Rückenschmerzen - optimal erkennen und behandeln

Definition

Rückenschmerzen werden definiert als Schmerzen in der Region des Kreuzbeines. In der englischen Literatur werden sie als "low back pain" bezeichnet. Wie man anhand der vielfältigen Begriffe oben erkennen kann, können Rückenschmerzen unterschiedlichen Ursprungs sein. Dabei muss die Ursache nicht unbedingt im Bereich des Rückens liegen. Häufig liegen ihnen andere (urologische, gynäkologische, ...) Ursachen zu Grunde, die im Rahmen der Untersuchung differentialdiagnostisch abgeklärt werden müssen.

Einleitung

Die Aufgabe des behandelnden Arztes ist es, aus dem Krankheitsbild „Rückenschmerzen“ die Ursache herauszufinden und die zugrunde liegende Erkrankung zu behandeln.
Rückenschmerzen, deren Ursache im Wirbelsäulen- und Halsbereich zu finden sind, werden als Symptomkomplexe mit regional begrenzten Schmerzen und unterschiedlich stark ausgeprägten Funktionsstörungen im Bereich der Wirbelsäule beschrieben.

Synonyme

Lumbalgie, Lumbago, Kreuzschmerzen, Lumbalsyndrom, lumbales Wurzelreizsyndrom, Kompressionssyndrom, lumbales Bandscheibensyndrom, Ischiassyndrom, Ischialgie, Lumboischialgie, Facettensyndrom, Wirbelgelenkschmerz,

Englisch: chronic back pain, Low back pain

Formen von Rückenschmerzen

Folgende Erkrankungen betreffen unter anderem ursächlich den Wirbelsäulenbereich (besonders Ursachen chronischer Nackenschmerzen):

  • Vegetative Schmerzen
  • Zervikalgie, Zervikal - Syndrom
  • Brachialgie, Dorsalgie
  • Lumbago, Lumbalgie
  • Ischialgie
  • radikuläre Schmerzen
  • pseudoradikuläre Schmerzen.

Rückenschmerzen der Lendenwirbelsäule sind besonders häufig.
Diese auch als Kreuzschmerzen bezeichneten Rückenschmerzen können unter Umständen auch in andere Gebiete des Körpers ausstrahlen. Dies ist beispielsweise beim Krankheitsbild der Lumboglutäalgie (Ausstrahlen in das Gesäß) oder der Lumboischialgie (Ausstrahlen in das Bein) der Fall.

Da für diese Arten von Schmerzen wiederholtes Auftreten typisch ist, spricht man hierbei häufig auch von einer chronischen Schmerzkrankheit. In der Regel besteht hierbei keine neurologische Symptomatik.

Wo befinden sich Ihre Rückennschmerzen?


Schmerzen der Lendenwirbelsäule

Der sogenannte "Hexenschuss" ist eine häufige Erkrankung.

Rückenschmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule kommen häufig vor, da dieser Bereich des Rückens hohen Belastungen ausgesetzt ist. Sie betreffen alle Altersgruppen. Umgangssprachlich werden Schmerzen in diesem Bereich als Hexenschuss oder Kreuzschmerz bezeichnet, in der Fachsprache nennt man sie Lumbalgie. In den meisten Fällen sind die Schmerzen auf Veränderungen der Bandscheiben zurückzuführen. Diese Schmerzen strahlen meistens bis in das Gesäß oder sogar bis in das Bein aus. Aber auch gereizte und verspannte Muskeln durch eine dauerhafte Fehlbelastung können zu starken Schmerzen führen. Eine weitere Ursache sind schnelle, heftige Bewegungen, die zu plötzlich auftretenden Schmerzen führen. Rückenschmerzen sind oft wiederkehrend und treten nach einer Besserung der Symptome nach einiger Zeit erneut auf.

Schmerzen in der Lendenwirbelsäule (LWS) werden auch als LWS-Syndrom bezeichnet und beinhalten eine Blockierung der Wirbelgelenke, Reizungen in der Gelenkkapsel, grundsätzliche Überlastung und Verspannung von Muskulatur und Bändern der Wirbelsäule. Meistens sind hier Schmerzmedikamente als Therapie notwendig, die in Kombination mit Krankengymnastik dazu führen sollen, dass die verspannte Situation sich löst und die Muskulatur richtig trainiert wird.

Eine gute Untersuchung ist sehr wichtig, um eventuelle Wirbelbrüche durch Osteoporose, Bandscheibenvorfälle oder Tumore im Bereich der Lendenwirbelsäule ausschließen zu können.

Schmerzen im mittleren Rücken

Rückenschmerzen, die in der Mitte des Rückens auftreten, können verschiedene Ursachen haben. Zum einen führt ein Bandscheibenvorfall der Brustwirbelsäule oft zu diesem Symptom. Je nach Lokalisierung der betroffenen Bandscheibe können sich die Schmerzen im oberen, mittleren oder unteren Rücken befinden und in Arme oder Beine ausstrahlen.

Eine andere mögliche Ursache ist eine Entzündung der Wirbelkörper, deren Schmerzen durch langes Sitzen verstärkt werden. Das Beugen nach vorne vermindert die Schmerzen meistens.
Auch eine Arthrose der Wirbelgelenke kann mittige Rückenschmerzen hervorrufen. Diese Schmerzen werden dann meistens als dumpf empfunden und sind bei langem Stehen, Sitzen oder Liegen schlimmer. Außerdem kann es durch die Reizung eines Nervs zu Schmerzen in der Rückenmitte kommen, die dann bis in das Gesäß oder die Beine ausstrahlen. Auch durch eine starke Muskelverspannung können diese Schmerzen ausgelöst werden.

