Abriss der Strecksehne des Fingers

Allgemeines

Die Strecksehne eines Fingers kann aufgrund eines Unfalls, oder durch degenerative Veränderungen reißen. Besonders im Rahmen von Sportunfällen ist ein solcher Riss nicht selten.
Es wird dabei zwischen einem Riss am Endglied des Fingers und einem vollständigen Riss der Sehne handflächennah unterschieden.

Ursache

Am häufigsten tritt der Fingersehnenabriss am vierten Finger (Ringfinger) auf. Ursächlich kann zum einen eine länger bestehende Sehnenentzündung (Tendosynovitis) aufgrund einer rheumatischen Erkrankung sein. Aber auch im Rahmen von Traumen, oder bei verstärkter Streckung des Fingers, beispielsweise bei Ballsportarten oder dem Betten machen, kann die Strecksehne reißen.


Symptome

Zunächst klagen die Patienten über eine deutliche Kraftminderung bei der Fingerstreckung des betroffenen Fingers.
Die aktive Streckung in dem betroffenen Gelenk ist dann nicht mehr möglich. Da normalerweise ein Gleichgewicht zwischen den Muskeln an den Finger herrscht, überwiegt bei einem Strecksehnenriss die Beugersehne. Dadurch wird die Verletzung nach außen deutlich sichtbar, da der betroffene Finger in übermäßiger Beugehaltung steht.
In der Regel ist der Abriss von einem starken, kurz einschießenden Schmerz begleitet. Dann kommt es zur Schwellung und eventuell Einblutung an dem betroffenen Finger.
Besonders bei Patienten mit einer chronisch rheumatischen Erkrankung fehlen die Schmerzen häufig, sodass der eigentliche Verletzungszeitpunkt oft nicht erinnerlich ist.

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Um in der Orthopädie erfolgreich behandeln zu können, bedarf es einer gründlichen Untersuchung, Diagnostik und Erhebung der Krankengeschichte.

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Welche Therapie nachhaltig die besten Ergebnisse erzielt, kann nur nach Zusammenschau aller Informationen (Untersuchung, Röntgenbild, Ultraschall, MRT, etc.) beurteilt werden.

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Diagnostik

Meist reicht das klinische Verletzungsbild aus, um eine Verdachtsdiagnose zu stellen.
Der betroffene Finger steht in extremer Beugehaltung, die aktive Streckung des Fingers ist nicht mehr möglich.
Die passive Streckung durch den Arzt sollte jedoch nach wie vor möglich sein, wenn das Gelenk nicht betroffen ist. Dies ist eine wichtige diagnostische Unterscheidung, da die Therapie hiervon abhängt.
In einigen Fällen kann die Anamnese über den Unfallhergang zur Diagnosefindung beitragen.
Um die Gelenkbeschaffenheit und Knochenbrüche auszuschließen kann eine Röntgenaufnahme durchgeführt werden.
Die Sehnen und Muskeln der Finger sind hier jedoch nicht erkennbar. Diese können mit Hilfe einer Schichtbildaufnahme (Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomographie (CT)) untersucht werden.
Auch mit Hilfe eines Ultraschalls ist es teilweise möglich die Sehnen der Finger zu betrachten.
Zudem sollten bei der klinischen Untersuchung auch alle anderen Finger der Hand, sowie die Handdurchblutung und die Sensibilität geprüft werden. So können schwere Gefäßschäden oder Nervenschädigungen ausgeschlossen werden.

Therapie

Ist nur ein kleiner Teil der Strecksehne am Endglied des Fingers gerissen, ist eine operative Behandlung in der Regel nicht notwendig. Meist reicht eine Schienenbehandlung. Diese sollte jedoch nicht frühzeitig abgenommen werden, um ein gutes Endergebnis zu erzielen. In der Regel dauert die konservative Behandlung 6 Wochen.
Wenn das Gelenk intakt und die Sehne vollständig gerissen ist, sodass eine Heilung ohne Operation ausgeschlossen ist, kann die Strecksehne des Fingers operativ wieder hergestellt werden. Zunächst werden intraoperativ die gerissenen Sehnen dargestellt und ihre zerrissenen Enden angefrischt.
Das weitere Vorgehen ist abhängig von der gerissenen Sehne:

  • Ist die Sehne des kleinen Fingers betroffen, so wird deren körpernahes Ende mit der Sehne des Ringfingers verbunden. Dieser Eingriff ist verhältnismäßig einfach und erlaubt eine frühzeitige Mobilisation.
  • Sind die Strecksehnen von kleinem Finger und Ringfinger durchtrennt, wird eine weitere Sehne, die Sehne des Zeigefingergrundgelenks durchtrennt. Deren Enden werden dann vernäht, sodass die Funktion wieder hergestellt werden kann.
  • Ist zusätzlich die Sehne des Mittelfingers gerissen, wird diese an die Seite einer weiteren Strecksehne des Zeigefingers angenäht.
  • Ist die lange Sehne des Daumens betroffen, kann hierfür ebenfalls eine Sehne des Zeigefingers genutzt werden.
  • Ist der seltene Fall eingetreten, dass alle Strecksehnen einer Hand gerissen sind, ist es möglich hierfür die beiden Beugesehnen des 3. und 4. Fingers (Mittel- und Ringfinger) zu nutzen. Dabei müssen die Sehnen vollständig entnommen werden, und im Anschluss an den Streckanteil des Armes (Speiche= Radius) angenäht werden. Dann erfolgt die Naht an die gerissenen Strecksehnen.

Nachbehandlung

Nach der Operation sollte für ca. 6 Wochen eine Stracksche- Schiene getragen werden. Dies ist eine Schiene für den einzelnen Finger und stellt diesen und damit die verletzte Sehne ruhig. Im Anschluss kann die Schiene abgenommen werden.
Meist ist die vollständige Streckung nicht direkt wieder möglich, da die Sehnen lange ruhig gestellt waren. Es sollte dann langsam versucht werden, die Streckung des Fingers wieder zu üben und die Sehne an die Belastung zu gewöhnen. Nach einiger Zeit der Übung tritt in vielen Fällen wieder eine vollständige Funktion ein.
Grundsätzlich gilt, dass das Endergebnis erst nach ca. 5 bis 6 Monaten zu beurteilen ist.
In einigen Fällen kann es zu einer Einsteifung des Fingergelenks in einer Beugeposition komm, sodass die vollständige Streckung nicht mehr vorgenommen werden kann.

Zusammenfassung

Ein Riss der Strecksehne eines Fingers ist nicht selten. Sie entsteht aufgrund plötzlicher starker Beugung, beispielsweise im Rahmen von Ballsportarten oder beim Betten machen.
Aber auch durch degenerative Erkrankungen kann die Sehne reißen.
Neben dem Schmerz ist die aktive Streckung des Fingers nicht mehr möglich, passiv lässt sich der Finger nach wie vor strecken.
Dies sind deutliche Hinweise für die Diagnosestellung eines Strecksehnenrisses.
In den meisten Fällen ist eine konservative Therapie mit einer Schienenbehandlung für 5 bis 6 Wochen ausreichend.
Operativ müssen nur schwerwiegendere und größere Abrisse der Sehne behandelt werden. Hier können dann verschiedene andere Sehnen der Finger als Ersatz dienen um die Funktion wieder herzustellen.
ist das Endergebnis erst nach einigen Monaten beurteilbar. Bei einigen Patienten kann lebenslang ein Streckdefizit zurückbleiben.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zum Thema Abriss Strecksehne Finger finden Sie hier:

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 14.12.2017
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