Stress

Synonyme

Das Wort Stress hat verschiedene Bedeutungen. Die erste Bedeutung ist die Anstrengung, die zweite Bedeutung ist die Belastung und die dritte Bedeutung ist die Mühe. Des weiteren wird Stress auch mit Reizbarkeit gleichgesetzt. Weitere Synonyme sind Angespanntheit, Anspannung, Anspannung, Aufregung, Ängste, Belastungssymptom, Belastungssymptom, extreme Anspannung, hohe Anspannung, Lebenskrise, Leistungsdruck, Mobbingstress, große Erschöpfung, Belastung, Nervenbelastung, Neurostress bedingte Erkrankung, Prüfungsstress, psychische Anspannung, psychische Angespanntheit, psychische Probleme, Spannungen, Spannungsgefühl, Spannungszustände.

Englisch: stress

Definition

Stress ist eine unspezifische natürliche (physiologische) Reaktion des Organismus auf verschiedene innere und äußere Einflussfaktoren (Stressoren). Durch diese Stressoren wird das Gleichgewicht des menschlichen Organismus (Homöostase) gestört. Die Reaktion als Stress dient dann dazu, die Homöostase und das Wohlbefinden wieder herzustellen.
Diese Stressreaktion wird durch die individuelle Bewertung der Anforderungen der Situation und der vorhandenen Ressourcen zum Umgang mit dem Stressor modifiziert. Stress tritt in zwei unterschiedlichen Arten auf, der positive Stress (Eustress) und der negative Stress (Distress).

Im Rahmen des Begriff Stress sollt hier noch der Ausdruck der allgemeinen Adapataionssyndroms erklärt werden. Hiermit wird die Reaktion des Organismus auf einen chronischen Stressor beschrieben. Es besteht aus einer Alarmreaktion, einer Widerstandsphase und einer Erschöpfungsphase.

Die Stressantwort kann in zwei grundsätzlich verschiedene Arten eingeteilt werden, die physiologische (körperliche) und die behaviorale (verhaltensbedingte) Stressantwort. Die Bewertung des auslösenden Stressors ist abhängig von den Erfahrungen, den genetischen Prädispositionen und den Verhaltensmöglichkeiten des Einzelnen abhängig.

Ursache

Bei der Stressreaktion/ Stress kommt es auf verschiedenen Ebenen des Organismus zu Veränderungen. Auf der psychischen Ebene kommt es zu einer Erhöhung der Aufmerksamkeit und Reaktionsbereitschaft, um auf mögliche Bedrohungen reagieren zu können, emotional kann sich das in Wut oder Angst äußern. Auf der neuorhormonellen Ebene wird die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse aktiviert, mit der Ausschüttung von Corticotropin-Releasing-Hormon aus dem Hypothalamus, welches die Ausschüttung von ACTH (Adrenokortikotropes Hormon) und Kortisol aus der Nebennierenrinde bewirkt. Weiterhin wird die Sympathikus-Nebennierenmark-Achse aktiviert, was sich in einer Ausschüttung von Adrenalin und Noradrenalin äußert. Es kommt dadurch zu einer Aktivierung von Kreislauf, Atmung und Stoffwechsel. Die Wirkung dieser Stressantwort, antireproduktiv, immunsuppressiv, aktivierend, sollte kurzlebig sein.

Bei chronischem Stress können die genannten Effekte negative gesundheitliche Effekte auf das Individuum haben. Somit ist Stress eine chemische Reaktion des Körpers. Eine Situation oder Anforderung wird vom Körper als belastend gefährlich oder unkontrollierbar eingestuft. Auf diese Anforderung reagiert der Körper dann wie oben beschrieben mit der Ausschüttung verschiedenster Stresshormone. Im natürlichen Lebensumfeld der betroffenen gibt es verschieden Stressoren. Eine Gruppe bilden die medizinischen Erkrankungen, die auf verschiedensten Ebenen Stress auslösen können. Zur anderen Gruppe gehören zählen Wettkampfsituationen und Leistungsbeurteilungen in Schule, Universität und Beruf. Allen diesen Auslösern ist gemein, dass sie für die Betroffenen tatsächliche, meist gravierende Konsequenzen haben.

