Meniskusriss

Synonyme im weiterem Sinne

Meniskusläsion, Meniskuseinriss, Meniskusruptur, Meniskusschaden

Englisch: meniscus tear

Definition Meniskusriss

Eine Meniskusläsion (Meniskusriss) stellt eine Verletzung von einer der beiden Knorpelscheiben (Menisken) dar, die sich zwischen Oberschenkel- und Schienbeinknochen befinden.

Betrachtet man den Knochenbau von Oberschenkel und Schienbein, so stellt man fest, dass sie asymmetrisch zueinander stehen (runder Oberschenkel und gerader Unterschenkel) und mit ihren Gelenkflächen nicht aufeinander passen. Diese Asymmetrie gleicht der Meniskus aus.
Der Meniskus besteht aus zwei Faserknorpelscheiben, dem Innenmeniskus und dem Außenmeniskus, die man auch auf dem unteren Bild erkennen kann.

Die Menisken dienen wie eine Art „Puffer“, denn sie ermöglichen eine gleichmäßige Druckbelastung, eine gleichmäßige Übertragung der Kraft und helfen dabei, das Kniegelenk zu stabilisieren.

Lesen Sie mehr zum Thema: Meniskusreizung


Abbildung eines Meniskusrisses

Abbildung Rechtes Kniegelenk: Blick auf die Menisken von oben (A) und von vorn (B)

Meniskusriss
(= Meniskusruptur)
I - Längsriss
II - Schrägriss (Lappenriss)
III - Radiärriss (Querriss)
IV - Korbhenkelriss (Sonderform)
V - Degeneration (Verschleiß)

  1. Innerer Meniskus -
    Meniscus medialis
  2. Äußerer Meniskus -
    Meniscus lateralis
  3. Hinteres Kreuzband -
    Lig. cruciatum posterius
  4. Vorderes Kreuzband -
    Lig. cruciatum anterius
  5. Oberschenkelknochen -
    Femur
  6. Kniescheibe - Patella
  7. Schienbein - Tibia

Eine Übersicht aller Abbildungen von Dr-Gumpert finden Sie unter: medizinische Abbildungen

Ursachen für einen Meniskusriss

Ursachen für den Meniskusriss reichen von traumatisch (= unfallbedingt) bis hin zu degenerativ (= durch übermäßige Belastung bedingt). Die prozentuale Verteilung des Meniskusriss lässt sich im Bereich der Meniskusläsionen in etwa wie nachfolgend beschreiben:

  • 50% der Meniskusläsionen sind degenerativer Natur. Diese Form des Meniskusriss entsteht im Laufe des Lebens durch vermehrte Beanspruchung, wobei diverse Berufsgruppen wie beispielsweise Profifußballer, Fließenleger, Bergleute, Gärtner, etc., also Menschen mit überwiegend kniender beruflicher Tätigkeit, betroffen sind.
  • 40% der Meniskusläsionen entstehen als Folge einer indirekten Gewalteinwirkung (= sekundär traumatische Rissentstehung). Zu indirekten Gewalteinwirkung zählen plötzliche Überstreckungen oder Beugungen des Gelenkes, die unbeabsichtigt die Meniskushinterhörner einklemmen. Wird dann auf den eingeklemmten Meniskus Kraft, beispielsweise in Form einer Drehung des Unterschenkels, ausgeübt, kann der Meniskus ein-, bzw. zerreißen.
  • 8% der Meniskusläsionen entstehen durch direkte Gewalteinwirkungen (= primär traumatische Meniskusrisse), beispielsweise durch traumatische Ereignisse in Form von Knochenbrüchen.
  • 2% der Meniskusläsionen treten genetisch bedingt auf. Es gibt Menschen mit genetisch bedingten Fehlformen des Meniskusses. Als Beispiel hierfür gilt der so genannte Scheibenmeniskus. Auch Zystenbildungen und vermehrte Kalkeinlagerungen im Bereich der Menisken (= Chondokalzinose) können im Verlauf des Krankheitsbildes zum Meniskusriss führen.

