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Die Anatomie des Armes

Allgemeines

Der Arm des Menschen, auch als freie obere Extremität bezeichnet, ist die Umwandlung bzw. Weiterentwicklung der Vordergliedmaße zum Greifwerkzeug.
Dabei dient er aber nicht nur als Greifwerkzeug, sondern auch zur Ausbalancierung beim aufrechten Gang.

Funktion des Armes

Die obere Extremität des Menschen hat die größtmögliche Bewegungsfreiheit aller Körperteile. Diese wird durch die Beweglichkeit im

Anatomie

Der Arm wird gegliedert in den

Dabei stehen die einzelnen Teile des Armes über Gelenke in Verbindung. Diese dienen neben der Verbindung der einzelnen Teile des Armes auch der Ausführung zahlreicher Bewegungen.

Der Oberarm besteht aus einem großen Röhrenknochen (Humerus). Dieser ist über das Schultergelenk mit der Schulter und damit dem Körperstamm verbunden. Dieses ist ein Kugelgelenk, welches drei verschiedene Bewegungsrichtungen ermöglicht.

Der Oberarm kann zum einen um eine sagittale Achse bewegt werden.
Dies geschieht durch Heranziehen des Arms von der Seite zum Körper (Adduktion), sowie die seitliche Bewegung des Armes vom Körper weg (Abduktion). Die Grenze der Abduktion liegt bei 90°, die Bewegung über 90° wird als Hebebewegung (Elevation) bezeichnet. Für diese Bewegungen sind verschiedene Muskelgruppen zuständig, die als

  • Adduktoren,
  • Abduktoren, bzw.
  • Elevatoren bezeichnet werden.

Des Weiteren ist eine Bewegung des Armes um eine frontale Achse möglich. Dies bezeichnet das Heben des Armes nach vorne (Anteversion), bzw. die Rückführung des Armes (Retroversion). Als letzte Möglichkeit besteht eine Drehbewegung des Armes im Schultergelenk.
Diese Drehung kann nach innen (Innenrotation) oder nach außen (Außenrotation) ausgeführt werden. Die Drehung im Schultergelenk dient der Unterstützung der Drehung im Unterarm:

  • Drehung der Handfläche nach oben = Supination,
  • Drehung der Handfläche nach unten = Pronation.

Das Ellenbogengelenk dient der Verbindung zwischen dem Oberarmknochen (Humerus) und den beiden Unterarmknochen (Elle und Speiche). Durch die verschiedenen Strecker- und Beugermuskeln kann eine Streckung und Beugung im Ellenbogengelenk stattfinden.
Aber auch die oben benannte Pronation und Supination ist nur aufgrund der Rotation des Speichenköpfchens im Ellenbogengelenk möglich.

Im Handgelenk, artikulieren zum einen die körpernahen (proximalen) Handwurzelknochen mit den Knochen des Unterarmes und die Handwurzelknochenreihen untereinander. Diese verschiedenen Gelenke ermöglichen die

  • Beugung (Flexion, Plamarflexion) und
  • Streckung (Extension, Dorsalextension),
  • sowie eine Abspreizbewegung des Handgelenks. Diese kann sowohl in Richtung des Daumens (Ulnarabduktion), als auch in Richtung des kleinen Fingers (Radialabduktion) ausgeführt werden.

Die Finger selbst bestehen aus zahlreichen kleinen Knochen, welche einzeln durch zahlreiche Gelenke miteinander verbunden sind, sodass die Finger

  • gebeugt und
  • gestreckt werden können.
  • Des Weiteren können alle Finger weggeführt (Abduktion) und
  • herangeführt (Adduktion) werden.

Der Daumen kann als einziger Finger noch eine Oppositionsbewegung ausführen. Hierbei wird der Daumen auf die Handfläche bewegt. Neben den knöchernen Verbindungen zwischen den verschiedenen Anteilen des Armes dienen auch die Muskeln zur Verbindung der einzelnen Strukturen. Sie vermitteln neben der Verbindung auch die einzelnen Bewegungen der drei wesentlichen Gelenke und dienen der Kraftübertragung.

