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Psychotherapie

Definition

Die Psychotherapie wird definiert als eine Methode zur Behandlung von psychischen Erkrankungen und kann von Psychotherapeuten sowie von Heilpraktikern ausgeübt werden. Hierfür ist eine spezielle psychotherapeutische Ausbildung nötig, welche man als Psychologe oder als Psychiater absolvieren kann. Die Psychotherapie umfasst ein sehr breites Gebiet und arbeitet mit verschiedenen Techniken.

Einleitung

Bei der Psychotherapie handelt es sich um eine von der Krankenkasse anerkannte Therapieform, die darauf abzielt, psychisch erkrankte Patienten zu heilen oder ihnen effiziente Möglichkeiten zu geben, mit ihrer Krankheit zu leben. Die Psychotherapie kann von Psychotherapeuten sowie von Heilpraktikern ausgeübt werden. Hierfür ist eine spezielle psychotherapeutische Ausbildung nötig, welche man als Psychologe oder als Psychiater absolvieren kann. Die Psychotherapie umfasst ein sehr breites Gebiet und arbeitet mit verschiedenen Techniken. Berühmt wurde die Psychotherapie jedoch durch Sigmund Freud und seine Form der Psychotherapie, der Hypnose.

Einige Therapieformen der Psychotherapie sind zum Beispiel die analytische Psychotherapie, die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie sowie die Fokaltherapie. Hierbei geht es vor allem darum zu verstehen, was die Ursache für die psychische Erkrankung des Patienten ist und anhand dieser Ursachenforschung dann eine Selbsterkenntnis zu gewinnen, wie man mit der Krankheit besser umgehen kann, nachdem der Patient sich bewusst ist, was der Auslöser für die Erkrankung war. Ein Beispiel hierfür kann sein, dass ein Patient in eine Depression rutscht. Da er auf der Arbeit erfolgreich sein wollte, hat er sein soziales Umfeld und seine Aktivitäten immer weiter vernachlässigt. Hat ein Patient diese Ursache der Depression erkannt, kann er darauf seinen Lebensstil ändern und sich wieder mehr auf Dinge konzentrieren, die ihn glücklicher machen.

Lesen Sie mehr zum Thema Depression: Therapie bei einer Depression.

Eine andere Form der Psychotherapie hingegen ist die Verhaltenstherapie. Hierbei geht es weniger um die Suche nach der Ursache für die psychische Erkrankung. Es geht darum wie der Patient mit den bestehenden Symptomen umgehen kann und wie er sein Verhalten soweit verändern kann, um mit der psychischen Erkrankung gut leben zu können.

Ebenfalls zur Psychotherapie gehören die Paar- oder Familientherapie, bei der sich beispielsweise Ehepaare Rat holen können.

Insgesamt ist die Psychotherapie also ein sehr breit gefächertes Fach, was auch erklärt, weshalb es einer speziellen Ausbildung bedarf, um die verschiedenen Therapieformen anwenden zu können. Meist wird die Psychotherapie von den Krankenkassen bezahlt, da es sich um eine anerkannte Therapieform bei verschiedenen psychiatrischen Erkrankungen handelt. Welche Form der Psychotherapie für den Patienten am Besten geeignet ist, hängt nicht nur von der psychischen Erkrankung des Patienten, sondern auch von der Persönlichkeit und der Therapiebereitschaft des Patienten ab.


Kosten einer Psychotherapie

Die Kosten für Psychotherapie-Sitzungen werden in den meisten Fällen von der Krankenkasse übernommen, wobei dies sehr davon abhängt, ob der Patient tatsächlich unter einer psychiatrisch anerkannten Erkrankung leidet und welche Form der Psychotherapie der Patient in Anspruch nehmen möchte. Beispielsweise werden Paartherapien häufig nicht von der Krankenkasse bezahlt, die meisten anderen Formen der Psychotherapie hingegen werden von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt.

Wichtig ist jedoch zu wissen, dass die Kosten für Psychotherapie nur dann von den Krankenkassen übernommen werden, wenn der Patient aufgrund einer psychiatrisch anerkannten Erkrankung in Behandlung ist. Auch werden die Kosten für Psychotherapie meist nur bis zu einem bestimmten Maß bezahlt, das bedeutet, dass der Patient insgesamt pro Quartal eine bestimmte Anzahl an Psychotherapiesitzungen haben darf und diese auch von der Krankenkasse bezahlt werden.