Symptome

Patienten mit Meniskusläsionen haben Schmerzen im Bereich des Kniegelenkspaltes und können das Kniegelenk häufig nur eingeschränkt bewegen. Die unterschiedlichen Ursachen eines Meniskusrisses sorgen für unterschiedliche Schmerzsymptomatiken:
Traumatische Mensikusläsionen (unfallbedingte) werden in der Regel als sehr schmerzhaft empfunden, während sich Läsionen durch degenerative Veränderungen auch im Rahmen einer Untersuchung häufig nur schwer feststellen lassen.

Diverse Untersuchungsmethoden des behandelnden Orthopäden bei einem Meniskusriss helfen bei der Diagnosestellung, aber auch dabei differentialdiagnostisch andere Erkrankungen auszuschließen (vgl.: Diagnose)

Lesen Sie mehr zum Thema: Symptome eines Meniskusriss

Anzeichen eines Meniskusrisses

Das Leitsymptom eines Meniskusrisses sind starke Schmerzen im betroffenen Knie.
Der Charakter der auftretenden Schmerzen wird grundsätzlich von der zugrundeliegenden Erkrankung bestimmt. So äußert sich ein akut auftretender Meniskusriss, welche beispielsweise durch eine Sportverletzung auftritt in plötzlich auftretenden, starken Schmerzen. Ein chronischer Knorpelverschleiß, welcher mit einem Meniskusriss einhergeht zeigt sich durch eine schleichende Verschlimmerung der Schmerzen.

Generell gilt, dass die Schmerzen üblicherweise besonders bei Belastung auftreten. Im Verlauf der Erkrankung könne die Schmerzen auch bei längerem Stehen oder Sitzen auftreten. Ausgelöst werden die Anzeichen eines Meniskusrisses meist durch Knorpelfragmente, welche sich in dem Gelenkspalt befinden und dort die typischen Schmerzen verursachen.

Diagnose eines Meniskusrisses

Im Rahmen der manuellen Untersuchung beim Meniskusriss überprüft der Arzt die so genannten „speziellen Meniskuszeichen“ durch sogenannte Meniskustests.
Dazu benutzt er bewährte Standardtests, z.B. Standardtests nach:

  • Steinmann
  • Apley – Grinding
  • Böhler
  • McMurray
    und
  • Payr

Hierbei wird in unterschiedlicher Form, beispielsweise in Streck-, Beuge- und Verdrehposition versucht, Oberschenkel- und Unterschenkelgelenkflächen aneinanderzupressen. Im Rahmen der Untersuchungsmethoden kann man dann Verletzungen des Außen- von Verletzungen des Innenmeniskusses unterscheiden.
Darüber geben diverse Meniskustests auch Aufschluss über die Lokalisation des Risses. Der Standardtest nach Payr deutet bei Auftritt von Schmerzen auf eine Verletzung im Hinterhornbereiches des Innenmeniskusses hin.

Jede Diagnose eines Meniskusschadens beginnt mit der oben geschilderten manuellen Untersuchung durch den Arzt. Um diese Diagnose des Meniskusschadens zu bestätigen, werden darüber hinaus weitere Diagnosemethoden hinzugezogen.

Meniskusrisstypen

Meniskusrisstypen

Wie bereits im Rahmen der Therapieformen erwähnt, gibt es unterschiedliche Formen eines Meniskusrisses. Je nach Lokalisation der Verletzung im Meniskusgewebe können sowohl im Bereich des Innen- als auch des Außenmeniskusses folgende Rissformen unter- schieden:

  • Korbhenkelriss (= Längs verlaufender Meniskusriss mit Verschiebung abgerissener Meniskusteile in das Gelenk hinein)
  • Querriss (vom freien Rand bis zur Basis)
  • Lappenriss im Hinter- oder Vorderhorn (= Eine Kombination aus Längs- und Querriss)
  • Horizontalriss (Einriss im Längsverlauf, wobei sich eine Ober- und Unterlippe ausbildet)
  • Abriss der Meniskusbasis

Der Arzt kann anhand diverser Untersuchungsmethoden, in der Regel durch manuelle Untersuchungen, zu denen auch die Röntgenbilddiagnostik hinzugezogen wird untersuchen, welche Form des Meniskusriss vorliegt.

