Arthrose

Einleitung

Als Arthrose bezeichnet man eine degenerative Veränderung von Gelenken und deren Anhangsgeweben mit entsprechenden Schmerzen und Bewegungseinschränkungen, meistens ohne entzündliche Begleitkomponenten.

Synonyme für Arthrose

  • Polyarthrose
  • ideopathische Arthrose
  • Gelenkverschleiß
  • Knorpelabrieb
  • Knorpelabnutzung
  • Knorpelverschleiß
  • Chondromalazie (Knorpelerweichung)
  • Arthrosekrankheit

Englisch: Osteoarthrosis
Medizinisch: Arthrosis deformans
Häufiger Tippfehler: Artrose

Definition

Der Begriff Arthrose bedeutet übersetzt zunächst nichts weiter als Gelenkerkrankung.

In der Medizin ist die Arthrose hingegen definiert als ein zunehmender, altersabhängiger Knorpelabrieb der Gelenke des Körpers.

Dieser Knorpelabrieb kann schleichend erfolgen (latente Arthrose) oder in eine schmerzhafte Erkrankung übergehen (aktivierte Arthrose).

In fortgeschrittenen Fällen stellen sich auch Veränderungen im Bereich des gelenknahen Knochens, der Gelenkschleimhaut, der Gelenkkapsel sowie der Gelenk umspannenden Muskulatur ein, so dass die Arthrose als Krankheitsbild nicht auf den Knorpelabrieb allein beschränkt bleibt.

Letztendlich kann Arthrose zur Zerstörung des Gelenkes führen. Das Gelenk verliert seine Form, weshalb auch der Begriff Arthrosis deformans eine gebräuchliche Krankheitsbeschreibung darstellt.

Tritt die Arthrose an vielen Gelenken gleichzeitig auf, spricht man von einer Polyarthrose.


Vorkommen

Jeder Mensch kann früher oder später an der Arthrose leiden. Der gesamte Mensch besteht aus biologischem Gewebe, welches einem natürlichen Verschleiß im Laufe der Jahre unterworfen ist. In der Orthopädie stehen verschleißbedingte (degenerative) Veränderungen der Gelenke im Vordergrund der zu behandelnden Krankheitsbilder.

Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen, auch wenn es unterschiede in der Häufigkeit der einzelnen Krankheitsbilder gibt.

Das Leiden beginnt schleichend, i.d.R. nach dem 50. Lebensjahr, verläuft aber auch in Schüben, im Beginn meist symptomlos, später mit zum Teil starken Schmerzzuständen. Ab einem entsprechenden Alter lassen sich praktisch an allen Gelenken Veränderungen im Sinn einer arthrotischen Veränderung (Gelenkverschleiß) erkennen.

Interessanterweise steht die Stärke des Knorpelabriebes nicht in direktem Zusammenhand mit den Beschwerden eines Patienten. Das bedeutet, ein Patient mit relativ geringem Knorpelabrieb kann unter deutlich stärkeren Schmerzen leiden, als ein Patient mit deutlich weiter fortgeschrittener Arthrose.

Die Ursache hierfür ist, dass der Knorpelabrieb als solcher keine Schmerzen verursacht, sondern die durch die Knorpelpartikel ausgelöste Schleimhautentzündung (Synovialitis / Synovitis) des Gelenkes, die auch für die Überwärmung des Gelenkes und die innergelenkliche (intraartikuläre) Wasserbildung (Gelenkerguss) verantwortlich ist.

Lesen Sie auch zu diesem Thema: Gelenkschleimhautentzündung

Von Arthrose kann jedes Gelenk betroffen sein.
Am häufigsten sind Veränderungen an den großen, tragenden Gelenken vorzufinden (Hüftarthrose (med. Coxarthrose), Arthrose im Knie (med. Gonarthrose) und Wirbelsäule).
Knorpelabnutzung an diesen Gelenken besitzt auch die größte klinische Relevanz in der Orthopädie.