Darüber hinaus können auch gynäkologische Probleme zu mittigen Rückenschmerzen führen. Diese machen sich meistens im Bereich des Kreuzbeins und des Gesäßes bemerkbar. In der Regel treten diese in Kombination mit anderen Beschwerden auf, wie beispielsweise Unterleibschmerzen oder Probleme beim Wasserlassen.

Linksseitige Rückenschmerzen

Wenn der Rückenschmerz auf eine Seite fokussiert ist, so kann dies durch eine Fehl- oder Überbelastung ausgelöst sein. Eine Muskelzerrung durch eine schnelle Bewegung beim Sport, schweres Heben über die Seite oder andere Sachen können hierzu führen. Daraus folgt ein vorübergehendes Ungleichgewicht der Rückenmuskulatur, welches nicht durch eine Schonhaltung ausgeglichen werden sollte. Wird dies versucht, so kann die Fehlhaltung zu einem dauerhaften Zustand werden und langfristig Beschwerden mit der Wirbelsäule verursachen.

Auch ein Bandscheibenvorfall kann einseitige Rückenschmerzen auslösen, abhängig davon, in welche Richtung die Bandscheibe sich vorwölbt. Liegt ein Bandscheibenvorfall vor, so kommen oftmals zu den einseitigen Schmerzen auch einseitige Taubheitsgefühle oder Lähmungserscheinungen in Armen oder Beinen dazu.

Beim Vorliegen einer entzündlichen Nierenerkrankung, wie beispielsweise einer Nierenbeckenentzündung, die nur die linke Niere betrifft, schmerzt der Rücken in der linken Flanke. Hier muss die Ursache abgeklärt werden und gegebenenfalls eine Antibiotika-Therapie eingeleitet werden.

Rückenschmerzen oder Nierenschmerzen?

Nierenschmerzen gehen oft mit Übelkeit und Erbrechen einher.

Auch Erkrankungen der Niere können zu Rückenschmerzen führen. Meistens handelt es sich dann um Schmerzen, die im Bereich der Flanken auftreten, also im Bereich des unteren Rückens und sie können bis in die Leistengegend ausstrahlen. Nierenbedingte Rückenschmerzen treten entweder ein- oder beidseitig, je nachdem, welche Niere betroffen ist.

Um zwischen Rücken- und Nierenschmerzen zu unterscheiden, kann die Bewegungsfreiheit überprüft werden. Diese ist bei Nierenschmerzen in der Regel weniger eingeschränkt und die Schmerzen sind dumpf und nicht bewegungsabhängig. Typisch für Nierenschmerzen ist, dass sie nicht durchgängig die gleiche Intensität aufweisen, sondern phasenweise mal schlimmer und mal weniger schlimm sind. Ein Schmerz, der sich bei leichtem Klopfen auf den Rücken etwa zwei Finger breit über dem Beckenkamm verschlimmert, deutet auf Probleme mit den Nieren hin.

Zur Abklärung, ob die Niere Ursache für die auftretenden Rückenschmerzen ist, sollte eine Blutuntersuchung durchgeführt werden um eine eventuell vorhandene Entzündung im Körper zu erkennen und eine Urinuntersuchung, um zu überprüfen, ob Blut ausgeschieden wird. Verschiedene Ursachen können Nierenschmerzen auslösen. Am häufigsten ist eine Entzündung der Niere oder des Nierenbeckens, die durch eine Infektion ausgelöst wird. Beim Bestehen einer Entzündung klagt der Patient meistens auch über ein schlechtes Allgemeinbefinden, Fieber und Müdigkeit. Auch Schmerzen beim Wasserlassen treten häufig auf. Eine Entzündung aufgrund eines Infektes wird mit einem Antibiotikum behandelt.

Auch ein behinderter Harnabfluss kann zu Nierenschmerzen führen. Dieser kann durch Harnsteine entstehen, die sich in der Niere oder im Harnleiter festsetzen.

Nierensteine können zu Nierenkoliken führen, die mit sehr starken krampfartigen Schmerzen einhergehen. Die Schmerzen sind oft so stark, dass Übelkeit und Erbrechen als Begleitsymptome auftreten. Hier helfen krampflösende Mittel in Verbindung mit Schmerzmitteln. Die Schmerzen entstehen meistens dadurch, dass sich der Nierenstein gelöst hat und den Harnleiter verstopft. Um Nierensteine zu entfernen, gibt es verschiedene Methoden. Sie können durch Stoßwellen zerstört werden, durch den Harnleiter entfernt werden oder aber, wenn sie zu groß sind, operativ entfernt werden.

Zudem kann es in der Schwangerschaft zu Nierenschmerzen kommen, wenn die ungünstige Lage des Kindes dazu führt, dass der Urin sich zurück in die Niere staut.

Bei Nierenschmerzen, die in den Rücken ausstrahlen, kann auch eine Nierenkrebserkrankung die Ursache sein. Die Schmerzen treten hier meistens erst in einem fortgeschrittenen Stadium auf.

Symptome

Die Schmerzen können akut oder chronisch auftreten.

Über die Hälfte der Rückenschmerzen betreffen den unteren Rücken, aber grundsätzlich können Rückenschmerzen in allen Bereichen auftreten oder dorthin ausstrahlen. Zusätzlich zu den Schmerzen im betroffenen Bereich können auch andere Symptome auftreten oder bereits als Vorboten bemerkbar sein, etwa durch Muskelverspannungen oder Morgensteifigkeit. Rückenschmerzen können entweder plötzlich auftreten oder sich über mehrere Tage langsam entwickeln.