Um hier noch ein bisschen in die Tiefe lösen die oben genannten Stressoren hier zellulären Stress aus, der zu einem laufenden Angriff auf Zellwände führt. So kommt es langsam zur Entstehung von Krankheiten. Schädigende Stressoren wie Hitze, Licht, Gifte, aber auch Hormone genauso wie die Energiegewinnung lassen im Körper freie Radikale entstehen, die die Zellen angreifen. Der Körper hat dagegen ausgefeilte Schutz-Mechanismen entwickelt, unter anderem aktive Reparatur- und Puffersysteme und Antioxidantien die sich allerdings bei zu hoher Belastung erschöpfen und zusammenbrechen können.

Typische Symptome von Stress

Symptome, die während akutem oder  chronischem Stress ausgelöst werden, können äußert vielfältig sein und  variieren von Mensch zu Mensch hinsichtlich Stärke und Ausprägung.  

Akute Stress-Symptome:

Chronischer Stress hingegen stellt sich meist in der Symptomvielfalt diverser dar:

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Sind Sie gestresst?- Das sind die Anzeichen

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Langfristige Folgen von Stress

Welche langfristigen Folgen hat Stress auf die Lebenserwartung?

Grundsätzlich muss man festhalten, dass sich chronischer Stress negativ auf die Lebenserwartung auswirken kann. Das genaue Ausmaß auf die Lebenserwartung variiert jedoch stark zwischen den Studien, weshalb dieses nicht klar beziffert werden kann. Klar ist jedoch, dass chronischer Stress ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die Entwicklung eines Diabetes oder eines erhöhten Blutcholesterins (Hypercholesterinämie) darstellt, die dann frühzeitig zum Tode führen können. Im Mittelpunkt dieser Entwicklung steht vermutlich das Stresshormon Cortisol. Dieses wird bei Stress vermehrt ausgeschüttet und verlangsamt regenerative Prozesse in unserem Körper.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Folgen von Stress

Welche langfristigen Folgen hat Stress auf den Blutdruck?

Chronischer Stress und der damit verbundene erhöhte Spiegel von Stresshormonen, wie Cortisol, können sich langfristig negativ auf den Blutdruck auswirken. Man geht zwar nicht davon aus, dass Stress als alleiniger Risikofaktor zu einem Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) führen kann. Doch bei Menschen, die weitere Risikofaktoren aufweisen oder eine Neigung zum Bluthochdruck haben, wirkt sich chronischer Stress fast immer negativ auf dessen Verlauf aus. So ist die Stressreduktion mittlerweile fester Bestandteil der Therapie und der Prophylaxe des chronischen Bluthochdrucks.

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Welche langfristigen Folgen hat Stress auf die Psyche?

Stress hat normalerweise keinen negativen Einfluss auf unsere Gesundheit und Psyche. Dies setzt jedoch voraus, dass der Stress nicht dauerhaft besteht, sondern Entspannungsphasen für den Körper und Geist möglich sind. Ist dies nicht der Fall, kann sich chronischer Stress durchaus auf die Psyche der Betroffenen auswirken.
Das Ausmaß der psychischen Folgen kann hierbei stark variieren.

So reichen die möglichen psychischen Folgen von einer leichten Abgeschlagenheit bis zur Entwicklung einer Depression oder eines sogenannten „Burnouts-Syndroms“.
Unter Letzterem versteht man eine allgemeine emotionale Erschöpfung, die mit einem deutlichen Verlust der Leistungsfähigkeit einhergeht. Diese lässt sich meist nur schwer von einer Depression abgrenzen, da sie ebenfalls mit Antriebslosigkeit, Angstzuständen, einem geringen Selbstvertrauen und einer allgemeinen Niedergeschlagenheit einhergehen kann.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Depression 

Stress stellt für das „Burnout-Syndrom“ den Hauptrisikofaktor dar. Die Forschung der letzten Jahre hat gezeigt, dass es einen deutlichen Zusammenhang zwischen chronischem Stress und einer Depression besteht. Dieser kann in beide Richtungen wirken. So kann chronischer Stress zur Entwicklung einer sogenannten „Stressdepression“ führen. Anders herum kann jedoch auch eine bestehende Depression dazu führen, dass man sehr viel leichter in Stress gerät, was dann auch zu chronischem Stress führen kann.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Burnouts-Syndroms

Was versteht man unter Stressfaktoren?

Grundsätzlich fasst der Begriff „Stressfaktoren“, oder auch Stressoren genannt, alle äußeren Einflüsse zusammen, die zu einer Stressreaktion führen können.
Stressfaktorenkann man in verschiedene Gruppen unterteilen. Zu diesen gehören physikalische, mentale und soziale Stressoren.