Häufigkeit

Die Häufigkeit der Arthrose ist mit dem Alter zunehmend.
Allgemein ist das Risiko für jedes Gelenk individuell verschieden.
Am häufigsten findet man mit absteigender Reihenfolge:

  • Facettenarthrose
  • Kniearthrose (Gonarthrose)
  • Hüftarthrose (Koxarthrose)
  • Sprunggelenksarthrose
  • Großzehengrundgelenksarthrose
  • Daumensattelgelenksarthrose
  • Fingerarthrose
  • andere Gelenke.

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Ursachen

Im Grunde sind die tatsächlichen Ursachen die zur Entstehung einer Arthrose führen bis heute unbekannt. Dennoch konnten einige der bislang angenommenen Theorien inzwischen erfolgreich wiederlegt werden.
Entgegen der weitläufigen Annahmen stellt die Arthrose keine typische altersbedingte Erkrankung dar. Das Alter gilt demnach nicht länger als eigentliche Ursache, aber als entscheidender Risikofaktor für die Entstehung einer Arthrose. Grund dafür ist die Tatsache, dass sowohl die Elastizität, als auch die Belastbarkeit des Gelenkknorpels im Zuge der Alterung deutlich abnehmen. Pathologische Gelenksveränderungen in Form einer Arthrose lassen sich jedoch immer häufiger auch bei jüngeren Menschen beobachten.

Die Entstehung einer Arthrose auf eine mögliche Ursache zurückzuführen ist nahezu unmöglich. Vielmehr geht man heute davon aus, dass diese Form der degenerativen Gelenkerkrankung auf ein Zusammenspiel unterschiedlichster Faktoren (Ursachen) zurückgeführt werden kann. Zu den häufigsten Ursachen für die Entstehung der Arthrose gehören Verletzungen und Unfälle. Ungefähr ein Drittel der bekannten Fälle von Arthrose werde durch traumatische Ursachen ausgelöst.
In diesem Zusammenhang reichen bereits kleinste Risse und Unebenheiten im Bereich der Sehnen und Bänder um die Knorpelstruktur negativ zu beeinflussen.

Neben den traumatischen Gelenkschäden zählt die anhaltende Über- oder Fehlbelastung zu den typischen Ursachen der Arthrose. Personen die dazu neigen bestimmte Bewegungen Tag für Tag und über einen längeren Zeitraum hinweg auszuführen, erleiden in vielen Fällen eine deutliche Überbelastung der betreffenden Gelenke. In diesem Zusammenhang tritt die Arthrose in bestimmten Berufsgruppen gehäuft auf.

Darüber hinaus kann ein zu hohes Körpergewicht zu einer chronischen Überbelastung der Gelenke führen. Aus diesem Grund stellt auch Übergewicht (Adipositas) eine der typischen Ursachen der Arthrose dar.

Des Weiteren konnte in Studien nachgewiesen werden, dass arthrotische Veränderungen der Gelenkstruktur unter Familienmitgliedern gehäuft vorkommen. Eine genetische Komponente (Vererbung) kann bei der Entstehung der Arthrose demnach nicht ausgeschlossen werden. In diesem Zusammenhang spielt vor allem der Aufbau und die Struktur des Gelenkknorpels und die Neigung zu einem frühzeitigen Verschleiß der Gelenke eine entscheidende Rolle.

Weitere typische Ursachen für die Entstehung der Arthrose sind verschiedene angeborene Fehlstellungen der normalen Körperachse. Durch eine ausgeprägte Fehlstellung kann es ebenfalls zu einer Fehl- oder Überbelastung einzelner Gelenke kommen. Grund dafür ist die mit den meisten angeborenen Fehlstellungen einhergehende einseitige Körperbelastung.
Da bei den betroffenen Patienten in der Regel eine Körperseite deutlich mehr Gewicht tragen muss, kann der Abbau des Gelenkknorpels beschleunigt sein.

Lesen Sie mehr zum Thema: Ursachen der Arthrose

Arthrosearten

Eine detaillierte Erklärung über die spezielle Arthroseform finden Sie beim jeweiligen Thema.