Aus diesem Grund ziehen die einzelnen Muskeln immer über eines der verschiedenen Gelenke hinweg, um dieses dann in Bewegung zu bringen. Auch die einzelnen Gefäße und Nerven entspringen an der Schulter, bzw. dem Körperstamm und setzten sich dann fort bis in die einzelnen Finger. So erfolgt die Versorgung durch arterielles Blut und die nervale Innervation.

Die Venen und Lymphgefäße sammeln das Blut hingegen in der Peripherie, also den Fingern und führen dieses dann dem Körperstamm zu. Somit stehen auch die Venen und Lymphgefäße des Armes miteinander in Verbindung, bzw. gehen ineinander über und transportieren dadurch die verschiedenen Flüssigkeiten.

Anatomie des Oberarms

Der Oberarm ist ein Teil der oberen Extremität und besteht aus einem Knochen, mehreren Muskeln und weiteren Strukturen.
Über das Schultergelenk ist der Oberarm mit dem Rumpf verbunden. Durch dieses Gelenk ist der gesamte Arm sehr beweglich. Zum Unterarm hin schließt der Oberarm mit dem Ellenbogengelenk ab.

Der einzige Knochen am Oberarm ist der Oberarmknochen (Humerus). Dieser große Röhrenknochen bildet zusammen mit der Gelenkpfanne des Schulterblatts das Schultergelenk. Dieses Gelenk wird durch eine Kapsel und mehrere Muskeln stabilisiert. Diese Muskelgruppe wird als Rotatorenmanschette bezeichnet, da sie ähnlich wie eine Manschette das Schultergelenk umschließt und die Muskeln unter anderem für die Drehbewegung (Rotation) zuständig sind.
Zu diesen Muskeln gehören

  • der Musculus teres minor, der Musculus subscapularis,
  • der Musculus supra- und
  • infraspinatus.

Ein weiterer wichtiger Muskel, der am Oberarm ansetzt, ist der Bizeps (Musculus biceps brachii). Dieser Muskel hat mehrere Funktionen und ist sowohl für die Bewegung in der Schulter als auch im Ellenbogengelenk zuständig. Der Arm kann nach innen gedreht, nach vorne ausgestreckt, vom Körper wegbewegt und im Ellenbogen gebeugt werden. Auch der Musculus brachialis ist für die Beugung des Armes zuständig. An der Oberarmrückseite gibt es den Trizepsmuskel (Musculus triceps brachii). Dieser streckt den Arm im Ellenbogengelenk und ist in der Lage, den Arm wieder an den Körper heranzuziehen.

Die Blutversorgung des Oberarmes wird durch die Arteria brachialis sichergestellt, die sich wiederum in mehrere Äste aufteilt. Der venöse Abfluss wird durch mehrere Venen, wie die oberflächlich gelegenen Vena basilica und Vena cephalica bewerkstelligt. Die beiden Nerven Nervus musculocutaneus und Nervus radialis innervieren motorisch die Muskeln am Oberarm und sensibel Bereiche der Haut.

Erfahren Sie mehr unter: Oberarmmuskulatur

Anatomie des Unterarms

Der Unterarm gehört wie der Oberarm zur oberen Extremität. Über das Handgelenk ist er mit der Hand und über das Ellenbogengelenk mit dem Oberarm verbunden. Im Gegensatz zum Oberarm bilden zwei Knochen die Grundlage des Unterarmes, die Elle (Ulna) und die Speiche (Radius).
Diese beiden Röhrenknochen sind durch eine Membran, die Membrana interossea antebrachii miteinander verbunden. Zudem bilden diese Knochen jeweils am Ellenbogen und am Handgelenk zusammen jeweils ein Gelenk, das proximale und distale Radioulnargelenk. Die Hauptbewegungen, die aus diesem Gelenk hervorgehen sind die Pronation und Supination des Unterarmes, beziehungsweise des Handgelenkes.

Die Muskulatur des Unterarmes besteht aus vielen Muskeln, die sich funktionell in die Beugemuskeln und Streckmuskeln einteilen lassen. Die Muskeln, die die Hand beugen, lassen sich nochmal in die tiefe und oberflächliche Muskulatur einteilen.
Zu den tiefen Muskeln gehören unter anderem der Musculus flexor digitorum profundus und der Musculus flexor pollicis longus. Zu den oberflächlichen Beugemuskeln gehören insgesamt fünf Muskeln, zum Beispiel der Musculus pronator teres.