Wenn die Rückenschmerzen durch eine Muskelverspannung ausgelöst werden, so sollten die Symptome nach wenigen Tagen von selbst zurückgehen. Ist dies allerdings nicht der Fall, so sollte ein Arzt aufgesucht werden. Plötzlich auftretende Rückenschmerzen äußern sich meistens in stechenden Schmerzen, die unter Umständen in das Bein ausstrahlen. Je nach Lokalisierung des Rückenschmerzes ist auch ein Ausstrahlen in den Nacken möglich. Oft werden diese akuten Rückenschmerzen durch zu schweres Heben oder durch eine falsche Bewegung ausgelöst. Aufgrund der Schmerzen ist die Beweglichkeit eingeschränkt und der Patient kann sich nicht gerade aufrichten.

Wenn zusätzlich zu dem Rückenschmerz Taubheitsgefühle oder ein Kribbeln in Armen oder Beinen, Lähmungserscheinungen oder Inkontinenz hinzukommen, so sind dies Warnsignale, die auf einen Bandscheibenvorfall der LWS hindeuten. In diesem Fall sollte schnell ein Arzt aufgesucht werden. Ein Bandscheibenvorfall kann auf verschiedenen Höhen auftreten und je nach Ort unterschiedliche Symptome und Schmerzen verursachen. Je nachdem, ob er einen Nerv einklemmt oder nicht, kommt es dementsprechend nur zu Schmerzen oder zusätzlich zu Begleitsymptomen.
Wenn Sie unter Taubheitsgefühlen leiden und einen Bandscheibenvorfall der LWS als Ursache vermuten, empfehlen wir Ihnen unser Thema: Ist ein Bandscheibenvorfall Ursache für mein Taubheitsgefühl?

Rückenschmerzen können aber auch chronisch verlaufen. Dann sind sie durch ein ständiges Zu- und Abnehmen der Schmerzintensität gekennzeichnet, das sich phasenweise immer abwechselt. Dies kann durch verschleißbedingte Vorwölbungen der Bandscheibe entstehen, wenn Nerven dauerhaft gereizt werden, oder aber durch Verschleiß der Wirbelgelenke, die bei Bewegung aneinander reiben.

Häufigkeitsverteilung von Rückenschmerzen

Rückenschmerzen

Rückenschmerzen gelten in Deutschland als Volkskrankheit, die rein statistisch gesehen die zweithäufigste Ursache für das Aufsuchen eines Arztes bedingen. Wie bereits erwähnt, sind Rückenschmerzen häufig chronisch und kehren somit immer wieder. Zumeist ist der Bereich der Lendenwirbelsäule von Rückenschmerzen betroffen.

In vielen Fällen erweist es sich als äußerst schwierig, die eigentliche Ursache für den "chronischen" Rückenschmerz ausfindig zu machen.
Oben wurde bereits darauf hingewiesen, dass viele Ursachen organischer und, oder psychischer Natur sein können. Immer können die Ursachenkomponenten sich wechselseitig beeinflussen und unter Umständen auch gegenseitig verstärken.
Die Aufgabe des Arztes besteht darin, die Ursache der Rückenschmerzen ausfindig zu machen und Syndrome differentialdiagnostisch abzuklären. Dies ist nicht immer einfach.
Differenzialdiagnostische Maßnahmen erhalten Sie in unserer Praxis in Frankfurt am Main. Zur Homepage.

Ursache von Rückenschmerzen

häufige Ursachen der Rückenschmerzen

Schon anhand der verschiedenen Krankheitsbilder, die weiter oben beschrieben wurden kann man erkennen, dass auch die zugrunde liegenden Ursachen des Rückenschmerzes vielschichtig sind.

Häufige Ursache für die Entstehung von Rückenschmerzen sind degenerative, verschleißbedingte Veränderungen im Bereich der Wirbelsäule und Bandscheibe. Immer müssen bei den Ursachen individuelle Veränderungen berücksichtigt werden. So sind beispielsweise Patienten mit Hohlkreuz (Hyperlordose) oder Hohlrundrücken (Hyperkyphose), sowie auch Patienten mit schwacher Rückenmuskulatur usw. unter Umständen häufiger von Rückenschmerzen betroffen.

Unabhängig von den individuellen Faktoren gibt es potentielle Ursachen für die Entstehung von Rückenschmerzen. Nachfolgend sollen die wichtigsten erwähnt und beschrieben werden.

Mögliche Ursachen für die Entstehung von Rückenschmerzen sind:

  • Verschleiß, Arthrose, Abnutzung und Degeneration
  • Mechanische Ursachen
  • Verletzungen im Bereich der Wirbelsäule
  • Neoplasien, Neubildung und Tumor
  • Angeborene Ursachen
  • Nervenreizung
  • Entzündung

Da die Ursachen von Rückenschmerzen so vielfältig sein können, haben wir alle möglichen Ursachen in ein eigenes Thema ausgelagert.
Mehr hierzu erfahren Sie unter unserem Thema: Ursachen von Rückenschmerzen.

Rückenschmerzen durch die Schwangerschaft?

Besonders im letzten Teil der Schwangerschaft sind Rückenschmerzen häufig.

Über die Hälfte aller schwangeren Frauen leiden im Laufe ihrer Schwangerschaft an Rückenschmerzen. Diese sind in der Regel harmlos und auf die erhöhte Belastung des Rückens aufgrund des zunehmenden Gewichts zurückzuführen. Hierdurch kann es zu Verspannungen der Muskeln kommen, die schmerzhaft sind.