Unterschiedliche Formen der Arthrose

Zunächst unterscheidet man eine primäre Form von einer sekundären Form der Arthrose. Bei der primären Arthroseform, auch idiopathische Arthrose genannt, erkennt man keine klare Ursache. Am häufigsten führen Fehlbelastungen im Laufe der Jahre zur ungleichmäßigen Abnutzung der Gelenke und so zu Schmerzen bei Bewegung.
Alter ist ein weiterer Faktor, der das Auftreten einer Arthrose fördert. Auch genetische Faktoren können mit dazu beitragen, dass eine Arthrose zu Tage tritt. Und schließlich zeigt das männliche Geschlecht eine höhere Erkrankungswahrscheinlichkeit (im Vergleich zu Frauen erkranken Männer 4x häufiger an einer Arthrose). Bei älteren Patienten sind manchmal auch die Fingergelenke (Fingerarthrose) betroffen. Diese spezielle Erkrankung wird als Heberden Arthrose bezeichnet. Ursache sind charakteristische Knötchenbildungen an den Fingergelenken.

Die sekundäre Arthroseform ist gekennzeichnet dadurch, dass man die Ursache meistens kennt. Häufig sind Traumen oder Unfälle sowie angeborene Fehlstellungen Grund dafür, dass die Gelenke ungleich abgenutzt werden und so dazu führen, dass letzendlich Knochen auf Knochen reibt.
Des Weiteren führen zu starke Gelenkbelastungen zu einem schnelleren Verschleiß und zum Auftreten einer Arthrose. Als Beispiel werden oft Bauarbeiter aufgeführt, die z.B. mit einem Presslufthammer arbeiten. Die ständigen Vibrationen vor allem an den Gelenken der oberen Extremität (Schulter, Finger, Ellenbogen) führen zu einer erhöhten Beanspruchung und schnelleren Abnutzung.

Im Freizeitbereich sind Bodybuilder und Gewichtheber stärker für arthrotische Veränderungen des Körpers gefährdet. Menschen mit Übergewicht sind des Weiteren einer erhöhten Gefahr ausgesetzt, schneller an einer Arthrose zu erkranken als dünne Menschen. Der Grund hierbei liegt meistens an einer generellen Fehlhaltung, vor allem der Beine und der Knie, die im erhöhten Körpergewicht begründet sind. Patienten, die an einer rheumatoiden Arthritis erkrankt sind (Rheuma) leiden sekundär ebenfalls vermehrt an einer Arthrose. Hier liegt der Grund in einer Fehlstellung der Gelenke, die in schweren Verläufen des Rheumas verursacht werden.

Stadieneinteilung der Arthrose

Nach der körperlichen Untersuchung wird meistens ein Röntgenbild des Gelenks aufgenommen, das bei fortgeschrittener Arthrose eines oder mehrere der typischen arthrotischen Veränderungen zeigt. Diese wären eine Gelenkspaltverschmälerung aufgrund des sich verbrauchten Knorpels und der Gelenkflächen, Geröllzysten, Osteophyten und Sklerosierung. Dieses sind Kompensationsmechanismen, mit denen der Körper versucht, die degenerativen Vorgänge auszugleichen. Durch die Osteophyten (knöcherne Anbauten am Gelenk) soll neuer Knochen den Degenerierten ersetzen. Die Sklerosierung ist ein Zeichen von Ersatzmaterial, das anstelle des Knochens das Gelenk schützen soll und die Bewegungen gewährleisten soll. Unter Sklerosierung versteht man eine Verdichtung des Knochens, die entsteht, da der Knochen zu stark mechanisch belastet wird. Ist eines oder mehrere dieser Zeichen im Röntgenbild zu finden, kann die Diagnose einer Arthrose gestellt werden.

Die Arthrose kann anhand dieser Merkmale in unterschiedliche Stadien eingeteilt werden. So handelt es sich bei Stadium 1 um eine klinisch nicht relevante Arthrose, die nur im Röntgenbild als solche auffällt und eher einen Zufallsbefund darstellt. 
Stadium 2 führt in den meisten Fällen zu einem Arztbesuch des Patienten, da dieser vor allem bei Bewegung Schmerzen verspürt. Die Gelenke sind nicht überwärmt, es handelt sich nicht um eine entzündliche Verlaufsform. 
Im Stadium 3 sind die Gelenkflächen und der Knorpel bereits so stark degeneriert, dass es zum Dauerschmerz kommt, der auch auftreten kann, wenn keine Bewegung durchgeführt wird.

