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Folgen von Schlafmangel

Einleitung

Ein ausgeprägter Schlafmangel kann vielseitige körperliche Folgen nach sich ziehen. Dabei lassen sich soziale und psychologische Aspekte einerseits, sowie biologische und körperliche Aspekte andererseits voneinander abgrenzen. Auch bei Babys und Kindern kann Schlafmangel zu schwerwiegenden Folgen führen.

Körperliche und psychische Folgen von Schlafmangel

Schlafmangel führt naheliegenderweise zunächst einmal zu Müdigkeit, die je nach Ausprägung des Schlafmangels unterschiedlich stark sein kann. Diese Müdigkeit führt häufig zu Problemen in Alltag und Beruf, besonders wenn sie nicht nur gelegentlich auftritt, sondern zur Regel wird. Das ist der Fall bei der chronischen Mpdigkeit. Sowohl den Umgang mit Kollegen oder Vorgesetzten als auch mit Freunden und Familienmitgliedern erschwert die aus dem Schlafmangel resultierende Erniedrigung der Konzentrations- und Leistungsfähigkeit. Zudem schränkt die dauerhafte Müdigkeit soziale Aktivitäten in zunehmendem Maße ein. All diese sozialen Schwierigkeiten beeinträchtigen die Stimmungslage der Betroffenen oft in enormem Maße. So können sich langfristig gar Depressionen entwickeln. Die gedrückte Stimmung bringt viele Betroffene zum Nachdenken und Verzweifeln über ihre Situation, was das Ein- und Durchschlafen oft noch zusätzlich erschwert. Auf diese Weise entsteht ein Kreislauf, der meist nur noch mit gezielten therapeutischen Maßnahmen, wie Schlafmedikamenten, durchbrochen werden kann.

Lesen Sie mehr zum Thema chronische Müdigkeit.

Zu den körperlich-biologischen Folgen von Schlafmangel gehören vor allem Störungen im Stoffwechsel. Ausgelöst werden diese vermutlich durch einen erhöhten Spiegel an Cortison im Blut. Cortison wird auch als Stresshormon bezeichnet und führt zu einer erhöhten Blutzucker, wie es ansonsten bei Diabetikern der Fall ist. Zudem kommt es häufig zu Störungen im Haushalt der Schilddrüsenhormone, was vielfältige Symptome wie erhöhten Blutdruck oder Herzrasen verursachen kann. Des Weiteren konnte beobachtet werden, dass ein Zusammenhang zwischen Schlafmangel und Gewichtszunahme bzw. Übergewicht besteht. Dies liegt daran, dass bei Betroffenen die Blutkonzentrationen an Leptin deutlich erniedrigt sind. Das ist ein Protein, das im Gehirn ein Sättigungsgefühl vermittelt. Neben den hormonellen Auswirkungen wirkt sich Schlafmangel auch negativ auf die Haut aus: er führt zu einem stärkeren Hängen der Augenlider, dunkleren Augenringen und begünstigt die Ausbildung von Falten. Eine weitere mögliche Folge eines Schlafmangels ist die Entwicklung eines sogenannten Restless-Legs-Syndroms: Dabei handelt es sich um eine Erkrankung, die durch Gefühlsstörungen und eine starke Unruhe in den Beinen gekennzeichnet ist.

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Häufig versuchen die Betroffenen, sich mithilfe eines hohen Konsums von Kaffee oder Energydrinks – in dramatischeren Fällen gar mit illegalen Aufputschmitteln – den ganzen Tag über gewissermaßen „über Wasser zu halten“. Werden diese Mittel jedoch zu spät abends zugeführt, kann dies wiederum zu Einschlafproblemen führen und somit den Schlafmangel noch weiter verstärken. Dies liegt daran, dass die Halbwertszeit von Koffein im Blut bei ca. 3-4 Stunden liegt. Das bedeutet, dass 3-4 Stunden nach der Zufuhr noch die Hälfte des Koffeins im Blut ist! Daraus ergibt sich, dass sich bei einem Betroffenen, der um 16 Uhr noch eine Tasse Kaffee trinkt, noch um 23 Uhr ein Viertel des Koffeins aus dieser Tasse im Blut befindet. Dies macht ersichtlich, warum es ratsam ist, den Kaffeekonsum ab dem frühen Nachmittag stark zu reduzieren oder ganz auf den Kaffee zu verzichten.