Bei den Streckmuskeln gibt es auch oberflächliche und tiefe Muskeln. Zusätzlich gibt es eine weitere Muskelgruppe, die Radialisgruppe. Diese Muskeln sind für das Abknicken der Hand in Richtung Speiche verantwortlich.

Die Blutversorgung erfolgt durch die Arteria ulnaris und Arteria radialis. Diese beiden Gefäße gehen aus der Arteria brachialis hervor. Die zahlreichen Muskeln werden durch mehrere Nerven, wie zum Beispiel den Nervus radials und Nervus ulnaris versorgt.

Informieren Sie sich auch unter: Unterarmmuskeln

Anatomie der Hand

Die Hand ist eine komplexe Struktur mit vielen Knochen und Muskeln, die eine große Beweglichkeit ermöglichen. Ihre Funktion ist das Greifen und Halten von Objekten, ohne welches ein selbstständiges Leben nicht möglich ist. Über das Handgelenk sind die Hände mit dem Unterarm verbunden und bilden so den letzten Anteil der oberen Extremität.

Die Hand besteht insgesamt aus 27 Knochen, was rund ein Viertel aller menschlichen Knochen ausmacht.
Es gibt acht Handwurzelknochen (Kahnbein, Mondbein, Dreiecksbein, Erbsenbein, großes und kleines Vieleckbein, Kopfbein, Hakenbein), fünf Mittelhandknochen und 14 Fingerknochen. Dabei setzen sich die Finger aus drei kleinen Knochen zusammen. Eine Ausnahme bildet der Daumen, der nur aus zwei Knochen besteht.

Neben den vielen Knochen, gibt es 33 Muskeln, die an der großen Beweglichkeit beteiligt sind. Die meisten von ihnen haben ihren Ursprung am Unterarm und ziehen mit ihren Sehnen in die Hand.
Die Blutversorgung der Hand wird durch die Arteria radialis und die Arteria ulnaris sichergestellt.
Auch die motorische und sensible Versorgung der Hand wird durch mehrere Nerven übernommen (Nervus radialis, Nervus ulnaris und Nervus medianus). Je nach dem, welcher Nerv verletzt ist, kommt es zu charakteristischen Ausfallerscheinungen der Hand, wie beispielsweise eine Fallhand. Diese gibt einen Hinweis auf eine Schädigung des Nervus radialis, der zum Beispiel durch einen Oberarmbruch verletzt werden kann.

Informieren Sie sich unter: Muskeln der Hand

Abbildung der Armmuskulatur

Armmuskulatur

  1. Zweiköpfiger Oberarmmuskel
    (Bizeps) kurzer Kopf -
    M. biceps brachii, Caput breve
  2. Zweiköpfiger Oberarmmuskel
    (Bizeps) langer Kopf -
    M. biceps brachii, Caput longum
  3. Oberarmmuskel (Armbeuger) -
    Musculus Brachialis
  4. Dreiköpfiger Oberarmmuskel
    (Trizeps) seitlicher Kopf -
    M. triceps brachii, Caput laterale
  5. Dreiköpfiger Oberarmmuskel
    (Trizeps) langer Kopf -
    M. triceps brachii, Caput longum
  6. Dreiköpfiger Oberarmmuskel
    (Trizeps) innerer Kopf -
    Musculus triceps brachii,
    Caput mediale
  7. Knorrenmuskel - Musculus anconeus
  8. Ellbogen - Olecranon
  9. Oberarm-Speichen-Muskel -
    Musculus Brachioradialis
  10. Langer speichenseitiger Handstrecker -
    Musculus extensor carpi radialis longus
  11. Speichenseitiger Handbeuger -
    Musculus flexor carpi radialis
  12. Oberflächlicher Fingerbeuger -
    Musculus flexor digitorum superficialis
  13. Langer Hohlhandsehnenspanner -
    Musculus palmaris longus
  14. Halteband der Strecksehnen -
    Retinaculum musculorum extensorum
  15. Kurzer speichenseitiger Handstrecker -
    Musculus extensor carpi radialis brevis
  16. Ellenseitiger Handbeuger -
    Musculus flexor carpi ulnaris
  17. Fingerstrecker -
    Musculus extensor digitorum
  18. Trapezmuskel -
    Musculus trapezius
  19. Deltamuskel -
    Musculus deltoideus
  20. Großer Brustmuskel -
    Musculus pectoralis major

Eine Übersicht aller Abbildungen von Dr-Gumpert finden Sie unter: medizinische Abbildungen

Krankheitsbilder des Arms

Arm schläft ein - Was kann die Ursache sein?