Lesen Sie mehr zum Thema: Stadieneinteilung der Arthrose

 

Arthroseschmerz

Der Arthroseschmerz ist von typischem Charakter.
So wird

  • ein Anlaufschmerz am Morgen
  • ein Bewegungsschmerz in den entsprechenden Gelenken
  • und ein Belastungsschmerz bei sich häufig wiederholenden Bewegungen

beschrieben.

Risikofaktoren

Zu den Hauptrisikofaktoren für Arthrosen gehören:

  • genetische Faktoren (gehäuftes Auftreten von Arthrose in der Familie sein)
  • das Körpergewicht
    Patienten mit Übergewicht haben ein sehr viel höheres Risiko an einer Arthrose speziell an den Knie oder Hüftgelenken zu erkranken als leichte Menschen. Grund ist zum Einen das höhere Gewicht, das auf den Gelenken lastet, zum anderen die Fehlbelastung, die daraus resultiert.
  • Extremsportler (z.B. leistungsorientiere Fußballer, Skifahrer)
  • Berufsgruppen, die eine spezielle, gelenksbelastende Bewegung immer wieder durchführen, gehören ebenfalls zur Risikogruppe (z.B. viele handwerkliche Berufe)
  • Fehlstellungen an den Gelenken (z.B. X-Beine oder O-Beine)

Ernährung

Eine Theorie zur Entstehung von Arthrose besagt, dass jahrelange schlechte Ernährung und ungesunde Lebensführung einen Einfluss auf die Arthrose haben. So soll der Genuss von tierischen Eiweißen, ungesunden Fetten, Getreideprodukten (wie Back- und Nudelwaren) sowie Fertiggerichten mit synthetischen Lebensmittelzusätzen die Entstehung von Arthrose durch eine Übersäuerung des Organismus begünstigen. Außerdem wird diskutiert, dass ein Mangel an Mineralstoffen, Missbrauch von Genussmitteln (z-B. Koffein, Alkohol, Zucker), starker Stress und mangelnde Bewegung oder falsche Belastung ebenfalls Auslöser für eine Arthrose sein können.
Eine konsequente Ernährungsumstellung hin zu einer ausgewogenen und umfassend gesunden Ernährung wird empfohlen, um Beschwerden durch die Arthrose zu lindern. Auch durch eine Ernährungsumstellung kann die Arthrose nicht geheilt werden, da zerstörtes Knorpelgewebe nicht wieder hergestellt werden kann, jedoch scheint die Ernährung eine wichtige Rolle zu spielen.
Die Ernährung wirkt sich positiv auf den Verlauf der Arthrose aus und kann sogar eine Weiterentwicklung verhindern. Besonders empfohlen werden Lebensmittel wie Obst, Salate, Gemüse, Kartoffeln, Naturreis, Dinkel, Hirse, Magermilchprodukte und Fisch.
Eine These besagt, dass tierische Fette gemieden werden sollten, ebenso wie Süßigkeiten, Zucker, Zitrusfrüchte, Kaffee, Alkohol und schwarzer Tee, jedoch ist die Studienlage für die einzelnen Lebensmittel bei Arthrose noch sehr dürftig und umstritten.
Eine knorpelerhaltende Wirkung zeigte auch ein hoher Anteil an Lauchgemüsen, Zwiebeln und Knoblauch in der Ernährung. Wie bei jeder Ernährungsumstellung ist es auch im Hinblick auf die Arthrose wichtig, dass wenig Fertiggerichte konsumiert werden und stattdessen viel mit frischen Produkten gekocht wird. Außerdem sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden, da viel Flüssigkeit zu einer vermehrten Säureausscheidung über die Nieren führt. Dabei sollten neutrale Getränke wie Wasser bevorzugt werden und Softdrinks, Limonaden, kohlensäure- oder koffeinhaltige und alkoholische Getränke vermieden werden.

Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln (wie Chondroitinsulfat, bestimmte Vitamine oder Glucosamin) wird kontrovers diskutiert, die Studienlage zum Einfluss von Nahrungsergänzungsmitteln auf die Arthrose-Erkrankung ist noch nicht ausreichend.

Wichtig ist, dass vor einem geplanten Behandlungsversuch der Arthrose durch eine Ernährungsumstellung oder Gewichtsabnahme ein erfahrener Orthopäde aufgesucht wird. Die Abklärung von möglichen Grunderkrankungen und den genauen Ursachen für die Arthrose stehen dabei im Vordergrund.

Lesen Sie mehr zum Thema: Die richtige Ernährung bei Arthrose und Zusammenhang von Hüftarthrose und Ernährung

Therapiemaßnahmen

Die Behandlungsmaßnahmen reichen von physikalischer Therapie über medikamentösen Maßnahmen bis hin zur Operation.

Ausführlichere Informationen zum Thema Therapie der Arthrose erhalten Sie auf unserer Seite: Therapie der Arthrose

Als erstes sollten immer die Bewegungen, die zur entsprechenden Fehlbelastung des Gelenks geführt haben eingestellt werden.

Bewegungen, die eine Arthrose fördern sind:

  • Skifahren
  • Tennis
  • Klettern
  • Fussball etc.

Jedoch fördert das allgemeine Vermeiden von Bewegung die Entstehung einer Arthrose in jedem Fall.
Sport und Bewegung in richtigem Maße und vernünftige Belastung sind somit sehr wichtig und werden empfohlen, um eine Arthrose zu verhindern oder die Symptome zu lindern.
Dabei muss für jeden Patienten die individuell richtige Bewegungsform gefunden werden.

werden zu den gelenkschonenden Sportarten gezählt und empfohlen. Insgesamt sollte man sich pro Tag etwa 30 min bewegen.
Bei Bedarf können auch Physiotherapeuten hinzugezogen werden, die in einer Patientenschulung aufzeigen, welche Bewegungen gelenkschonend sind und wie der Patient die entsprechenden Gelenke entlasten kann.

Besonders Patienten, die viel sitzen, ist eine regelmäßige Bewegung anzuraten. Zum Einen ist dies sinnvoll, weil die Kondition gefördert wird, zum Anderen weil durch eine vernünftige Bewegung der Gelenkknorpel ausreichend mit Nährstoffen versorgt wird und dadurch weniger schnell degeneriert.
Gleitende Bewegungen mit wenig Belastung sind für die Gelenke gut und werden empfohlen, während schnelle, plötzlich stoppende Bewegungen - wie sie in Ballsportarten vorkommen - eher vermieden werden sollen.
Des Weiteren können kühlende Maßnahmen (Kryotherapie) ergriffen werden.

Medikamentös kommen meistens Medikamente der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika zum Einsatz (NSAR wie Ibuprofen oder Diclofenac), die entzündungshemmend wirken.
Es muss aber beachtet werden, dass die Dauerandwendung dieser Medikamente zu einer verminderten Schleimproduktion des Magens führen und so auch ein erhöhtes Risiko zu Magenblutung vorhanden ist. Deshalb wird die Gabe eines Magenschutzes empfohlen.

Nutzt die medikamentöse und physikalische Therapie nichts oder ist die Arthrose zu weit fortgeschritten, kommt als Therapieansatz lediglich die operative Versorgung zum Einsatz.
Zu den kleineren Maßnahmen zählt die Arthroskopie, die Spiegelung des Gelenks. Hierbei können schlüssellochchirurgisch Veränderungen am Knorpel behoben werden.

Lesen Sie mehr zum Thema: Operation bei Arthrose

Ist der Schaden nicht mit einer Arthroskopie zu beheben, können künstliche Gelenke helfen.
Dabei werden in der Regel Teile des Gelenkes oder das gesamte Gelenk entfernt und durch ein künstliches Gelenk ersetzt. Mittlerweile ist dieser Eingriff in Deutschland zum Routineeingriff geworden. Nach der Operation müssen wochen- bis monatelange physikalische Rehabilitationsmassnahmen angeschlossen werden, damit der Patient wieder Bewegungen lernt und ein entsprechender Muskelaufbau stattfinden kann.

