reizdifferenzierung

Dies kann sich oftmals als schwierig erweisen und häufig ist es auch eine Kombination an Erscheinungen, die auslösend wirken können. Die Problematik des Reizefilterns hinsichtlich wichtig / unwichtig ist dabei nur eine von vielen Möglichkeiten, die in Betracht gezogen werden muss.
Neben einer Vielzahl an therapeutischen Maßnahmen, die gesondert aufgeführt werden sollen, siehe: Therapie der Konzentrationsschwäche, sollen an dieser Stelle insbesondere Maßnahmen genannt werden, die zu Hause ergriffen werden können und als Begleitmaßnahmen und Hilfestellungen während tiefgreifenderer Therapien aufzufassen sind. Entsprechend der Vielzahl an Ursachen, die auslösend wirken können, kann man auch im häuslichen Umfeld reagieren.

 

Wie können Sie helfen?

Vermeiden Sie ...

  • Hektik und Unausgeglichenheit ihrerseits
  • Freizeitstress des Kindes (weniger Hobbies, mehr Zeit zum Spielen)
  • moralische Appelle und ausufernde Belehrungen
  • überhöhten Fernsehkonsum
  • langes spielen am Computer
  • Reizüberflutung
  • zu viele Süßigkeiten
  • Druck
  • ständige ungeplante Ereignisse und zu viel Spontanität, denn beides bewirkt, dass sich Ihr Kind ständig auf neue Situationen einstellen muss

Sorgen Sie ...

  • für einen Mittagsschlaf zum Abschalten und zum Regenerieren
  • für Regelmäßigkeiten im Tagesablauf und planen Sie feste Zeiten für bestimmte Tätigkeiten (Mittagsschlaf, Hausaufgaben, ins Bett gehen, ...)
  • für Zuversicht
  • für Ehrlichkeit. Loben und tadeln sie, wann immer sie es als notwendig erachten
  • für konsequentes Einhalten von Regeln und Regularien
  • für gegenseitiges Vertrauen
  • für Ruhe

Sie sollten stets daran denken, dass ein Kind gut und gerne am Vorbild lernt. Seien Sie selbst Vorbild und sorgen Sie dafür, dass auch alle an der Beziehung beteiligten möglichst vorbildlich handeln und aufgestellte Regeln nicht nur respektieren sondern insbesondere auch beachten.

Setzen Sie Ziele nach Möglichkeit gemeinsam und achten Sie darauf, dass es Ihrem Kind auch möglich ist, diese Ziele zu erreichen. Stellen Sie insbesondere anfänglich keine zu hohen, aber auch keine zu niedrigen Anforderungen an das Kind. Ziele müssen herausfordern. Es muss sich lohnen ein gestecktes Ziel zu erreichen. Dies impliziert Stolz, Selbstvertrauen und den Wunsch noch mehr erreichen “zu dürfen”.

Ein unerreichbares Ziel weckt keinen Ehrgeiz, ruft Frustration hervor und sorgt dafür, dass sich die Gedanken auf andere Dinge konzentrieren. Vermeiden Sie allerdings auch eine Unterforderung, denn auch das

Denken Sie stets daran: Vieles kann man erlernen, nichts jedoch erzwingen!

Verbesserung der Konzentration

Um eine bestehende Konzentrationsstörung zu verbessern sind Konzentrationsspiele besonders anzuraten.
Hierfür haben wir in Zusammenarbeit mit einem Spielehersteller eine Spiel entwickelt, was spielerisch die Konzentration fördern kann.

Durch die Kombination aus Konzentration und Spielen lassen sich verschiedene Ziel sehr gut erreichen.

Besonders auf die hochwertige Qualität und Verarbeitung legen wir bei diesem Spiel wert.

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Autor: Dr. N. Gumpert      |     Letzte Änderung: 16.01.2017
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