Test für Schlaf­stö­rung

Leiden Sie an Schlafstörungen? Erfahren Sie mögliche Ursachen und Therapiemöglichkeiten Ihrer Schlafstörung.
Beantworten Sie dazu 15 kurze Fragen.
Hier geht`s direkt zum Test Schlafstörung



Probleme mit dem Einschlafen

Definition

Einschlafprobleme und damit verbundene Durchschlafstörungen (Insomnien) sind durch eine Diskrepanz zwischen Schlafbedürfnis und subjektivem Schlafvermögen gekennzeichnet. Sie sind die häufigste Form der Schlaflosigkeit.
Um von einer Ein- und Durchschlafstörung zu sprechen, müssen neben der Störung des Nachtschlafes Symptome während des Tages auftreten und über mindestens vier Wochen bestehen.

Epidemiologie

Über 30% der Bevölkerung leiden zumindest zeitweise an Ein- und Durchschlafstörungen.

Test für Schlaf­stö­rung

Leiden Sie an Schlafstörungen? Erfahren Sie mögliche Ursachen und Therapiemöglichkeiten Ihrer Schlafstörung.
Beantworten Sie dazu 15 kurze Fragen.
Hier geht`s direkt zum Test Schlafstörung

Symptome

Hierfür charakteristische Symptome sind

  • erhöhte Einschlafzeiten
  • vermehrte nächtliche Wachphasen
  • Zuckungen beim Einschlafen
  • frühmorgendliches Erwachen bei ausreichender Bettzeit
  • ebenso eine subjektiv reduzierte Erholungsfunktion

Über den Tag ergeben sich Beschwerden wie:

  • Leistungseinschränkungen in Form von Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen
  • Müdigkeit
  • allgemeines Unwohlsein
  • Erschöpfung
  • Reduktion von Motivation, Antrieb und Initiative
  • Neigung zu Arbeitsfehlern oder Unfällen im Straßenverkehr
  • Mattigkeit
  • Gereiztheit
  • erhöhte Irritierbarkeit
  • Stimmungsbeeinträchtigungen
  • berufliche Einschränkungen
  • sozialer Rückzug besonders in den Abendstunden
  • Sorge um die Schlafstörungen

Bei schweren Ein-und Durchschlafstörungen können somatische Symptome wie:

entstehen.

Informieren Sie sich hier über weitere Folgen von Schlafmangel: Folgen von Schlafmangel

Einteilung

Die Primäre Einschlafprobleme und Durchschlafstörung können in acht verschiedene Formen eingeteilt werden:

  • primäre Formen, bei denen es sich um eigenständige Schlafstörungen handelt, die nicht aufgrund von anderen Erkrankungen entstehen
  • sekundäre Formen, bei denen die Schlafstörung ein Symptom einer anderen Erkrankung sind
  • anpassungsbedingte oder akute Ein- und Durchschlafstörungen werden durch einen spezifischen Stressor ausgelöst
  • psychophysiologischen Ein- und Durchschlafstörung im Rahmen eines psychophysiologischen Symptomenkomplexes, der in Zusammenhang mit gelernten oder schlafverhinderten Verhaltensmustern auftritt
  • paradoxe Ein- und Durchschlafstörungen sind durch das Klagen über eine Schlafstörung ohne objektive Hinweise auf eine solche gekennzeichnet
  • idiopathische Ein- und Durchschlafstörungen sind durch den Beginn in der Kindheit ohne erkennbare Ursache gekennzeichnet
  • Ein-und Durchschlafstörungen im Rahmen einer psychischen Störung sind ein Symptom einer zugrundeliegenden psychischen Erkrankung
  • Ein- und Durchschlafstörungen durch inadäquate Schlafhygiene bedeutet, dass es sich um eine Störung mit meist unbewussten schlafinkompatiblen Verhaltensweisen handelt

Primäre Einschlafprobleme und Durchschlafstörung

Bei der primären Form einer Schlafstörung liegt nur eine eigenständige Schlafstörung vor, das bedeutet, dass keine anderen Erkrankungen Auslöser für die Schlaflosigkeit sind.

Sekundäre Einschlafprobleme und Durchschlafstörung

Bei der sekundären Form einer Schlafstörung, ist die Schlaflosigkeit ein Symptom einer anderen Erkrankung.

Anpassungsbedingte oder akute Primäre Einschlafprobleme und Durchschlafstörung

Die anpassungsbedingte oder akute primäre Einschlafprobleme und Durchschlafstörung wird durch einen spezifischen Stressor ausgelöst.
Sie ist in der Regel von kurzer Dauer von wenigen Tagen bis Wochen.

Der Stressor kann hier

  • psychologischer,
  • psychosozialer,
  • physikalischer organischer oder
  • umgebungsbedingter

Natur sein.

