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Schmerz im Daumenballen

Einleitung

Im Daumenballen befinden sich einige kurze Daumenballenmuskeln, die zwar nicht viel Kraft erzeugen können, aber bei vielen Bewegungen nötig sind um den Daumen überhaupt zu bewegen.
Im Daumenballen befindet sich neben diesen Muskeln auch das wichtige Daumensattelgelenk, welches für die vielfältigen Bewegungen des Daumens unerlässlich ist. Entwickelt sich im Verlauf des Lebens eine Arthrose im Daumensattelgelenk, kann dies ebenfalls zu Schmerzen im Daumenballen führen.

Die Ursachen

Die Ursachen für Schmerzen im Daumenballen sind sehr vielfältig und meist von harmloser Natur. Erkrankungen der Sehnen, Muskeln, Nerven oder Knochen sind für Schmerzen im Daumenballen verantwortlich.
In vielen Fällen sind Fehlbelastungen oder Überbelastungen die Ursache. Des Weiteren können Verletzungen, Unfälle sowie Autoimmunerkrankungen, die mit einer Gelenkentzündung einhergehen, wie beispielsweise Rheuma, die Muskeln, Sehnen, Nerven oder Knochen schädigen.

So verschieden die Ursachen für Schmerzen im Daumenballen sind, so verschieden sind auch die begleitenden Symptome, die einen Hinweis auf die zugrundeliegende Erkrankung geben können.

Lesen Sie hier mehr zum Thema: Rheuma

Der Sturz als Ursache

Nach einem Sturz, bei dem sich der Betroffene bei ausgestecktem Daumen mit der Hand abfängt, kann es zu einer plötzlichen Bänderüberdehnung bis hin zu einem Bänderriss kommen. Zusätzlich kann ein knöcherner Ausriss des Bandes auftreten.
Dieser Verletzungsvorgang wird auch als Skidaumen bezeichnet, da das Seitenband des Daumens oftmals beim Skisport verletzt wird. Das Daumengelenk schwillt meist stark an, Greifbewegungen sind fast unmöglich und die Bewegung des Daumens ist sehr schmerzhaft.

Kommt es zu einer Schwellung des Daumenballens nach einem Sturz, sollte ein Arzt aufgesucht werden, um schwere oder behandlungsbedürftige Verletzungen zu identifizieren und zu behandeln.

Mehr Informationen zum Thema Skidaumen finden Sie hier. 

Die Arthrose als Ursache

Bei einer sogenannten Rhizarthrose handelt es sich um einen degenerativer Gelenkverschleiß im Daumensattelgelenk, welches sich im Daumenballen befindet. Dieses Gelenk ermöglicht viele Bewegungen wie die Rotation des gesamten Daumens und die Gegenüberstellung des Daumens zu den anderen Fingern, was als Opposition bezeichnet wird. Eine Rhizarthrose kommt relativ häufig vor, vor allem bei Frauen. Zehn Prozent der über 50-jährigen Frauen sind betroffen, während Männer eher seltener betroffen sind.

Häufig tritt die Rhizarthrose gleichzeitig auf der Gegenseite auf oder es sind noch andere Fingergelenke von einer Arthrose betroffen. Da die Daumensattelgelenksarthrose schleichend fortschreitet, spiegelt sich dies auch in der Symptomatik wieder. Meist treten belastungsabhängige Schmerzen im Bereich des unteren Daumensattelgelenkes auf sowie im Bereich der Streckseite des Daumensattelgelenkes.
Schreitet die Erkrankung weiter vor, kommt es zu stärker werdenden Schmerzen und einer zunehmenden Kraftminderung. Dies äußert sich dann häufig in alltäglichen Tätigkeiten, die nur noch erschwert unter Schmerzen durchführbar sind, wie eine Flasche oder Schraubgläser öffnen. Vielen Patienten fallen auch Gegenstände plötzlich aus der Hand. Auch in Ruhe und nachts treten Schmerzen im Daumenballen auf. Ebenfalls die Abspreizung des Daumens sowie Rotationen sind nur noch eingeschränkt durchführbar.
Wenn die Arthrose weiter fortschreitet, kann es durch knöcherne Veränderungen sogar gänzlich unmöglich werden den Daumen abzuspreizen, wodurch es zu einer Überstreckung im Grundgelenk kommt.

