Hausmittel bei einer Fingerarthrose

Definition

Eine Fingerarthrose ist eine nichtentzündliche, abnutzungsbedingte Erkrankung des Fingergelenks, welche durch einen Schaden des Gelenkknorpels, eine Gelenkspaltverschmälerung und knöcherne Veränderungen unter der betroffenen Gelenkknorpelschicht gekennzeichnet ist.
Sie tritt meist erst im Alter auf, kann aber je nach Beanspruchung des Fingergelenks auch schon früher entstehen.

Die Fingerarthrose äußert sich durch dauerhafte Schmerzen und eine Bewegungseinschränkung, welche von den Betroffenen als sehr unangenehm und belastend empfunden werden.

Als Behandlungsmöglichkeit gewinnen neben den klassischen Therapieoptionen wie Medikamenten oder OPs auch alternative Mittel, wie einfache Hausmittel an Bedeutung.

Verwendung von Hausmitteln

Dadurch dass die Fingererkrankung eine chronische, degenerative Erkrankung ist, die einer lebenslangen symptomatischen Behandlung bedarf, besteht bei vielen Betroffenen oft der Wunsch nach einer schonenderen, günstigeren und dennoch effektiven Alternative, wie zum Beispiel einfache Hausmittel.

Ein gerne verwendetes Hausmittel bei Arthrose ist die Anwendung von Wickeln mit bestimmten Zusätzen, wie zum Beispiel Heilerde oder Quark. Für die Zusätze gibt es eine Menge an Alternativen, welche aber alle als Grundprinzip die Steigerung der Durchblutung oder die Kühlung der Stelle haben.
Diese können je nach Bedarf zum Einsatz kommen, da sie sehr nebenwirkungsarm sind.
Die Wickel können so lange auf dem Gelenk belassen werden bis diese getrocknet sind und nicht mehr wirken. Empfohlen wird bei einem akuten Schub der Fingerarthrose kalte Wickel zu verwenden und bei chronischen Beschwerden eher warme.

Eine schnelle Alternative bietet ein Wechsel von warmem und kaltem Wasser, welches man über die betroffenen Fingergelenke fließen lassen kann. Am besten startet man mit warmem Wasser und endet mit kaltem, da dies die Beschwerden optimal lindert.

Als weiteres Hausmittel werden diverse Tinkturen mit verschiedenen Zusätzen, wie Kastanien oder Beinwell, umworben, die ebenfalls positiv auf die Fingerarthrose wirken sollen. Grundsätzlich gelten auch Hausmittel als hilfreich, welche eigentlich Hilfsmittel sind, die das Tragen schwerer Lasten mit den Händen vermeidet, wie zum Beispiel Ziehwägen, sodass die Knorpelbelastung auf ein Minimum zurückgefahren wird.


Ursachen der Fingerarthrose

Eine Fingerarthrose ist meist das Ergebnis einer zu starken Überbelastung des Gelenks, welches für das Ausmaß eigentlich nicht vorgesehen ist.
Dadurch wird der Gelenkknorpel vermehrt abgenutzt, aber kann nicht nachgebildet werden, sodass es ein fortschreitender Prozess ist.

Eine weitere Ursache für die Entstehung einer Fingerarthrose kann eine Achsenfehlstellung der Fingerknochen und damit verbunden eine mechanische Fehlbelastung des Gelenkknorpels sein.

Außerdem können eine Verletzung am Finger, zum Beispiel ein Knochenbruch, oder ein operativer Eingriff am Fingergelenk ein erhöhtes Risiko für die Entstehung einer Arthrose darstellen.

Eine Entzündung am Gelenk oder eine Störung im Stoffwechsel können ebenfalls auslösend sein. Häufigste Ursache jedoch ist sicherlich die steigende, natürliche Abnutzung des Gelenkknorpels im Alter. Das Besondere an der Fingerarthrose ist, dass wenn diese symmetrisch auftritt und entweder nur die Fingermittel- oder die Fingerendgelenke betrifft, es eine genetische Disposition dafür gibt.

