Fingergelenk

Synonym

Articulatio phalangea; Englisch: knuckle, finger joint

Definition

Das Fingergelenk bildet die gelenkige Verbindung zwischen den einzelnen knöchernen Fingergliedern (Phalangen). Es verbindet proximal (körpernah) den Fingerknochen mit dem Mittelhandknochen, distal (körperfern) die einzelnen Phalangen untereinander.
Unterschieden wird hierbei zwischen Fingergrundgelenk, Fingermittelgelenk und Fingerendgelenk.

Abbildung Fingergelenk

Abbildung rechte Hand von der Hohlhandseite (palmar) gesehen: A - Gliederung (Gelenklinien grün) und B - Knochen der rechten Hand
  1. Fingerendglied -
    Phalanx distalis
  2. Fingermittelglied -
    Phalanx media
  3. Fingergrundglied -
    Ph. proximalis
  4. Mittelhandknochen -
    Metacarpalia
  5. Trapezbein -
    Os trapezium
  6. Trapezoidbein -
    Os trapezoideum
  7. Kopfbein - Os capitatum
  8. Hakenbein - Os hamatum
  9. Kahnbein der Hand -
    Os scaphoideum
  10. Mondbein - Os lunatum
  11. Dreieckbein - Os triquetrum
  12. Erbsenbein - Os pisiforme
  13. Sesambein - Os sesamoideum
  14. Elle - Ulna
  15. Speiche - Radius

    I - I Fingergrundgelenk -
    Articulatio metacarpophalangea
    II - II Fingermittelgelenk (fehlt bei Daumen) - Articulatio interphalangea (proximalis)
    III - III Fingerendgelenk - Articulatio interphalangea (distalis)
    IV - Daumenendgelenk - Articulatio interphalangea I

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Aufbau des Fingergelenks

Am Aufbau des Fingers sind folgende Knochen beteiligt:

  • Mittelhandknochen (Os metacarpale)
  • körpernahes Fingerglied (Phalanx proximalis ossis digiti)
  • mittleres Fingerglied (Phalanx media ossis digiti)
  • körperfernes Fingerglied (Phalanx distalis ossis digiti)

Fingergrundgelenk

Das Fingergrundgelenk (Articulatio metacarpophalangealis) stellt die Verbindung zwischen dem Mittelhandknochen und der proximalen Phalanx dar. Es ist ein eingeschränktes Kugelgelenk und daher funktionell gesehen ein sogenanntes Eigelenk (Ellipsoidgelenk, Articulatio ellipsoidea). Es ermöglicht die Bewegung in zwei Achsen: Seitwärtsbewegung (Ab- und Adduktion) sowie Beugung und Streckung (Flexion und Extension).

Eine Ausnahme bildet das Daumengrundgelenk (Art. metacarpophalangealis I). Es ist ein Scharniergelenk, welches die Bewegung nur in einer Hauptachse zulässt, nämlich in Beugung und Streckung.

Äußerlich sieht man die Grundgelenke als umgangssprachlich bezeichnete Fingerknöchel.

Fingermittelgelenk

Das Fingermittelgelenk (Articulatio interphalangealis proximalis, PIP) verbindet Grund- und Mittelphalanx miteinander. Es ist ein Scharniergelenk und ermöglicht somit nur die Beugung und Streckung. Auch hier bildet der Daumen erneut eine Ausnahme. Er weist kein Mittelgelenk auf, da er nur zwei Phalangen besitzt.

Fingerendgelenk

Die Articulatio interphalangealis distales (DIP), das Fingerendgelenk, bezeichnet die Verbindung zwischen mittlerer und körperferner Phalanx. Es ist ebenso wie das Fingermittelgelenk ein Scharniergelenk und verfügt über dieselbe Bewegungsmöglichkeit.

Bänder

Jedes Fingergelenk wird durch ein Bandsystem gesichert.

1. Ligamenta collateralia:

Jedes Fingerlenk, also drei pro Finger, besitzt jeweils zwei dieser Bänder. In Beugestellung des Fingers schränken sie dessen Abspreizen ein, während sie in Streckstellung entspannt werden und somit die Bewegung erlauben.

2. Ligamentum collaterale accessorium und Ligamentum phalangoglenoidale:

Liegen auf der Handrückenseite. Durch ihre ständige Anspannung begrenzen sie bspw. die Streckung.

3. Ligamenta palmaria digiti:

Liegen auf der Handinnenseite. Schützen die Sehnen der Fingerbeuger (Flexoren) durch ihren Faserknorpel als Polster vor dem Knochen.

Des Weiteren gibt es Bänder, die die Sehnenscheiden, in denen die Sehnen liegen, verstärken und Bänder, die durch ihre Quervernetzung eine Verbindung zwischen den benachbarten Fingergrundgelenken schaffen.

Bewegung

Die Bewegungen der Finger werden durch verschiedene Muskeln ausgeübt. So sind die Unterarmmuskeln eher für kraftvolle Bewegungen zuständig, während die kurzen Handmuskeln für die feinmotorischen Bewegungen verantwortlich sind.

Weitere Informationen zum Thema Fingergelenk

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 24.10.2016
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