Untersucht der Arzt den Daumenballen, kann er im Falle einer vorliegenden Rhizarthrose einen deutlichen Druckschmerz über dem Daumensattelgelenk provozieren. Oft kann der Arzt auch schmerzhafte Krepitationen (hör- und fühlbare Knistergeräusche) über dem Gelenk nachweisen.

Informieren Sie sich hier rund über das Thema: Daumensattelgelenksarthrose

Das Karpaltunnelsyndrom als Ursache

Beim Karpaltunnelsyndrom kommt es zu einer dauerhaften Einengung eines Nervens – dem Nervus medianus -, der über den Unterarm in die Hand zieht. Beim Übergang vom Unterarm in die Hand befindet sich ein ringförmiges Halteband, das unter anderem die Fingersehnen umhüllt, aber beim Karpaltunnelsyndrom den Nerven einengt.

Anfänglich zeigen sich Schmerzen im Zeige- und Mittelfinger sowie im Daumen. Im weiteren Verlauf kommt es zu einer Schrumpfung der Daumenballenmuskulatur. Grund für das Syndrom sind oftmals Überbelastungen. Allerdings kann diese Erkrankung auch ohne erkenntliche Ursache oder im Rahmen einer Gelenksentzündung auftreten.

Die Therapie sollte frühzeitig mit einer Ruhigstellung und eine Schmerztherapie erfolgen. Oftmals muss das Halteband, das den Nerven einengt, operativ gespalten werden.

Lesen Sie hier mehr zum Thema: Das Karpaltunnelsyndrom.

Die Gicht als Ursache

Die Gicht ist eine sogenannte Wohlstandserkrankung, da sie besonders bei Menschen mit hohem Alkohol- und Fleischgenuss auftritt. Bei hohen Harnsäurespiegeln im Blut (sog. Hyperurikämie) lagert sich die Harnsäure in Form von Salzkristallen in den Gelenken ab und verursacht Beschwerden. Obwohl oftmals das Großzehengrundgelenk bei Gicht betroffen ist, kann die Entzündung auch durchaus im Daumengrundgelenk stattfinden.

Bei einem akuten Gichtanfall kommt es zu einer Gelenksentzündung und zu Schmerzen im Daumenballen, auch in Ruhe. Zusätzlich kann es zu einer Schwellung und Rötung des Daumenballens kommen.
Gegen die Schmerzen und Entzündung werden Schmerzmittel, sogenannte NSAR (nicht-steroidale Antirheumatika), verabreicht. Um einen erneuten Gichtanfall zu verhindern, wird zur stetigen Einnahme und zur Senkung der Harnsäure im Blut das Medikament Allopurinol verschrieben.

Informieren Sie sich hier rund über das Thema: Gicht

Der schnellende Daumen als Ursache

Der schnellende Daumen wird auch als Tendovaginitis stenosans bezeichnet, wobei es durch eine Entzündung zu einer knotigen Verdickung der Beugesehne mit vorübergehender Einklemmung kommt.

Die Sehnen des Daumens und auch der übrigen Finger sind durch die sogenannten Ringbänder mit dem Knochen verbunden. Beim Beugen und Strecken des Daumens gleitet die Sehne im Ringband. Die Bezeichnung schnellender Daumen kommt daher, dass durch die verdickte Beugesehne das Ringband beim Gleiten nur schwer überwunden werden kann. Ist der Widerstand überwunden, schnappt oder schnellt der Daumen in die gewünschte Position. Die Beugung und Streckung ist im Verlauf sehr schmerzhaft.
Als Therapie kommt eine Spaltung des Ringbandes infrage.

Näheres zu diesem Thema können Sie hier nachlesen: Der schnellende Daumen

Der Skidaumen als Ursache

Beim Skidaumen kommt es nach einem Sturz bei ausgestrecktem Daumen zu einem Riss des Seitenbandes. Es entsteht ein Druckschmerz über dem Daumenballen sowie eine Instabilität.
Ist das Band nur teilweise gerissen, erfolgt eine Ruhigstellung des Daumens und eine medikamentöse Therapie mit Schmerzmedikamenten. Ist das Band allerdings komplett gerissen, muss eine Operation erfolgen, bei der das Seitenband wieder fixiert wird.

