Adrenalin

Bildung

Bildung des Adrenalin:

Hergestellt werden diese Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin im Nebennierenmark und in Nervenzellen ausgehend von der Aminosäure Tyrosin.
Mit Hilfe von Enzymen wird diese zunächst in L-DOPA (L-Dihydroxy-Phenylalanin) umgewandelt. Danach entstehen enzymatisch Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin unter Mitwirkung von Vitaminen (C, B6), Kupfer, Folsäure sowie Magnesium.
Adrenalin bindet an sogenannten adrenergen Rezeptoren, die zu den Zelloberflächenrezeptoren zählen. Noradrenalin besitzt ebenfalls zu den Zelloberflächenrezeptoren gehörende noradrenerge Rezeptoren.

Regulation

Regulation des Adrenalin:

Die Ausschüttung von Adrenalin wird durch Nervenreize oder andere Hormone (Cortisol) gesteigert. Gehemmt wird die Produktion durch negativen Feedback bei hohen Adrenalinkonzentrationen, welche die Bildung des Ausgangsstoffes Tyrosin unterbinden. Den Abbau und damit die Beendigung der Wirkung von Adrenalin übernehmen die Enzyme Catechol-O-Methyltransferase (COMT) und Monoaminooxidase (MAO). Die Endprodukte werden schließlich über den Urin ausgeschieden.
Die Ausschüttung des Noradrenalins wird durch Stress mittels Aktivierung des sympathischen Nervensystems gefördert. Beendet wird die Wirkung, indem Noradrenalin wieder in die produzierenden Zellen aufgenommen oder zu Adrenalin beziehungsweise Vanillinmandelsäure abgebaut wird.

Funktion

Die Stresshormone Adrenalinund Noradrenalinwirken sowohl auf den Stoffwechsel, als auch auf den Kreislauf. In Stresssituationen sind diese Hormone in der Lage, das Herz-Kreislauf-System zu aktivieren, indem die Herzfrequenz und der Blutdruck gesteigert sowie die Lungenbronchien erweitert werden. Als Folge ergibt sich eine gesteigerte körperliche Leistungsfähigkeit.
Außerdem werden unter Hormoneinfluss Energiereserven mittels Zuckerfreisetzung (Glukose), Zuckerneubildung (Gluconeogenese) sowie Fettabbau (Lipolyse) mobilisiert und den Muskeln durch eine erhöhte Durchblutung zugeleitet. Die Beweglichkeit (Peristaltik) des Magen-Darm-Trakts wird gehemmt.
Auf diese Weise soll durch die Hormone insgesamt eine rasche Fluchtreaktion in Notsituationen ermöglicht werden.
Noradrenalin stellt außerdem einen wichtigen Nervenüberträgerstoff (Neurotransmitter) im sympathischen Nervensystem dar; Adrenalin spielt diesbezüglich eine untergeordnete Rolle. Weiterhin besitzt Noradrenalin eine schmerzlindernde (analgetische) Wirksamkeit.

Wirkung von Adrenalin im menschlichen Körper

Die Wirkung von Adrenalin im menschlichen Körper findet an diversen unterschiedlichen Organ- und Körperbereichen statt und erfüllt dort seine Funktion als Stresshormon.
Seine Hauptaufgaben bewältigt Adrenalin im

  • Herz-Kreislaufsystem
  • im Magen-Darm-Trakt
  • in der Muskulatur
  • der Atmung
  • im Gehirn und i
  • m Fett- und Zuckerstoffwechsel der Zellen.

Im Herz-Kreislaufsystem kann es innerhalb von wenigen Sekunden das Blut zentralisieren, den Blutdruck steigern und somit Blutreserven für eine potentielle Stresssituation bereitstellen.
Es bindet an alpha1, beta1 und beta2-Adrenorezeptoren, die je nach Organgebiet unterschiedliche Reaktionen verursachen können. Kleine Gefäße in Randbereichen des Körpers, zum Beispiel der Haut, ziehen sich zusammen während die sich großen zentralen Blutgefäße und die der Muskulatur erweitern.
Das führt dazu, dass große Blutmengen umverteilt werden, um die Versorgung der Muskulatur zu steigern. Das Herz schlägt schneller und kräftiger, was den Blutdruck erhöht und die Versorgungsleistung des Herzens steigert.

Über die gleichen Rezeptoren nimmt Adrenalin auch Einfluss auf den Magen-Darm-Trakt und die Atmung. Glatte Muskulatur erschlafft unter Adrenalineinfluss.
Das führt dazu, dass die Bewegung des Magen-Darm-Traktes und somit die Verdauung eingeschränkt wird. Eine Erschlaffung glatter Muskulatur bewirkt auch, dass die Bronchien sich weniger stark zusammen ziehen und insgesamt durch eine Erweiterung der Atemwege die Atmung erleichtert wird.