Es gibt verschiedene Ursachen, die zu einem eingeschlafenen Arm führen können. Diese sind in der Regel harmlos, jedoch gibt es auch schwerwiegende Erkrankungen, die sich mit solchen Beschwerden äußern. Ein eingeschlafener Arm führt zu einem Kribbel- oder auch Taubheitsgefühl im betroffenen Arm, was als sehr unangenehm empfunden werden kann. Es kann mitunter zu Schmerzen und Einschränkungen der Beweglichkeit kommen.

Die häufigste Ursache ist eine Fehlhaltung des Armes, sodass ein Nerv abgeklemmt wird. Als erstes wird die Sensibilität gestört, was unserem Gehirn als Kribbeln oder Taubheitsgefühl übermittelt wird. Es hilft, wenn man den Arm bewegt, sodass der abgeklemmte Nerv entlastet wird. Normalerweise normalisiert sich das Gefühl im Arm innerhalb kurzer Zeit und es bleiben keine Schäden zurück.

Schlafen die Arme oder auch andere Körperteile regelmäßig ein, obwohl keine unangenehme Körperhaltung vorlag, sollte ein Arzt hinzugezogen werden. In seltenen Fällen verbergen sich hinter solchen Symptomen schwere Erkrankungen, die einer Therapie bedürfen.
Dazu gehören unter anderem Bandscheibenvorfälle oder auch die Nervenerkrankung Multiple Sklerose. Besonders aufmerksam müssen auch zuckerkranke Personen (Diabetiker) sein. Durch diese Stoffwechselstörung können langfristig auch Nerven geschädigt werden, was zu einer Polyneuropathie führen kann. Bei einer Polyneuropathie geht die Sensibilität besonders an den Füße verloren und die Patienten verspüren oftmals ein Kribbeln oder ein Taubheitsgefühl. Dieser Erkrankung kann man durch eine gute Einstellung des Diabetes entgegenwirken.

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Knochenbrüche am Arm

Brüche am Arm kommen in allen Altersklassen vor und gehören zu den häufigsten Knochenbrüchen überhaupt. Prinzipiell kann jeder Knochen am Arm gebrochen sein.

Der häufigste Bruch am Arm ist die distale Radiusfraktur. Diese Verletzung entsteht in den meisten Fällen durch einen Sturz auf den ausgestreckten Arm. Die Speiche (Radius) ist gebrochen und je nach Ausmaß können auch umliegende Strukturen verletzt werden.

Ein weiterer häufiger Bruch am Arm ist die Humeruskopffraktur. Diese Verletzung trifft besonders ältere Menschen über 70 Jahre und Frauen nach der Menopause. Bei diesem Knochenbruch befindet sich der Bruchspalt im oberen Bereich des Oberarmknochens (Humerus). Auch dieser Bruch ist meist Folge eines Sturzes, jedoch gibt es auch seltenere Ursachen wie beispielsweise Knochenmetastasen.

Die Symptome von Brüchen am Arm sind unabhängig von der Bruchstelle und bestehen meist aus Schmerzen, Schwellung, Rötung und Bewegungseinschränkung. Die Diagnose eines Bruches kann oft unmittelbar nach der klinischen Untersuchung gestellt werden, jedoch wird diese durch ein Röntgenaufnahme gesichert. Die Röntgenbilder werden aus zwei Ebenen aufgenommen, um mögliche Knochenverschiebung erkennen zu können.

Bei offenen oder komplizierten Knochenbrüchen erfolgt eine Operation, ansonsten reicht ein einfacher Gipsverband, der in der Regel sechs bis acht Wochen getragen werden muss.

