Kreuzband

Anatomie und Funktion

Der Mensch besitzt an jedem Knie zwei Kreuzbänder: ein vorderes Kreuzband (ligamentum cruciatum anterius) sowie ein hinteres Kreuzband (ligamentum cruciatum posterius). Das vordere Kreuzband entspringt am unteren Teil des Kniegelenks, dem Schienbein (Tibia) und zieht zum oberen Teil des Gelenks, dem Oberschenkelknochen (Femur).
Es verläuft von der vorderen Mitte des sogenannten Tibiaplateaus (Area intercondylaris anterior tibiae) zum äußeren Anteil des Oberschenkelknochens. Dieser bildet im Bereich des Kniegelenks gewissermaßen zwei Pfeiler, wobei das vordere Kreuzband zum äußeren Pfeiler (Condylus lateralis femoris) zieht und dort an der Innenseite ansetzt.

Das hintere Kreuzband besitzt eine stärkere Festigkeit als das vordere und nimmt seinen Ursprung vom inneren Pfeiler des Oberschenkelknochens (Condylus medialis femoris), von dessen Innenseite es zur hinteren Mitte des Tibiaplateaus (Area intercondylaris posterior tibiae) zieht.

Die Kreuzbänder in ihrer Gesamtheit dienen der Stabilisation des Kniegelenks, um die beteiligten Knochen – Schienenbein (Tibia) und Oberschenkelknochen (Femur) – in ihrer Position zu halten. Weiterhin haben sie die Aufgabe, drehende Bewegungen (Rotation) bei gebeugtem Kniegelenk zu führen. Insbesondere wird mit Hilfe der Kreuzbänder eine zu starke Einwärtsdrehung (Innenrotation) gehemmt.

Abbildung Kreuzband

  1. Vorderes Kreuzband -
    Ligamentum cruciatum anterius
  2. Hinteres Kreuzband -
    Lig. cruciatum posterius
  3. Äußerer Meniskus -
    Meniscus lateralis
  4. Außenband -
    Ligamentum collaterale fibulare
  5. Innerer Meniskus -
    Meniscus medialis
  6. Querband des Kniegelenks -
    Ligamentum transversum genus
  7. Innenband -
    Ligamentum collaterale tibiale
  8. Innerer Gelenkknorren -
    Condylus medialis
  9. Oberschenkelknochen - Femur
  10. Kniescheibenfläche -
    Facies patellaris
  11. Äußerer Gelenkknorren - Condylus lateralis
  12. Wadenbeinschaft - Corpus fibulae
  13. Schienbeinschaft - Corpus tibiae

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Erkrankungen

Kreuzbandrisse zählen zu den häufigsten Bandverletzungen des Knies, wobei meistens das vordere Kreuzband betroffen ist. In Deutschland gibt es pro Jahr auf 100 000 bezogen etwa 30 Kreuzbandrisse.
Ursächlich für einen Kreuzbandriss sind einwirkende Kräfte, welche sich stärker als die Festigkeit beziehungsweise Dehnbarkeit der Bänder präsentieren.
Typisch sind akute Verletzungen beim Sport (zum Beispiel beim Laufen oder Rennen), da durch hierdurch bedingte Drehbewegungen im Kniegelenk in Verbindung mit Beugung nach innen (Valgusstress) oder außen (Varusstress) die Kreuzbänder leicht reißen können.
Andere einen Kreuzbandriss auslösende Bewegungen sind zu starke Beugung (Flexion) oder Streckung (Extension) des Kniegelenks.
Nicht nur Sportverletzungen, sondern auch Verkehrsunfälle bewirken unter Umständen einen Kreuzbandriss. Typisch sind Knieanpralltraumen (dashboard injury), bei denen das gebeugte Knie von Fahrer oder Beifahrer an das Armaturenbrett mit solcher Gewalt anstößt, dass daraus in der Regel ein hinterer Kreuzbandriss resultiert.
Ein Kreuzbandriss äußert sich in Form von Schmerzen, Schwellung, blutigem Gelenkerguss (Hämatom) und beeinträchtigter Stabilität des Knies. Typischerweise kann man am Betroffenen die sogenannten Schubladenphänomene nachweisen, wobei der Unterschenkel eine Verschieblichkeit zum Oberschenkel hin aufweist.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 05.12.2016
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