Die Rückenschmerzen während der Schwangerschaft können in zwei Gruppen eingeteilt werden: die echten Rückenschmerzen und die Beckenschmerzen. Die echten Rückenschmerzen sind dieselben, an denen auch nicht schwangere Frauen und Männer leiden. Sie werden hervorgerufen durch eine Überlastung von Bändern, Muskeln und Gelenken und werden oft durch das Heben zu schwerer Lasten oder durch falsche Bewegungen ausgelöst. Treten Schmerzen auf, die bis in das hintere Bein ausstrahlen, so kann eine Reizung des Ischiasnervs hierfür verantwortlich sein. Dies tritt in der Schwangerschaft zwar selten auf, kann aber dadurch hervorgerufen werden, dass der Rücken auf den Nerv drückt.

Der Großteil der Rückenschmerzen während der Schwangerschaft ist der sogenannte Beckenschmerz.

Um Rückenschmerzen währen der Schwangerschaft zu vermeiden oder vorzubeugen, ist es wichtig, eine trainierte Rücken- und Bauchmuskulatur zu haben. Rückenübungen zu Hause oder der Besuch im Fitnessstudio können hier helfen.

Während der Schwangerschaft können Schwangerschaftsgymnastik oder auch Aqua-Kurse besucht werden um die Muskulatur zu stärken und die Schmerzen zu lindern oder vorzubeugen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Schwangerschaftsgymnastik

Bei schon bestehenden Rückenschmerzen kann Wärme in Verbindung mit Massagen sich als wirksam erweisen. Hier sollte die Frauenärztin um Rat gebeten werden. Auch ein Stützgürtel, der ein Teil des Babygewichtes übernimmt, kann hilfreich sein.

Bei Kreuzschmerzen, die im ersten Drittel der Schwangerschaft auftreten, sollte ein Arzt aufgesucht werden, da ein Abknicken des Gebärmutterhalses eine mögliche Ursache ist. Aber auch Komplikationen der Frühschwangerschaft, schlimmstenfalls eine Fehlgeburt, können diese verursachen.

Im weiteren Verlauf der Schwangerschaft kann das Zusammenziehen der Gebärmutter oder der Druck des kindlichen Kopfes auf Nerven des Beckens zu Rückenschmerzen führen. Außerdem können Nierenerkrankungen ein Grund hierfür sein. Durch die Änderung der Körperhaltung der schwangeren Frau kommt es oft zu einem Hohlkreuz, das zu einer Fehlbelastung des Rückens und zu Schmerzen führt.

Ein weiterer Grund für Rückenschmerzen während der Schwangerschaft sind die einsetzenden Wehen. Diese verursachen ein heftiges Ziehen im Bereich des unteren Rückens.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Rückenschmerzen in der Schwangerschaft

Die häufigsten Erkrankungen

An dieser Stelle wird auf Rückenschmerzen eingegangen, deren Ursache im Bereich der Wirbelsäule und des Halses zu suchen sind. Exemplarisch wurden hierfür einige Erkrankungen ausgewählt, von denen Patienten überdurchschnittlich häufig betroffen sind.

Zu diesen Rückenschmerzen zählen:

  1. Der Hexenschuss (Lumbago)
    Unter einem Hexenschuss versteht man im allgemeinen plötzlich auftretende, heftige Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule bis zum Steißbein. Diese Rückenschmerzen können unter anderem auch in benachbarte Bereiche ausstrahlen. Teilweise erhebliche Bewegungseinschränkungen, verbunden mit stechenden Schmerzen im Rücken sind die Folge. Ursächlich bedingt wird ein Hexenschuss beispielsweise durch Schädigungen im Bereich der Bandscheibe, durch Druckschmerzen im Bereich der Dornfortsätze uvm. Welche Ursachen konkret bei einem Hexenschuss vorliegen, muss individuell ermittelt und untersucht werden.
    Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter: Hexenschuss
  2. die Lumbalgie, Lumboischialgie, Lumboglutäalgie
    Sobald zu den Rückenproblemen ausstrahlende Schmerzen, beispielsweise in das Bein hinein auftreten, spricht man von einer Lumboischialgie oder Ischialgie.
    Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter: Lumboischialgie
  3. Der Bandscheibenvorfall
    Unter einem Bandscheibenvorfall versteht man die plötzliche oder langsam zunehmende Verlagerung, bzw. den Austritt von Gewebe des Nucleus pulposus (NPP, Gallertkern der Bandscheibe) einer Bandscheibe nach hinten in den Rückenmarkskanal (Spinalkanal) oder hinten- seitlich (Nervenwurzel). Hierbei kann es durch Druck auf Nervenwurzeln zu Schmerzen, Lähmungen und, oder Gefühlsstörungen kommen.
    Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter: Bandscheibenvorfall

Abbildungen zum Thema Rückenschmerzen

Abbildung Rückenschmerzen

Abbildung Rückenschmerzen: Ursachen und Bereiche der Schmerzstellen

A - Nackenschmerzen
B - Schmerzen des oberen Rückens
C - Schmerzen im Bereich der LWS
Hexenschuss (Lumbago)
D - Lumboglutäalgie
(Ausstrahlen in das Gesäß)
E - Lumboischialgie
(Ausstrahlen in das Bein)

  1. Erster Halswirbel (Träger) - Atlas
  2. Siebenter Halswirbel -
    Vertebra prominens
  3. Trapezmuskel -
    Musculus trapezius
  4. Breiter Rückenmuskel -
    Musculus latissimus dorsi
  5. Erster Lendenwirbel -
    Vertebra lumbalis I
  6. Fünfter Lendenwirbel -
    Vertebra lumbalis V
  7. Kreuzbein - Os sacrum
  8. Steißbein - Os soccygis
  9. Darmbeinkamm - Crista iliaca
  10. Mittlerer Gesäßmuskel - Musculus gluteus medius
  11. Großer Gesäßmuskel - Musculus gluteus maximus
  12. Großer Anzieher - Musculus adductor magnus
  13. Zweiköpfiger Oberschenkelmuskel - Musculus biceps femoris

    a - Bandscheibenvorfall - Nucleus-pulposus-Prolaps (von oben)
    b - Wirbelbruch (Wirbelfraktur)
    c - Spondylarthrose - (Arthrose der kleinen Wirbelgelenke)

Eine Übersicht aller Abbildungen von Dr-Gumpert finden Sie unter: medizinische Abbildungen



Rückenschmerzentstehung

Wie bereits oben beschrieben, sind die Ursachen, die für Rückenschmerzen verantwortlich gemacht werden können, sehr vielfältig.

