Fußgelenk

Untersuchung Fußgelenk

Einleitung/ Allgemeines

Das Fußgelenk setzt sich aus verschiedenen Teilgelenken zusammen.
Die beiden größten Gelenke sind:

Diese bilden zusammen eine funktionelle Einheit und werden als Articulatio cylindrica bezeichnet. Das Sprunggelenk ist eines der am stärksten beanspruchten Gelenke des Körpers, da es bei jedem Schritt die gesamte Körpermasse tragen muss.
Neben diesen existieren noch kleinere Gelenke der Fußwurzelknochen, welche jedoch stark durch Bänder fixiert und dadurch kaum beweglich sind.

Abbildung Fußgelenk

Abbildung linker Fuß: Skelett von der rechten Seite (A) und von oben (B)
  1. Zehenendglied -
    Phalanx distalis
  2. Zehenmittelglied -
    Phalanx media
  3. Zehengrundglied -
    Phal. proximalis
    (1. - 3. Zehenknochen -
    Phalanges)
  4. Mittelfußknochen -
    Os metatarsi
  5. Inneres Keilbein -
    Os cuneiforme mediale
  6. Mittleres Keilbein -
    Os cuneiforme intermedium
  7. Äußeres Keilbein -
    Os cuneiforme laterale
  8. Würfelbein - Os cuboideum
  9. Kahnbein - Os naviculare
  10. Sprungbein - Talus
  11. Sprungbeinrolle - Trochlea tali
  12. Fersenbein - Calcaneus
  13. Vorsprung am 5. Mittelfußknochen - Tuberositas ossis metatarsalis quinti (V)

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Abbildung Schmerzen Fußgelenk

Abbildung Fußschmerzen

Fußschmerzen

  1. Achillessehnenentzündung /
    Achillessehnenruptur
  2. Knochenbruch - Zehen,
    Mittelfuß, Fußwurzelknochen
    (hier Außenknöchelbruch)
  3. Bänderdehnung / Bänderriss
    am Sprunggelenk
  4. Untere und obere Fersensporn
    Calcaneussporn
  5. Hammerzehen und Krallenzehen
    (Deformitäten der Zehenknochen)
    Digitus malleus
  6. Fußsohlenwarzen
    Verrucae plantares
  7. Hallux valgus -
    (Abweichung der Großzehe
    im Grundgelenk)
  8. Hallux rigidus - (Gelenkverschleiß des Großzehengrundgelenkes)
  9. Entzündete Nägel / Nagelpilz
  10. Arthrose / Arthritis - degenerative Veränderung von Gelenken / Entzündung der Gelenke

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Oberes Sprunggelenk (OSG)

Das obere Sprunggelenk (Articulatio talocruralis) setzt sich aus den Gelenkflächen der Malleolengabel und dem Sprungbein (Talus) zusammen.
Die Malleolengabel wird durch das körperferne (distale) Ende des Schienbeins (Tibia) - und Wadenbeins (Fibula) gebildet. Dabei wird das Sprungbein von der Malleolengabel von oben auf beiden Seiten umschlossen und ist damit von entscheidender Bedeutung für die Stabilität des Gelenks.
Das obere Sprunggelenk ist ein reines Scharniergelenk und kann damit nur eine Bewegung ausführen. Diese besteht im Heben der Fußspitze (Dorsalextension) um ca. 20° und Senken der Fußspitze (Plantarflexion) um ca. 30°.
Die Gelenkkapsel umgibt die beiden Enden des Schien- und Wadenbeins, sowie das Sprungbein. Hierdurch liegt die Malleolengabel (Außen- und Innenknöchel) außerhalb der Gelenkkapsel und sind deswegen sehr verletzungsanfällig.
Das Gelenk an sich wird noch durch verschiedene andere Bänder fixiert:

  • An der Knöchelinnenseite liegt das Ligamentum deltoideum (Syn. Lig. Collaterale mediale) welches aus vier Teilen besteht (Pars tibionavicularis, Pars tibiotalaris anterior und posterior und Pars tibiocalcanea). Es verläuft zwischen dem Innenknöchel (Malleolus medialis) fächerförmig zum Sprungbein (Talus), Fersenbein (Calcaneus) und Kahnbein (Os naviculare).
  • Auch am Außenknöchel spannt sich ein Band vom Wadenbein zum Sprungbein (Lig. Talofibulare anterius und posterius),
  • sowie ein Band vom Wadenbein (Fibula) zum Fersenbein (Calcaneus). Hierdurch wird das obere Sprunggelenk vor allem durch den Inneren und Äußeren Bandapparat gesichert.

Unteres Sprunggelenk

Das untere Sprunggelenk ist Teil des Fußes und besteht aus:

  • einem vorderen (Articulatio talocalcaneonavicularis)
  • und einem hinteren (Articulatio subtalaris) Anteil.