Kernspintomographie / Magnetresonanztomographie (MRT)

Hier erhalten Sie detaillierte, in der Regel allgemeingültige Informationen im Hinblick auf das MRT: MRT
An dieser Stelle soll themenbezogen nur darauf hingewiesen werden, dass mittels des MRT über 95 % der Meniskusrisse diagnostiziert werden können.
Leider lassen sich einige Meniskusriss nicht im MRT darstellen oder aber Risse stellen sich unter der Arthroskopie schlimmer dar als auf dem MRT zu vermuten ist. Durch die konstante Verbesserung der MRT Technik ist die Fehlerquote beim MRT beim Meniskusriss deutlich gesunken.

Bei einem Meniskusriss ist das MRT vom Knie das bildgebende Verfahren der Wahl, da sie das Knorpelgewebe mit der höchsten Genauigkeit darstellen kann. So lassen sich die Risse, ihre Lokalisation, Form und Ausdehnung am besten beurteilen.
Anhand des Befundes kann dann die optimale Therapie für den Patienten festgelegt werden. Zudem ermöglicht die MRT-Untersuchung die gleichzeitige Feststellung von Begleitverletzungen am Kniegelenk (Knorpelschaden, Kreuzbandriss, Außen- oder Innenbandriss).
Nicht selten sind bei einem Meniskusriss weitere Strukturen des Gelenks beschädigt, so zum Beispiel die Kreuzbänder, die Außen-oder Innenbänder oder die Gelenkkapsel.
Bei einer Verletzung des inneren Meniskus kommt es teilweise gleichzeitig zu einer Verletzung des Innenbandes und des vorderen Kreuzbandes.
Diese Konstellation wird auch als „unhappy triad“ bezeichnet. Durch die MRT-Untersuchung kann das gesamte Gelenk begutachtet und ein vollständiger Verletzungsbefund erhoben werden. Dies ist die Grundlage auf der die individuell zu wählende Therapie für den Patienten begründet ist.

Lesen Sie weitere Informationen zu diesem Thema unter:

Röntgenuntersuchung

Während die Röntgenuntersuchung bei frischen Meniskusverletzungen unauffällig ist und somit im Rahmen traumatischer Schäden kaum Aufschluss gibt, ist sie bei chronischen Schäden (z.B. dauerhafte berufsbedingte Belastung der Menisken) sehr aussagekräftig. Knöcherne Veränderungen werden sichtbar. Damit man darüber hinaus eventuelle knöcherne Begleitverletzungen ausschließen kann, erfolgt eine Röntgenuntersuchung mindestens in zwei verschiedenen Ebenen.

Sonographie (Ultraschalluntersuchung)

Obwohl die Ultraschalluntersuchung nicht routinemäßig herangezogen wird, da andere Untersuchungsformen aussagekräftiger sind, liefert die Sonographie Hinweise über begleitende Bandverletzungen. 
Besonders Schwellungszustände, Wasser im Knie und auch Hämatome / Blutergüsse können mit der Ultrascahlluntersuchung gut dargestellt werden.