Die Gruppe der physikalischen Stressoren umfasst beispielweise äußere Reize wie:

  • Hitze
  • Kälte
  • Lärm.

Mentale Stressoren beruhen meist auf eigenen oder äußeren Leistungsansprüchen. So zählt man zu diesen beispielsweise:

  • Prüfungen
  • Zeitdruck 
  • Das Lösen schwieriger Probleme

Soziale Stressoren umfassen

  • zwischenmenschliche Konflikte,
  • Trennungen,
  • der Verlust von Freunden oder Angehörigen,
  • Konkurrenz
  • oder Probleme in einer Beziehung.

An den genannten Beispielen ist leicht zu erkennen, was mit „individuellen“ Stressfaktoren gemeint ist, da jeder Mensch andere Anforderungen an sich selbst und von außen stellt bzw. empfindet. So können Anforderungen als Stressfaktor wirken, müssen es aber nicht. Die Wahrnehmung dieser hängt maßgeblich von der subjektiven Selbsteinschätzung und dem Gefühl der Überforderung ab.
Da mittlerweile viel über chronischen Stress und dessen Folgen bekannt ist, sind viele Menschen bemüht, ihr Stresslevel möglichst niedrig zu halten. Um dieses Ziel zu erreichen ist es wichtig die eigenen Stressfaktoren zu identifizieren und einen Weg zu finden, mit diesen umzugehen.

Zu den häufigsten Stressfaktoren, die in Befragungen angegeben gehören ein immer steigender Leistungs- und Termindruck in der Arbeit. Doch auch die Dauererreichbarkeit durch die Digitalisierung spielt eine zunehmende Rolle als Stressfaktor. Weiter werden die Doppelbelastung durch den Beruf und die Familie, schwere Krankheiten, der Verlust von Angehörigen oder Freunden, Zukunftsängste und überzogene Ansprüche an sich selbst als wichtigste Stressoren angegeben.

Klar ist, dass man es nicht schafft, alle Stressoren einfach wegzulassen, um das persönliche Stressniveau zu senken. Ziel sollte es somit sein, einen guten Umgang mit den eigenen Stressfaktoren zu entwickeln oder Wege zu finden, diese durch entspannenden Tätigkeiten auszugleichen.

Wie beeinflusst Stress unseren Cortisol-Spiegel?

Cortisol ist ein lebenswichtiges Hormon in unserem Körper, das zahlreiche Funktionen in unserem Körper reguliert. Zusammen mit dem Hormon Adrenalin, stellt es einen der wichtigsten Vertreter der Stresshormone dar, deren Funktion es ist, unseren Körper in Alarmbereitschaft zu versetzen und Energiereserven verfügbar zu machen. Der Cortisol-Spiegel unterliegt im Laufe des Tages normalen Schwankungen.
So kann der Spiegel tagsüber bis zum fünffachen erhöht sein, im Vergleich zu den Werten in der Nacht. Somit liegt der Normalwert im Laufe eines Tages zwischen Werten von 45 und 225 µg/l. Eine Stresssituation kann innerhalb weniger Minuten zu einem erhöhten Cortisol-Spiegel in unserem Blut führen. Die Höhe dieses Ausschlags hängt hierbei maßgeblich von der Stärke des Stressors ab.
Sofern die Stresssituation überwunden ist, ebbt der Ausschlag des Cortisol-Spiegels im Laufe der nächsten Stunden ab. Befindet man sich jedoch im Dauerstress, ist eine solche Reduktion nur noch bedingt möglich und der Cortisol-Spiegel stellt sich in einem höheren Grundwert ein, was schwere Folgen für den Körper haben kann.

Welche weiteren Stresshormone gibt es?

Alle Stresshormone verbindet, dass sie in ihrer Wirkung darauf abzielen, den Körper in Alarmbereitschaft zu versetzen und Energiereserven zugänglich machen. Neben Cortisol gibt es jedoch noch einige weitere Hormone, die sich dieser Gruppe zuordnen lassen. Hier sind allen voran die sogenannten Katecholamine  zu nennen.