Erfahren Sie hier mehr zum Thema: Der Skidaumen.

Die Symptome

Neben den Schmerzen kommt es oftmals auch zu einer Schwellung des Daumenballens. Dieser kann außerdem gerötet und überwärmt sein. Zusätzlich tritt eine Bewegungseinschränkung des Daumens auf. Diese kann durch Schmerzen, gerissenen Bänder und die darauffolgenden Instabilität bedingt sein.

Beim Karpaltunnelsyndrom kann es zusätzlich zu Empfindungsstörungen mit Taubheits- und Kribbelgefühlen im Daumen, Zeige- und Mittelfinger kommen. Bei einem Trauma des Daumens kann auch ein Bluterguss (sog. Hämatom) auftreten.

Die Schwellung als Symptom

Eine Schwellung kann durch eine Entzündung im Gelenk hervorgerufen werden. Die Schwellung als Begleiterscheinung ist beispielsweise bei der Gicht oder bei Rheuma typisch. Auch nach Verletzungen, Bänderrissen oder Knochenbrüchen schwillt der Daumenballen meistens an.

Schmerzen beim Zugreifen

Kommt es zu Schmerzen beim Greifen, Flaschenaufdrehen oder Schlüsselumdrehen, ist dies meist ein Zeichen für eine Arthrose im Daumensattelgelenk.
Des Weiteren kommt es bei der sogenannten Tendovaginitis stenosans de Quervain zu Schmerzen im Daumen, besonders bei Greifbewegungen. Es handelt sich hierbei um eine Entzündung der Sehnenscheiden zweier Muskeln des Daumen. Insbesondere betroffen sind Frauen nach der Menopause. Zusätzlich zu den Schmerzen beim Greifen kommt es zur Druckschmerzhaftigkeit im Bereich des seitlichen Handgelenks, dort wo die Sehnen ansetzen. Wird der Daumen in Richtung Handfläche gedrückt, kommt es zu Schmerzen (sog. Finkelstein-Zeichen) und spricht für diese Sehnenscheidenentzündung.

Die Therapie erfolgt zuerst nicht-operativ durch eine Ruhigstellung. Ist diese nicht erfolgreich, wird zumeist eine Operation, bei der eine Spaltung der Sehnenscheide erfolgt, durchgeführt.

Informieren Sie sich hier rund über das Thema: Tendovaginitis stenosans de Quervain

Schmerzen beim Abspreizen

Meistens treten Schmerzen im Daumenballen gleichzeitig mit einer sogenannten adduzierten Daumenstellung auf. Der Daumen ist adduziert, wenn er zur Handfläche hin gezogen ist und sich nicht mehr nach außen abspreizen lässt. Die Muskeln, welche für die Adduktion verantwortlich sind, befinden sich in diesem Zustand in einer Dauerkontraktion und sind verhärtet tastbar.
Neben den Adduktoren können aber auch andere Muskeln betroffen sein. Wenn sich Schmerzen im Daumenballen ergeben und der Daumen nicht mehr abspreizbar ist, dann liegt das häufig an repetitiven Tätigkeiten, die man mit dem Daumen / der Hand durchführt. Häufig zählen dazu intensive Betätigung der Computermaus, Bremsen mit dem Daumen beim Fahrradfahren und Handarbeiten wie Stricken, bei denen der Daumen einen größeren Druck aufbringen muss.

Die Diagnose

Um die Ursache für die Schmerzen im Daumenballen zu finden, führt der Arzt zuerst eine Befragung (sog. Anamnese) durch. Dabei wird beispielsweise erörtert wann, wie oft bzw. unter welchen Umständen die Schmerzen auftreten. Sollten die Schmerzen nach einem Sturz auftreten, ist die Beschreibung des genauen Unfallhergangs wichtig. Danach erfolgt eine körperliche Untersuchung, wobei der Daumen abgetastet und der Bewegungsumfang des Daumens getestet wird.

Bei Verdacht auf einen Knochenbruch wird ein Röntgen angefordert. Sehnen- und Bänderrisse werden am besten mittels MRT beurteilt. Welche genaue Untersuchungsmethode angewendet wird, wird durch den behandelnden Arzt entschieden.