Arthroskopie vom Knie

Um eine Diagnose abzusichern, kann eine Arthroskopie, also eine Spiegelung des Kniegelenkes durchgeführt werden. Während der Arzt hier genausten den Gelenkinnenraum diagnostizieren kann, besteht der große Vorteil einer Arthroskopie darin, dass unter Umständen sofort operativ behandelt werden kann.
Durch die gute Bildqualität des MRT´s bei einem Meniskusriss wird heute praktische keine Arthroskopie des Kniegelenks aus Diagnose-Gründen durchgeführt.
Bei der „Schlüsselloch – Operation“ wird das Knie nur durch einen kleinen Hautschnitt geöffnet. Ein Stab, der mittels enthaltener Kamera Bilder aus dem Gelenkinnenraum auf einen Bildschirm im OP überträgt, wird durch diesen kleinen Schnitt in das Kniegelenk eingebracht.Ein weiterer kleiner Schnitt ermöglicht das Einführen eines Tasthakens, der die Beschaffenheit von Knorpel, Kreuzband und Menisken testet. Über diesen zweiten Schnitt ist im Anschluss daran das Einführen weiterer Instrumente denkbar, so dass direkt beispielsweise auch frei liegende Meniskusteile entfernt werden können.
Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Arthroskopie Knie

In Fällen, in denen operativ (durch eine Kniearthroskopie) behandelt werden muss, werden darüber hinaus zusätzliche Untersuchungen wie beispielsweise EKG und / oder Laborkontrolle von Blutwerten notwendig.

Test(s) bei einem Meniskusriss

Um einen Meniskusriss diagnostizieren sowie die Lokalisation und das Ausmaß der Verletzung einschätzen zu können, kommen unterschiedliche Tests zum Einsatz.
In einer körperlichen Untersuchung wird das Kniegelenk auf unterschiedliche Arten bewegt und die Reaktion des Betroffenen Patienten analysiert. Für die Analyse einer Verletzung des Meniskus sind eine Reihe unterschiedlicher Tests bekannt.

Schon leichte Schmerzen bei der Durchführung der Tests reicht aus um einschätzen zu können welche Art der Verletzung vorliegt. Es muss deshalb keine Angst vor der Entstehung großer Schmerzen bestehen. Die Tests können einer Einschätzung der Verletzung der Menisken dienen und sollten nicht als Ersatz bildgebender diagnostischer Methoden angesehen werden. Um die eindeutige Diagnose zu stellen sowie das Ausmaß der Verletzung beurteilen zu können kommen stets bildgebende diagnostische Methoden (siehe: MRT bei einem Meniskusriss) und gegebenenfalls eine Gelenkspiegelung des Kniegelenks zum Einsatz.

Die Tests

Der sogenannte Steinmann Test muss in ein Steinmann Zeichen I und ein Steinmann Zeichen II unterteilt werden.
Bei dem Steinmann Zeichen I wird das Kniegelenk durch eine Drehung des Fußes leicht nach innen oder außen rotiert. Je nachdem bei welcher Rotation Schmerzen auftreten ist die Wahrscheinlichkeit eines Innenmeniskusriss oder Außenmeniskusriss gegeben.
Das Steinmann Zeichen II beinhaltet eine Klopfschmerzprüfung des Gelenks bei gestrecktem und gebeugtem Knie. Je nachdem an welchen Punkten ein Kopfschmerz ausgelöst werden kann, ist der jeweilige Meniskus wahrscheinlich verletzt.

Der sogenannte Apley-Grinding Test wird in Bauchlage durchgeführt. Das Bein wird angewinkelt und während einer Druckausübung des Untersuchers einmal nach innen und nach außen rotiert. Je nach Auftritt des Schmerzes kann der behandelnde Arzt eine Aussage über den vermutlich beschädigten Meniskus treffen.

Auch der Böhler Test erlaubt eine Einschätzung der Lokalisation der Verletzung. Hierbei wird der Unterschenkel bei gleichzeitig gestrecktem Kniegelenk nach innen sowie nach außen bewegt.

Während des McMurray Tests tastet der behandelnde Arzt mit der einen Hand den Kniegelenksspalt und streckt das Bein mit der anderen Hand langsam aus. Durch das Wahrnehmen bestimmter Bewegungen im Kniegelenk sowie das Auftreten spezieller Geräusche kann eine Verletzung des jeweiligen Meniskus beurteilt werden.

