Dauer einer Kniearthroskopie

Einleitung

In der heutigen Zeit werden viele chirurgische Eingriffe nicht mehr offen, sondern minimal-invasiv durchgeführt. Eine der häufigsten Eingriffe dabei ist die Arthroskopie am Knie. Sie wird sowohl diagnostisch eingesetzt, um bei Verdacht auf Verletzungen Bänder, Knorpel und Knochen darzustellen, als auch therapeutisch zur Behandlung eventueller Schäden.
Die Dauer einer Arthroskopie am Knie ist primär abhängig von der im Vorhinein gestellten Diagnose und dem Ausmaß der Verletzung.

Mehr allgemeine Informationen zum Thema finden Sie unter: Arthroskopie am Knie

Dauer

Ein Vorteil der Arthroskopie am Knie ist die geringere Dauer und die damit verbundenen geringeren Risiken während und nach der OP. Die Dauer der OP und der anschließenden Phasen wird im Folgenden genauer beschrieben.

Dauer einer Arthroskopie am Knie

Die Dauer der OP hängt von mehreren Faktoren ab. Die Diagnose und das Ausmaß der Verletzung spielen für die Dauer der Arthroskopie die größte Rolle. Darüber hinaus ist die Expertise und die Erfahrung des Operateurs ausschlaggebend, sowie die Art und der Umfang des Eingriffes (diagnostisch/therapeutisch). Auch die Art der Narkose beeinflusst die Dauer des Eingriffs.

Insgesamt ist eine Arthroskopie meist ein relativ kurzer Eingriff - oft beträgt die Dauer nur 20 Minuten. Wird die Arthroskopie am Knie jedoch eingesetzt, um Operationen an den Bändern (siehe: Bandverletzung am Kniegelenk) oder am Knorpel (siehe: Knorpelschaden im Knie) vorzunehmen, verlängert sich die Dauer der OP dementsprechend. Sie liegt dann bei 45 Minuten oder mehr.

Diese Eingriffe werden meist ambulant durchgeführt, sodass der Patient nach wenigen Stunden das Krankenhaus wieder verlassen kann. Risikopatienten mit mehreren Nebenkrankheiten müssen eventuell kurz stationär in der Klinik bleiben. Auch eine komplizierte Arthroskopie verlängert den Krankenhausaufenthalt.

Zusammenfassend ist die Arthroskopie ein gut durchzuführender Eingriff und die Dauer der OP überschaubar.


Dauer der Schwellung

Nach einer Arthroskopie am Knie kommt es quasi immer zur Schwellung am betroffenen Knie. Diese Schwellung ist eine natürliche Erscheinung nach einer OP. Die Schwellung hält nach der Arthroskopie wenige Tage an und wird von selber durch die Lymphe abgetragen. Die Dauer der Schwellung kann durch das Hochlagern, Schonen sowie Kühlen des Knies auf zwei oder drei Tage verringert werden.

Bildet sich die Schwellung über die Dauer von einer Woche nicht zurück oder kommen Schmerzen hinzu, sollte jedoch ein Arzt zur Abklärung aufgesucht werden, um Entzündungen und andere Komplikationen auszuschließen.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Schwellung nach einer OP

Dauer der Nachbehandlung

Die Dauer der Nachbehandlung richtet sich nach jeweiligem Eingriff und vorherigem Allgemeinzustand des zu behandelnden Patienten sowie seinem Alter. Die Dauer der Nachbehandlung kann dabei stark positiv vom Patienten beeinflusst werden, wenn die empfohlenen Maßnahmen konsequent durchgeführt werden. Auch die Dauer der Nachbehandlung richtet sich nach dem Eingriff, der mit der Arthroskopie durchgeführt wurde.

Der Verband der Schnitte wird etwa nach zwei bis drei Tagen entfernt. Die Fäden werden innerhalb von einer oder zwei Wochen nach der Arthroskopie am Knie gezogen. Es werden außerdem weitere Termine zur Nachuntersuchung angesetzt, um das Ergebnis der Arthroskopie zu beurteilen und eventuelle Komplikationen früh zu erkennen. Meist liegt die Dauer der Nachbehandlung somit bei 1-3 Wochen.

Allgemeine Maßnahmen der Nachbehandlung dauern meist etwas länger. Dazu zählen zu Beginn z.B. das Hochlagern und das Benutzen von Gehhilfen, später die Durchführung von Krankengymnastik. Je nach Art des Eingriffs muss entweder eine längere Schonung (z.B. bei einer Operation eines Kreuzbandes) oder eine frühe Mobilisierung (z.B. bei repariertem Meniskusschaden) erfolgen. Etwas länger sollte gewartet werden, wenn man wieder sportliche Aktivitäten aufnehmen will. An die sollte man sich erst nach 6-8 Wochen wieder herantasten. Leichte sportliche Aktivität wie Schwimmen oder Radfahren sind oft früher möglich.