Zu diesen zählen die Hormone Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin. Wie das Cortisol, so werden sie in der Nebenniere produziert und gelangen von hier in den Blutkreislauf. Adrenalin und Noradrenalin sind hierbei die am schnellsten wirksamen Stresshormone, deren Spiegel in einer Stresssituation auch am schnellsten ansteigen. Sie führen akut zu einer erhöhten Herzfrequenz, einem erhöhten Blutdruck und einer Steigerung des Blutzuckers, um den Körper maximal leistungsfähig zu machen.

Erst mit einigen Minuten bis Stunden Verspätung folgt dann einer Erhöhung des Cortisols, da dessen Produktion erst durch komplizierte Hormonkreislaufe angekurbelt werden muss. Dafür hält dessen erhöhter Spiegel im Blut auch für längere Zeit an, als es bei den Katecholaminen der Fall ist. Weitere Hormone bei denen ein erhöhter Blutspiegel durch Stress verursacht wird sind das Antidiuretische Hormon (ADH), Prolactin und das β-Endorphin.

Der Zusammenhang von Stress mit weiteren Erkrankungen

Stress und Burnout

Mittlerweile weiß man, dass es einen sehr deutlichen Zusammenhang zwischen chronischem Stress und der Entstehung von Burnout gibt. Als Ursache wird hierbei die Kombination aus Überforderung und Überarbeitung angesehen, die sich gegenseitig hochspielen und somit letztendlich zu einer Art Teufelskreis führen. So haben nahezu alle Betroffenen starke externe Stressoren, die auf sie wirken.
Hierzu gehören ein stressiger Beruf mit langen Arbeitszeiten, Konflikte mit Arbeitskollegen oder in der Familie, ein hoher Leistungs- und Zeitdruck oder geringe Anerkennung wie die geleistete Arbeit.

Meist gesellt sich hierzu eine interne Belastung, durch einen erhöhten Ehrgeiz, unrealistische Erwartungen an die eigene Leistungsfähigkeit oder ein ausschweifender Perfektionismus. Die Entwicklung eines Burnout-Syndroms ist somit das Ergebnis einer langjährigen Abwärtsspirale, die maßgeblich durch chronischen Stress verursacht wird. Somit steht auch die Stressbewältigung im Fokus der Therapie eines Burnouts. Zum einen muss versucht werden, die Stärke und die Anzahl der Stressoren zu verringern und einen vernünftigen Umgang mit diesen zu finden. Zum anderen ist es sinnvoll die eigenen Ansprüche an die Leistung auf ein verhältnismäßiges Maß zu senken.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Symptome des Burnout-Syndroms

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Stress und Magenschleimhautentzündung

Auch wenn die genauen Mechanismen noch nicht bis ins Detail geklärt sind, gilt mittlerweile als erwiesen, dass langanhaltender starker Stress zu einer Magenschleimhautentzündung, eine sogenannte Gastritis, führen kann. Nachweisbar ist, dass Menschen, die unter chronischem Stress leiden, eine erhöhte Produktion von Magensäure aufweisen, die dann die Magenschleimhaut reizen kann und so zu einer Entzündung führt.

Eine Magenschleimhautentzündung wird mit sogenannten Protonenhemmern therapiert, die dazu führen, dass weniger Magensäure produziert wird. Kommt es jedoch infolge anhaltenden Stresses vermehrt zu Entzündungen, kann dies eine chronische Veränderung der Magenschleimhaut zur Folge haben. Sofern rezidivierende Magenschleimhautentzündungen vorliegen, die mit vermehrtem Stress in Zusammenhang gebracht werden können, sollte somit versucht werden diesen zu vermindern, um Folgeschäden, wie Magengeschwüre zu vermeiden

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Magenschleimhautentzündung.

Stress und Tinnitus

Die Diagnose eines durch Stress verursachten Tinnitus wird nicht selten gestellt. In einer Studie wurde Stress von 25% der Betroffenen als Ursache ihres Tinnitus angegeben. So gilt Stress allgemein als Risikofaktor für die Entstehung eines Tinnitus. Wissenschaftliche Belege konnten für diese Hypothese jedoch noch nicht gefunden werden. Die geläufigste These vermutet jedoch, dass die durch Stress verursachte erhöhte Herzfrequenz und der erhöhte Blutdruck zu Strömungsveränderungen im Innenohr führen können, die dann wiederum die Wahrnehmung eines Tinnitus verursachen.