Um einen Schaden des Innenmeniskus zu beurteilen kommt häufig der sogenannte Payr-Test zum Einsatz. Hierbei sitzt die betroffene Person im Schneidersitz, während der Arzt von oben Druck auf das Kniegelenk ausübt. Treten hierbei Schmerzen auf, ist die Wahrscheinlichkeit eines Innenmeniskusschadens gegeben.

Therapie bei einem Meniskusriss

Indikation zur Operation

Nicht jede Form einer Meniskuserkrankung muss operativ behandelt werden. Aus diesem Grund spielt die Diagnostik im Rahmen der Meniskuserkrankungen, inklusive diverser diagnostischer Tests eine große Rolle.

Auch ist die Lage der Meniskusriss im Hinblick auf die Therapie von entscheidender Bedeutung. Liegt die Läsion beispielsweise im Bereich der Außenzone, so kann ggf. konservativ, beispielsweise in Form von Schienenlagerung und abschwellenden Medikamenten, ggf. in Kombination mit Punktionen und Injektionen therapiert werden.

Stellt der Arzt allerdings eine massive Ruptur, bzw. einen so genannten „Korbhenkel“ (= längs verlaufenden Meniskusriss) feststellen, so wird in der Regel die Entfernung des abgerissenen Anteils des Meniskusses notwendig. Der abgerissene Teil wirkt sich ansonsten im Gelenk wie ein Fremdkörper aus, der auch den Knorpel in besonderer Weise schädigen wird und frühzeitig das Krankheitsbild der Arthrose bewirken wird.

Risse im Bereich der Kapselgrenze können gegebenenfalls durch die Menikoplexie behandelt werden. Diese Menikoplexie kann man sich wie ein „Antackern“ oder ein „Annähen“ vorstellen. Da der Faserknorpel allerdings nur schwach durchblutet ist, und aus diesem Grund auch nur über wenige Stoffwechselreserven verfügt, können Schäden am Meniskus nur selten „ausheilen“.

Mittlerweile werden nahezu alle Operationen im Bereich des Meniskusses arthroskopisch durchgeführt. Eine arthroskopische Meniskus - Operation ist wesentlich schonender, hilft dabei Folgeschäden zu vermeiden und bei maximaler Ausschöpfung operativer Versorgung möglichst viel Meniskusgewebe zu erhalten. Zudem ist die Dauer der Arthroskopie am Knie deutlich kürzer als eine offene OP am Knie.

Grundsätzlich gilt jedoch der Leitsatz:
“Ein Meniskusriss sollte so früh wie möglich repariert werden, um Folgeschäden zu verhindern."

Um langfristige eine optimale Versorgen der Kniegelenks gewährleisten zu können ist eine dynamische Laufbandanalyse empfehlenswert. Gerne können Sie einen Termin in unserer Praxis in Frankfurt am Main ausmachen.

Lesen Sie mehr unter unserem Thema: OP eines Meniskusrisses

Bandage bei einem Meniskusriss

Neben einer Reihe konservativer und chirurgischer Maßnahmen, welche, je nach Art des Knorpelschadens angewandt werden können, stehen bestimmte Bandagen zur Verfügung um eine Symptomlinderung bei einem Meniskusriss zu erreichen.
Generell gilt jedoch, dass Bandagen keine Heilung der Verletzung erreichen können und nur eine begrenzte Symptomverbesserung erzielen. Eine alleinige Behandlung durch das Tragen einer Bandage kann nicht empfohlen werden. Diese kann jedoch beispielsweise in der Zeit bis zu der geplanten Operation oder als zusätzliche Schmerztherapie durchaus sinnvoll sein.

