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Mobbing

Einleitung

Als Mobbing bezeichnet man ein Verhalten, bei dem Kinder und Erwachsene am Arbeitsplatz oder in der Schule psychisch und zum Teil auch körperlich schikaniert werden. Man könnte es auch als Psychoterror bezeichnen. Nicht jedes böse Wort oder jede Hänselei ist jedoch Mobbing. Beim Mobbing handelt es sich um regelmäßige schwere Erniedrigungen, welche über Monate andauert. Man spricht von direktem Mobbing, wenn Opfer verbal und tätlich angegriffen werden und von indirektem Mobbing, wenn Betroffene isoliert werden.

Mobbing kennt fast jeder – entweder von sich selbst oder von anderen Betroffenen. Obwohl diese Thematik bekannt ist, wird oft relativ spät reagiert und die Täter werden häufig nicht für ihre Taten bestraft. In vielen Fällen, vor allem bei Erwachsenen, trauen sich die Opfer oft gar nicht, sich anderen anzuvertrauen und um Hilfe zu fragen. Sie stoßen meist auf wenig Verständnis und schämen sich dafür, in die Opferrolle gedrängt zu sein.

Mobbing beginnt bei vielen Betroffenen oft schon sehr früh, während der Grundschul- oder Kindergartenzeit. Schwere Depressionen, Essstörungen, starke Gewichtsabnahme, Wachstumsstörungen, Angststörungen und viele weitere psychische Erkrankungen können die Folge sein. Viele Mobbingopfer brauchen eine intensive psychologische Therapie, um sich von den Folgen zu erholen. Manchmal ist ein stationärer Aufenthalt in einer psychiatrischen Abteilung im Krankenhaus von Nöten.


Es ist ebenfalls möglich, dass die Opfer selbst irgendwann zu Tätern werden. Einerseits, um sich an denjenigen zu rächen, die ihnen dieses Leid zugefügt haben und andererseits, um ihr mangelndes Selbstvertrauen zu stärken, in dem sie Macht über eine andere Person ausüben.

Die Ursachen für Mobbing können vielfältig sein. Oft spürt die Klassengemeinschaft, wenn sich eine psychisch instabilere Person unter ihnen befindet. Es können auch Neid und Missgunst eine große Rolle spielen. Oft sind Mobbingopfer auch Kinder, die aus ärmeren Verhältnissen stammen oder die einfach etwas anders sind. Viele dieser Kinder sind eher ruhig und introvertiert.

Mobbing ist fast in jedem Bereich möglich. Der Arbeitsplatz und die Schule sind klassische Beispiele. In der heutigen Zeit nimmt aber auch das Cybermobbing übers Internet immer mehr zu. Richtig belastend sind natürlich jene Bereiche, aus denen man nicht so leicht „ausbrechen“ kann.

Lesen Sie mehr zu den möglichen Folgen unter: Folgen von Mobbing

Mobbingopfer

Theoretisch kann fast jeder Mensch Opfer einer Mobbingattacke werden. Dennoch zeichnet sich ein gewisses Muster ab, wenn man Mobbingopfer vergleicht. Viele sind sensibler und feinfühliger als die Menschen ihrer Umgebung. Sie reagieren schneller auf kränkende Situationen und strahlen eine gewisse Angst und Unsicherheit aus, welche die Mitschüler oder Mitarbeiter oft schnell bemerken.

Meist unterscheiden sich jene Menschen auch optisch von anderen Mitmenschen. Vor allem Menschen mit einer Behinderung müssen oft Mobbing über sich ergehen lassen. Probleme mit Mobbing treten gehäuft auch bei Angehörigen ethischer Minderheiten auf, die eine andere Sprache sprechen oder deren sozialer Status sich von dem der Anderen unterscheidet. Leider ist auch oft der Kleidungsstil, das Aussehen generell und der materielle Besitz ein Grund, um gemobbt zu werden.

Arten von Mobbing

Zwischen dem Mobbing von Männern und Frauen gibt es zwar in der Häufigkeit des Auftretens keine Unterschiede, jedoch aber in der Art und Weise, wie sie die Opfer schikanieren. Frauen und Mädchen neigen eher dazu die Betroffenen ausgrenzen oder zu ignorieren. Es spielt also soziale Isolation eine große Rolle.

Männer oder Jungs hingegen werden häufiger gewalttätig und verbal stark ausfällig. Wie schon erwähnt, muss Mobbing nicht immer auf einer gewalttätigen Ebene ablaufen. Oftmals sind es seelische Verletzungen die durch Ausgrenzung, das Erzählen von Unwahrheiten, Verspotten oder Tuscheln hinter dem Rücken des Betroffenen ausgelöst werden. Oft werden die Mobbingopfer auch direkt mit Worten angegriffen oder man macht sich öffentlich über sie lustig. Manchmal werden die Betroffenen einfach offensichtlich komplett ignoriert und niemand reagiert darauf, wenn sie etwas sagen. Auch das kann auf Dauer schwere psychische Schäden bedingen.

Mobbing am Arbeitsplatz

Mobbing am Arbeitsplatz kann auf allen Ebenen stattfinden. Beim Mobbing ist jedoch immer eine der Personen das Opfer, welches den anderen oder der anderen Person/en unterlegen ist. Dies kann körperlich und/oder psychisch sein. Besonders schwierig beim Mobbing unter Erwachsenen ist, dass sich die Mobbingopfer meist nicht trauen, jemandem von der Schikane zu erzählen, da sie sich “schwach” fühlen und diese Schwäche nicht zugeben wollen.