Bei schweren Eingriffen, Komplikationen im Rahmen der Arthroskopie oder auch bei älteren Menschen kann sich die Dauer der Nachbehandlung erheblich verlängern. Generell sollte man für die Dauer der Nachbehandlung nach einer Arthroskopie am Knie keine Maßnahmen ohne die Empfehlung bzw. Rücksprache mit dem behandelnden Arzt durchführen.

Dauer der Arbeitsunfähigkeit

Auch die Dauer der Arbeitsunfähigkeit richtet sich nach dem jeweiligen Eingriff. Mindestens genauso wichtig ist der Zustand des Patienten - etwa ob Grunderkrankungen vorliegen und wie alt man ist.
Die Dauer der Arbeitsunfähigkeit beträgt in den meisten Fällen wenige Tage bis Wochen. Je nachdem, welche Tätigkeit verrichtet wird, kann die Dauer länger oder kürzer ausfallen. Handelt es sich überwiegend um im Sitzen verrichtbare Arbeit ohne das Heben schwerer Lasten, kann diese meist nach wenigen Tagen bereits wieder aufgenommen werden. Dagegen müssen Personen, die lange stehen müssen, häufig auf den Knien arbeiten oder stärkerer körperlicher Belastung ausgesetzt sind, mit einer längeren Dauer der Arbeitsunfähigkeitvon von 2-3 Wochen rechnen.

Wann kommt eine Kniearthroskopie in Frage?

Die Gründe, eine Arthroskopie am Knie durchzuführen, sind diagnostischer und therapeutischer Natur. Sie kommt bei Verletzungen der Strukturen innerhalb des Kniegelenks zum Einsatz.

Hinweise auf eine Verletzung können zum Beispiel Schmerzen, Schwellung (siehe: Gelenkschwellung Knie) und Instabilität des Knies sein. Dabei können verschiedene Strukturen des Knies Auslöser der Beschwerden sein. Dazu zählen die Kreuzbänder, Knorpel, die Menisken, die Gelenkkapsel und -schleimhaut. Ein Meniskusriss, der meist nach Gewalteinwirkung auf das Knie auftritt, verursacht zum Beispiel stechende Schmerzen meist seitlich am Knie auf der betroffenen Seite. Auch ein abnutzungsbedingter Schaden im Alter erfordert teilweise eine Arthroskopie. Bei parallel auftretenden Zeichen eines Kreuzbandrisses ist die Arthroskopie ebenso angezeigt.

Die Arthroskopie bietet die Möglichkeit, die Strukturen des Knies direkt zu begutachten und im Anschluss zu therapieren. Bei der Diagnose von Verletzungen am Knie kommt die Arthroskopie dann zum Einsatz, wenn andere Methoden nicht genügend Aufschluss geben konnten. Hier kann der behandelnde Arzt unter direkter Sicht, Bänder, Sehnen. Gelenkknorpel und Menisken beurteilen. Nach der Arthroskopie steht eine Diagnose fest. Eine rein diagnostische Arthroskopie ist eher selten, da durch MRT oder Röntgen die meisten Diagnosen schon vorab gestellt werden können. So hat man in der Regel schon ein Behandlungsziel oder es schließt sich eine therapeutische Maßnahme an. Im Rahmen der Therapie wird die Arthroskopie am Knie sehr häufig eingesetzt, auch deshalb, weil sie die Dauer einer offenen OP deutlich unterschreitet. Je nach Befund kann ein geschädigter Knorpel geglättet oder entfernt werden, eine häufige Indikation ist die Naht eines gerissenen Meniskus. Auch ein gerissenes Kreuzband kann mit der Arthroskopie im Knie behandelt werden.

Prognose

Eine Arthroskopie am Knie ist ein oft durchgeführter und gut tolerierter Eingriff. Mit der richtigen und adäquaten Nachbehandlung wird die Dauer der Einschränkung nach der Arthroskopie auf wenige Wochen begrenzt.
Allgemeine Risiken wie Infektion oder Blutungen können die Prognose natürlich stark negativ beeinflussen.

Prophylaxe

Um sein Knie zu schützen und eine Arthroskopie am Knie zu umgehen, sollte man vor allem beim Sport auf geringe Belastungen am Knie achten. Bandagen, Schoner und eine trainierte Muskulatur verringern die Wahrscheinlichkeit einer ernsthaften Verletzung am Knie. Eine hundert prozentige Prophylaxe ist dagegen nicht möglich

Weitere Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 04.01.2018
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