Die Funktionsweise der Bandagen, welche bei einem Meniskusriss getragen werden können besteht in einer Kompression des Kniegelenks. Durch diese Kompression soll Druck in der Gelenkkapsel aufgebaut und damit der Meniskus entlastet werden. Je nach Verletzung und Art des Meniskusrisses funktioniert eine Bandage somit mehr oder weniger gut. Bei vorhandenen Fremdkörpern im Gelenkspalt kann auch eine Druckerhöhung nur bedingt Erfolge erzielen, wogegen eine Druckerhöhung bei gleichzeitiger Arthrose gute Ergebnisse in der Symptomkontrolle erreicht. Ob sich eine Bandage im individuellen Fall als sinnvoll erweist sollte mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Sport bei einem Meniskusriss

Sport kann auf unterschiedliche Arten mit einem stattgefundenen Meniskusriss zusammenhängen.
Zum einen kann die Verletzung durch bestimmte Sportarten hervorgerufen werden und so Ausdruck einer Sportverletzung sein. Auf der anderen Seite stellt sich bei vielen Betroffenen mit einem stattgefundenen Meniskusriss die Frage, ab wann sportliche Betätigung wieder empfohlen werden kann.

Die individuelle Heilungsdauer nach einem Meniskusriss kann, je nach Art und Lokalisation der Verletzung sowie der gewählten Therapie stark variieren.
So sollte eine Empfehlung, ab welchem Moment welche Sportart sinnvoll ist, stets individuell abgegeben werden.

Je nachdem wie schnell eine Heilung des Knorpels vonstatten geht kann sportliche Betätigung üblicherweise schon nach einigen Wochen wieder empfohlen werden. Generell gilt, dass zu Beginn knieschonende Sportarten wie Schwimmen oder Radfahren besser sind als Laufen, was erst deutlich später empfohlen werden kann.
Entscheidend ist ebenfalls, ob ein chronischer Knorpelschaden im Knie besteht oder der Meniskusriss durch eine Verletzung entstanden ist.
So treten verletzungsbedingte Knorpelschäden meist bei jüngeren, sportlichen Personen auf, und die Heilungsdauer ist entsprechend kürzer als bei einem Meniskusriss, welcher aufgrund einer Kniegelenksarthrose auftritt.

Die Art der gewählten Therapie hat einen großen Einfluss darauf, ab welchem Moment das Knie wieder teil- oder vollbelastet werden kann und sollte.
So ist die Belastung nach einer Teilentfernung des Knorpels meist schon kurz nach der Operation wieder möglich, während das Knie nach einer Knorpeltransplantation deutlich länger nachbehandelt und geschont werden sollte.
Spezielle Übungen während der Nachbehandlung können sinnvoll sein und sollten nach den Empfehlungen des Arztes und Physiotherapeuten durchgeführt werden.
Ein generelles Sportverbot kann somit nicht ausgesprochen werden, da eine solche Bewegungsarmut dem Heilungsverlauf sowie der Beweglichkeit im Kniegelenk tendenziell schadet.

Neben der Frage wann das Knie wieder belastet werden kann sollten, je nach vorherrschender Erkrankung, gegebenenfalls Anpassungen der durchgeführten Sportart durchgeführt werden.
Sportarten, welche grundsätzlich mit einer sehr hohen Kniegelenksbelastung einhergehen sollten wenn möglich auch nach einem Therapieerfolg gemieden werden. Dies gilt besonders für Betroffene, welche an einer Kniegelenksarthrose leiden, da durch die Belastung auch noch vorhandenes Knorpelgewebe zugrunde gehen kann und weitere Beschwerden hervorgerufen werden.