Sehr häufig werden sie jedoch durch Muskelverspannungen ausgelöst. Durch diese Verspannungen erscheinen die Muskelpartien verhärtet und stören die sie umgebenden Nerven in teilweise empfindlicher Art und Weise. Da einigen Nervenbahnen auch in weiter entfernte Körperareale ausstrahlen (z.B. Bein), lassen sich sehr häufig auch Schmerzen in anderen Bereichen auf Rückenschmerzen ursächlich zurückführen. Eine gezielte Diagnose der Rücken- und Bauchmuskulatur hilft dabei, Defizite und Dysbalancen der Rumpfmuskulatur aufzudecken und gezielte Therapiemöglichkeiten einzuleiten. Zur Rückendiagnostik

Allerdings werden Schmerzen nicht immer ausschließlich aufgrund der oben erwähnten Muskelverspannungen hervorgerufen. Möglich ist auch, dass ein Patient beispielsweise unter einem so genannten Wurzelsyndrom leidet. Dieses Syndrom ist veranlagungs-, alters-, verschleiß- und/oder belastungsbedingt. Dabei drückt eine verschobene Bandscheibe auf den umgebenden Nerven und verursacht Rückenschmerzen.
Welche Ursache für die Entstehung des Rückenschmerzes verantwortlich gemacht werden kann, obliegt immer der Diagnose des Arzte.

Immer wieder muss dabei auch auf die subjektive Wahrnehmung von Schmerzen/ Rückenschmerzen hingewiesen werden. Dabei zeigt sich immer wieder, dass die Schmerztoleranzgrenze von Menschen teilweise sehr weit auseinander liegen.

So gibt es Menschen, die diagnostisch unter schwersten Abnutzungserscheinungen leiden, subjektiv aber keine Schmerzen empfinden. Der umgekehrte Fall ist allerdings genauso möglich. Somit kann man festhalten, dass häufig kein Zusammenhang zwischen der Stärke der Schmerzen und der Diagnose Rückenschmerzen besteht.

Wie bereits oben erwähnt ist es möglich, dass Patienten den schmerzenden Rücken durch eine so genannte Schonhaltung in den Griff bekommen. Diese Schonhaltung verursacht in der Regel ihrerseits wieder Verspannungen, da andere Muskelpartien überbeansprucht werden als es normal der Fall ist.

Um Rückenschmerzen langfristig vorzubeugen sollte man für sich selbst beschließen, sich mehr zu bewegen. Dies ist schon im Alltag problemlos möglich (Treppe statt Lift) und lässt sich auch durch weitere sportliche Aktivitäten ergänzen. Siehe auch Rückentraining.

Diagnose von Rückenschmerzen

Ein MRT gibt Schnittbilder durch den gesamten Rücken.

Da es für die Entstehung von Rückenschmerzen unterschiedliche Ursachen gibt, und nachgewiesenermaßen auch eine enge Beziehung zwischen Schmerz und Psyche besteht, erscheint eine sorgfältige Anamnese (= Erhebung der Krankengeschichte) unumgänglich.

Bei der Diagnose der Rückenschmerzen fällt das Augenmerk recht häufig zunächst in Richtung Beruf des Patienten. Durch die Kenntnis des Berufes lassen sich bereits mögliche Risikofaktoren erfassen (Berufe, die "fast" ausschließlich im Stehen oder im Sitzen ausgeübt werden, die durch Heben schwerer Lasten herausstechen, ...) oder aber in nicht zutreffendem Fall, ausschließen.

Zum Erfassen des Schweregrades können so genannte „Schmerztagebücher“ zur Diagnosefindung hinzu gezogen werden. Im Rahmen eines Schmerztagebuches dokumentiert der Patient täglich seine (subjektiv) empfundenen Schmerzen unter Verwendung einer analogen Skala. Die Auswertung erfolgt in der Regel durch den Arzt.

Prinzipiell lässt sich das Röntgenbild der Wirbelsäule als Basisdiagnose für Rückenschmerzen bezeichnen. Über die Röntgenbilder erhält der behandelnde Arzt einen Einblick in die Wirbelsäulenhaltung. Darüber hinaus können knöcherne Veränderungen erkannt werden.

Die Schnittbilddiagnostik (CT und MRT, entweder mit oder ohne Kontrastmittel) ermöglicht darüber hinaus die Zuordnung des Schmerzes zu einem bestimmten Nerven oder eines Bandscheibenvorfalls. Durch die unterschiedlichen Diagnoseverfahren möchte und kann man weitgehende Informationen im Hinblick auf zu ergreifende therapeutische Maßnahmen ziehen. Angemerkt sei an dieser Stelle noch, dass eine zusätzliche Gabe eines Kontrastmittels in der Regel nur dann durchgeführt wird, wenn der Verdacht auf Entzündung oder Tumor liegt.

