Angststörungen

Definition

Die Angst ist zunächst einmal ein Gefühl, dass jeder kennt, weil jeder in seinem Leben schon einmal Angst in unterschiedlichsten Ausmaßen erlebt hat. Die Angst ist somit etwas, was zum Leben dazugehört. Sie bewahrt uns vor Dummheiten und zu großen Wagnissen, sie gemahnt uns zur Vorsicht und kann somit ein wichtiger Gefährte sein. Doch was passiert, wenn die Angst wächst, sie soweit wächst, dass wir sie nicht mehr verstehen und erklären können? Was also, wenn aus dem Gefährten eine Bedrohung wird?

Der folgende Text verschafft Ihnen eine Übersicht über die wichtigsten Angststörungen.

Formen von Angststörungen

Die krankhafte Angst, tritt in verschiedenen Formen auf. Grundsätzlich muss unterschieden werden zwischen:

Allen Angststörungen gemein ist die Unverhältnismäßigkeit des Angstgefühls gegenüber der aktuellen Situation.

Generalisierte Angststörung

Eine generalisierte Angststörung zeichnet sich durch eine diffuse Angst mit Anspannung, Besorgnis und Befürchtungen über alltägliche Ereignisse und Probleme über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten, begleitet von vielen weiteren psychischen und körperlichen Symptomen.

Lesen Sie hier mehr zum Thema: generalisierte Angststörung

Panikattacke / Panikstörung

Als Panikattacke wird das plötzlich und in der Regel nur wenige Minuten anhaltende Auftreten einer körperlichen und psychischen Alarmreaktion unklarer Ursache ohne angemessenen äußeren Anlass bezeichnet. Dem Betroffenen ist das Vorliegen einer Panikattacke häufig nicht bewußt.
Die Verhaltensweise der Panik ist in jedem Menschen angelegt und dient in früheren Evolutionsstufen als Energiebereitstellung in lebensbedrohlichen Situationen.

Lesen Sie hier mehr zum Thema: Panikattacke

Soziale Phobie

Eine Soziale Phobie ist die dauerhafte Angst vor der Begegnung und Auseinandersetzung mit anderen Menschen und vor allem die Angst vor negativer Bewertung durch andere Menschen.
Bei der sozialen Phobie fühlt der Erkrankte, wie bei jeder anderen Phobie auch, eine logisch nicht nachvollziehbare (irrationale) Angst. Diese Angst ist bei der sozialen Phobie, wie der Name schon sagt, auf soziale Situationen bezogen.

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Epidemiologie

Mittlere Lebensprävalenz (aus Angenendt et al. 1998)

Geschlechterverhältnis
weiblich : männlich 2 : 1 (soziale Phobie eher 1 : 1)

Ersterkrankungsalter (nach Perkonigg & Wittchen 1995)

  • Spezifische Phobien 5 - 14 Jahre
  • Soziale Phobie 0 - 5 Jahre, 11 - 15 Jahre
  • Agoraphobie 20 - 30 Jahre
  • Panikstörung 25 - 30 Jahre, bei Männern 2. Gipfel > 40 J.
  • Generalisierte Angststörung (25 - 30 Jahre)

Sehr häufig ist Angst ein Begleitsymptom einer anderen psychischen Störung. Beispielsweise erfüllen fast 90% aller Patienten mit einer Borderline - Störung irgendwann einmal die Kriterien einer Angststörung.

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