Auch werden die Kosten für Psychotherapie nicht von der Krankenkasse übernommen, wenn ein Patient an Psychotherapie-Sitzungen bei einem nicht anerkannten Psychotherapeuten teilnehmen möchte. In diesem Fall muss der Patient die Kosten der Psychotherapie-Sitzungen selber bezahlen und hat kein Anrecht auf eine Erstattung seitens der Krankenkasse.

Psychotherapie bei einer Angststörung

Mithilfe der Psychotherapie können Patienten mit verschiedenen psychischen Erkrankungen geheilt werden. Außerdem lernen sie durch die Psychotherapie mit ihrer Erkrankung zu leben und sich durch diese nicht beherrschen zu lassen. Besonders hilfreich ist Psychotherapie bei Angststörungen. Hierbei geht es vor allem darum, dass der Patient lernt, seine Ängste zu kontrollieren und sich durch diese nicht beherrschen zu lassen.

Allgemein gibt es verschiedene Formen der Psychotherapie, um Angst zu behandeln. Sehr erfolgreich ist eine bestimmte Form der Psychotherapie, die sogenannte Verhaltenstherapie. Bei dieser Form der Psychotherapie wird versucht, Angstpatienten ihre Angst zu nehmen, sodass die Patienten wieder eine höhere Lebensqualität und ein uneingeschränktes Leben haben. In mehreren therapeutischen Sitzungen werden im gemeinsamen Psychiater-Patient-Gespräch die Faktoren, welche die Angst verstärken besprochen. Das Gespräch soll zu einer Linderung der Angstsymptome führen.

Anschließend wird mithilfe der Psychotherapie das Angst auslösende Verhalten überarbeitet und der Patient überlegt sich gemeinsam mit dem Therapeuten Strategien, um mit der Angst besser umgehen zu können. Anschließend kann der Patient sein erlerntes Verhalten erproben und sich einer Angst auslösenden Situation (beispielsweise einem Gespräch vor vielen anderen Menschen) stellen. Die Psychotherapie kann Angstpatienten also helfen, ihre Ängste zu überwinden. Der Patient wird sich seiner Verhaltens- und Denkmuster bewusst und fängt an diese zu überarbeiten.

Psychotherapie bei Depressionen

Die Psychotherapie ist eine anerkannte Form der Therapie zur Linderung verschiedener psychischer Erkrankungen. Unter anderem große Erfolge hat die Psychotherapie bei Depressionen. Da die Psychotherapie insgesamt sehr breit gefächert ist und unter anderem die Verhaltenstherapie sowie die Psychotherapie beinhaltet, ist es schwer zu sagen, welche Psychotherapie Depressionen am besten heilen kann oder welche Psychotherapie bei Depressionen am besten hilft. Dies ist nicht nur abhängig von der jeweiligen Art der Depression, sondern auch von jedem Patienten.

Einige Patienten beispielsweise sprechen sehr gut auf eine Verhaltenstherapie an. Bei dieser Form der Psychotherapie wird Depression als ein bestimmtes Verhaltensmuster betrachtet, wobei der depressive Patient sich durch Verhalten wie Antriebslosigkeit, Traurigkeit und Gefühlsarmut kennzeichnet. Um dieses Verhalten zu durchbrechen, wird mit dem Patienten eine genaue Analyse durchgeführt und der Patient kann somit lernen, welches Verhalten ihm gut tut und welches Verhalten für ihn eher hinderlich ist (beispielsweise kann es einem Patienten helfen, wenn er sich aktiv in einem Verein beteiligt).

Andere Patienten hingegen brauchen eine andere Form der Psychotherapie, um die Depression zu lindern. Zum Beispiel kann die Psychoanalyse, ebenfalls eine Form der Psychotherapie die Depressionen lindern kann, Patienten helfen, zu verstehen, woher ihre Depression kommt und was genau der Auslöser dafür ist. Die Psychoanalyse beschäftigt sich nämlich hauptsächlich damit, zu analysieren, wie es dem Patienten in der Kindheit erging und wie es dazu kam, dass bestimmte Verhaltensmuster mehr oder weniger ausgeprägt wurden. Beispielsweise kann es sein, dass ein Patient, der eine schwierige Kindheit hatte, später eine Depression entwickelt, um diese im Nachhinein aufzuarbeiten.

Insgesamt gibt es viele verschiedene Aspekte der Psychotherapie, die Depressionen lindern können und dem Patienten helfen können, wieder ein glücklicheres Leben zu führen. Welche Form der Psychotherapie für den Patienten geeignet ist, ist individuell sehr verschieden und sollte gemeinsam mit dem Psychiater oder Psychologen besprochen werden.