Zum Ausschluss von Nervenschädigungen oder aber um den Grad eventueller Nervenschädigungen ermitteln zu können, müssen weit greifendere Untersuchungen durchgeführt werden. Dies kann zum einen mittels neurologischer Untersuchungen
geschehen.

Die Myelographie beschreibt eine Untersuchung, bei der dem Patienten Kontrastmittel in den Duralsack injiziert. Der Duralsack ist der Bereich, der den Anfang eines Nerven umgibt, bevor dieser den Rückenmarkskanal wieder verlässt. Durch die Vermischung von Nervenwasser und Kontrastmittel lassen sich somit gezielt besondere Fragestellungen in Bezug auf das Rückenmark besser klären.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Diagnose von Rückenschmerzen

Rückenschmerzen beim Atmen

Die Atmung ist ein für den Menschen lebenswichtiger Prozess, auf den keinesfalls verzichtet werden kann. Deshalb sollte trotz Rückenschmerzen beim Atmen darauf geachtet werden, die Atmung nicht flach zu halten, damit der Körper mit genügend Sauerstoff versorgt wird.

Die atembedingten Schmerzen können verschieden Ursachen haben. Bei einer schweren Erkältung oder einer Bronchitis kann das Ein- und Ausatmen vorübergehend Rückenschmerzen verursachen. Wenn diese sich verschlimmern oder nicht besser werden, sollte ein Arzt aufgesucht werden, um mögliche Ursachen abzuklären. Aber auch durch Verletzungen der Rippen oder der Wirbelsäule, die durch Gewalteinwirkung entstanden sind, können zu atmungsbedingten Rückenschmerzen führen.

Da sowohl die Rückenmuskulatur, als auch die Bauch- und die Atemmuskulatur ihre Ansätze an der Wirbelsäule haben, besteht hier eine enge Verbindung. Sind die Rückenmuskeln beschädigt, so werden sie durch das Atmen passiv bewegt, was zu Schmerzen führen kann. Auch eine Entzündung der Muskeln (Myositis) kann sich durch Schmerzen beim Atmen bemerkbar machen. Diese kann durch eine Minderversorgung der Muskeln mit Sauerstoff entstehen und sollte schnellstmöglich behandelt werden, um die Muskeln erhalten zu können.

Das Rippenfell (Pleura), welches beide Lungenflügel umgibt, kann sich im Laufe einer Lungenentzündung oder durch andere Einflüsse entzünden. Diese Entzündung (Pleuritis) kann starke Schmerzen verursachen, die beim Einatmen in der Regel stärker sind als beim Ausatmen.

Atmungsbedingte Rückenschmerzen werden im Akutzustand mit Schmerzmitteln behandelt und dann wird je nach Ursache eine entsprechende Therapie durchgeführt.

Rückenschmerzen Therapie

Da Rückenschmerzen viele verschiedene Ursachen haben können, ist es zunächst notwendig die Ursache möglichst genau einzugrenzen, um sie entsprechend therapieren zu können. Bei der Wahl der geeigneten Therapie sollte das Ausmaß der Schmerzen und die eventuellen Beeinträchtigungen beziehungsweise Lähmungserscheinungen berücksichtigt werden.

Um den akuten Rückenschmerz zu lindern, werden in der Regel Schmerzmittel (z.B. Ibuprofen) eingesetzt. Diese sind zwar frei in der Apotheke erhältlich, sollten jedoch, vor allem bei dauerhaften Rückenschmerzen, nicht ohne ärztlichen Rat eingenommen werden. Auch entzündungshemmende Medikamente (z.B. Paracetamol) können gegen den akuten Schmerz helfen. Außerdem können entzündungshemmende Medikamente, zum Beispiel Kortison, mit Hilfe einer Cortisonspritze direkt in die schmerzende Region injiziert werden, um eine schnelle Besserung der Schmerzen zu erreichen. Bei sehr ausgeprägten Schmerzen müssen gegebenenfalls Opioide für wenige Wochen eingesetzt werden. Diese haben eine betäubende Wirkung und können mit entzündungshemmenden Medikamenten kombiniert werden.

Oft führen Rückenschmerzen durch eine Schonhaltung zu Verspannungen, die zusätzliche Schmerzen verursachen können. Dagegen helfen muskelentspannende Medikamente, sogenannte Muskelrelaxantien. Diese werden allerdings selten vom Arzt verschrieben, da sie starke Nebenwirkungen aufweisen und unter anderem zu vorübergehender Fahruntüchtigkeit führen können.

Obwohl Rückenschmerzen eine gewisse Schonung und Einschränkung in vielen Aktivitäten mit sich bringen, ist genügend Bewegung trotzdem wichtig für den Heilungsprozess. Zu langes Sitzen oder Stehen und schweres Heben sollte zwar vermieden werden, allerdings sollten leichte Aktivitäten trotzdem weiterhin ausgeführt werden, soweit dies möglich ist.