Schlafmangel durch Stress

Stress weist eine enge Verbindung mit Schlafmangel auf. Dabei kann entweder Stress der Auslöser für einen Schlafmangel sein, oder aber die aus einem Schlafmangel resultierende Komplikation (siehe auch: Folgen von Stress). Unabhängig davon, welcher der beiden Aspekte den anderen ausgelöst hat, kann es schnell zu einem Kreislaufmechanismus kommen, in dessen Rahmen sich Schlafmangel und Stress gegenseitig verschlimmern. Zusätzlich dazu trägt auch die in der heutigen Zeit oft dauerhafte mediale Belastung in Form von Fernsehen, Internet und Handys einen gewissen Stressfaktor in sich.

Zu den Komplikationen eines durch Stress verursachten Schlafmangels gehören zunächst Konzentrations- und geistige Leistungseinbußen. Dies führt insbesondere im Berufsleben häufig zu Schwierigkeiten mit Kunden, Kollegen oder Vorgesetzten und dadurch wiederum zu einer psychischen Belastung. Diese psychische Belastung kann sich wiederum auf das weitere soziale Leben in Familie und Freundeskreis übertragen und so schließlich das komplette Leben des Betroffenen bestimmen.

Aufgrund der gegenseitigen Beeinflussung von Stress und Schlafmangel ist es entscheidend, diesen Kreislaufmechanismus zu durchbrechen. Dazu kann es hilfreich sein, wenn der Betroffene sich zunächst darauf besinnt, in welchem Lebensbereich Schlafmangel und Stress die schwerwiegendsten Folgen nach sich ziehen. So lassen sich geeignete Maßnahmen gezielter erörtern und zudem hilft es oft bereits erheblich, sich einmal konsequent und schonungslos mit den Problemen auseinanderzusetzen. Auch das Ansprechen der Beschwerden unter Freunden und Familie ist häufig ein wichtiger Schritt zur Besserung der Situation. Diese können die Gründe hinter den Erscheinungen des Schlafmangels oft nämlich nur unzureichend genau deuten und neigen deshalb unter Umständen zu Fehlinterpretationen des Verhaltens. Ein Ehepartner eines Betroffenen könnte etwa denken, dass sein Partner das Interesse an ihm verloren hat oder ähnliches.

Eine weitere gute Möglichkeit zur positiven Beeinflussung des Beschwerdekomplexes aus Schlafmangel und Stress stellt Sport dar. Er kann dazu beitragen, im wahrsten Sinne des Wortes „den Kopf freizukriegen“, da er einerseits kurzfristig den Betroffenen aus seiner Lethargie und Müdigkeit herausholt und andererseits durch die körperliche Erschöpfung den Schlaf anstoßen kann.

Lesen Sie hierzu auch unseren Artikel Symptome von Stress.

Schlafmangel bei Kindern

Schlafmangel bei Kindern ist gerade deshalb als problematisch einzustufen, weil ein gesunder und ausreichender Schlaf für das Wachstum und vielfältige Entwicklungsvorgänge bei den Kindern essentiell ist. Er äußert sich bei Kindern durch ähnliche Symptome wie bei Erwachsenen. Die Konzentrationsschwäche bedingt schulische Probleme, während die dauerhafte Müdigkeit die sozialen Kontakte beeinträchtigen kann. Bedrohlich wird Schlafmangel bei Kindern, wenn aufgrund der Müdigkeit Gefahren im Straßenverkehr, etwa auf dem Schulweg, nicht mehr wahrgenommen werden.

Darüber hinaus konnte festgestellt werden, dass unter Kindern mit Schlafmangel auffällige Verhaltensweisen wie Hyperaktivitätssyndrome oder Störungen des sozialen Verhaltens gehäuft auftreten. Zudem wurde ein eindeutiger Zusammenhang zwischen Schlafmangel und Übergewicht bei Kindern herausgearbeitet.