Anatomie der Menisken

Innenmeniskus und Außenmeniskus

Exkurs Meniskus

Der Meniskus besteht aus zwei halbmondförmigen Faserknorpelscheiben, die zwischen Ober- und Unterschenkel gelagert sind, um wie oben erwähnt, die Inkongruenz (Ungleichheit) der artikulierenden Knochen auszugleichen und somit Stöße gleichmäßig auf den Knorpel des Unterschenkels zu übertragen. Darüber hinaus verteilt der Meniskus die Gelenkschmiere, die insbesondere für den Schutz des Knorpelgewebes verantwortlich ist, da sie veranlasst, dass Knorpelscheiben ohne Reibung übereinander gleiten. Sie versorgt ferner das Knorpelgewebe mit Nährstoffen und ist für den Abtransport von Abfallstoffen aus dem Gelenkspalt verantwortlich.

Auf dem Schaubild rechts erkennt man den anatomischen Aufbau beider Menisken.
In der Mitte werden die beiden Menisken durch die Kreuzbänder getrennt, links neben dem Kreuzband befindet sich der Außenmeniskus (hellblaue Färbung), rechts neben den Kreuzbändern liegt der Innenmeniskus (gräuliche Färbung). und des hinteren Kreuzbandes erkennen. Wie man auch anhand des Schaubildes unschwer erkennen kann, ist das Volumen des Außenmeniskusses deutlich größer als das Volumen des Innenmeniskusses.

Abbildung der Menisken

Abbildung rechtes Kniegelenk von vorn (A) und Blick auf die Menisken von oben (B)
  1. Innerer Meniskus -
    Meniscus medialis
  2. Innerer Gelenkknorren
    (Schienb.) -
    Condylus medialis
  3. Querband des Kniegelenks -
    Lig. transversum genus
  4. Kniescheibenband -
    Ligamentum patellae
  5. Schleimbeutel - Bursa
  6. Äußerer Meniskus -
    Meniscus lateralis
  7. Äußerer Gelenknorren
    (Schienb.) -
    Condylus lateralis
  8. Vorderes Kreuzband -
    Lig. cruciatum anterius
  9. Hinteres Kreuzband -
    Ligamentum cruciatum posterius
  10. Oberschenkelknochen - Femur
  11. Schienbein - Tibia
  12. Kniescheibe - Patella

Eine Übersicht aller Abbildungen von Dr-Gumpert finden Sie unter: medizinische Abbildungen

An dieser Stelle soll der Meniskus in seinem Aufbau näher beschrieben werden, um über die Beschreibung der Fixierung hinaus die Funktion und mögliche Beeinträchtigungen durch Verletzungen im Bereich der Menisken besser verstehen zu können: Sowohl der Innen-, als auch der Außenmeniskus besteht aus drei Teilen. Der vordere Anteil wird als

  • Vorderhorn (1) bezeichnet
  • der mittlere Teil als Pars intermedia (2)
  • und der hintere Teil als Hinterhorn (3).

Die beiden Menisken sind als C- oder halbmondförmige Strukturen zwischen Femurkondylen (= Oberschenkelgelenkrollen) und der Tibiakopfgelenkfläche (Unterschenkelgleitfläche) gelagert. Sie werden durch die Gelenkkapsel im Rahmen von Verwachsungen fixiert und über deren Gefäße mitversorgt.
Auffallend ist, dass der Innenmeniskus fast über die gesamte Länge mit der Kapsel verbunden ist. Aus dieser Erkenntnis heraus ist die Tatsache zu erklären, dass ein Innenmeniskus wesentlich unbeweglicher ist, als der stärker gekrümmte Außenmeniskus.
Neben den Außenwandverwachsungen werden sowohl der Innen- als auch der Außenmeniskus zusätzlich an den Endpunkten fixiert. Diese Endpunkte eines Meniskusses nennt man – je nach Lage – Vorder- oder Hinterhorn. Beide „Hörner“ weisen zahlreiche sensible / sensorische Nervenendigungen auf. Faserverbindungen bestehen darüber hinaus auch zwischen dem Innenmeniskus und dem medialen Seitenband.