Bei Rückenschmerzen liegt oft eine Instabilität der Wirbelsäule oder eine dauerhafte Fehlbelastung zugrunde. Deshalb gehört oft die Krankengymnastik zur Standard-Therapie bei Rückenschmerzen. Da die Wirbelsäule nicht nur von den Rückenmuskeln sondern auch von Bauchmuskeln, Schulter- und Nackenmuskeln und Hüftmuskeln gehalten wird, ist das Ziel der Krankengymnastik, diesen gesamten Halteapparat zu stabilisieren, um eine optimale Unterstützung des Rückens zu erreichen.
Aber auch Massagen können zur Physiotherapie gehören. Dadurch werden Verspannungen gelöst und die Durchblutung gefördert, um die Schmerzen zu lindern. Zusätzlich können Wärmepflaster, z.B. ThermaCare®, helfen, die Muskeln zu entspannen. Bei entzündlichen Prozessen wir aber meistens Kälte als angenehmer empfunden, sodass eine Kältetherapie (Kryotherapie) empfehlenswert ist. Darüber hinaus kann eine Elektrotherapie durchgeführt werden, bei der von außen elektrische Ströme zugeführt werden, die die Durchblutung fördern sollen und den Heilungsprozess anstoßen sollen.
Außerdem kann auch die sog. Blackroll, eine Selbstmassagerolle, bei Rückenschmerzen Linderung verschaffen. Eine andere Möglichkeit bei leichten Rückenschmerzen ist, etwas Pferdesalbe auf die betroffene Region auftragen, um die Symptome zu behandeln.

Bei chronischen Rückenschmerzen, die keine erkennbare Ursache haben und länger als 12 Wochen anhalten, sollte eine multimodale Therapie eingeleitet werden. Das bedeutet, dass Ärzte, Schmerztherapeuten, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Psychotherapeuten und Psychiater zusammenarbeiten, um eine mögliche psycho-soziale Ursache zu erkennen und zu behandeln.

Auf Dauer sollte bei Rückenschmerzen darauf geachtet werden, dass vor allem der Arbeitsplatz rückenergonomisch gestaltet ist. Hilfreich sind oft Schreibtische, die in der Höhe verstellbar sind, um Teile der Arbeit auch im Stehen verrichten zu können.

Bestehen Rückenschmerzen aufgrund eines Bandscheibenvorfalls und führen die konservativen Methoden zu keiner Schmerzlinderung, so sollte eine Operation in Betracht gezogen werden. Hier sind verschieden Methoden möglich.

Rückenschmerzen im unterem Rücken

Da dieses Thema so umfangreich ist haben wir zusätzlich eine eigene Seite zum Thema Rückenschmerzen der Lendenwirbelsäule geschrieben.

Ursachen Rückenschmerzen der LWS

Fehlhaltungen sind ein häufiger Grund für Rückenschmerzen im Lendenbereich.

Zum sogenannten unteren Rücken zählt die Lendenwirbelsäule, die aus 5 Wirbeln besteht und die Wirbelsäule nach unten hin abschließt. Rückenschmerzen in diesem Bereich sind häufig, die Behandlung langwierig. Als Ursachen unterscheidet man zunächst chronische und akute Beschwerden der unteren Wirbelsäule sowie Beschwerden aus der oberen Wirbelsäule kommend und in der unteren Wirbelsäule entstehend.

Akute Beschwerden an der unteren Wirbelsäule sind seltener und meistens an Unfälle und Verrenkungen gebunden. Wenn durch Stürze oder Unfälle Wirbel der unteren Wirbelsäule beschädigt werden, kommt es an den unteren Wirbeln zum Teil zu sehr starken Schmerzen.

Des Weiteren kann es vorkommen, dass durch schnelles Heben großer Lasten und schnelles Herumdrehen in der Wirbelsäule Verrenkungen entstehen, die akut für starke Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule sorgen. Oft wird davon gesprochen, dass sich ein Nerv verklemmt hat, in Wirklichkeit handelt es sich aber vielmehr um Reizungen von Nerven, die muskelnahe verlaufen und durch die Muskeln, die durch das Verrenken verkrampft werden, gereizt werden.

Die chronischen Ursachen von Rückenschmerzen des unteren Rückens beziehen sich in erster Linie auf Haltungsschäden, die über lange Zeit wachsen und starke Beschwerden auslösen können. Besonders Patienten, die lange sitzende Tätigkeiten ausüben oder die schon seit Kindesbeinen unausgeglichene Fehlhaltungen aufweisen sind besonders gefährdet um Rückenschmerzen des unteren Bereiches des Rückens zu bekommen.

Man geht heute davon aus, dass auch ein nicht unerheblicher Anteil von Rückenschmerzen des unteren Rückens eigentlich im oberen Bereich des Rückens entstehen und dann nach unten in die Lendenwirbelsäule ausstrahlen. Ursachen können hier ebenfalls chronische Schädigungen sein aber auch akute.

Auch hier stellen Fehlhaltungen die häufigste Ursache von chronischen Beschwerden dar, während Verletzungen und Verhebungen eher zu den akuten Beschwerden gehören. Ebenfalls häufig kommt es zu Rückenschmerzen durch Bandscheibenvorfälle. Sie kommen in fast allen Fällen von chronischen Haltungsschäden. Bei einem Bandscheibenvorfall kommt es zu einem Herausrutschen des Kerns der Bandscheibe.
Die Bandscheibe rutscht zwischen beide entsprechenden Wirbelkörper hervor und verursacht Schmerzen. Bandscheibenvorfälle entstehen meistens durch Haltungsschäden vornehmlich im Bereich der mittleren Wirbelsäule (Brustwirbelsäule) und können nach unten in die untere Wirbelsäule ausstrahlen und dort Beschwerden auslösen. In einigen Fällen entstehen Bandscheibenvorfälle aber auch in der unteren Wirbelsäule (Lendenwirbelsäule) und verursachen Schmerzen.

Diagnose

Schmerzen des unteren Rückens können durch eine Vielzahl von Ursachen ausgelöst werden. Bei der Diagnostik ist entscheidend, die erheblichen Ursachen von den leichteren Ursachen zu unterscheiden.