Es gibt neuere Ansätze, die sich vor allem auf den zerstörten Gelenkknorpel konzentrieren. So gibt es Möglichkeiten, Teile des unbeschädigten Knorpels dem Gelenk zu entnehmen und an jene Stelle einzusetzen, die bereits zerstört ist. Dies erfolgt am offenen Gelenk.
Danach muss der Knorpel anwachsen und die Aufgaben des zerstörten Knorpel übernehmen. Auch gibt es Ansätze, gesunden Knorpel zu entnehmen und außerhalb des Körpers vermehrend anzuzüchten. Danach wird dieser ebenfalls wieder an die zerstörte Knorpelstelle eingesetzt.
Voraussetzung dieser beiden Verfahren ist aber, dass lediglich der Knorpel des Gelenkes zerstört und die Gelenksfläche noch erhalten ist.

Lesen Sie mehr zum Thema: Knorpeltransplantation

Weitere neue Ansätze zur Arthrosebehandlung betreffen die tägliche Nahrungsaufnahme. Man geht davon aus, dass eine Übersäuerung des Körpers mit an einer Arthrosenbildung schuld ist und das Voranschreiten der Gelenksdegenerationen unterstützt.

Eine weitere Möglichkeit der Behandlung der Arthrose ist die Nutzung homöopathischer Mittel.

Erfahren Sie mehr hierzu unter: Homöopathie bei Arthrose

Zusammenfassung

Bei der Arthrose handelt es sich um die häufigste Gelenkerkrankung in Deutschland.
Ursache der Arthrose ist in den meisten Fällen eine Fehlbelastung, die aufgrund von mangelnder Bewegung oder durch Extremsportarten entsteht. Es folgt die degenerative Veränderung des entsprechenden Gelenks. Zunächst wird der Gelenkknorpel dünner, es entstehen kleine Löcher, die zunehmend größer werden. Schließlich reiben die beiden Gelenkflächen ungehindert aufeinander, was zum bekannten bewegungsabhängigen Schmerz führt.
Im weiteren Verlauf nutzt sich dann auch der Knochen der Gelenkflächen ab. Sobald Schmerzen auftreten wird in der Regel der Arzt aufgesucht, der zunächst versucht durch die Krankengeschichte zu erfahren, was als Ursache der Schmerzen on Frage käme.
Anhand der häufig von Arthrose betroffenen Gelenke kann die Verdachtsdiagnose bereits früh gestellt werden.
In den meisten Fällen kommt eine Arthrose in besonders belasteten Gelenken vor. Dazu zählt das Kniegelenk, das Hüftgelenk, das Schultergelenk sowie die Fingergelenke. Die körperliche Untersuchung zeigt, ob es sich um eine Entzündung handelt (überwärmte geschwollene schmerzende Gelenke).

Ganz sicher kann man aber nur während einer Operation am offenen Gelenk sehen, wie stark ein Gelenk degeneriert ist.

Die Ernährung ausschließlich kann keine Arthrose verhindern oder heilen. Die Bedeutung einer regelmäßigen Übersäuerung durch die Ernährung gewinnt aber in letzter Zeit immer größeren Stellenwert.

Arthrosen kommen in westlichen Ländern wesentlich häufiger vor, als in Entwicklungsländern obwohl davon auszugehen ist, dass dortige Bevölkerung durch Arbeit die Gelenke wesentlich stärker belastet als in westlichen Ländern.
Man geht deshalb davon aus, dass die Kombination aus Bewegungsmangel und plötzliche Überlastung (extremer Sport) zu den Hauptfaktoren für Arthrosen gehören. Des Weiteren gelten Fehlbelastungen (zu häufiges und falsches Sitzen und Bewegen) zu den Hauptursachen einer Arthrose.

Weiterführende Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 09.08.2017
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