Typische Stressoren sind

  • Arbeitsplatzwechsel,
  • familiäre Konflikte,
  • Umzüge,
  • Krankenhausaufenthalte
  • eine Schilddrüsenerkrankung und andere medizinische Diagnosen
  • positive Erlebnisse wie Verliebtheit

Typische Beschwerden sind

  • die oben genannten Symptome während der Nacht
  • müdigkeitsbezogene Einschränkungen des Leistungsvermögens und des emotionalen Befindens am Tage
  • erhöhte Irritierbarkeit
  • Ängstlichkeit
  • psychische Anspannung bis zur Depressivität
  • Kopfschmerzen
  • Magen-Darm Beschwerden

Bei der Diagnostik hilft

  • die Befragung nach dem allgemeinen Befinden
  • dem Medikamentenkonsum
  • dem eventuellen Suchtmittelkonsum
  • die körperliche Untersuchung
  • die Laboruntersuchung, um gegebenenfalls mögliche Organstörungen zu erkennen
  • die spezielle schlafmedizinische Diagnostik, die die Schlafbefragung, das Schlaftagebuch und eventuell ein Schlaffragebogen umfasst

Achtung!

Die Gefahr bei akuten oder anpassungsbedingten Einschlafproblemen und Durchschlafstörung besteht darin, dass diese sich in eine psychophysiologische Insomnie oder in eine Ein- und Durchschlafstörung im Rahmen einer affektiven Störung steigern.

Test für Schlaf­stö­rung

Leiden Sie an Schlafstörungen? Erfahren Sie mögliche Ursachen und Therapiemöglichkeiten Ihrer Schlafstörung.
Beantworten Sie dazu 15 kurze Fragen.
Hier geht`s direkt zum Test Schlafstörung

Psychophysiologische Ein- und Durchschlafstörung

Bei einer psychophysiologischen Schlaflosigkeit handelt es sich um eine Insomnie im Rahmen eines psychophysiologischen Symptomenkomplexes, der in Zusammenhang mit gelernten oder schlafverhinderten Verhaltensmustern steht.
Als auslösende Faktoren gelten Stressoren wie

  • körperliche Erkrankungen mit Schmerzen
  • akute psychische Belastungssituationen
  • ein Krankenhausaufenthalt
  • eine veränderte, schlafstörende Umgebung
  • Umzug
  • Schichtarbeit

Im Verlauf der Erkrankung können die Stressoren wegfallen und zu einer Verselbstständigung der Schlafstörung führen.
Typisch für diese Form der Einschlafprobleme und Durchschlafstörung sind

  • nächtliche Grübelneigung
  • mangelnde Fähigkeit abzuschalten
  • Fokussierung auf das Schlafproblem mit sekundärer Anpassungserhöhung, zumeist infolge von erhöhter Ängstlichkeit und negativer Schlaferwartung
  • übertriebene Anstrengung einzuschlafen
  • Angst vor Schlaflosigkeit
  • mangelnde Schlafhygiene, z.B. unregelmäßige Bettzeiten, nächtliches Arbeiten oder Fernsehen

Oft tritt erst in den Morgenstunden in Assoziation mit dem Fußpunkt der Körperkerntemperatur und einsetzender Auflösung der übertriebenen Anstrengung einzuschlafen, das Schlafvermögen auf.
Am Tage stehen die Klagen über

  • Müdigkeit
  • Erschöpftsein
  • Antriebslosigkeit
  • und Verstimmtheit

im Vordergrund. Ebenso häufig treten Stresssymptome wie

auf. Gegen Abend werden häufig die Angst vor dem Schlafengehen mit sozialer Rückzugstendenz beobachtet. Trotz erhöhter Müdigkeit ist den Patienten der Schlaf am Tage selten möglich.

Paradoxe Einschlafprobleme und Durchschlafstörung

Die paradoxe Schlaflosigkeit ist durch das Klagen über eine Schlafstörung ohne objektive Hinweise auf eine solche gekennzeichnet.
Hierbei ist die Wahrnehmung des tatsächlichen Schlafvermögens gestört. Die Beeinträchtigungen des Tageserlebens und des Tagesverhaltens stehen nicht im Zusammenhang mit der Schwere der geklagten Schlafstörungen.

Die Entstehung der paradoxen Einschlafprobleme und Durchschlafstörung ist bis heute ungeklärt.
In Einzelfällen findet sich eine auffällige Persönlichkeit mit hypochondrischen Zügen, besonders in Bezug auf den Nachtschlaf.

Als Symptome gelten die

  • Beschwerden von Ein- und Durchschlafstörungen, vor allem durch Schilderungen von unerholsamem Schlaf und Tagesmüdigkeit.

Allerdings berichtet der Bettpartner von einem ungestörtem Schlaf des Betroffenem. Gelegentlich besteht eine Fixierung des Betroffenem auf das Schlafproblem.

Zur Diagnostik gehört im Gegensatz zu anderen Ein- und Durchschlafstörungen die Fremdbefragung (des Partners) in Bezug auf das nächtliche Schlafverhalten als unabdingbar.

Idiopathische Einschlafprobleme und Durchschlafstörung

Idiopathische Schlaflosigkeit ist durch den Beginn in der Kindheit ohne erkennbare Ursache gekennzeichnet.
In der Regel ist kein Auslöser erkennbar und sie lässt sich nicht durch eine andere Erkrankung erklären.
Sie beruht auf dem lebenslangen Unvermögen, ausreichend zu schlafen, was vermutlich auf eine Abnormalität in der neurologischen bzw. neurochemischen Kontrolle des Schlaf-Wach-Systems zurückzuführen.