In Fett- und Muskelzellen nimmt Adrenalin ebenfalls über die Adrenorezeptoren Einfluss auf den Stoffwechsel. Der Fettabbau wird begünstigt und liefert neue Energiereserven. Der Zuckergehalt im Blut nimmt deutlich zu, über den vermehrten Aufbau von Zuckermolekülen und über die Freisetzung des Hormons Glucagon. Der Muskel kann mehr Energiereserven aufnehmen und umsetzen und seine Aktivität somit steigern.

Auch im Zentralnervensystem, im Auge, an der Haut und an diversen weiteren Organen löst das Adrenalin kleinere Reaktionen aus, die allesamt der Funktion des Stresshormons entsprechen. Der Blutdruck erhöht sich, die zentrale Durchblutung wird gesteigert, die Muskeln erhöhen ihren Grundumsatz und die Gesamtaktivität des Körpers wird nach Ausschüttung des Adrenalins innerhalb weniger Sekunden gesteigert.

Adrenalin senken

Da das Adrenalin einer der wirksamsten Faktoren für Stressreaktionen ist, kann eine übermäßige Ausschüttung beträchtliche Folgen haben. Menschen, die dauerhaft zu hohe Adrenalinwerte haben, erleiden alle Wirkungen des Hormons als Dauerzustand.
Angstzustände, ein ständiges Stressgefühl, Bluthochdruck, erhöhte Glucosewerte und langfristige Herz-Kreislaufprobleme gehören zu den Risiken bei erhöhtem Adrenalin.
Den Adrenalinspiegel bewusst senken, geht am besten, indem man Situationen vermeidet, die zur Ausschüttung des Hormons führen. Stresssituationen im Job oder Alltag wirken langfristig besonders stark auf den Adrenalinspiegel. Gelingt es, Stresssituationen zu vermeiden oder zu reduzieren, stellt man schnell auch den körperlichen Abfall des Stresses fest.

Gezielte Atemübungen helfen in stressigen Situationen, den Stress ebenfalls zu reduzieren. Äußere Einflüsse, wie Lärm, schnelle Bewegungen, häufige Berührungen abzuschalten, die Augen zu schließen und mehrfach tief Luft zu holen, bewirkt für den Moment eine Reduktion des Hormonspiegels. In Kombination mit Entspannungsübungen können die Atemübungen auch als langfristige Therapie den Stresslevel herunterfahren.
Ausdauersport, wenn man ihn für sich angenehm ausführt, kann ebenfalls physische Ruhe verleihen. Langfristig hilft es jedoch am effektivsten den täglichen Stress in Beruf, Alltag und Familie bewusst zu umgehen .

Pen

Unter einem Adrenalin Pen versteht man eine Fertigspritze zur Anwendung zu Hause an sich selber.
Eingesetzt werden sie hauptsächlich in Notfällen bei Allergikern, bei denen ein Risiko für anaphylaktische Allergiereaktionen besteht.

Es wird beispielsweise unmittelbar nach Insektenstichen oder anderen Triggern der Allergie angewendet und ist für Überempfindlichkeitsreaktionen das Mittel der 1. Wahl zur Selbstverabreichung.
Angewendet wird der Adrenalin Pen am äußeren Oberschenkel und das Mittel wird in den Muskel injiziert. Pens sind erhältlich mit unterschiedlichen Medikamenten zur Anwendung verschiedener Krankheiten.

Bei starken Allergikern empfehlen sich die Adrenalin Pens für den Notfall für zu Hause, da sie durch ein Antioxidans ein bis zwei Jahre haltbar sind. Die Pens enthalten zwischen 150 bis 300 Mikrogramm Adrenalin.

Der Allergiker muss durch den Arzt lernen, in welchen Situationen der Pen angewandt werden muss und wie genau er zu handhaben ist. Sollte die Wirkung des Adrenalins nicht ausreichen, kann nach frühestens 5 Minuten eine weitere Injektion erfolgen.

Noradrenalin

Noradrenalin ist ein Hormon, das ebenfalls in der Nebenniere produziert wird und dem Adrenalin sehr ähnlich ist.

Die Hauptaufgabe des Noradrenalins liegt im Zentralnervensystem, wo es als Neurotransmitter in den synaptischen Spalt ausgeschüttet wird. In den Reaktionen, die es auslöst, ist es dem Adrenalin sehr ähnlich.

Es hat auch, wie das Adrenalin, Funktionen als Hormon. Es steigert ebenfalls den Blutdruck und kann notfallmedizinisch zum Beispiel bei anaphylaktischen Reaktionen eingesetzt werden. Es fungiert auch als Stresshormon und wird in diesen Situationen vermehrt als Hormon in den Blutkreislauf ausgeschüttet.

Notfallmedizinisch kann das Noradrenalin besser eingesetzt werden, da es das Blut zentralisiert und schon in niedrigeren Dosen den Blutdruck erhöhen kann, ohne die unerwünschten Stoffwechselwirkungen des Adrenalins zu besitzen.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 20.06.2017
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