Lesen Sie mehr zum Thema: Therapie bei einer Depression

Psychotherapie bei einem Burnout-Syndrom

Die Psychotherapie kann Burn-out-Patienten gut helfen, aus ihrer Teufelsspirale herauszukommen und wieder aktiv am Leben teilzunehmen. Da sich die Psychotherapie in viele verschiedene Teilaspekte gliedert, ist es wichtig, dass jeder Patient individuell mit einem Psychotherapeuten entscheidet, welche Form der Psychotherapie das Burn-out bei ihm am effektivsten behandeln kann.

Zum Beispiel gibt es eine Form der Psychotherapie, die Burn-out sehr effektiv behandeln kann, da sie darauf aus ist, das Verhalten des Patienten zu ändern und somit den Patienten davor zu bewahren, sich immer wieder psychisch zu überlasten. Diese Form der Psychotherapie nennt man Verhaltenstherapie. Bei dieser Form der Psychotherapie wird Burn-out dadurch behandelt, dass der Patient anhand einer Verhaltensanalyse feststellen soll, welches Verhalten für ihn speziell schädigend war und dazu führte, dass er in das Burn-out rutschte. Allgemein zielt die Verhaltenstherapie darauf, dem Patienten zunächst bewusst zu machen, welches Verhalten für ihn schädlich war/ist. Dadurch kann der Patient dann eigenständig oder mithilfe des Psychotherapeuten neue Ansätze erarbeiten, um sein Verhalten zu ändern, sodass er gesundheitsbewusster leben kann.

Psychotherapie bei Burn-out ist also eine sehr wirkungsvolle Methode dem Patienten zu helfen und den Patienten dadurch auch zu heilen. Dennoch muss der Patient sich bewusst sein, dass trotz Psychotherapie das Burn-out nicht innerhalb von Tagen verschwindet, sondern dass es Wochen oder auch Monate dauern kann bis das Burn-out trotz professioneller Psychotherapie soweit geheilt ist, dass der Patient keine Symptome mehr hat.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema: Therapie eines Burn-outs

Psychotherapie bei posttraumatischen Belastungsstörungen

Eine Psychotherapie bei PTBS (posttraumatischen Belastungsstörungen) kann sehr hilfreich sein und dem Patienten in seiner schwierigen Situation helfen, wieder aktiver am Leben teilzunehmen. Da die Psychotherapie bei PTBS-Patienten sehr unterschiedlich gestaltet werden kann, ist es wichtig, dass jeder Patient individuell mit seinem Therapeuten entscheidet, welche Form der Psychotherapie für ihn am besten geeignet ist. Eine Form der Psychotherapie bei PTBS kann beispielsweise die Verhaltenstherapie sein. Hierbei geht es darum, dass der Patient lernt trotz der belastenden Ereignisse in der Vergangenheit, welche die posttraumatische Belastungsstörung auslösten, sein Verhalten soweit zu reflektieren und zu ändern, dass es ihm möglich ist, wieder aktiver und selbstbestimmter am Leben teilzunehmen.

Eine weitere Form der Psychotherapie bei PTBS ist das psychodynamische Verfahren. Hierbei geht es vor allem darum, dass der Patient sich mit den belastenden Ereignissen der Vergangenheit auseinandersetzt und dabei die Hintergründe und Ursachen seine eigenen Leids und der eigenen Erkrankung besser versteht, um durch diese Erkenntnis dann besser mit der psychischen Erkrankung zurecht zu kommen und diese selber besser verstehen zu können.

Da jeder Patient individuell sehr unterschiedlich ist, ist es sehr wichtig, dass jeder Patient auch seine eigene angepasste Form der Psychotherapie für die PTBS mit seinem Therapeuten erarbeitet. Einigen Patienten beispielsweise hilft es nicht, nach der genauen Ursache für die posttraumatische Belastungsstörung zu forschen, sondern es hilft ihnen mehr, mithilfe eines Therapeuten Möglichkeiten zu erarbeiten, um aus der traurigen und belastenden Stimmung herauszukommen und aktiv das eigene Verhalten zu verändern.

Lesen sie mehr zu diesem Thema: Therapie bei PTBS

Psychotherapie bei einer Zwangsstörung

Die Psychotherapie kann Zwangsstörungen erfolgreich behandeln und den Patienten helfen, sich ihren Zwängen weniger oft hingeben zu müssen. Besonders geeignet ist hier eine Form der Psychotherapie, die auch Verhaltenstherapie genannt wird. Hierbei geht es vor allem darum, dass der Patient lernt, sein eigenes Verhalten besser zu reflektieren, um dieses dann Stück für Stück zu ändern und sich somit seinen Zwängen nicht mehr hingeben zu müssen.