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Meine Name ist Dr. Nicolas Gumpert. Ich bin Facharzt für Orthopädie und Gründer von Dr-Gumpert.de
Diverse Fernsehsendungen und Printmedien berichten regelmäßig über meine Arbeit. Im HR Fernsehen sehen Sie mich alle 6 Wochen live bei "Hallo Hessen". 
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Um in der Orthopädie erfolgreich behandeln zu können, bedarf es einer gründlichen Untersuchung, Diagnostik und Erhebung der Krankengeschichte.
Gerade in unserer sehr ökonomisierten Welt, bleibt zu wenig Zeit, um die komplexen Erkrankungen der Orthopädie gründlich zu erfassen und damit eine zielgerichtete Behandlung einzuleiten.
In die Reihe der "schnellen Messerzücker" möchte ich mich nicht einreihen.
Ziel jeder Behandlung ist die Behandlung ohne eine Operation.

Welche Therapie nachhaltig die besten Ergebnisse erzielt, kann nur nach Zusammenschau aller Informationen (Untersuchung, Röntgenbild, Ultraschall, MRT, etc.) beurteilt werden.

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Weitere Informationen zu meiner Person finden Sie unter Lumedis - Dr. Nicolas Gumpert

Die Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache. Im Allgemeinen kann man Schmerzen mit NSAR (nicht-steroidalen Antirheumatika) behandeln. Zusätzlich wirken NSAR auch entzündungshemmend. Dadurch können sowohl die Entzündung, als auch die Schmerzen gelindert werden. Gegen eine Schwellung wird das Kühlen des Daumens empfohlen.

Bei einer Arthrose des Daumensattelgelenks sind verschiedene Behandlungsmöglichkeiten vorhanden. Bevor man über eine Operation nachdenkt, besteht zu Beginn der Erkrankung die Option auch nicht-operativ zu therapieren. Dies kann über eine Gipsschiene beziehungsweise Orthese (Rhizoloc-Schiene) geschehen, sodass das Daumensattelgelenk dann kurzzeitig ruhig gestellt wird und sich in dem Zeitraum erholen kann. Auch eine ergotherapeutische Therapie kann hilfreich sein. Oft werden auch unter Röntgen-Kontrolle Hyaluronsäure-Injektionen durchgeführt, um den geschädigten Knorpel ein wenig zu ersetzen. Diese Therapie wirkt allerdings nicht bei allen Patienten. Manche Ärzte schreiben dieser Therapie überhaupt keine Wirkung zu.
Wenn die Beschwerden zunehmen oder die Funktionalität zu sehr eingeschränkt ist, wird eine Operation durchgeführt. 

Bei einer Gicht therapiert man mit dem Medikament Allopurinolwelches die Harnsäure im Blut senkt. Zusätzlich ist eine vorübergehende Ruhigstellung des Daumens sinnvoll. Oftmals muss auch eine Operation erfolgen, in der beispielsweise Bänder refixiert werden oder, wie beim Karpaltunnelsyndrom, das Halteband am Handgelenk gespalten wird. 

Erfahren Sie hier mehr zum Thema: Operation einer Daumensattelgelenksarthrose.

Die Bandage

Eine Bandage ist sinnvoll, wenn das Daumengelenk ruhiggestellt werden soll. Besonders sinnvoll ist sie, wenn die Schmerzen im Daumen durch eine Überanstrengung hervorgerufen werden, damit eine Entlastung erreicht werden kann.
Auch beim Versuch der konservativen, also der nicht operativen Behandlung des Karpaltunnelsyndroms sollte die Hand bzw. der Daumen durch eine Bandage in seiner Bewegung eingeschränkt werden.

Die Dauer

Die Dauer der Schmerzen im Daumenballen hängt von der zugrundeliegenden Erkrankung ab. Bei einer Verletzung der Sehnen, Bänder oder Knochen ist mit einer Dauer von mehreren Wochen bis hin zu Monaten zu rechnen.
Die Beschwerden der Gicht, besonders, wenn Alkohol- und Fleischkonsum nicht eingeschränkt werden, können immer wieder auftreten und im Verlauf zu einer Zerstörung des Gelenks mit dauerhaften Schmerzen führen. Auch die Arthrose macht meist dauerhafte Probleme und die Schmerzen können meist nur in der Intensität eingeschränkt werden.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zum Thema Schmerzen im Handballen finden Sie hier:

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 23.06.2019
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