Stress gilt jedoch nicht nur als Ursache, sondern als Risikofaktor für eine Chronifizierung eines bereits bestehenden Tinnitus. Zudem können die Ohrgeräusche selbst zu einem Stressfaktor werden, was den möglicherweise auslösenden Stress noch weiter verstärkt. Bei Patienten mit einem chronischen Tinnitus konnte weiterhin nachgewiesen werden, dass diese die Intensität der Ohrgeräusche als intensiver wahrnehmen, wenn sie sich in einer akuten Stresssituation befinden.

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Stress und Asthma?

Inwiefern die Entwicklung und die Schwere eines Asthmas, genauer Asthma bronchiale, von Stress abhängt wird in der Forschung seit längerem kontrovers diskutiert. Neuer Forschungsergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass ein solcher Zusammenhang besteht. Bei den Mechanismen muss man zunächst zwischen akuten und chronischen Stress unterscheiden.
So kann eine starke akute Stressreaktion zu einer Steigerung der Atemfrequenz führen, eine sogenannte Hyperventilation, die zu einer Reizung der Atemwege führt. Diese Reizung kann dann zu einem akuten Asthma-Anfall führen. Doch auch chronischer Stress kann die Entwicklung von Asthma fördern. Durch die Einflüsse des Stresshormons Cortisol auf das Immunsystem, wird dieses so moduliert, dass die allergische Reaktion der Atemwege auf Allergene stärker ausfallen kann. Dies fördert zum einen die Entstehung, als auch die Stärke eines allergischen Asthmas.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Asthma

Stress und Hautausschlag mit Pusteln

Fast jeder hat schon einmal unter durch Stress verursachten Pusteln, Akne oder Hautausschlägen gelitten. Da diesem Zusammenhang von der Wissenschaft mittlerweile eine immer größere Relevanz zugesprochen wird, hat sich sogar eine eigene Richtung der Hautheilkunde, die sogenannte Psychodermatologie, gebildet. Der Mechanismus durch den Stress zu Hautveränderungen führt, wirkt maßgeblich über das bei Stress gebildeten Cortisol. Dieses hemmt nämlich unsere körpereigenen Abwehrkräfte, die normalerweise unsere Haut schützen.

Somit wird die Ausbildung von Pusteln oder Hautausschlägen begünstigt. Die entstehenden Hautveränderungen können hierbei sehr divers sein. Neben einfachen Pusteln, kann Stress auch zur Ausbildung von Schuppenflechte (Psoriasis), Neurodermitis, Nesselsucht oder Akne führen oder diese verschlimmern. Neben der lokalen Behandlung steht in der Therapie dieser Hautveränderungen die Stressreduktion im Fokus.

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Gibt es auch Stress ohne erkennbaren Grund?

Die Entstehung von Stress ist immer die Reaktion unseres Körpers auf einen Stressfaktor. Insofern gibt es keinen Stress der ohne Grund entsteht. Manchmal ist uns selbst jedoch der direkte Zusammenhang zwischen empfundenem Stress und dem auslösenden Stressor nicht bewusst. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn wir durch andere Faktoren stark belastet sind und bereits kleine Auslöser zu einer Stressreaktion führen, da die Stressschwelle sehr niedrig ist.

Wie kann man seine Stressresistenz verbessern?

Es ist allseits bekannt, dass manche Menschen stressresistenter sind als andere. Situation, die von einer Person als maximaler Stress wahrgenommen werden, sind für andere nichts weiter als alltäglicher Stress. In Zeit von zunehmendem Stress im Alltag ist es somit sinnvoll sich damit auseinanderzusetzen, wie man die eigene Stressresistenz erhöhen kann.

Eine Methode, wie dies gelingen kann, ist das der Achtsamkeit. Hierbei beschreibt die Achtsamkeit das bewusste Wahrnehmen des aktuellen Moments in Hinblick auf äußere Faktoren, aber auch auf Emotionen, Gedanken und körperlichen Vorgängen. Dies führt dazu, die eigenen Emotionen besser regulieren zu können und neutraler mit stressauslösenden Situation umgehen zu können.
Das sogenannte Achtsamkeitstraining besteht meist aus einer Form der Meditation, deren Fokus auf der Wahrnehmung innerer Vorgänge besteht und dem Versuch einen gewissen Abstand zu den eigenen Emotionen zu gewinnen. Neben einer erhöhten Stressresistenz konnte nachgewiesen werden, dass Achtsamkeitstraining ebenfalls die Konzentration, die Produktivität und die generelle Zufriedenheit erhöhen kann.

Kann man Stress messen?

