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Innenrotation

Einleitung

Unter Innenrotation versteht man die Drehbewegung einer Extremität um ihre Längsachse. Die Drehrichtung zeigt dabei nach innen. Die äußere Seite der Extremität wird dabei zum Körper hin (nach medial) gedreht. Um eine Innenrotation durchzuführen, muss das Gelenk ein Kugel- oder ein Dreh-/Scharniergelenk sein. Kugelgelenke sind zum Beispiel das Schulter- oder das Hüftgelenk. Dreh- /Scharniergelenke sind zum Beispiel das Kniegelenk oder das Ellen-Speichen-Gelenk.

Innenrotation in der Hüfte

Das Hüftgelenk ist ein Nussgelenk und gehört damit zur Gruppe der Kugelgelenke. Als Kugelgelenk ist es in der Lage in alle Richtungen bewegt zu werden. Das Hüftgelenk besteht aus einem kleinem Hüftkopf, der durch den Oberschenkelknochen gebildet wird, und einer großen Gelenkpfanne, die vom Acetabulum gebildet wird. Die Gelenkpfanne umfasst den Hüftkopf vollständig, so dass eine Luxation (Auskugelung) des Gelenks eher selten ist. Zudem wird das Hüftgelenk durch zahlreiche feste Bänder und Muskeln stabilisiert.

Die Freiheitsgrade – eine Angabe um wie viel Grad ein Gelenk bewegt werden kann – sind für das Hüftgelenk: Beugung bis ca. 140°, Streckung bis ca. 20°, Abspreizung (Abduktion) bis ca. 50° bei gestrecktem Hüftgelenk, Heranziehen (Adduktion) bis ca. 30° bei gestrecktem Hüftgelenk, Innenrotation um ca. 40°, Außenrotation um ca. 50°, bei gebeugtem Hüftgelenk.
Die wichtigsten Muskeln, die im Hüftgelenk eine Innenrotation bewirken, sind die Gesäßmuskeln (Muskulus gluteus medius und Musculus gluteus minimus), der Schenkelbindenspanner (Musculus tensor fasciae latae), sowie der große Adduktormuskel (Musculus adductor magnus). Eine schmerzhafte Innenrotation im Hüftgelenk spricht vor allem für eine Hüftgelenksarthrose.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Hüftgelenk

Innenrotation in der Schulter

Das Schultergelenk (Glenohumeralgelenk) ist ebenso wie das Hüftgelenk ein Kugelgelenk. Das Schultergelenk besteht jedoch aus einem relativ großen Gelenkkopf, der durch den Oberarmknochen gebildet wird, und aus einer relativ kleinen, flachen Gelenkpfanne, die vom Schulterblatt gebildet wird. Weiterhin ist das Schultergelenk weitestgehend nur durch die Rotatorenmanschette stabilisiert, so dass es bei Unfällen sehr schnell luxieren kann. Dafür verfügt das Schultergelenk jedoch auch über eine sehr hohe Beweglichkeit, die für den Arm unverzichtbar ist.
Eine wichtige Rolle für die Beweglichkeit des Schultergelenks spielen auch die anderen Teilgelenke des Schultergürtels – das Akromioklavikulargelenk und das Sternoklavikulargelenk. Je nach dem welche Bewegung ausgeführt werden soll, wird die Lage des Schlüsselbeins und des Schulterblatts der Bewegung angepasst.
Der wichtigste Muskel für die Innenrotation im Schultergelenk ist der Musculus subscapularis. Die Freiheitsgrade des Schultergelenks für die Anteversion (Bewegung des Arms nach vorn) betragen 90°, eine Hebung des Armes über 90° bis 170° (Elevation) ist nur unter Beteiligung des Schultergürtels möglich. Eine Retroversion (Bewegung des Arms nach hinten) ist bis 40° möglich. Eine alleinige Abduktion im Schultergelenk ist bis 90° möglich, unter Beteiligung des Schultergürtels bis 180°. Eine Adduktion ist bis 20-40° möglich. Der Freiheitsgrad für die Innenrotation des Schultergelenks beträgt 95°, für die Außenrotation 40-60°.
Die Innenrotation im Schultergelenk kann über den Schürzengriff überprüft werden. Beim Schürzengriff wird der Patient gebeten die Hände hinter dem Rücken zu verschränken. Eine schmerzhafte Innenrotation im Schultergelenk steht oft für eine Schädigung oder Ruptur der Rotatorenmanschette, vor allem des Musculus subscapularis.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Schultergelenk

Innenrotation des Knies

Das Kniegelenk (Articulatio genus) ist ein zusammengesetztes Gelenk, das aus dem Oberschenkelknochen, der Kniescheibe und dem Schienbein besteht und zählt zu den Dreh-/ Scharniergelenken. Genauer betrachtet besteht das Kniegelenk aus dem Kniescheibengelenk, das vom Oberschenkelknochen mit der Kniescheibe gebildet wird, und dem Kniekehlengelenk, das vom Oberschenkel- und Unterschenkelknochen gebildet wird.
An der Hinterseite des Kniegelenks, in der Kniekehle (Fossa poplitea), verlaufen zahlreiche wichtige Blutgefäße, Nerven und Lymphbahnen. Das Kniegelenk ist durch zahlreiche Bänder und Muskeln stabilisiert und gesichert. Die wichtigsten Innenrotatoren im Knie sind der Musculus gracilis, der Musculus semimembranosus und der Musculus semitendinosus.
Als Dreh-/Scharniergelenk ist das Kniegelenk in der Lage eine Innen- und Außenrotation im gebeugten Zustand durchzuführen. Die Freiheitsgrade für das Kniegelenk sind: Beugung ca. 120-150°, Streckung bis ca. 10°, Innenrotation um 10° (bei gebeugtem Knie) und eine Außenrotation um 30-40° (im gebeugten Zustand). Die Innenrotation im Knie kann über das Steinmann-I-Zeichen überprüft werden. Hierbei hält der Untersucher das Bein des Patienten und beugt es im Knie und in der Hüfte um jeweils 90°. Danach führt er eine Innenrotation und eine Außenrotation durch. Eine schmerzhafte Innenrotation des Knies spricht meist für eine Schädigung des lateralen Meniskus.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Kniegelenk

Innenrotation des Fußgelenks

Das Fußgelenk besteht aus mehreren Teilgelenken. Die beiden größten Teilgelenke sind das obere und das untere Sprunggelenk. Zusammen bilden sie eine funktionelle Einheit und werden als Articulatio cylindrica bezeichnet. Das obere Sprunggelenk zählt zu den Scharniergelenken, und ermöglicht eine Hebung (Dorsalflexion) und eine Senkung (Plantarflexion) des Fußes, sowie in geringem Maße auch eine Innenrotation und eine Außenrotation. Auch eine Ein- (Pronation) und Auswärtsdrehung (Supination) des Fußes ist möglich. Im unteren Sprunggelenk sind nur zwei Bewegungen möglich – die Eversion (Heben der Fußaußenseite des Fußes) und die Inversion (Heben der Fußinnenseite).

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Fußgelenk

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Thema Innenrotation finden Sie unter:

Eine Übersicht über bereits veröffentlichte Themen in Anatomie finden Sie unter: Anatomie A-Z.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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