Leider finden Betroffene oft auch keine Person, welche das Leiden entsprechend wahrnimmt und dies ernst nimmt. Je besser vor allem Führungspersonen in Bezug auf Mobbing geschult werden, desto besser kann man dieser Problematik entgegenwirken. Es wäre wichtig, dass eine außenstehende Person schlichtend eingreifen kann, beziehungsweise die betroffene Person jemanden hat, dem sie sich anvertrauen kann. Viele große Firmen haben sogar Mobbingbeauftragte, die speziell geschult werden und dann schlichtend und beratend eingreifen können.

Es ist wichtig, dass auf das Wohl der Angestellten geachtet wird, mit Konflikten offen und konstruktiv umgegangen wird und von vornherein möglichst Konflikten entgegen gearbeitet wird, um Mobbing möglichst zu verhindern. Auch am Arbeitsplatz kann Mobbing von sozialer Isolation bis hin zu Gewalt reichen. Oft wird das Opfer bei Ausflügen, Pausen und Treffen nach der Arbeit systematisch ausgeschlossen. Mobbing kann auch verbale Attacken beinhalten, wenn zum Beispiel die Betroffenen beleidigt werden. Außerdem gibt es die Möglichkeit, dass Unwahrheiten über den Betroffenen erzählt werden, was natürlich zu sozialen Komplikationen führen kann.

Wichtig ist zu unterscheiden, dass ein einmaliger Streit oder mal ein böses Wort nicht bedeutet, dass jemand gemobbt wird. Mobbing zieht sich vielmehr über einen längeren Zeitraum und besteht aus verschiedenen Phasen.

Mobbing in der Schule

Mobbing macht auch vor Schule und sogar der Grundschule keinen Halt. Oft beginnt die soziale Isolation sogar schon während der Kindergartenzeit und am Spielplatz. Vor allem dann, wenn Kinder schon früh einem enormen psychischen Stress ausgeliefert sind, kann es zu erheblichen Störungen in der Psyche und auch körperlichen Störungen kommen. Oft sind Wachstumsprobleme und starker Gewichtsverlust die Folge. Meist fallen auch die schulischen Leistungen stark ab. Schon Kinder entwickeln oft schwere Depressionen und Angststörungen. Vor allem dann, wenn es nicht mehr nur bei der Isolation bleibt, sondern Mitschüler übergriffig werden.

Ein klassisches Anzeichen für Mobbing ist, dass sich ein Kind über Bauchschmerzen und Kopfschmerzen beklagt, die immer vor dem Schulbesuch auftreten. In diesem Fall sollten Eltern hellhörig werden.

Auch in Schulen ist die Aufklärung bezüglich Mobbing sehr wichtig. Schüler und Lehrer sollten sich mit dem Thema auskennen und Mobber und Mobbingopfer schnellstmöglichst erkennen und einschreiten. Leider stehen die Mobbingopfer meist alleine da, weil viele Kinder Angst haben, selbst zu einem Opfer zu werden, wenn sie sich für die betroffenen Kinder einsetzen. Leider bestätigt sich diese Angst sehr oft. Als Ansprechpartner sind jedoch Vertrauenslehrer oder Klassenlehrer sehr gut geeignet. Sie können in ihrem Unterricht sehr viel bewirken, in dem sie die Kinder aufklären.

Sind Kinder betroffen kann es helfen einen Kinderpsychologen zu Rate zu ziehen, damit psychischen Störungen so gut es geht entgegengewirkt werden kann. Hört das Mobbing trotz allen Bemühungen nicht auf, empfiehlt es sich in äußerst schweren Fällen, sein Kind aus diesem Umfeld zu holen und zum Beispiel die Schule zu wechseln. Besonders gefährdet für Mobbing sind Kinder, die einen anderen sozialen Status als der Rest der Klasse haben, Behinderungen aufweisen oder eine andere Sprache sprechen. Oftmals sind auch hochintelligente Kinder oder introvertierte Kinder betroffen.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Mobbing in der Grundschule.

Hilfe bei Mobbing

Obwohl das Thema Mobbing in der Gesellschaft oft immer noch ein Tabuthema ist, gibt es immer mehr Möglichkeiten, sich Hilfe zu suchen. Da es alleine sehr schwierig ist, sich gegen seine Peiniger zu wehren, sollte man sich Verbündete suchen. Das bedeutet Freunde, Familie, Bekannte, Lehrer oder Vorgesetzte. Auch Mitschüler oder Mitarbeiter können Unterstützung geben. Ansonsten können Vorgesetzte oder Lehrer entsprechende Aufklärungsarbeit leisten und versuchen, mit den Mobbern zu reden.

Des Weiteren stehen zahlreiche Selbsthilfegruppen zur Verfügung, in denen man lernen kann, wie man mit Mobbing umgehen kann und dass man nicht alleine ist. Ebenso empfiehlt es sich in Ratgebern oder zahlreichen Internetseiten Hilfe und Rat zu suchen. Natürlich besteht auch die Möglichkeit eine Therapie oder ein Beratungsgespräch bei einem Psychologen/Psychotherapeuten in Anspruch zu nehmen.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Thema Mobbing finden Sie hier:

    Eine Übersicht aller Themen zur Psychiatrie finden Sie unter: Psychiatrie A-Z.

    Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 16.07.2018
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