Symptome der Fingerarthrose

Die Symptome einer Fingerarthrose äußern sich in erster Linie durch Schmerzen in den betroffenen Fingergelenken und eine Bewegungseinschränkung.
Typisch für die Schmerzen ist, dass sie sowohl nach einer längeren Ruhigstellung im Gelenk, beispielsweise in der Nacht, auftreten und sich als eine Art Anlaufschmerzen bei den ersten Bewegungen darstellt und dann wieder besser wird, als auch nach zu langer Belastung des Gelenks stärker werden.

Hinzu kommt die Bewegungseinschränkung im von der Fingerarthrose betroffenen Gelenk, welche unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann. Grund dafür ist zum einen die fortschreitende Deformierung im Gelenk durch den Knorpel und die bei Bewegung auftretenden Schmerzen, die die Betroffenen im Bewegungsausmaß einschränken und zu einer Schonhaltung zwingen.

Zusätzlich kann das Fingergelenk geschwollen sein, insbesondere in einem neuen Schub der Arthrose. Durch die abnehmende Funktion des von Arthrose betroffenen Finger werden automatisch andere Fingergelenke und Muskelpartien mehr beansprucht und übernehmen mehr Arbeit, welche folglich schneller verspannen und überlastet sind als bei gesunden Fingergelenken.

Außerdem wirkt sich die für die Arthrose typische Degeneration des Gelenkknorpels mit der Zeit auch auf die Gelenkachse aus, sodass nicht selten eine Deformierung im Finger daraus resultiert.

Diagnose der Fingerarthrose

Um die Diagnose der Fingerarthrose stellen zu können, ist es schon einmal hilfreich die Schmerzen genau zu analysieren, denn dies kann schon hinweisend für eine Fingerarthrose sein.
Der Verdacht kann durch die Betrachtung und Untersuchung der Fingergelenke gestärkt werden, vor allem wenn die Gelenke geschwollen sind, sich eine typische Atrophie von Handmuskeln zeigt oder Fingerfehlstellungen vorliegen.
Diese beiden Elemente der Diagnostik können durch ein Röntgenbild der Hand ergänzt werden. Dort sind eine verminderte Dicke des Gelenkknorpels, eine Verschmälerung des Gelenkspaltes und typische knöcherne Veränderungen zu erkennen.

Eine Diagnose der Arthrose kann nicht anhand von einer Blutentnahme und den dadurch ermittelten Werten gestellt werden.

Therapie der Fingerarthrose

Bei der Fingerarthrose steht vor allem die beschwerdeorientierte Behandlung im Fokus.
Diese besteht aus Schmerzmedikamenten in Form von Tabletten und gegebenenfalls der lokalen Anwendung von Cortison appliziert in den erkrankten Gelenkspalt.
Mit physikalischer Therapie und Krankengymnastik, die speziell auf die Bedürfnisse abgestimmt sind, können die Symptome der Arthrose zusätzlich gelindert werden.
Alternativ dazu kann man das Fingergelenk operativ versteifen, sodass der Schmerzauslöser im Prinzip beseitigt wird, allerdings dabei auch die Beweglichkeit des Fingergelenks.
Auch der Gelenkersatz bietet eine Möglichkeit zur Therapie, steht jedoch bei der Fingerarthrose im Vergleich zu anderen Arthrosen eher im Hintergrund.

Viele Patienten möchten statt der herkömmlichen, meist medikamentösen oder operativen Therapie, lieber zu sanfteren Mitteln greifen. deshalb gewinnen vor allem Hausmittel bei Fingerarthrose immer mehr an Bedeutung.

Lesen Sie mehr zum Thema: Behandlung einer Fingerarthrose

Prognose

Da die Fingerarthrose ein degenerativer Prozess des Gelenkknorpels ist, der sich nicht zurückbilden kann, gibt es bisher keine Möglichkeit diese kurativ zu heilen und in den Ausgangszustand zurückzuführen.
Daher bleiben nur Maßnahmen übrig, die die Symptomatik, also die Schmerzen und die Bewegungseinschränkung lindern.

Prophylaxe

Um den Gelenkknorpel auf Dauer zu schonen, ist es von Vorteil diesen durch Bewegung geschmeidig zu halten, ohne ihn dabei zu sehr zu belasten. Zudem kann es hilfreich sein, mögliche Achsenabweichungen der Gelenke zu beheben, bevor diese schaden können.

Bei genetischer Prädisposition sind Maßnahmen zur Prophylaxe selten möglich.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 06.01.2018
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