Zu Beginn der Diagnostik steht die Krankenbefragung, bei der der Patient über die Art und die Dauer des Schmerzes befragt wird, sowie Bewegungen, die die Schmerzen mindern oder verstärken herausgefunden werden sollen. Schildert der Betroffene Sensibilitätsstörungen an den Beinen in Form einer Taubheit oder Kribbeln, ist schnelles Handeln geboten, da die Ursachen der geschilderten Rückenschmerzen am ehesten in einer Problematik der Nerven der Wirbelsäule liegen. Schildert der Patient gar eine neu aufgetretene Inkontinenz handelt es sich um einen neurologischen Notfall.

Bei der Diagnostik von nicht behandelbaren Rückenschmerzen kommt der Bildgebung eine entscheidende Bedeutung zu. Eine Röntgenaufnahme der Wirbelsäule kann Frakturen an den Wirbelkörpern darstellen. Weiterführend ist die Durchführung einer Magnetresonanztomografie, die auch Weichteile darstellen und u.a Bandscheibenvorfälle sichtbar machen kann. Neben den bildgebenden Verfahren kann auch eine umfangreiche Blutuntersuchung Aufschluss darüber geben, was zu den Rückenschmerzen führt. So können Entzündungen der Wirbelkörper oder der Bandscheiben durch Erhöhung der Entzündungswerte dargestellt werden.

Therapie

Die Therapie richtet sich nach der die Beschwerden auslösenden Ursache. Unkomplizierte Rückenschmerzen, die in den meisten Fällen aus Haltungsschäden herrühren, können in den meisten Fällen konservativ behandelt werden.

Zu den konservativen Therapieoptionen zählen zum einen eine adäquate Schmerztherapie, die meistens aus Medikamenten besteht, zum anderen auch aus einer entsprechenden Physiotherapie, die aus Wärme- oder Kälteanwendungen bestehen kann. Ist der Rückenschmerz durch die konservativen Behandlungsoptionen nicht beherrschbar, und ist die Ursache prinzipiell operabel, muss über einen invasiven Eingriff nachgedacht werden.

Bandscheibenvorfälle können in vielen Fällen konservativ behandelt werden, es sei denn, die Schmerzen sind so stark und nicht medikamentös beherrschbar, oder es treten bereits neurologische Störungen, wie Taubheit oder Lähmungen sowie Inkontinenzen auf. In diesem Fall muss sofort einen operative Therapie geplant und durchgeführt werden, da aus dieser Situation schnell ein neurologischer Notfall entstehen kann. Sind neurologische Symptome vorhanden handelt es sich bereits um eine Nervenkompression, die durch eine Operation an der Wirbelsäule entlasten werden muss. Bandscheibenvorfälle werden abgetragen und die beiden aufeinanderfolgenden Wirbelkörper oftmals versteift.

Handelt es sich um Frakturen der Wirbelkörper ist entscheidend, ob es sich um eine stabile Fraktur oder eine instabile Fraktur handelt. Stabile Frakturen werden in den meisten Fällen konservativ durch eine Behandlung mit Schmerzmittel behandelt oder auch durch Ruhigstellung in Form eines Korsetts. Instabile Frakturen müssen operiert und mittels Verschraubungen stabilisiert werden. Die geschilderten operativen Eingriffe werden in Abteilungen der Neurochirurgie durchgeführt. Oftmals reichen minimal invasive Operationsverfahren mittels der sogenannten Schlüssellochtechnik.

Zusammenfassung Rückenschmerzen

Rückenschmerzen des unteren Rückens sind häufig und haben unterschiedliche Ursachen. Man unterscheidet chronische von akuten Beschwerden sowie im unteren Rücken entstehend und vom oberen Rücken ausstrahlend.

Akute Ursachen sind meistens Frakturen, Bandscheibenvorfälle oder Verrenkungen sowie Verletzungen der Wirbelsäule nach Unfällen. Chronische Ursachen basieren in den meisten Fällen auf Haltungsschäden, die über lange Zeit ausgeübt worden sind.
Manchmal entstehen die Ursachen von Rückenschmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule und ziehen nach unten in die Lendenwirbelsäule, wo sie dann als schmerzhaft empfunden werden, manchmal sitzt der Kern direkt in der LWS.

Diagnostisch muss neben der Krankenbefragung bei starken Rückenschmerzen immer eine Bildgebung durchgeführt werden. Diese kann aus einer Röntgenaufnahme der Wirbelsäule bestehen, durch die Frakturen der Wirbelkörper gesehen werden können oder durch eine MRT-Untersuchung, durch die man Bandscheibenvorfälle etc. sehen kann. Schildert der Patient eine neurologische Symptomatik ist Eile geboten, da die Nerven der Wirbelsäule offenbar in irgendeiner Weise beeinträchtigt sind. Therapiert wird der unkomplizierte Rückenschmerz in den meisten Fällen konservativ. Darunter versteht man ein Behandlungskonzept bestehend aus einer adäquaten medikamentösen Schmerztherapie und einer ergänzenden Physiotherapie.

Physiotherapeutisch kann auch ein Behandlungsversuch mit Wärme, Kälte oder Reizstrom erfolgen. Komplizierter Rückenschmerz kann, je nach Ursache, operativ behandelt werden. Sind neurologische Ursachen vorhanden, muss operativ versucht werden die Kompression der Nerven zu reduzieren.
Dies geschieht in Abteilungen der Neurochirurgie in vielen Fällen in minimal invasiven Eingriffen durch die sogenannte Schlüssellochtechnik, bei der nur wenige Schnitte notwendig sind und die eigentliche Operation durch ein Mikroskop durchgeführt wird. Rückenschmerzen können viele Ursachen haben, die alle ein spezifisches Behandlungsvorgehen notwendig machen.

Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 24.09.2016
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