Im letzten Abschnitt wurde kurz auf die Versorgung der Menisken über die Gelenkkapsel eingegangen. An dieser Stelle soll dies noch differenzierter dargestellt werden. Man unterscheidet morphologisch (= den zellulären Aufbau betreffend) die Meniskusbasis, die in unmittelbarere Verbindung mit der Gelenkskapsel steht (rote Zone) von dem mittleren Meniskusbereich (hellrote Zone) und der weißen Randzone. Durch die rote Zone dringen Gefäße bis in das mittlere Drittel des Meniskusses vor (hellrot gekennzeichnet). Der weiße Rand hingegen weist keine Gefäße auf. Er wird über die Gelenkflüssigkeit (= Gelenkschmiere) versorgt. Diese Erkenntnisse haben große Auswirkungen auf die Heilungschancen verschiedener Meniskusverletzungen. Während für den roten und hellroten Bereich aufgrund der Versorgung durch die Gefäße gute Heilungschancen bestehen, ist ein Meniskusriss im Bereich des weißen Randes wesentlich schwieriger zu therapieren. Eine Heilung im eigentlichen Sinn (Wiederherstellung eines unverletzten Meniskus) ist in dieser Zone nicht möglich.

Da der Knorpel einen wichtigen Bestandteil des Kniegelenkes darstellt, der insbesondere durch zerrissene / eingerissene Menisken geschädigt werden kann, soll an dieser Stelle auf die Funktion des Knorpels eingegangen werden:

Der Knorpel stellt ein Stützgewebe dar, welches aus wasserereichen Knorpelzellen (= Chondrozyten) und so genannten Interzellulärsubstanzen (Grundsubstanz, Fasern) besteht. Je nach der Beschaffenheit der Interzellulärsubstanz unterscheidet man zwischen:

  • hyalinem Knorpel
  • elastischem Knorpel
  • Faser- oder Bindegewebknorpel

Während Knorpel in vielen Bereichen des Körpers zu finden ist, ist für den Bereich des Knies der hyaline, aber auch der Faser- oder Bindegewebknorpel (= Gemisch von kollagenem und hyalinem Knorpel) von besonderer Bedeutung. Wenn der Knorpel durch starke Abnutzung oder durch Verletzungen verbraucht wurde, kann der Körper dieses Knorpelgewebe weder reparieren noch neu synthetisieren. Der Mediziner spricht dann vom Krankheitsbild der Arthrose (mehr hierzu finden Sie bei der Begriffserklärung Arthrose).

Die Menisken dämpfen Stöße im Kniegelenk.

Im Bereich des Kniegelenkes trägt der Meniskus in besonderer Weise zum Schutz des Knorpels bei. Der Meniskus dämpft Stöße, stabilisiert aber auch in Kooperation mit den Kreuzbändern das Knie in besonderer Weise. In MRT-Videosequenzen konnte nachgewiesen werden, dass insbesondere die Bandverbindungen der Menisken für die Stoßdämpferfunktion benötigt werden. So können gelockerte / gerissene Bandverbindungen unter anderem auch für Meniskusrisse mitverantwortlich gemacht werden, die sich unter Umständen aus oberflächlichen Meniskusrissen entwickeln können. Der gelbe Pfeil deutet auf einen gesunden Meniskus.

Ge-, bzw. zerrissene Menisken zerstören das Knorpelgewebe indem sie die Stoßdämpferfunktion nicht mehr, bzw. nicht mehr in vollem Maße ausüben können. Eine Arthrose des Kniegelenkes als schwerwiegende Konsequenz kann und wird früher oder später auftreten.

Durch Studien konnte belegt werden, dass Meniskusverletzungen unabhängig von ihrer Ursache häufiger im Bereich des Innenmeniskusses auftreten. Dabei ist der Bereich des Hinterhornes besonders Anfällig für Verletzungen (ca. 75% aller Verletzungen des Innenmensikusses betreffen den Bereich des Hinterhornes).
Weitere Informationen zur Anatomie des Meniskus finden Sie auch unter unserem Thema Meniskus.

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 05.12.2016
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