Beispielsweise können in der Psychotherapie Zwangsstörungen dadurch behandelt werden, dass der Patient lernt, dass er beispielsweise immer nur viermal pro Tag kontrollieren darf, ob er wirklich den Herd ausgemacht hat. Oder aber der Patient lernt durch die Psychotherapie seine Zwangsstörung als solche überhaupt erst einmal wahrzunehmen und kann somit nach mehreren Therapiesitzungen selbst verstehen, wann er wirklich etwas kontrollieren oder tun muss weil es wichtig ist und wann er etwas kontrolliert oder tut einfach, weil er gerade den Zwang verspürt, nicht aber weil es zwingend notwendig wäre. Allgemein ist es meist schwierig eine Zwangsstörung mit Psychotherapie komplett und für immer zu heilen. Wie bei allen psychischen Erkrankungen handelt es sich um einen langen Prozess und der Patient wird seine Zwangsstörung vielleicht nie komplett verschwinden lassen können, dennoch kann der Patient mithilfe von Psychotherapie die Zwangsstörung soweit in den Griff bekommen, dass sie seinen Alltag nicht mehr beeinträchtigt.

Psychotherapie bei einer Essstörung

Um eine Essstörung mit Psychotherapie behandeln zu können, ist es sehr wichtig, dass der Patient erklärt und nicht von den Eltern oder von einem Partner dazu überredet wird, da die Aussichten auf Erfolg oftmals deutlich geringer sind. Dennoch kann die Psychotherapie bei Essstörungen große Erfolge erzielen. Vor allem ist es wichtig, dass die Patienten lernen, ihren eigenen Körper und ihr eigenes Verhalten wieder besser zu reflektieren, was beispielsweise mithilfe einer Verhaltenstherapie sehr gut möglich ist. Des Weiteren kann die Psychotherapie bei Essstörungen hilfreich sein, da sie auch nach dem Grund der Essstörungen sucht.

Einige Patienten leiden beispielsweise unter Essstörungen, da sie als Kinder immer beste Leistungen erbringen mussten und nun ebenso diszipliniert von ihrem Körper fordern, dass er die „besten“ Leistungen erbringt und deshalb beispielsweise magersüchtig werden. Andere Patienten hingegen essen ihren Kummer in sich hinein, was ebenfalls zu einer Form der Essstörung führen kann. Allgemein kann die Psychotherapie bei Essstörungen helfen, die Ursache für das fehlgeleitete Essverhalten zu finden und zu erforschen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema: Therapie bei einer Essstörung

Psychotherapie in der Psychoonkologie

Allgemein ist die Psychotherapie eine von der Krankenkasse anerkannte Therapieform, die bei vielen verschiedenen psychiatrischen Erkrankungen sehr hilfreich sein kann. In der Psychoonkologie kann Psychotherapie den Patienten helfen, ihre Krebserkrankung besser zu verstehen und vor allem besser mit der Erkrankung klar zu kommen. Außerdem hilft es einer Person zu verstehen, dass der Krebs ihr Leben sehr verändern und in einigen Fällen auch beenden wird.

Die Psychotherapie der Psychoonkologie zielt weniger darauf ab, zu analysieren, was bei dem Patienten in der Kindheit traumatisches passiert sein könnte, sondern es geht vermehrt darum, dem Patienten zu helfen mit seiner Tumorerkrankung zu leben und damit zurecht zu kommen, dass der Tumor nun Teil ihres Lebens ist und dieses maßgeblich bestimmt.

Beispielsweise kann der Patient mithilfe der Verhaltenstherapie lernen, sich seinen Ängsten vor dem Krebs zu stellen. Allgemein soll die Psychotherapie der Psychoonkologie den Patienten vor allem unterstützen und soll dem Patienten verschiedene Möglichkeiten darbieten, damit dieser seine Krankheit nicht nur verstehen kann, sondern auch weiß, wie er am besten mit der, für viele Patienten schockierenden Diagnose Krebs, leben kann.

Weitere Informationen zum Thema "Psychotherapie"

Weitere allgemeine Informationen:

Eine Übersicht über bereits veröffentlichte Themen der Psychologie finden Sie unter: Psychologie Online.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 16.07.2018
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