Doch was genau ist lang genug und was zu wenig? Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, da jedes Kind unterschiedliche Bedürfnisse hat. Dennoch lassen sich einige ungefähre Richtwerte formulieren: So sollten Babys im ersten Lebensjahr mindestens 13 Stunden Schlaf bekommen, während für Kindergartenkinder 11-12 Stunden als angemessen anzusehen sind. Grundschulkinder wiederum sollten auf etwa 10 Stunden kommen und Kinder und Jugendliche zwischen 11 und 15 Jahren auf etwa 9 Stunden. Für Eltern von Schulkindern bietet es sich an, einmal genau zu beobachten, wie lang das Kind am Wochenende schläft, um den natürlichen Schlafbedarf des Kindes zu ermitteln. Diese Information bietet dann eine Orientierung für die optimale Zeit des Zubettgehens für das Kind unter der Woche.

Leidet das Kind speziell unter Schwierigkeiten beim Einschlafen, bietet es sich als sinnvolle Maßnahme an, das Kind zu Sport bzw. körperlicher Ertüchtigung im Allgemeinen ermuntern. Immer häufiger jedoch finden sich auch schon bei Kindern Anzeichen depressiver Episoden, die den Schlafmangel insbesondere durch eine Behinderung des Einschlafens verursachen können. In diesen Fällen sollte die Hilfe eines Kinder- und Jugendpsychologen in Anspruch genommen werden.

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Folgen von akutem und chronischem Schlafmangel

Betrachtet man die Folgen von Schlafmangel, so lassen sich akute von chronischen abgrenzen.

Akute Folgen treten kurzfristig auf, also wenn ein Betroffener über einen oder mehrere Tage hinweg zu wenig Schlaf bekommt. Zu den Folgen, die aus diesem Schlafmangel resultieren, gehören dann vor allem ausgeprägte Müdigkeit sowie Einschränkungen der Konzentrations- und sonstigen geistigen Fähigkeiten. Ein sehr wichtiger, weil gefährlicher, Aspekt von akutem Schlafmangel ist der sogenannte Sekundenschlaf. Dabei kommt es bei Betroffenen zu einem mehrere Sekunden lang anhaltenden „Einnicken“, was naheliegenderweise gerade im Straßenverkehr unverzeihlich ist. Ein Sekundenschlaf kann, entgegen der weit verbreiteten Vorstellung dieses Phänomens, auch mit offenen Augen erfolgen. Wie gefährlich dies sein kann, macht folgende Statistik deutlich: Laut aktuellen Studien resultieren bis zu 25% der Verkehrsunfälle aus der Übermüdung eines der Unfallbeteiligten.

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Die chronischen Folgen eines Schlafmangels bestehen eher in metabolischer (also den Stoffwechsel betreffend) oder sozialer bzw. psychologischer Natur. Dazu gehört etwa eine Beeinträchtigung des Zuckerstoffwechsels, die in einem erhöhten Zuckerspiegel im Blut und damit in einer ähnlichen Stoffwechselsituation wie bei Diabetikern enden kann. Zudem neigen von Schlafmangel Betroffene deutlich häufiger zur Ausbildung von Übergewicht, was den Zuckerstoffwechsel noch weiter belastet. Ein weiterer Aspekt der metabolischen Auswirkungen eines Schlafmangels ist die Erhöhung des Blutdrucks. Da erhöhter Blutdruck, erhöhte Blutzuckerspiegel und Übergewicht zu den Hauptrisikofaktoren für Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems gehören, sind von Schlafmangel Betroffene einer signifikant erhöhten Gefahr für derartige Ereignisse wie z.B. einen Herzinfarkt oder Schlaganfall ausgesetzt.

Neben den, den Stoffwechsel betreffenden Prozessen kommt es häufig durch den chronischen Schlafmangel zu einer Beeinträchtigung des sozialen Lebens. Kollegen und Vorgesetzte sind mit der Arbeit des Betroffenen unzufrieden, und gleichzeitig reduziert der Schlafmangel und die aus ihm resultierende dauerhafte Müdigkeit bei vielen Betroffenen die außerberuflichen Aktivitäten. So gerät der Betroffene gelinde gesagt in eine Situation, in der er einen Ausgleich vom Beruf dringender nötig hätte als sonst, dafür aber auch weniger Motivation aufbringen kann als sonst.

Bei der Abgrenzung der chronischen von den akuten Folgen eines Schlafmangels sollte man sich jedoch bewusst sein, dass auch chronischer Schlafmangel die Symptome eines akuten Schlafmangels mit einschließt und daher die gleichen potenziellen Gefahren im Straßenverkehr birgt!