Die Grenze dieser Anteile bildet das Sprungbein- Fersenbein- Band (Ligamentum talocalcaneum interossea). Beide Teile besitzen jeweils eine eigene Gelenkhöhle, unter funktionellen Gesichtspunkten lassen sich die Teile jedoch nicht trennen.
Der vordere Gelenkteil besteht aus der Interaktion zwischen dem Sprungbein (Talus) und Anteilen des Fersenbeins (Calcaneus), Kahnbeins (Os naviculare) und des Ligamentum calcaneonaviculare plantare (Gelenkpfanne).
Der hintere Teil (Articulatio subtalaris) wird durch die nach außen geformte Seite (konvexe Fläche) des Fersenbeins (Calcaneus) und die nach innen geformte Seite (konkave Fläche) des Sprungbeins (Talus) geformt.
Das untere Sprunggelenk kann den inneren (Supination) und äußeren (Pronation) Fußrand anheben. Bei dieser Bewegung werden automatisch andere Gelenke mitbewegt, sodass die gesamte Pronations- und Supinationsbewegung des Fußes größer ist, als die reine Bewegung im unteren Sprunggelenk.
Der Bewegungsumfang für die kombinierte Bewegung liegt bei ca. 50- 60° für die Supination und bei ca. 30° für die Pronation.
Auch das untere Sprunggelenk wird durch verschiedene Bänder stabilisiert:

  • Ligamentum calcaneonaviculare plantare
    stabilisiert den vorderen Anteil und zieht als sehr starkes Band vom Fersenbein (Calcaneus) zum Kahnbein (Os naviculare). Es ist an der Bildung der Gelenkpfanne beteiligt und von Knorpelgewebe überzogen.
  • Ligamentum talonaviculare
    verstärkt die Gelenkkapsel von hinten (dorsal) und erstreckt sich zwischen Sprungbein (Talus) und Kahnbein (Os naviculare).
  • Ligamentum plantare longum
    spannt sich auf der Fußrückenseite zwischen dem Fersenbein (Calcaneus) zum Würfelbein (Os cuboideum) und den Knochen des Mittelfußes und stabilisiert somit den vorderen Teil des unteren Sprunggelenks.
  • Lig. Talocalcaneum mediale und laterale
    stabilisiert als mittleres und seitliches Band den hintere Teil zwischen Sprungbein (Talus) und Fersenbein (calcaneus).
  • Lig. Calcaneofibulare und Ligamentum talocalcaneum interosseum
    fixieren den hinteren Teil des unteren Sprunggelenks zwischen Waden- und Fersenbein bzw. Sprung- und Fersenbein.

Verletzungen des Sprunggelenks

Besonders häufig sind die Bandstrukturen des Fußes von Verletzungen betroffen. Bei einem typischen Umknicken des Fußes nach innen oder außen kann es zu Schädigungen des Kapsel- Bandapparates mit Zerreißung, Dehnung oder Zerrung der betroffenen Bänder kommen.
Knöcherne Verletzungen, wie beispielsweise Brüche des Außen- oder Innenknöchels sind möglich, jedoch eher selten.
Mit ca. 20% aller Sportverletzungen ist das Sprunggelenk sehr häufig von Traumen jeder Art betroffen. Im Vergleich zu anderen Gelenken, entwickeln sich jedoch im Sprunggelenk kaum Abnutzungserscheinungen, sofern kein Trauma vorausgegangen ist.
Somit entstehen die häufigsten Arthrosen nach Sprunggelenksverrenkungsbrüchen oder komplexen Kapsel- Band- Verletzungen.

Häufige Verletzungen des Sprunggelenks:

Weitere Gelenke der Fußwurzel/ des Mittelfußes

Das Gelenk zwischen Fersenbein und Würfelbein (Articulatio calcaneocuboidea) ist eine Amphiarthrose, also ein sehr stark fixiertes Gelenk, in dem kaum Bewegungen möglich sind. Dieses Gelenk wird zudem durch weitere straffe Bänder fixiert.
Auch die Fußwurzel- Mittelfuß- Gelenke (Articulationes tarsometatarsales) und die Zwischenmittelfußgelenke (Articulationes intermetatarsales) sind Amphiarthrosen und damit kaum beweglich.

Zehengelenke

Es werden Zehengrundgelenk (Articulationes metatarsophalangae) und Zehenmittel- /bzw. Zehenengelenke (Articulationes interphalangae) unterschieden.

Die Grundgelenke sind Kugelgelenke, allerdings werden sie durch verschiedene Bänder stark fixiert und sind damit kaum beweglich.
Die Mittel- und Endgelenke sind Scharniergelenke und etwas beweglicher.

Lesen Sie mehr zum Thema: Zehengelenk

Zusammenfassung

Das Fußgelenk ist eine funktionelle Einheit bestehend aus:

  • einem oberen Sprunggelenk,
  • einem unteren Sprunggelenk und
  • weiteren kleineren Gelenken zwischen den einzelnen Mittelfußknochen.

Das Sprunggelenk ist durch Bänder stark fixiert und erlaubt deswegen nicht viele verschiedene Bewegungen.
Aufgrund der hohen Beanspruchung des Sprunggelenks, muss es sehr stabil sein, dies wird durch die Bänder- und Kapselapparate gewährleistet.
Da jedoch der Außen- und Innenknöchel nicht innerhalb der Gelenkkapsel liegen, sind diese sehr Verletzungsanfällig. So entstehen die meisten Sportverletzungen im Bereich der Außen- oder Innenbänder durch Umknicktraumata. Dies kann zu Zerreißungen, Zerrungen oder Dehnung der Bänder führen. Trotz der hohen Beanspruchung des Sprunggelenks sind Abnutzungserscheinungen (Arthrose) ohne eine vorausgegangene schwere Verletzung sehr selten.

Weitere Informationen zum Thema Fußgelenk

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 08.08.2016
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