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Schmerzen am Arm - Was steckt dahinter?

Schmerzen am Arm können zahlreiche Ursachen haben und stellen sich in der Regel als unbedenklich dar. Bei der Schmerzanamnese sollten besonders sportliche Aktivitäten oder auch Stürze erfragt werden. Oftmals stecken hinter Schmerzen im Bereich des Armes muskuläre Ursachen, die beispielsweise durch eine Überanstrengung beim Sport oder eine Verspannung entstehen. Besonders bei Leistungssportlern, wie Tennisspielern sollte eine Überreizung der Muskulatur oder der Nerven in Betracht gezogen werden. Generell sollte immer eine Muskelzerrung, Muskelquetschung, eine Verstauchung eines Gelenkes oder auch ein Knochenbruch ausgeschlossen werden.

Bei älteren Patienten sollten vergangene Stürze abgeklärt werden, da schon bei Stürzen aus geringer Höhe Knochen beschädigt werden können. Begünstigend für solche Verletzungen sind eine verminderte Knochendichte (Osteoporose), unter der besonders ältere Frauen leiden.

Für Schmerzen am Arm können auch Entzündungen in Frage kommen, gehäuft im Bereich von Gelenken. In diesen Bereichen sind besonders die Sehnen der Muskeln und auch Schleimbeutel häufig gereizt, was zu starken Schmerzen führen kann. Auch chronisch-entzündliche Erkrankungen der Gelenke wie Rheuma äußern sich durch Schmerzen. 
Natürlich gibt es auch andere schwerwiegendere Erkrankungen, die zu Schmerzen am Arm führen können. Diese sind jedoch seltener und manifestieren sich häufig durch andere Symptome. Eine Raumforderung im Bereich unter Achsel, zum Beispiel durch geschwollene Lymphknoten im Rahmen eines Infektes oder auch eines malignen Prozesses, kann schmerzhaft in den Arm ausstrahlen.

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Arm ausgekugelt

Ein ausgekugelter Arm ist die häufigste Ausrenkung (Luxation) eines Gelenkes in Deutschland. In den meisten Fälle kugelt der Arm nach einem traumatischen Ereignis, meist nach einem Sturz auf den ausgestreckten Arm aus.

Die häufigste Verrenkung der Schulter ist eine sogenannte anteriore Schulterluxation. Dabei sitzt der Kopf des Oberarmknochens nicht mehr in seiner Gelenkpfanne, sondern ist nach vorne unten verlagert. Typische Symptome dieser Verletzung sind Schmerzen im Bereich der Schulter, Bewegungseinschränkung und eine federnde Position des Oberarmknochens. Zudem kann meist die leere Gelenkpfanne und der ausgerenkte Kopf des Oberarmknochens getastet werden.

Bestätigt wird ein ausgekugelter Arm durch eine Röntgenaufnahme aus zwei Ebenen. Es sind zwingend immer zwei Aufnahmen aus verschiedenen Perspektiven notwendig, um eine Ausrenkung nach vorne oder auch nach hinten nicht zu erkennen zu können.
Die Behandlung besteht aus einer unmittelbaren manuellen Einrenkung des Schultergelenks, bei der der Patient meist sediert wird und zusätzlich Schmerzmittel erhält. Wenn diese Reposition erfolgreich ist, lassen die Schmerzen sehr schnell nach und der betroffene Arm sollte mit Hilfe eines Verbandes ruhiggestellt werden. Bei schwerwiegenden Fällen, beispielweise bei verletzten Gefäßen oder Nerven oder auch bei wiederholter Ausrenkung der Schulter sollte das Gelenk operativ behandelt werden.  

Erfahren Sie mehr zu diesem Thema: Schulter ausgekugelt

Arm verstaucht - Was kann ich tun?

Eine Verstauchung beschreibt eine starke Überdehnung von Bändern oder auch Gelenkkapseln und kann verschiedene Körperstellen betreffen. Besonders gefährdet sind das Fuß- und Kniegelenk, jedoch kann man sich beispielweise durch starke Überlastung auch den Arm verstauchen. Eine Verstauchung oder auch Distorsion zeichnet sich durch Schmerzen und in die meisten Fällen durch eine Schwellung aus. Die Schwellung kommt durch einen Bluterguss zustande.