Symptome:

  • ausgeprägte Ein- und Durchschlafstörungen
  • reduzierte Schlafphasen
  • verminderte Leistungsfähigkeit während des Tages
  • chronisch

Es können kürzere Phasen mit einer Verminderung der Symptome auftreten, diese revidieren sich jedoch bald wieder.

Einschlafprobleme und Durchschlafstörung im Rahmen einer psychischen Störung

Ein-und Durchschlafstörungen im Rahmen einer psychischen Störung sind ein Symptom einer zugrundeliegenden psychischen Erkrankung.
Sie wird nur dann als solche benannt, wenn die Einschlafprobleme und Durchschlafstörung das Hauptsymptom oder ein schweres Merkmal der psychischen Erkrankung ist.
Sie treten häufig im Rahmen einer depressiven Erkrankung und Angststörungen auf.

Symptome:

  • Symptome einer Einschlafprobleme und Durchschlafstörung
  • Einschränkungen im Befinden
  • Einschränkungen im täglichen Leistungsvermögen
  • häufig ist die Tagessymptomatik aufgrund der psychischen Grunderkrankung im Verhältnis zur Schwere der nächtlichen Schlafproblematik deutlich ausgeprägter
  • vor allem tagsüber werden vermehrt psychiatrische Beschwerden der Depression oder der Angststörung

Einschlafprobleme und Durchschlafstörung durch inadäquate Schlafhygiene

Einschlafprobleme und Durchschlafstörung durch inadäquate Schlafhygiene handelt es sich um eine Störung mit meist unbewussten schlafinkompatiblen Verhaltensweisen.
Diese Verhaltensweisen teilen sich in zwei Gruppen ein. Zum einen diejenigen, die ein erhöhtes kognitives, emotionales oder somatisches Verhalten vor dem Zubettgehen hervorrufen und diejenigen, die mit der Organisation des Schlafes unvereinbar sind.
Die Letzteren finden ihren Ausdruck in unregelmäßigen Schlafenszeiten, langen Bettzeiten, Benutzung des Bettes für andere Aktivitäten als Schlaf, Schlafperioden am Tag, stimulierende Aktivitäten vor dem Schlafengehen, nächtliche Aktivitäten wie Fernsehen, Aufstehen und Arbeiten sowie der abendliche Konsum von antriebssteigernden oder schlafstörenden Substanzen (z.B. Koffein).
Als Ursache werden vor allem fehleinschätzungender Konsequenzen unbegrenzten und unregelmäßigen Wachbleibens gesehen.
Aber auch Stress, Ehrgeiz und Überforderung können zu Verhaltensgewohnheiten fuhren, die in schlafbezogenen Beschwerden oder Schlaf-Wach-Rhythmusstörungen münden.
Dazu gehören Substanzmissbrauch von:

  • Nikotin
  • Koffein
    oder
  • andere Wachmacher, vor allem aber die Verwendung des Schlafortes zu anderen Zwecken als Schlafen wie:
  • Fernsehen
  • Lesen
  • Lernen
  • Essen
  • Nachdenken
    und
  • Pläne schmieden.

Das klinische Bild ist geprägt durch diese Verhaltensweisen, die in zwei Gruppen unterteilt werden können. Zum einen das Bestreben nach mehr und längerem Wachsein, zum anderen bewusste Aktionen gegen eine gute Schlaforganisation.
Nikotin und Koffein erzeugen eher Wachheit und es gibt eine Korrelation zwischen Konsummenge und individueller Empfindlichkeit.
Alkohol hat zunächst eine sedierende und damit eine hypnotische Wirkung. Allerdings kehrt der schnelle Abbau diese Wirkung auch bei geringer Menge nach wenigen Stunden um.
Unregelmäßige Bettzeiten, zu langes Verbleibenim Bett, langes oder sogar mehrfaches Mittagsschlafenuntertags oder in den frühen Abendstundenkann den Nachtschlaf erheblich verkürzen und instabilisieren.
Daneben gibt es noch die Verhaltensabhängigen Schlafstörungen in der Kindheit, die durch fehlende oder inadäquate erzieherischen Maßnahmen der Eltern gekennzeichnet. Sie findet ihren Ausdruck in fehlenden Grenzen und mangelnder Disziplin im Zusammenhang mit der Zubettgeh-Situation.
Die Therapie der Einschlafprobleme und Durchschlafstörung beruht auf verschiedenen Faktoren wie verhaltensmedizinische Beratung, pharmakologische Interventionen und psychotherapeutische und verhaltenstherapeutische Interventionen.

Test für Schlaf­stö­rung

Leiden Sie an Schlafstörungen? Erfahren Sie mögliche Ursachen und Therapiemöglichkeiten Ihrer Schlafstörung.
Beantworten Sie dazu 15 kurze Fragen.
Hier geht`s direkt zum Test Schlafstörung