Akuter Stress verursacht in unserem Körper eine Reihe von Veränderungen, die als sogenannte akute Stressantwort zusammengefasst werden. Zu diesen zählen, die Steigerung der Herzfrequenz, eine Steigerung des Blutdrucks, vermehrtes Schwitzen, eine leicht erhöhte Körpertemperatur und eine verstärkte Anspannung der Muskeln. All diese Parameter können durch verschiedene Methoden gemessen werden.
Insofern trifft es nicht zu, dass man Stress direkt messen kann. Es ist jedoch möglich die individuelle Stressantwort einer Person zu messen und so, wenn auch mit erheblicher Ungenauigkeit, auf die Stärke des auslösenden Stressauslösers zu schließen. Neben dieser akuten Stressantwort ist es weiterhin möglich, chronischen Stress durch die Bestimmung des Cortisolspielgels nachzuweisen. Diese Messung erfolgt meist durch die 24 stündliche Sammlung des Urins, in der dann der Cortisolspiegel gemessen werden kann.

Entspannungstechniken

Es gibt mittlerweile unzählige Entspannungstechniken, die helfen können Stress zu reduzieren. Doch nicht jede Technik wirkt bei jedem Menschen gleich gut und mit der Zeit entwickeln viele Menschen Präferenzen für bestimmte Methoden. So gilt am Anfang der Suche nach der individuell besten Entspannungstechnik das Motto: Ausprobieren! Zu den bekanntesten Techniken gehören Yoga und Meditation.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Wie kann man Stress abbauen?

Beide Begriffe sind jedoch nur ein Überbegriff für zahlreiche verschiedene Unterarten. So gibt es Yoga, dass eher auf schnelle sportliche Bewegungen ausgelegt ist, aber auch sehr langsames Yoga, in dem die Suche nach Ruhe im Fokus steht. Eine der meist angewendeten Meditationsarten stellt die Achtsamkeitsmeditation dar.

Wem diese Arten der Entspannungstechniken zu exotisch wirkt, kann auch auf klassischeren Wegen versuchen die passende Technik für sich zu finden. Zu diesen gehören das langsame Durchatmen mit geschlossenen Augen vor dem Beginn einer stressigen Arbeit, das Hören von ruhiger Musik oder für andere auch das Betreiben von Sport.

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Prophylaxe

Widerstandsfähigkeit gegen Stress setzt sich aus drei Elementen zusammen. Zum einen das Engagement und Verantwortungsgefühl, denn wenn sich Menschen bei allem was sie tun aktiv einbringen und engagieren schützt das vor Stress. Das zweite Element ist das Gefühl von Kontrolle, welches sich in der Fähigkeit äußert, sich im Leben auf das zu konzentrieren, was man ändern kann, und das Vertrauen, dass die eigenen Aktivitäten auch nützlich sind. Das dritte Element ist die Herausforderung mit der Erwartung, dass die Änderungen des Lebens eine Anregung für die eigene persönliche Entwicklung sein werden. Die Fähigkeiten, belastende Situationen als Chancen zu sehen. Auch ein ausreichendes Maß an Bewegung an frischer Luft gilt als Stressprophylaxe. Des weiteren auch ausgewogene gesunde Ernährung, ausreichender Schlaf und eine gute Work-Life-Balance.

Zusammenfassung

Stress ist ein sehr komplexes gesundheitliches Probleme, wenn er das Maß überschreitet, in welchem er vom Körper ausgeglichen werden kann. Er beeinflusst viele Systeme des Körpers und hat sowohl Einflüsse auf die Zelle, auf einzelne Organe und auf das komplexe Immunsystem des Körpers. Auch der hoch sensible Vorgang der Schwangerschaft kann von anhaltendem Stress stark beeinflusst werden (Siehe: Stress in der Schwangerschaft).
Es gibt aber gute Behandlungsmöglichkeiten gegen Stress, die von einer Ergänzungstherapie mit Stoffen die dem Körper fehlen über Bewegungstherapie bis zu psychosozialen Managementsystemen reichen. Gerade die Stressprophylaxe spielt eine besondere Rolle, besonders in unserer sehr beschleunigten Zeit. Eine gute Work-Life-Balance mit ausreichender Entspannung, Lebenskontrolle, Sport und Herausforderungen sorgt für eine ausgeglichene Homöostase des Körpers und somit ist die Stressresistenz sehr hoch.

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