Bei unkomplizierten Verstauchungen braucht man nicht zwingend einen Arzt zu konsultieren. Einen guten Behandlungsüberblick gibt das sogenannte PECH-Schema. Die vier Buchstaben stehen für die vier wichtigen Säulen, die eine schnelle Regeneration des verletzten Gelenks unterstützten: Pause, Eis, Kompression und Hochlagerung. Nach einer Verstauchung sollte man körperliche Betätigung, insbesondere Sport für einige Wochen unterlassen. Zudem sollte die verletzte Stelle so schnell wie möglich gekühlt werden und ein Verband mit leichten Druck angebracht werden. Um den Arm weiter zu entlasten, sollte dieser hochgelagert werden.

All diese Maßnahmen helfen, einen Erguss vorzubeugen. Normalerweise lassen die Schmerzen nach wenigen Wochen nach und man kann langsam wieder seinen sportlichen Tätigkeiten nachgehen. Bei anhaltenden oder auch sehr starken Schmerzen sollte jedoch ein Arzt aufgesucht werden, der einen möglichen Bänderriss oder ähnliches ausschließen kann.

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Arm zittert

Ein Zittern oder auch Tremor des Arms kann vielseitige Ursachen haben, die in der Regel völlig harmlos sind. Trotz allem sollte man ein vermehrtes Zittern, das auch zum Beispiel ein Bein betreffen kann, beobachten und es von einem Arzt abklären lassen.

Ein minimales Zittern der Muskeln, welches wir normalerweise nicht bemerken, ist normal und hat keinen Krankheitswert. Verstärken sich diese Muskelzuckungen jedoch, sollte man darauf achten, in welchen Situationen dies auftritt. Man unterscheidet viele Arten von Zittern, beispielsweise das in körperlicher Ruhe (Ruhetremor) oder auch während aktiver Bewegungen (Bewegungstremor).

Eine häufige Ursache, die zu vermehrter Muskelaktivität führen kann, ist starker psychologischer Stress. Jedoch können auch Medikamente, wie zum Beispiel Antidepressiva oder ein starker Koffein- oder Nikotinkonsum zu Zittern des Armes führen.

Können diese Ursachen alle ausgeschlossen werden, müssen vor allem neurologische Ursachen in Betracht gezogen werden. Eine krankhafte Veränderung der Nerven oder des Gehirns können sich unter anderem durch einen Tremor der Extremitäten bemerkbar machen. Bekannte Beispiele sind multiple Sklerose (MS) und Morbus Parkinson. Diese beiden neurologischen Erkrankungen haben als Symptom jeweils ein charakteristisches Zittern.
Die Patienten mit multipler Sklerose zeigen einen sogenannten Intentionstremor. Dieses Zittern tritt vor allem auf, wenn die Patienten eine gezielte Bewegung beginnen. Im Gegensatz dazu neigen Parkinsonpatienten oft zu einem Haltetremor, der bei körperlicher Ruhe am stärksten ausgeprägt ist.

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Arm ist einseitig angeschwollen

Ein einseitig geschwollener Arm ist immer ein Grund einen Arzt aufzusuchen, besonders wenn die Schwellung plötzlich und ohne erklärbare Ursache auftritt. Bei generellen Lymphstörungen, die auch angeboren sein können, sind in der Regel beide Arme betroffen.

Häufig betrifft eine einseitige Schwellung des Armes Frauen, die aufgrund von Brustkrebs sich einer Operation unterziehen mussten. Bei dieser Operation wird nicht nur das Tumorgewebe in der erkrankten Brust entfernt, sondern je nach Tumorausbreitung auch befallene Lymphknoten. Diese befinden sich im Bereich der Achsel und sind für den Lymphabfluss wichtig. Fehlen diese Lymphknoten kommt es zu einer Lymphabflussstörung, sodass der Arm anschwillt. Dies kann mitunter zu Schmerzen führen, sodass das Bewegungsausmaß eingeschränkt ist.

Die Behandlung solcher Lymphabflussstörungen besteht aus mehreren Komponenten. Zum einen wirken sich ausreichende Bewegung und eine gesunde Hautpflege positiv auf das Entstehen solcher Erkrankungen aus. Als besonders effektiv hat sich eine manuelle Lymphdrainage erwiesen. Hierbei regen ausgebildete Physiotherapeuten mit gewissen Handgriffen und Massagen den Lymphabfluss an, sodass sich die Stauung löst. Unterstützend wirken auch Kompressionsverbände oder -strümpfe, die den Arm komprimieren und so den Lymphabfluss fördern.

Ein weitere Ursache, die eine einseitige Schwellung des Armes hervorrufen kann, ist ein Insektenstich. Dies kommt sehr selten vor, sollte jedoch von einem Arzt untersucht und gegebenenfalls behandelt werden. 

Informieren Sie sich auch unter: Lymphysystem 

Kinesio-Tape am Arm

Ein Kinesio-Tape gehört zu den alternativen Heilverfahren und wird unter anderem bei Erkrankungen am Arm verwendet. Das Kinesio-Tape ist ein elastisches Baumwollband mit einer Acryl-Klebeschicht, die auf die Haut aufgetragen wird. Wie man den Arm richtig tapet, ist abhängig von der Verletzung.

Hilfreich ist das Kinesio-Tape beispielsweise bei einem sogenannten Tennisarm oder bei Sehnenscheidenentzündungen. Es gibt jedoch allgemeine Hinweise, die man beim Anbringen eines Kinesio-Tape immer beachten sollte.

Vor Anbringen des Tape muss die Haut enthaart und mit Seife gereinigt werden. Damit das Tape länger haften bleibt, hilft es die Ecke abzurunden und die Klebefläche beim Aufkleben nicht zu berühren. Bevor man das Tape aufklebt, sollte man es leicht erwärmen, zum Beispiel indem man es kurz zwischen den Händen reibt.

Das Kinesio-Tape soll Muskeln und Gelenke entlasten und es gibt zahlreiche verschiedene Möglichkeiten zu tapen. Bei einem Tennisarm ist der Arm sportlich überbelastet und die Schmerzen liegen an der Außenseite des Ellenbogens. Der Arm wird während des Tapens im Ellenbogengelenk gestreckt und im Handgelenk gebeugt. Das erste längere Kinesio-Tape klebt man beginnend vom Handrücken über den Unterarm an die äußere Seite des Ellenbogens. Das zweite Tape ist kürzer und wird unter Zug von der unteren inneren Ellenbeuge zur Rückseite des Ellenbogens gezogen. Entscheidend ist der richtig Zug an der optimalen Stelle. Um dies sicherzustellen, empfiehlt es sich solche Tapes nur von erfahrenen Therapeuten anbringen zu lassen.

Weitere Informationen dazu finden Sie unter: Tennisarm- Das sollten Sie wissen!

Zusammenfassung

Der Arm des Menschen mit seinem anatomischen Aufbau ist das Organ eines Menschen mit dem größtmöglichen Bewegungsausmaß.

Neben den einzelnen Bewegungen dient er auch zur Haltung des Gleichgewichts. Aus diesem Grund pendelt der Mensch beim Gehen mit den Armen hin und her. Die zahlreichen Bewegungen und Funktionen werden durch

  • die drei großen knöchernen Teile des Armes,
  • deren Gelenkverbindungen und
  • Muskeln vermittelt.

Die Blut- / Lymphgefäße und Nerven des Armes verlaufen meist in einer Verbindung von der Schulter bis zu den Fingern und versorgen dadurch den gesamten Arm mit Nährstoffen und Sauerstoff.

Von den großen in Verbindung stehenden Gefäßen zweigen zahlreiche kleinere Gefäße ab, um den gesamten Arm versorgen zu können. Ebenso sind die einzelnen Nerven für verschiedene Strukturen des Armes zuständig, sodass die Verletzung eines Nervs am Oberarm auch zum Ausfall einzelner Muskeln am Unterarm oder der Hand führen kann.

Weitere Informationen zum Thema Arm

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Eine Übersicht aller Themen der Anatomie finden Sie unter Anatomie A-Z.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 14.11.2018
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